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Angola
19. -22. Januar 2013 (km 75.748) Angola

Ausreise Namibia (5 Minuten) Oshikango:

Einreise Angola (80 Minuten) Santa Clara:

Es ist 12.30 Uhr. Wir geben der Beamtin am Immigration Office Angolas unsere Pässe mit den Transitvisa. Sie braucht etwa 15 spannende Minuten um sich durch ihrem Computer schlau zu machen. Da sie nur wenig Englisch spricht und wir gar kein Portugiesisch  ist eine Erläuterung unsererseits nicht möglich, so warten wir.

Dann noch ein paar portugiesische Worte zu ihrem Desknachbarn, jeweils ein Bild von uns, zweimal klack, klack und wir haben die Einreisestempel im Pass. Wir können uns das Grinsen kaum verkneifen und ziehen weiter zum Zoll.

Um die dort geforderten 6350 KZ (ca. 50 EUR) für Reisende mit eigenem Fahrzeug bei der Kasse einzahlen zu können müssen wir erst mal Geld wechseln. Hier laufen etliche Jungs mit dicken Geldbündeln rum, die sie gerne gegen N$ eintauschen wollen. Das ist auch ganz legal, zumindest schauen uns zwei Beamte dabei zu ohne einzugreifen. Auch der Kurs ist akzeptabel und die erhaltenen Scheine müssen echt sein, denn die Dame an der Zollkasse nimmt sie ohne Zögern an.

Beim Zoll dann gibt es noch Diskussionen um die Fahrzeugpapiere. Zunächst zeigen wir das Carnet, das reicht dem Beamten nicht, dann den deutsche KfZ-Schein, von dem will er eine Kopie. Als er die hat will er auch noch eine Kopie vom Carnet, die er mit seinem eigenen Kopierer kostenfrei anfertigt.

Nach Angaben zu unserem Reiseverlauf bekommen wir das „Posto“, ein Reisedokument für unseren OF-EN. Gültigkeit 30 Tage. Wir können nach Angola einreisen. Unser Visum ist noch für 32 Stunden gültig. Knapp 1.950 km liegen vor uns.

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Die ersten 20 km sind äußerst happig, aber dann geht’s zügig nach Norden. Nach 130 km dann wieder 50 km schlechter Untergrund, die weiteren 15 km sind grottenschlecht. Inzwischen ist es kurz vor 19 Uhr und es wird schon dunkel. Glücklicherweise kommen wir wieder auf sehr gute Straße und können die 85 km bis Chibemba auch noch machen.

An dem Truck-Stop Esplanada-Bar (S 15° 45.180 | E 14° 04.674) am Ortseingang finden wir einen Platz zwischen Sattelschleppern und fühlen uns sicher. Am nächsten morgen besprechen wir die geplante Strecke noch mit André und Mack, zwei Truckern aus Namibia, die die Straßen Angolas kennen.

Macks Tagesziel ist Sumbe, nördlich von Benguela, etwa 700 km von hier. Das sollten wir doch auch schaffen. Um 5.55 Uhr verlassen wir den Truck-Stop. Wir haben die Uhr wieder eine Stunde zurückgedreht. In Angola herrscht die gleiche Zeit wie in Deutschland.

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Kaum eine halbe Stunde unterwegs stoppt uns ein junger Mann mit Strickmütze und Fliegerjacke bekleidet. Er wolle unsere Pässe sehen. Iris will wissen, was er für einer sei. Zuerst solle er sich mal ausweisen. Leicht verwirrt öffnet der junge Mann seine Jacke und deutet auf ein gesticktes Siegel auf seinem verwaschenen Pullover. Mit mehr kann er sich als Polizist nicht ausweisen. Trotzdem darf er unsere Pässe sehen, die wir auch ohne Beanstandung zurückbekommen.

In Lubango dann der erste Tankstop in Angola. Schade, dass nur 95 Liter in den leeren Tank passen. Für 40 KWZ pro Liter Diesel (0,32 €) tankt man(n) gerne. Unsere Mercedes ist nach dem Service in Windhoek auch nicht mehr so durstig und begnügt sich mit lediglich 15 l auf 100 km. Gut gelaunt geht’s weiter nach Nordwesten. Die Straßen bleiben gut und entsprechend kommen wir voran.

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Die 500 km bis Benguela schaffen wir in 7 ½  Stunden einschließlich Tankstop und Frühstückspause. Die Stadt Benguela hält etwas auf, trotzdem können wir um 16.50 Uhr in Sumbe tanken, wo die Entscheidung fällt noch 70 km weiter bis Porto Amboim zu fahren.

Dort finden wir am gleichnamigen Hotel (S 10° 43.573 | E 13° 45.227) ein Weißgesicht, das Englisch spricht und für uns beim Hoteleigner anfragt, ob wir für die Nacht auf dem Hotelparkplatz stehen können. Das funktioniert und wir finden im Hotelrestaurant einen schönen Tisch mit Blick auf Atlantik und Sonnenuntergang.

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Aus dem frischen Fisch, den wir glauben bestellt zu haben werden dann 3 kleine Sparerips, unser Portugiesisch ist auch nach 16 Stunden in Angola noch nicht besser geworden. Da das Restaurantessen und -trinken nicht so günstig ist, wie der Diesel in Angola, ziehen wir uns bald in den OF-EN zurück. Bis zur Grenze nach Kongo sind es noch mindestens 760 km, ob wir die morgen schaffen können!?

Die 240 km bis Luanda schaffen wir in knapp drei Stunden. Dort wird der Verkehr deutlich dichter und für die 60 km Umfahrung der Hauptstadt brauchen wir eine Stunde. Danach brauchen wir eine Pause, das Frühstück war aufgeschoben worden.

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Gut, dass wir uns gestärkt haben, denn jetzt werden die Nerven wieder gefordert. Eine nicht enden wollende Straßenbaustelle. Die nagelneue Fahrbahn in Sichtweite fahren wir im Schritttempo, parallel dazu über eine vom Baustellenverkehr schwer zerstörte Piste und das fast 200 km weit. Zwischendurch mal 20 km auf der neuen Trasse reichen nicht aus um zu entspannen.

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Um 18.30 Uhr sind wir in Nzeto, füllen Diesel nach und entscheiden hier zu übernachten. Mit Blick aufs Meer finden wir unter Palmen einen ruhigen Platz am Strand (S 07° 13.394 | E 12° 51.448).

Um für die möglichen Diskussionen wegen unserer abgelaufenen Visa gewappnet zu sein, gönnen wir uns am nächsten Morgen erst mal ein ausgiebiges Frühstück.

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Die 75 km bis Tomboco fahren wir wieder auf schönstem Asphalt, ebenso die weiteren 10 km bis zum Abzweig Richtung Norden, Matadi. Von hier bleiben noch etwa 150 km bis zur Grenze. Jetzt ist die Straße nur noch ein Urwaldpfad. Nach 5 km will Iris umkehren.

„Glaubst du die Alternativen sind besser? Wir werden jetzt nur noch solche Strecken haben!“ Weiter geht’s noch eine halbe Stunde, 5 km, dann geht nichts mehr. Schlammige tiefe Längsrillen am Hang machen das Weiterkommen unmöglich. Mehrere Anläufe bringen uns nicht weiter, also doch zurück.

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Eine Stunde später sind wir wieder auf Teer Richtung Mbanza-Congo. Diese Alternative ist mehr als sieben Mal besser. Die 135 km fahren wir in weniger als zwei Stunden. Am Ortseingang von Mbanza empfängt uns wieder eine Polizeikontrolle. Der Informationsaustausch bleibt mangels Sprachkenntnissen knapp und wir sind sehr gespannt, was passiert. Wir werden aufgefordert hier zu warten. Dann kommt ein Fahrzeug mit vier Polizisten, zwei haben ein Maschinengewehr. Was soll das werden? Wir haben unsere Visa doch nur 36 Stunden überschritten!?

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Aber alles ist gut! Warum auch immer, die vier Polizisten werden uns die restlichen 70 km bis Luovo, der Grenzstation zum Kongo eskortieren. Auf dem Weg machen wir noch einen Tankstop um günstigen Diesel in den keineswegs leeren Tank nachzufüllen. Um 14 Uhr holen die Polizisten ihre schlafenden Kollegen an der Grenze aus der Mittagspause um unser Ausreiseformalitäten zu übernehmen.

Bis ein englisch sprechender Beamter zur Verfügung steht dauert es noch ein Weilchen, aber dann bekommen wir die Ausreisestempel in die Pässe ohne eine Bemerkung zu den inzwischen abgelaufenen angolanischen Visa.

Die Zollbeamten stören wir beim Geldzählen, deswegen ist das Interesse an uns auch hier nicht sehr groß. Einer will das Carnet sehen, aber das hatte der Kollege bei der Einreise nicht abgestempelt, ist in Angola eigentlich auch nicht vorgesehen. Wir überreden ihn das Einreisedatum 19.1.2013 mit Name des Grenzübergangs nachzutragen und das Ausreisedatum 22.1.2013 mit Stempel und Unterschrift zu bestätigen.

Um 14.35 knapp 72 Stunden nach der Einreise verlassen wir Angola mit der Frage im Hinterkopf, ob sich unsere Probleme zukünftig immer so leicht von selbst lösen.

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Was wir in diesen 3 Tagen von Angola gesehen haben, war leider nur ein Häppchen einer wunderschönen tiefgrünen Landschaft mit endlosen Traumstränden und äußerst freundlichen Menschen. Schade.

weiterlesen --->> Demokratische Republik Kongo

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