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Kamerun
15. Februar 2013
(km 80.187) Kamerun

Ausreise Gabun Bitam:

Einreise Kamerun Eboro:

Der Schlagbaum in Gabun wird geliftet und um 19 Uhr, die Flagge an der Grenze zu Kamerun ist schon eingeholt, bekommen wir die Einreisestempel. Etwa sieben km weiter sogar noch den Stempel im Carnet. Zur Übernachtung fahren wir wieder zurück an die Grenzstation, wo ein großer freier Platz sicher scheint.

Früh am nächsten Morgen, 6.30 Uhr beim ersten Tageslicht beginnen die Grenzaktivitäten. Auch wir rüsten und fahren die 120 km nach Ebolowa. Die N2 hier in Kamerun ist gut ausgebaut. Am Straßenrand folgt ein Dorf dem anderen und so wird es 10 Uhr bis wir in der Distrikthauptstadt ankommen.

Hier gibt’s wieder eine passende Telefonkarte und weiter geht’s nach Westen Richtung Kribi. Dort warten Traumstrände auf uns. Aber zunächst gilt es 175 km Piste zu überwinden, und das bei starkem Regen, der gerade beginnt, als wir die Asphaltstraße verlassen.
Im Wald ist die Naturspur nass und glitschig und nach knapp 70 km das Unvermeidliche: Ein LKW steht quer, mit dem OF-EN gibt s kein Vorbeikommen. Ein Passagier erklärt, der Fahrer wolle warten bis der Regen aufgehört und die Spur wieder trocken sei. Es ist 13 Uhr, man erwarte dies in 2-3 Stunden.

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Wolframs Bitte doch 20 m zurückzusetzen um Platz für den OF-EN zu schaffen wird vom Fahrer mit sturem Kopfschütteln beantwortet. Also warten wir. Leider kommen PKWs gerade so an dem LKW vorbei, sodass wir auch keine Verstärkung in der wartenden Fraktion bekommen. Jetzt wird Wolfram ungeduldig, er will JETZT weiterfahren. Also, Differentialsperren von Hand einlegen und losgeschlittert. Angsthase Iris muss draußen bleiben und Bilder machen.

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Doch da bewegt sich plötzlich der Trucker auf seinen Wagen zu und startet endlich seine Maschine. Langsam zieht der LKW mit leicht rotierenden Reifen voran. Unglaublich, aber der bewegt sich. Wolfram muss noch ca. 1000 m rückwärts fahren bis eine Stelle kommt, an der die beiden Fahrzeuge in sicherem Abstand aneinander vorbekommen.

Der Weg ist frei, noch 110 km bis Kribi, werden wir’s vor Einbruch der Dunkelheit schaffen? Trocken ist die Spur noch lange nicht und oft genug schlingert der OF-EN gefährlich. Wir wollen nicht im wasserführenden Straßengraben landen, entsprechend vorsichtig geht’s voran.

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Es bleiben noch schlüpfrige Brücken und Regenbarrieren zu überwinden. An diesen Barrière de Pluie sollen schwere Fahrzeuge aufgehalten werden um die glitschige Spur nicht zu blockieren. Die erste Barriere ist nicht besetzt und erst nachdem Iris die Schranke eigenhändig betätigt hat, taucht der verschlafene Wärter auf und macht dicke Backen.

Die zweite Barriere ist auch nicht besetzt aber so weit offen, dass wir passieren können. Um 18 Uhr, etwa 25 km vor Kribi und eine halbe Stunde vor Dunkelheit wieder eine Sperre. Hier will uns der Wärter unterstützt von der Dorfgemeinschaft nicht durchlassen, die Diskussion geht endlos, die Dämmerung naht.  Erst ein Tüte mit Maismehl bewegt die Wegelagerer zu weichen. Als Iris dann zuerst die Schranke öffnen lässt, bevor sie den Wegezoll übberreicht, haben wir die Lacher der inzwischen vollständig angetretenen Dorfgemeinschaft auf unserer Seite.

Um 18.45 am Ortseingang zu Kribi dann noch Joseph im Kampfanzug vor einem Nagelbrett. Der Soldat hat eine Fahne und spricht mit schwerer Zunge. Auch hier langes Palaver und Fragen zu unserem Auftrag. Eine Visitenkarte mit Bild vom OF-EN und alter Namibia- Telefonnummer unter der wir immer zu erreichen sind ;-) befrieden den Krieger und das Nagelbrett wird zurückgezogen.

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Noch 10 km durch die Dunkelheit zum TARA-Hotel (N 02° 54.345 | E 09° 54.116), wo wir freundlich aufgenommen werden. Wir bekommen Strom (leider lädt unsere Batterie nicht mehr richtig nach dem Kabelbrand) und dürfen sogar die Mitarbeiterdusche und Toilette benutzen (übel aber praktisch;-). Das Rauschen des Ozeans ist ganz nah, sehen können wir ihn nicht mehr. Wichtiger sind jetzt auch der frische Fisch vom Grill und ein kühles Bier.

Sonntag wird erst mal relaxed, wir lassen den OF-EN und die Wäsche waschen und planen die weitere Route mit Blick auf den Atlantik. Bei uns ist etwas die Luft raus. Verwöhnt von Südafrika und Namibia erscheint uns die Westroute recht beschwerlich und wir wollen keine Abstecher von den Hauptstraßen mehr machen.

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Die nächsten Tage werden wir hier am Strand verbringen, vielleicht kehrt dann der Mut zum Abenteuer zurück. Schau mer mal.

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17. -24. Februar 2013 (km 80.871)

Dienstag machen wir einen Abstecher nach Kribi Village. Wir suchen eine Internetverbindung um unser Tagebuch ubzudaten. Iris verbringt mehr als 2 Stunden mit den Orange-Vertretern aber erst ihr Anruf bei der Hotline (hätte man früher schon machen sollen) bringt die notwendigen Daten um wenigstens Mails abzurufen und zu senden. Wolfram darf solange das quirlige Leben im Ort bestauen.

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Der Straßenverkehr wird vorwiegend von Motorrädern bestimmt. Sie dienen als Personen- mit Anhängern auch als Lasttaxis. Gegenüber von Orange ist ein Baustoffhandel und 300 kg Zement, zwei Personen und 6 m lange Bewehrungseisen sind für so ein Motorradtaxi kein Problem.

Nachdem wir mit unserem Modem auch in Kribi keinen Internetkontakt bekommen, stoppen wir auf dem Weg zurück am Restaurant Le Plaisir du Goût (N 02° 55.369 | E 09° 54.014), wo ein Plakat mit VISA Card und WiFi wirbt. Tatsächlich, sogar ziemlich schnell gibt es zu eiskalten Getränken direkt am Strand Internet kostenlos. Nach 1 ½ Stunden sind wir wieder auf dem Laufenden. Der Papst will nicht mehr, wir ziehen weiter in unser Camp.

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Ursprünglich wollten wir mit Mona und Isabel, Rucksackreisenden aus Deutschland, die auch im TARA Resort abgestiegen sind zu den Lobe Wasserfällen. Das verschieben wir auf Grund der fortgeschrittenen Zeit auf Mittwoch Nachmittag.

Als wir auf den Parkplatz bei den Fällen einfahren, stürzen mindestens 10 junge Schwarze auf unseren Ofen zu, es riecht nach Business. Remis und Eugen bekommen den Zuschlag und dürfen uns mit ihrer Pirogge zu den Fällen paddeln.

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Sobald wir einen zufriedenen Eindruck machen, versuchen die beiden ihren Auftrag upzugraden und wir stimmen zu in ein Pygmäendorf gepaddelt zu werden. Dazu sind erst 20 Minuten Fußmarsch bis zu einer Anlegestelle am Lobe-Fluss notwendig, dann etwa 40 Minuten Paddeltour auf dem ruhig dahinfließenden Fluss.

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Im Pygmäendorf begrüßen wir den Chief per Handschlag. Außer ihm sind noch 10 Frauen und Kinder auf der kleinen Lichtung. Der Rest der üblicherweise 31-köpfigen Gemeinschaft ist auf der Jagd im Regenwald. Viel erfahren wir von dem Leben dieses Naturvolkes nicht und so sind wir bald wieder zurück auf der Terrasse der Campsite.

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Es tut gut nach den letzten Tagen auf Parkplätzen und Straßen einfach „abzuhängen“, dabei planen wir die nächsten beiden Monate durch Nigeria, Benin, Togo, Ghana und Burkina Faso bis Mali, wo wir schon Ostern sein wollen.

Freitag Nachmittag brechen wir auf. Über Edea bis Douala sind es 180km, die Straßen sind gut. In Edea ist die Brücke über den Sanaga ein Engpass, der uns 1 ½ Stunden kostet. Auf dem Schild wird den einheimischen gezeigt wie es geht, die Ampelregelung nicht zu befolgen.

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In Douala finden wir einen sicheren Stellplatz auf dem Parkplatz der Katholischen Mission (N 04° 03.264 | E 09° 41.826). Da gleich nebenan das Büro der AXA Versicherung auch Samstag Vormittags geöffnet ist, fragen wir nochmals nach einer Haftpflichtversicherung für den OF-EN. Das Fahrverhalten, vor allem in den größeren afrikanischen Städten ist so aggressiv, dass wir uns einfach wohler fühlen nach Abschluss einer Versicherung, auch wenn diese für 2 Monate 65 EUR kostet.

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Danach noch ein kleiner Stadtbummel und als es am Nachmittag wieder Strom gibt für Iris einen Haarschnitt vom Rastafari im Baggiestyle, der eigentlich Rapper ist, damit aber seinen Unterhalt nicht bestreiten kann.

Auch das Internet funktioniert hier und wir nutzen die Gelegenheit bei Chorgesängen aus der benachbarten Kirche über die vergangenen fünf faulen Tage zu berichten.

In einer Woche wollen wir 1000 km weiter in Abuja sein. Bis dahin!
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24. - 27. Februar 2013 (81.087 km)

Sonntagmorgen sind wir eingekeilt von den Autos der Kirchgänger. Aus der Kirche schallen die Gesänge der Gläubigen. Erst gegen Mittag leert sich der Parkplatz und wir können aufbrechen.

Unsere Hoffnung bei ruhigem Sonntagsverkehr Richtung Limbe zügig voranzukommen ist jedoch bald verflogen. Auch heute beherrschen LKWs die Straßen der Hafenstadt Douala und wir brauchen entsprechend Zeit um aufs freie Land zu kommen

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Wir wollen Limbe am Fuß des Mount Kamerun besuchen um vom Strand aus die imposanten 4070 m des höchsten Berges Westafrikas zu bestauen. Aber Pfeifedeckele, der Berg ist wolkenverhangen und wir können nur die Spiele der Einheimischen am Pool des Miramar Camp und Hotels (N 04° 00.720 | E 09° 12.011) beobachten. Das Essen hier ist ganz passabel, wenn auch die drei Riesengarnelen die Wolfram wählt mit 12.500 CFA (19 €) deutlich überbewertet sind.

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Da das Hotel auch keinen schönen Strand hat, 500 m vor der Küste thronen zwei Ölbohrtürme, entscheiden wir am nächsten Tag 20 km weiter zum Seme Beach Lodge Resort (N 04° 03.501 | E 09° 03.243) zu fahren. Hier gibt es nicht nur einen schönen Strand. Parallel zur Küste verläuft ein kühles Flüsschen, indem wir uns nach einem Bad im fast 30° warmen Atlantik erfrischen und das Salzwasser abwaschen können.

Der Campingplatz ist nicht zu loben, trotzdem treffen wir hier Wil und Gerard aus Holland, die mit ihrem Auto Richtung Namibia unterwegs sind. Wir verstehen uns sofort, die beiden sprechen Deutsch, und können gegenseitig Tipps geben zur jeweiligen Strecke, die vor uns liegt. Das Restaurant hier lohnt sich wieder und der Abend ist nicht nur unterhaltsam, er wird nach einem gutem Essen auch feucht fröhlich.

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Da wir an diesem Abend unser letztes CFA Geld verprassen, müssen wir am nächsten Tag auf dem Weg Richtung Norden erst mal die Wechselstuben abklappern. Einen 20 EUR Schein, mehr wollen wir nicht wechseln, da wir morgen früh schon nach Nigeria einreisen werden.

Der Umtausch von 50 EUR Scheinen und größer wäre einfacher und günstiger, wahrscheinlich weil eben fünf Zwanziger mehr Platz in dem Geldkoffer Richtung Schweiz brauchen als zwei Fünfziger. Trotzdem schafft es Iris das nötige Geld und damit etwas Sicherheit für die letzten 300 km in Kamerun zu besorgen.

Für diese 300 km brauchen wir dann neun (!) Stunden, was die Straßenverhältnisse beschreibt. Trotzdem genießen wir die Landschaft und kommen in der Dämmerung in Mamfe, einem Ort knapp 70 km östlich der Grenze zu Nigeria an. Hier dürfen wir vor dem Mainoffice der Cameron Rubber and Oil Development Company (N 05° 44.945 | E 09° 19.089) übernachten.

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Den Weg zur Grenze nach Ekok am nächsten Morgen hatten wir uns nach Gerards Schilderung auch einfacher vorgestellt. In einer kleinen Ortschaft rutschen wir mit dem OF-EN in den Straßengraben und müssen wieder mal gerettet werden. Alles völlig unspektakulär, nur das kurze Abschleppseil an die vorderen Stoßstangen ankoppeln, der rettende LKW im Rückwärts- und der OF-EN im Vorwärtsgang, nach zwei Minuten sind wir frei.

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Gestartet am Morgen um 7.30 Uhr, sind wir um 11.30 Uhr an der Grenze. Die Ausreise ist in weniger als einer halben Stunde erledigt und weiter geht’s zur Brücke über den Cross River, dem Grenzfluss zwischen Kamerun und Nigeria.

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