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30.03. - 08. April 2017 (km 219.327) KANADA Ost
Niagara Falls - Toronto

Donnerstag den 30. März fahren wir über die Rainbowbridge von USA nach Kanada. Das Prozedere bei der Einreise ist unkompliziert, einige Fragen gibt’s, wohin, wie lange, zu welchem Zweck??? Die richtigen Antworten, und schon sind wir in Kanada.
Leider ist das Wetter heute überhaupt nicht schön, es regnet wieder mal.

Vom Niagara Parkway aus betrachten wir die Wasserfälle aus Kanadischer Sicht. Hier sind wir nicht so dicht an den Fällen, haben dafür aber ein schöneres Panorama. Für Iris sind es die schönsten der großen Fälle die wir besucht haben (auch wenn sie hier in eisiger Kälte in der Gicht der Fälle ihre Bilder machen muss). Wir haben die Victoria Fälle von Zambia und Zimbabwe aus gesehen, die Iguazú Fälle von Brasilien und Argentinien aus und jetzt die Niagara Fälle.  Wolfram haben die mächtigen Fälle von Iguazú am meisten beeindruckt.

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Vom Ort Niagara Falls fahren wir zunächst auf dem Parkway längs des Niagara Flusses nach Norden zum Lake Ontario. Dort liegt der idyllische Ort Niagara-on-the-Lake. Wir flanieren durch die Hauptstraße längs der schönen Häuser und genießen Kaffee und Zimtschnecken in einem gemütlichen Café, lecker! Hier ist das Wetter wieder etwas besser und wir können über den See auf die etwa 50 km entfernte Skyline Torontos schauen.

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Im 25 km entfernten St. Catherines gefällt uns der Walmart  garnicht, und wir fahren längs des Ontario See Ufers weiter nach Westen bis Grimsby. Auch hier hat die Campingsaison noch nicht eröffnet, wir können aber für kleines Geld auf der 50 Points Conservation Area auf dem Parkplatz des Restaurants am Yachthafen übernachten.

Die Nacht über gießt es aus Kübeln. Auch die morgentliche Frische von 2°C beglückt unser Camperleben wenig. Wir freuen uns auf einen sonnigen Osterurlaub in Deutschland. Aber bis dahin ist es noch eine Woche.

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In Newmarket, 45 km nördlich von Toronto besuchen wir Wolframs Tante. Dort lassen wir auch bei Mercedes eine Inspektion machen und Bremsen belegen. Dabei treffen wir auf Andy aus Marburg, der hier als Mechaniker arbeitet. Er war 1988 nach Kanada ausgewandert, denkt aber darüber nach wieder nach Deutschland zurückzukehren. Andy hat auf seinen Dodge eine Bimobil-Kabine installiert und wenn wir Ende Mai wieder zurückkommen wird es sicherlich Gelegenheit geben uns noch etwas besser kennenzulernen.

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Samstag nutzen wir das gute Wetter für einen Ausflug in den Albion Hills Provincial Park, aber entgegen der telefonischen Auskunft und der Aussage auf der Internetseite ist der Campground noch geschlossen. Schließlich landen wir auf dem Milton Heights Campingplatz, der zwar Strom und Wasser bietet, aber sonst nichts Verlockendes preisgibt. Sonntag cruisen wir entspannt durch die Gegend und lernen so die Region westlich und nördlich von Toronto etwas kennen.

So können wir als wir Montag den Bus von Newmarket nach Toronto nehmen uns schon etwas orientieren. Wir steigen an der Unionstation, dem riesigen Bahnhof im Zentrum Torontos aus. Rings um uns versuchen die Gebäude an den Wolken zu kratzen. Leider ist es eiskalt und windig und wir können die atemberaubende Architektur nicht wirklich genießen. Also genießen wir bei Chipotle erst mal ein paar Tacos, bevor wir weiter durch die zugigen Straßen ziehen.

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Nach einer Stunde in der Kälte flüchten wir ins Eaton Centre, eine riesige voll überdachte Shopping Mall. Hier lässt es sich aushalten und die Schaufenster bieten Staunenswertes. Wenn wir auch keine Großstädter mehr sind und mehr und mehr der Natur verfallen, Toronto hat was! Amerikanische Medien feiern es als „New York ohne Fehler“. Ob wir in 7 Wochen diese Stadt nochmal bei sonnigem Frühlingswetter richtig genießen können?

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In den nächsten beiden Tagen machen wir von Newmarket aus noch kurze Ausflüge. Im Norden besuchen wir die Gegend um den Lake Simcoe. An dessen Ufer liegen noch bis zu 20 cm dicke Eisplatten, auch hier ist es für Camping eindeutig noch zu kalt.

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Mitwoch Abend will Wolfram unsere Flüge für den nächsten Abend einchecken. Dabei muss er feststellen, dass es Donnerstag keinen Air Lingus Flug von Toronto nach Dublin, wie es unser Ticket sagt gibt. Wir rufen bei Elumbus Reisen in Berlin an. Dort sagt man uns, wir seien schon im vergangenen Oktober per email benachrichtigt worden, dass der Flug einen Tag später stattfindet. Zum Beweis schickt uns die Dame nochmals das Email vom Oktober. Vor vier Wochen hatten wir uns aber die Flüge vorsorglich nochmals für Donnerstag den 06. April bestätigen lassen, auch diese email liegt unserer Telefonpartnerin vor bringt uns aber nicht weiter. Toll!

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Noch toller ist es, als wir Freitag Morgen aufwachen und um uns herum liegen 10 cm Neuschnee. Wir bringen den OFEN für die nächsten 6 Wochen in ein gesichertes Storage und fahren mit dem Bus zum Flughafen.

Am Flugschalter von Air Lingus erfahren wir, dass der Flug total überbucht ist und eine Stunde Verspätung hat. Das hat zur Folge, dass wir zu spät nach Dublin kommen und unseren Anschlussflug nicht erreichen. Nach Frankfurt fliegt Air Lingus von Dublin aus nur 2x am Tag. Der nächste Flug geht in 10 Stunden um 17 Uhr. Im Flieger von Toronto hierher hatten wir so gut wie nicht geschlafen. Dankenswerterweise (?) stellt uns die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer zur Verfügung und nach einem irischen Frühstück schlafen wir ein paar Stunden.

Der 17:00h Flug geht dann überraschend pünktlich ab und ist vor der Zeit in Frankfurt. Um 20:00h betreten wir nach 6 Monaten USA und Kanada wieder deutschen Boden.

Für 23. Mai haben wir den Rückflug nach Toronto mit WOW Air gebucht, einer isländischen Fluggesellschaft. Mal sehen ob die es besser können!?

Alla!

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usa

23. 05. - 06. Juni 2017 (km 220.076)
Toronto - Lake of Bays - Manitoulin Island - Algonquin PP

Unser Flug von Frankfurt nach Kevlavik und nach einer Stunde Aufenthalt weiter nach Toronto verläuft tadellos nach Flugplan. Auch die Einreise mit einem halben Jahr Aufenthaltserlaubnis für Kanada ist problemlos. Kurz vor 19 Uhr sitzen wir im Bus Richtung Norden, unser Auto steht wie verabredet auf dem Parkplatz vor dem Storage. kanadaManchmal nickt der liebe Gott unsere Planung einfach ab :-)

Wir übernachten auf dem Parkplatz vor Tante Resis Apartment, so was wie ein Hotel Mama. Wir bekommen ein spätes Abendessen und am nächsten Morgen ein reichliches Frühstück. Unseren ersten Tag, zurück in Kanada, nutzen wir um die Schränke und den Kühlschrank einzurichten. Am Abend besuchen wir Andy, den wir bei Mercedes kennengelernt haben und seine Frau Petra. Es wird ein lockerer Grillabend in ihrem chilligen Häuschen und wir verabreden uns gleich wieder für’s Wochenende in der Natur.

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Andy hat einen Tipp, wo wir unseren „Platten“ reparieren lassen können. Wir mussten im vergangenen November einen Plattfuß gegen unser Ersatzrad austauschen. Der Platten konnte bisher nicht repariert werden, weil die Undichtigkeit auf einem Riss in der Felge beruht. Donnerstag fahren wir also nach Süden, in den Westen von Toronto zu Aloy Wheel Repair. Dort organisiert der freundliche Trevor das Schweißen kanadader Felge für uns und wir haben jetzt bevor wir auf die Pisten Kanadas ziehen wieder ein brauchbares Reserverad, was die Nerven schont.

Donnerstagabend treffen wir noch Cousin Mark mit Frau und Kindern in ihrem neuen Haus in King City. Mark und Andrea sind wirklich sehr „bussy“ und wir sind umso glücklicher, dass wir uns vor unserem Aufbruch in den Osten Kanadas noch sehen können. Nach einem ausgiebigen Brunch am nächsten Morgen mit Tante Resi brechen wir dann auf zu neuen Abenteuern.

Unser Weg führt etwa 220 km nach Norden an den Lake of Bays. Simon und Robin wohnen dort, Freunde von Andy und Petra, die wir dort treffen. Es wird ein feucht fröhlicher Abend mit neuen Freunden. Samstag fahren wir dann mit Petra und Andy nach Huntsville. In dem idyllischen Örtchen haben die beiden ein Häuschen gekauft, indem sie gerade das Souterrain ausbauen. Hier wollen sie mal in Pension gehen.

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Zurück in Dwight am Lake of Bays werden gemeinsam mit Simon und Robin und deren amerikanischen Nachbarn, die hier ihr Wochenendhaus haben, Steaks und Würstchen gerillt. Wir sind voll in das nordamerikanische Leben integriert und genießen es solch interessante, nette Menschen um uns zu haben. Leider ist das Leben hier so nah am Wasser ziemlich von Black Flies und Moskitos belastet, sodass wir die meiste Zeit im Haus verbringen. kanada

Sonntag machen wir mit Simons Boot einen Ausflug über den See nach Dorset im Süden. Wir können die tollen Wochenendhäuser der Torontino-Gesellschaft am Ufer bestaunen und in Dorset ein erwähnenswertes Eis genießen. Zurück in Dwight bereiten wir unseren Aufbruch vor. Die nächsten Tage wollen wir die Georgien Bay des Huron Sees umrunden.

Heute geht’s zunächst bis Parry Sound in den Killbear PP. Wir finden in dem z.Zt. wenig besuchten Park einen schönen Platz direkt am Sandstrand, von wo wir den spektakulären Sonnenuntergang genießen.

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Montag ziehen wir weiter durch eine der, wie der Reiseführer sagt, schönsten Gegenden Ontarios. „Allerdings erschließt sich die Faszination der Region dem Besucher nur vom Wasser aus.“ Wir sind trotzdem glücklich und an unserem Ziel dem Roché-Rouge Campground am Killarney P.P. werden wir wieder mit einem unglaublichen Platz am Wasser belohnt. Der riesige Campingplatz ist in Indianer Hand und bietet beim abendlichen Spaziergang am Ufer entlang dann doch ein bisschen die versprochene Faszination.

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Schon bald werden wir von einem Schwarzbären besucht, der bis auf wenige Meter an unseren OF-EN herankommt und das leckere Abendessen schnüffelt. Als Iris die Kamera zücken will, sieht er die Bewegung und flieht schnell in die Büsche. Aber auch Möwen und andere für uns namenlose schillernde Vögel bieten unterhaltsames Abendprogramm. Einer ist schwarz mit rot gelben Streifen an den Flügeln. Wolfram nennt ihn den deutschen Star :-)

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Der Himmel ist stark bewölkt und in der Nacht regnet es. Am Morgen danach herrscht dann Moskito-Alarm. Keine Chance sich draußen aufzuhalten. Wir ziehen wieder weiter. Nördlich, längs der Georgian Bay über Sudbury geht’s auf die Manitoulin Insel. In Little Current biegen wir auf die Straße im Osten der Insel ab.

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In Batman’s Tent und Trailer Park werden wir herzlich willkommen geheißen. Der Platz reicht wie ein nach Norden zeigender Finger in die Bay. Wir können uns aussuchen, ob wir am Sunset- oder Sunrise-Beach campieren und entscheiden uns für den Sonnenuntergang. Der Trail durch den Wald bietet außer Moskitos und Regenpfützen nicht viel. Bewegung halt ;-)

Manitoulin Island ist die größte Süßwasserinsel auf unserer Erde. Sie bietet nicht nur 1600 km Küstenlinie, an ihrer mehr als 100 Seen gibt es weitere Wassergrundstücke. Von Batman’s Camp fahren wir zunächst Richtung Süden und heute klärt das Wetter endlich mal auf. Wir besuchen den kleinen Ort Manitowaning und fahren weiter fast bis an die Südspitze, biegen dann aber wieder Richtung Nordwesten zum Minetoya Lake ab.

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An dessen Ufer geht’s weiter bist West Bay und noch weiter bis Kagawong. Dort finden wir mit Hilfe der i-Overlander App einen wunderschönen Platz am Public Sandy Beach.

Der Strand ist fast menschenleer, nur ab und zu kommen Spaziergänger mir ihren Hunden vorbei. Am nächsten Morgen ist es Klaus mit seinem Retriever Baley, der sich mit „Guten Morgen“ als Deutscher outet. Klaus war als 9-jähriger 1955 mit seinen Eltern nach Kanada gekommen. Er wohnt gleich hier nebenan am See. Nach wenigen Worten schon lädt er uns ein sein Grundstück zu besichtigen; ein echter Traum. „So was suchen wir“, sagt Wolfram „das könnt ihr kaufen“, Klaus. Auf Iris’ „Sofort?“ geht Klaus nicht weiter ein.

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Mit Flausen im Kopf verlassen wir den 71-jährigen wieder. In Kagawong machen wir einen abenteuerlichen Spaziergang rund um die Bridal Veil Falls, bei dem es gilt steile rutschige Hänge zu erklimmen. All das lenkt uns nicht von weiteren Gedanken ab. „Das wär’s doch!“ Hat er nicht gesagt das Grundstück sei zu verkaufen? Wir sind schon etwa 25 km gefahren, als wir uns entscheiden umzukehren.

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Klaus ist noch zu Hause und Baley begrüßt uns übermütig schwanzwedelnd. „Nichts ist unverkäuflich, es kommt immer auf den Preis an. Aber dieses Haus habe ich mit eigenen Händen mit meinem Vater gebaut, da hängt Herz dran.“ Wir dürfen noch das Haus von innen besichtigen, was unser Interesse nicht mindert, ziehen aber nach einigen Minuten und weiterem Smalltalk etwas enttäuscht ab. Wir haben unser Traumgrundstück gesehen!

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Von Kagawong fahren wir zur Gore Bay im Westen und von dort wieder nach Süden bis Providence Bay und weiter bis zur Fähranlegestelle in South Bay. 104 CAD (ca. 70 EUR) kostet die zweistündige überfahrt auf der Chi-Cheemaun bis Tobermory.

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Nachdem die Stellplätze am Cyprus Lake im Bruce Peninsula NP nicht begeistern, fahren wir noch 95 km bis zum Cape Croker Lighthouse. Den Punkt haben wir wieder von i-Overlander und wieder sind wir mutterseelenalleine auf einem traumhaften Wild Camp. Der Tag war besonders ereignisreich und hat uns unseren Traum gezeigt, wir schlafen unruhig aber glücklich ein.

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Ohne Frühstück geht’s am nächsten Tag nach Süden bis Wiarton. Hier stoppen wir am Top Noch Restaurant, wo uns viele einheimische Autos zeigen, dass es hier ein gutes Frühstück gibt. Eier, Speck, Sourdough-Toast und Pancakes mit reichlich Kaffee stärken für den Tag.

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Am Nebentisch sitzt Chief Wilmer Nadjiwon, ein Ältester der Ojibway Natives, der in zwei Wochen 96 Jahre alt wird. Was ihn so jung hält, fragt Iris. „Stay busy“ na das kann sie nachvollziehen ;-)

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Die aus Polen stammende Wirtin Alijcia empfiehlt noch eindringlich das Albino Murmeltier Willie zu besuchen, das jährlich den Beginn des Frühjahrs vorhersagt. Es nicht zu besuchen sei wie in Rom zu weilen und den Papst nicht zu sehen. Also fahren wir an die Bahnstation, wo Willie in einem Käfig lebt, sich aber heute nicht zeigt. Einige Kilometer weiter zeigt uns Bobbi dafür ihre Schnitzereien. Sie ist eine der wenigen, wenn nicht die einzige Chainsaw –Schnitzerin. Leider lassen sich ihre Skulpturen im OF-EN nicht transportieren ohne dass Wolfram draußen schlafen müsste. Iris verzichtet dann doch.

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Über Owen Sound an der SW-Ecke der Georgian Bay geht’s dann am Südufer entlang bis Midland an der SO-Ecke. Hier übernachten wir am Midland Walmart. Übrigens am grünen Parkplatzrand mit superschnellem WIFI :-) Samstagmorgen besuchen wir das nahe Sainte Marie Among The Hurons Freilichtmuseum. Hier ist eine Mission rekonstruiert, die das Leben der ersten französischen Siedler detailgetreu darstellt. In Kostümen aus dem 16ten Jhd. schildern Studenten in den Blockhäusern, Longhouses aus Baumrinde, Tipis und Wigwams das Leben zur Zeit der ersten Missionare in Kanada.

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Von Sainte Marie geht’s zügig Richtung NO, Huntsville, wo wir wieder Petra, Andy und Robin und Simon treffen. Hier steigt eine Geburtstagsparty für Robins Mutter. Petra hat eine Schwarzwälder Kirschtorte gebacken, wie es in Nordamerika bestimmt keine zweite gibt! Die kanadische Party beschließen wir mit einem riesigen kanadischen Campfire.

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Der Sonntagmorgen begrüßt uns mit Reeeeeeegen. Es wird den ganzen Tag regnen. Trotzdem beschließen Petra und Andy nach einem ausgiebigen erzählfreudigen Frühstück in unserem OF-EN uns noch einen Tag zu begleiten. Der älteste kanadische P.P. Algonquin liegt nur wenige Kilometer im Osten. Dort finden wir einen Platz am Ufer des Rock Lake. Hier haben Petra und Andy viele Wochenenden mit ihren inzwischen erwachsenen Töchtern verbracht. Dieses Mal regnet es in Strömen, was die Moskitos nicht abhält in Scharen über uns herzufallen.

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Der Abend wird lang. Wann werden wir uns wiedersehen? Es gibt noch so viel zu erzählen und zu erfahren von diesen liebenswerten Gleichgesinnten. Nach einem endlosen Frühstück fahren wir noch zusammen ins Visitor Centre, wo wir neben dem Film in zahlreichen, sehr unterhaltsam präsentierten Ausstellungen etwas mehr über den Park erfahren.

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Leider regnet es in Strömen und Iris muss auf längere Wanderungen verzichten. Am frühen Nachmittag heißt es dann doch Abschied nehmen. Iris hat etwas Pippi in den Augen und auch Wolfram ist das Herz schwer. Aber wie ein berühmter Hesse sagt:“Lebbe gehd weider“.

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Vom Osten des Algonquin P.P. fahren wir weiter Richtung Süden. In Bancroft biegen wir nach SW an den Eels Lake ab, wo wir an der Boat Launch einen schönen Übernachtungsplatz finden. Auch der Dienstag startet mit viel Regen und wir beschließen diesen trotz Regen schönen Flecken für ein Tagebuchupdate zu nutzen. Zwei Wochen, die uns sehr bewegt haben, müssen festgehalten werden.

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06. - 14. Juni 2017 (km 222.000)
Kingston - 1000 Islands Pkwy - Ottawa - Mt. Tremblant - Leclercville

Schon gestern Abend ist das Wetter aufgeklart, es hat aufgehört zu regnen. Ein fetter Waschbär besucht unseren Camper, vier (!) Gänsefamilien plündern unseren Vorgarten. Eels Landing, ein glückliches Fleckchen Erde.

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Ohne Frühstück machen wir uns Mittwoch auf den Weg, es geht Richtung SSO, auf den Hwy 7. Dort gibt’s im Restaurant einen Frühstücksstop, allerdings kann der nicht mit dem im Top Notch in Wiarton vor einer Woche mithalten. Trotzdem sind die Gespräche mit den Tischnachbarn immer nett und wir bekommen unsere verbalen Streicheleinheiten zu unserer Reisegeschichte. Anerkennung braucht auch der Pensionär.

Schon bald verlassen wir den Highway wieder und fahren über Landsträßchen bis Belleville. Nach einer Walmart-Einkaufspause geht’s dann weiter zum Sandbanks PP. Hier belegen wir einen wunderschönen Platz zwischen Dünen, die uns vom Lake Ontario trennen. Der Sandstrand ist verführerisch, das Wasser nur für eiskalte Typen.

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Zurzeit führt der See Hochwasser, noch vor vier Wochen war Ontario in weiten Teilen überschwemmt. Die Plätze für Donnerstagabend sind schon ausgebucht, schade, so bleiben wir nur eine Nacht. Über Picton ziehen wir weiter nach Glenora, wo wir das Schiff über den See nehmen wollen. Leider wird uns das verwehrt. Durch das Hochwasser muss die Fähre einen LKW mit Ballast mitführen und es bleibt kein Platz für Ofen. Wir vermuten, dass sonst das Be- und Entladen nicht problemlos funktioniert, die Rampen zu steil sind!?

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Also kehren wir um, fahren von Picton nach Deseronto und von dort wieder an den Lake Ontario. Die Gegend ist ruhig und landschaftlich schön. Wir genießen den Umweg nach Kingston, wo wir auf dem WM Parkplatz übernachten.

Am Freitag parken wir den OF-EN auf dem Parkplatz des Great Lakes Marinemuseum. Von dort sind es nur 500 m zum Visitor Centre gegenüber der Cityhall von Kingston. Hier beginnt die 1 ½ h Trolley Tour, bei der wir die einzigen Fahrgäste sind. John unser Fahrer und Guide spricht uns immer wieder persönlich an und wir können Fragen stellen.

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1673 wurde hier ein französisches Fort gegründet. 100 Jahre später übernahmen die Briten das Regiment. Zu Ehren des britischen Königs Georg wurde die Stadt Kings Town genannt. Von 1841 bis 1844 war Kingston sogar Hauptstadt von Ober- und Unterkanada, heute Ontario und Québec. Nach unserer Geschichtstour machen wir noch einen Bummel durch die Altstadt und genießen leckeres Eis.

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Am frühen Nachmittag verlassen wir den Ort wieder und fahren auf der County Road 2 Richtung Osten durch Gananoque auf den 1000 Island Parkway. Von Kingston, wo der Sankt Lorenz Strom den Lake Ontario verlässt, geht es immer längs dessen Nordufer. Auf dem Halstead Bay Lookout Parkplatz, 6 km hinter Gananoque finden wir einen schönen Übernachtungsplatz mit Blick auf eine der über 1000 Inseln, von denen nur Erbsenzähler wissen welche zu Kanada und welche zu USA gehören.

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In der Nacht werden wir wieder bewässert, der Morgen ist nur noch bewölkt. Vom 1000 Islands Tower hat Frau einen weiten Blick über die Inseln und kann Mann entsprechende Bilder kredenzen. Von hier sind es knapp 100 km bis zum Upper Canada Village.

Als der St. Lawrence River 1959 zum St. Lawrence Seaway ausgebaut wurde, mussten mehrere Dörfer der Uferzonen geflutet werden, wurden bedeutsame Häuser demontiert und im Village wieder aufgebaut. So entstand eine typisch ländliche Ontario Kleinstadt, vor deren Eingang heute am Samstag 100e Eltern mit Kindern in einer endlosen Schlange auf ihren Einlass warten. Es ist Medieval Festival mit besonderen Aufführungen von Kostümierten, die das Leben des 19. Jahrhunderts nachspielen. Zu voll, wir ziehen weiter.

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Nochmal 100km und wir sind in Ottawa. Über dem Ottawa River in Gatineau soll ein dem Parliament Hill naher Stellplatz sein. Nur hat sich heute hier ein Rummelplatz mit Fahrgeschäften und Buden breit gemacht, kein Übernachtungsplatz für uns. Da muss wieder der altbewährte WM Parkplatz herhalten Der liegt etwa 6 km außerhalb Downtowns ist aber über die Ottawa Train Station gut angebunden.

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Am strahlend schönen Sonntagmorgen nehmen wir von dort einen Bus in die Innenstadt. Ein Fahrgast, der uns, weil wir unkostümiert sind, als Fremde erkennt, verschenkt vier Coupons, die der Buskapitän gegen zwei Tageskarten eintauscht. Unser Ziel ist Parliament Hill, wo wir die 1867 erbauten Regierungsgebäude besuchen wollen.

Wir beginnen den Rundweg am Westblock, weil der Ostblock seit unseren Kindertagen einen negativen Touch hat. Nur kommen wir nicht weit. Für die 150 Jahr Feier Kanadas in drei Wochen wird hier noch viel organisiert und aufgehübscht. Also müssen wir doch Richtung Osten. Hier gibt’s keine Zäune (mehr?).

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Der Tag wird immer heißer, inzwischen haben wir 33 °C und wir ziehen uns in den Centre Block zurück. Eine Fahrt mit dem Aufzug in den 11. Stock des Peace Tower beschert einen weiten Blick über die Hauptstadt Kanadas und das Glockenspiel zur vollen Stunde ganz wie vom Big Ben erspart die Reise nach London.

Zurück in der Hitze des Tages entscheiden wir genug gesehen zu haben und bussen zurück zum OF-EN, auch der ist zunächst heiß, aber der Fahrtwind kühlt. In Orleans nehmen wir die Fähre über den Ottawa River nach Masson, Québec. Bisher waren alle Straßen- und Hinweisschilder in Englisch und Französisch, auch für weniger sprachbegabte recht verständlich.

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In Québec haben sich die Froschesser durchgesetzt und Iris, die Vielsprachige übernimmt das Kommando. Deswegen landen wir dann auch zuverlässig im Parc National de Plaisance, wo wir übernachten. Ein super ruhiger Platz am Nordufer des Ottawa River ohne jegliche Moskitos oder Black Flies. Alle Klappen am OF-EN bleiben heute mal offen.

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Entsprechend spät verlassen wir am nächsten Morgen das Camp in Richtung Norden. Wir wollen Montreal weiträumig umfahren und zielen den Mont Tremblant an. Hier vergnügen sich die Montrealer im Winter beim Skifahren. Die höchsten Berge hier sind zwar nur 950 m hoch aber schneesicher und sportlich steil. Im Sommer ist hier Reiten, Golf und Baden angesagt, nur werden die meisten Campingplätze erst am nächsten Wochenende geöffnet.

Wir fahren weiter durch die kanadischen Wälder an tiefblauen Seen vorbei, teils auf Schotterstraßen - ist viiiiiel schöner als Großstadtverkehr.

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Am Abend stoppen wir in Saint-Gabriel-De-Brandon. Der Parkplatz am Plage Municipal bietet einen grandiosen Blick auf den Lac Maskinonge und wir schlagen unser Nachtlager hier auf. Der Dienstagmorgen grüßt mit abgekühlten 21°C, aber immer noch freundlich. Da der Ort nicht viel hergibt, geht’s weiter nach Osten.

In Louisville halten wir nur kurz an, wir wollen am Pointe Yamachiche für einen Tag unser Lager aufschlagen. Der Vogelkundler Platz ist dann aber doch nicht so einladend, so wird’s nur ein kleiner Spaziergang über die Boardwalks bis hin zum St. Lorenzstrom. Wir lauschen den vielen Vogelrufen, sehen aber nur den bereits bekannten Deutschen Star.

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In den nächsten Ort Trois Rivières, einem Standort der Holzindustrie, setzen wir erst gar keine großen Erwartungen und wechseln hier ans Südufer des Stroms. 70 km weiter finden wir mit Leclercville ein Örtchen, wie wir es lieben, idyllisch, ruhig. Der städtische Campingplatz bietet nicht viel, ist aber wunderschön an der Mündung des Rivière du Chêne in den St. Lorenz Strom gelegen. Das sind die Plätze, die wir suchen und lieben.

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Eine frische Brise verhindert den gezielten Flug von Moskitos oder anderen Bite Flies, sodass wir ungestört beobachten können wie mit Eintritt der Ebbe am Atlantik hier das Wasser verschwindet. Am Abend könnten wir das Flüsschen zu Fuß überqueren.

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Nachdem wir lange ausgeschlafen haben, schauen wir zu, wie das Wasser langsam wieder ansteigt. Das dauert so lange, dass Zeit bleibt dem Hobby des Tagebuchschreibens zu frönen. Salut!

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14. - 21. Juni 2017 (km 223.090)
Québec - Mashteuiatsh - St. Rose Du Nord - Tadoussac - Godbout

Das Tagebuchupdate dauert immer mindestens einen Tag. Heute belohnen wir uns nach getaner Arbeit mit einem Abendessen bei Melania im Restaurant Emmilie. Zur Vorspeise gibt’s „Putin“. Was russisch klingt ist ein Québecer Nationalgericht, Pommes mit brauner Sauce und Käsewürfelchen, die schmelzen sollen. Hier im Emmilie ist das recht gut zubereitet, trotzdem wollen wir Poutine nicht öfter genießen. Auch die Elchburger sind gut, der am Nebentisch servierte Salatteller sieht aber noch besser aus.

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Etwa fünf Biersorten gibt’s vom Fass, Iris mag das einheimische Lager, Wolfram probiert ein obergäriges aus Belgien, ähnlich dem bekannten Leffe, verfeinert mit einer Ingwernote. Der Ingwer ist sehr dezent. Wenn jemand schon mal eine freundliche Bedienung erlebt hat, die kann in Punkto Herzlichkeit hinter "unserer" Melania nur den zweiten Platz belegen.

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Trotz allem Wohlfühlen verlassen wir Leclercville Donnerstagmorgen in Richtung Québec City. Nach 65 km längs des St. Lorenz Südufers wechseln wir ans Nordufer und fahren noch 15 km bis „wo der Fluss sich verengt“. Das bedeutet das indianische Wort Kebec, dem Québec seinen Namen verdankt. Für 15 CAD dürfen wir am Fluss für 4 Stunden parken, das sollte genug Zeit sein, die Altstadt zu erkunden.

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Die liegt gut befestigt hoch über dem Fluss. Für 3 CAD/Person befördert uns die Funiculaire direkt vor das die Stadt dominierende Hotel „Fairmont Le Chatêau Frontenac“. Von hier oben hat man einen grandiosen Ausblick auf den gewaltigen St. Lorens Strom. Die strategisch absolut günstige Lage war 1608 Grund für die Errichtung einer „Habitation“ durch die Franzosen. 95 % der Bevölkerung hier sprechen französisch, allerdings mit einem Dialekt, der es auch manchen Franzosen schwer macht jedes Wort zu verstehen.

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Dank der Lage der kleinen Ansiedlung auf den Klippen und der 1720 errichteten Stadtmauer wurde die Hauptstadt von New France lange vor den Briten verteidigt und wir können heute noch eine fast vollständig erhaltenen Altstadt aus dem 17. Und 18. Jahrhundert bewundern. Viele Touristen zieht es hierher und zwischen unzähligen Asiaten und amerikanischen Schulklassen ist es schwer dem Rummel zu entfliehen.

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Bevor die Parkuhr abgelaufen ist sind wir wieder im OF-EN und fahren weiter Richtung Osten. Nach 15 km halten wir nochmal für ein Foto-Shooting an den Chute Montmorecy, einem wirklich beeindruckenden Wasserfall. Neben einer Hängebrücke über die Fälle verleiten steile in den Fels gebaute Treppen zu immer mehr Fotos. Dennoch, keines der Bilder wird den spektakulären Wasserfällen gerecht.

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Bis Baie-Saint-Paul bleiben wir am St. Lorens Strom, biegen dann aber in Richtung Norden zum Parc National de Grand Jardin, wo wir am Lac à L’Ecluse am Ende einer 5 km langen Schotterstraße durch den Wald mutterseelenalleine an einem kleinen Wasserfällchen unser Abendessen zubereiten. Iris macht noch am Abend einen kleinen Rundgang und bei schönem Wetter und gutem Licht auch ein paar Bilder. In der Nacht beginnt es wieder aus Kübeln zu schütten und am nächsten Morgen hat keine von uns noch Lust die kanadische Wildnis nochmal zu Fuß zu erkunden.

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Wir fahren bis zum Lac St. Jean und dort bis Mashteuiatsh ins Musée Amérindien. Hier wird eindrucksvoll das Leben der amerikanischen Ureinwohner durch/über die Jahreszeiten geschildet. Die harten langen Winter, die Zeit der Schnee- und Eisschmelze, der Sommer, die Jagdzeit, der kurze bunte Herbst. Kanada, wie es in weiten Teilen heute noch ist. Wir dürfen auf dem Parkplatz vor dem Museum übernachten, zurzeit gibt es hier eh keine Besucher, schon gar keine, die über Nacht bleiben wollen.

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Von Mashteuiatsh bis St. Félicien sind es nur 20 km. Hier wollen wir frühstücken. Leider hat die Boulangerie mit wunderbar duftenden französischen Baguettes in der Auslage kein Frühstück im Angebot. Wir „begnügen“ uns mit dem frischgebackenen Weißbrot und diversen Croissants, die wir im gegenüberliegenden Park am Ufer des Rivière Ashuapmushuan im OF-EN mit Eiern und Bacon zu einem reichhaltigen Frühstück ergänzen.

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Wohlgestärkt fahren wir noch 10 km weiter bis zum Zoo sauvage de St. Félicien. Eigentlich gehen wir nicht so gerne in Zoos, wo die Tiere in engen Käfigen oder Gehegen gehalten werden. Aber hier soll es etwas anders sein!?

Zur Begrüßung sehen wir einen 15-minütigen Film. Schon der ist außergewöhnlich. Bilder und Klänge aus der Natur werden im passenden Moment untermalt von Luftzügen teils angereichert mit Feuchtigkeit und Fichten-Duftstoffen, die den Eindruck vermitteln, dass wir uns mitten in der Natur bewegen.

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Die Außenanlage ohne Zäune, durch die wir auf erhöhten Holzwegen wandern ist der nächste Unterschied zu uns bisher bekannten Zoos. Durch einen Tunnel gelangen wir sogar unter einen See, der an seiner Oberfläche von einem Biber Bau dominiert wird. In dem dunklen Tunnel können wir die Biberfamilie wie in einem Aquarium in ihrem Zuhause beobachten.

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Das Eisbärgehege scheint uns für die beiden Bären etwas knapp bemessen. Die vier Tiger dagegen haben wieder reichlich Freilauf und über gut geführte Wege kommen wir trotzdem sicher ziemlich nah an Tiere ran.

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Einmalig ist aber sicher der Parc Des Sentiers De La Nature. Wir besteigen einen vergitterten Zug, der uns in diesen Teil des Parks bringt. Hier leben die Tiere Kanadas in wirklich „freier Wildbahn“. Schwarzbären, wir haben mindestens 10 gesehen, Elche, wir haben nur ein Kalb gesehen (wieder keinen Elchbullen :-( mit den großen Schaufeln), Wölfe, Hirsche, Karibus, Bisons, Moschusochsen, unzählige Vogelarten.

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All dies begegnet uns auf der 1 ½ Stunden Tour. Die Blockhütten, Ställe, Werkstätten im Park lassen uns das Leben der frühen Siedler hier überzeugend nachvollziehen. Dieser Ausflug hat sich besonders gelohnt.

Am Nachmittag fahren wir weiter um den fast kreisrunden See herum bis Alma, wo wir dankbar den Walmart nutzen. Sonntag geht’s dann nur knapp 110 km bis Saint-Rosé-Du-Nord, einem verträumten Örtchen am Saguenay Fjord. Dort finden wir einen schönen kleinen Campingplatz etwas erhöht mit Blick über die Bucht.

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Wir spazieren durch den ländlichen Ort mit seinen liebevoll mit Blumen geschmückten bunten Häuschen. Im Restaurant direkt an dem felsigen Ufer nehmen wir ein schlechtes Abendessen zu uns. Max Nix der Blick auf‘s Wasser war es wert. Noch einen kurzen Besuch im einzigen Museum im Ort, in dem eine ältliche Dame allerlei ausgestopftes Getier aus der Umgebung zur Schau stellt.

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Bis Tadoussac am St. Lorenz Strom sind es am Montagmorgen nur noch 90 km. Tadoussac ist von Touristen stark frequentiert. Der Ort ist bekannt für seine Whale-Watching-Touren. Das Wasser hier bietet Walen das „kulinarische Mekka“.

Der St. Lorenz Strom ist hier bis zu 280 m tief und wo der Saguenay-Fjord mündet bilden sich Strudel und Verwirbelungen. Das bei Ebbe ablaufende Wasser wird in der Tiefe gestaut. Das sauerstoffreiche Süßwasser des Saguenay und das kalte Salzwasser des Atlantiks werden wie in einem Mixer gemischt und es entsteht ein Krill-Plankton Cocktail, der viele Walarten vom kleinen Mink- über Finn- und riesige Blauwale anzieht. Weiße Belugawale schlemmen hier das ganze Jahr über.

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Wir machen Halt am Centre d’interprétation des mammifères marins, wo mit Filmen und Exponaten alle Walinteressierten informiert werden. Einige Besucher sitzen hier auf den Felsen vor dem Zentrum um Wale zu beobachten. Immer wieder tauchen Rücken mit Finnen auf, wir sehen hier heute nur einen etwa 6-8 m langen Minkwal.

Nach einer Stunde fahren wir wenige Kilometer weiter in die Dünen, wo wir einen wunderschönen Platz fast 50 m an der Steilküste zum St. Lorenz einnehmen. Am Abend klart das Wetter auf und wir können schemenhaft das Südufer des hier etwa 25 km breiten Stroms sehen. Ob das dort draußen Belugawale sind oder nur weiße Schaumkronen?? Whale-Watching Boote, die hier in der Strommitte Halt machen, lassen ersteres vermuten.

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Am nächsten Morgen noch eine kleine Wanderung zum nahen Wasserfall bevor es wieder diesig wird und der Regen nicht lange auf sich warten lässt.

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Trotzdem machen wir hinter Bergeronnes am Cap-De-Bon-Dèsir Halt. Hier gibt es ein weiteres Beobachtungszentrum. Mit anderen in Regenjacken und –folien verpackten Beobachtern suchen wir das Wasser nach Walen ab. Die sollen hier ganz nah an die Felsen kommen und gut vom Land aus zu sehen sein.

Im prasselnden Regen bleiben heute aber alle Whalewatcher in der 50 m vom Ufer entfernten Schutzhütte. Auch von hier sind die riesigen Tiere gut zu sehen. Die weißen Belugas können wir eindeutig identifizieren, die anderen schwarzen Rücken nur die beiden Ranger, die mit ihrem Fachwissen unterhalten.

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Vom Cap fahren wir noch 150 km immer entlang des St. Lorenz Ufers bis Rageneau. Es ist schon nach 18 Uhr und wir haben keine Lust mehr weiter zu fahren. Auf einem Parkplatz vor der Touristeninfo sind Picknick-Tische und Blumenkästen aufgebaut, einladend für eine Pause. Wir bleiben für die Nacht. Leider ist der starke Verkehr auf dem Hwy 138 doch ziemlich laut.

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Also geht’s am nächsten Morgen früh weiter. Wir wollen ein Café suchen, indem wir schlemmen können. In Baie-Comeau zeigen Plakate im Schaufenster einer Bäckerei leckere Brötchen. Die Croissants sind auch wirklich lecker, aber bei den Franzosen ist das Frühstück halt immer nur petit.

Zwanzig Kilometer von hier soll es einen schönen Campingplatz geben. Wir fahren dorthin. Camping Boreal liegt wunderschön gleich neben einer zurzeit ruhenden Skigondel an der Mündung eines Flusses. Der Platz ist außerordentlich gepflegt, aber es gibt keine Stellplätze mit Wasserblick und so entscheiden wir, es ist ja auch erst 10 Uhr morgens, noch weiter zu fahren bis Godbout.

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Hier geht die Fähre über den 60 km breiten St. Lorenz auf die Halbinsel Gaspé. Es ist kurz nach 11 Uhr, als wir ankommen. Die Fähre fährt bzw. schwimmt erst um 18 Uhr, da bleibt noch reichlich Zeit für ….!?

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21. - 28 Juni 2017 (km 224.183)
Godbout - Baisley Lodge - Gaspé Halbinsel

Kanadier sind pünktlich, so auch unsere Fähre. Zurzeit ist noch keine Saison und es ist leicht einen Platz auf dem Riesenkahn zu buchen. 85,05 CAD (57,60 €) kosten die 2 Stunden Überfahrt nach Matane. Der St. Lorenz Strom ist hier knapp 60 km breit. Die Überfahrt bietet nichts aufregendes, wir können gemütlich in bequemen Sesseln abhängen und durch die hohen Panaromafenster das ruhige Wasser nach Walen absuchen. Die zeigen sich aber nicht.

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In Matane fahren wir gleich den für RV-Übernachtungen freigegebenen Quai an der Marina an. Hier stehen schon einige Camper und wir reihen uns an der Spitze ein ;-)

Eine Abwasser- und Frischwasserstation gibt’s hier auch gleich um die Ecke und bevor wir zum benachbarten Tim Horton's frühstücken gehen, machen wir auch den OF-EN frisch. Von Matane geht’s am Südufer des St. Lorenz flussaufwärts, also nach Westen. Im Künstlerort St. Flavie machen wir Halt um die dortige Galerie mit Betonköpfen zu besuchen. In Rimouski stoppt uns ein Walmart, der Kühlschrank und die Weinkiste sind leer.

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In Trois Pistoles gefällt uns der Campingplatz nicht und wir fahren 30 km zurück zum städtischen Platz von St. Fabien, wo wir die drei Gäste von rund 50 möglichen sind. Obwohl der Platz nahe Hwy 132 liegt haben wir eine ruhige Nacht. Erst am nächsten Morgen, wir sitzen noch gemütlich beim Frühstück, kommt Aufregung auf. Es zischt kurz und die Wasserpumpe springt an. Der aufmerksame Leser weiß jetzt schon, eine Undichtigkeit im Wassersystem ist der Unruhestifter. Sofort die Pumpe abstellen und das abgelaufene Wasser aufnehmen ist die Erste Hilfe.

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Dann heißt es am Kopf kratzen und auf einen Therapievorschlag warten. Ideen kommen auf, aber haben wir die nötigen Ersatzeile parat? Es ist wieder die im März notdürftig reparierte Frostkontrolleinheit der Heizung, die leckt. Auf Frostkontrolle kann man verzichten, zumindest in den Regionen, in denen wir uns die nächsten drei Monate noch bewegen. Also raus mit dem kaputten Teil und die angeschlossenen Schläuche anderweitig verbinden.

Die notwendigen Teile dafür finden wir im Hardware-Store in Trois Pistoles. Nicht ganz passend aber zwischen 3/4 " und 7/6 " sind ja nur etwa 1,6 mm. Das müssen die Gummischläuche ausgleichen. Noch auf dem Parkplatz des Ladens wird der Bypass geschlossen und mit Spannung die Wasserpumpe wieder angeschaltet. In etwa 20 Sekunden ist der Druck im Leitungssystem aufgebaut und …….. die Pumpe schaltet eigenständig ab. Jujuuuuu das System ist dicht! Wie lange? Wir werden sehen. Hoffentlich bis wir im November den OF-EN in Deutschland haben und Profis ans Werk können.

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Gut gelaunt fahren wir Richtung Süden. Von Quebec geht’s nach Neu Braunschweig. Die Baisley Lodges sind unser Ziel. Auf einem 3 ha großen Gelände haben Gino und Fran hier neben ihrem kleinen Sägewerk fünf Gästehäuschen aufgebaut. Dazu ein "Bunkhouse" mit Bar und Ginos Schreibstube. Unter www.baisleylodges.blogspot.ca veröffentlicht Gino regelmäßig Kurzgeschichten.

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Gino ist 60 Jahre alt und Kriegsveteran. Er hat in Afghanistan und Bosnien gedient und war 6 Jahre in Lahr im Schwarzwald stationiert. Die Erinnerungen an die Kriege haben ihn lange verfolgt, erst ein Deutscher Schäferhund hat ihm "das Leben gerettet" wie Gino erzählt. Und er ist ein großer Erzähler. Wir versinken in den massigen Sesseln bei ihm im Bunkhouse und lauschen seinen fesselnden Geschichten.

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Wir, das sind außer uns noch Conny und Benni, die etwa eine halbe Stunde nach uns in Baisley Lodge einlaufen. Das junge deutsche Paar hat sich nach dem Studium eine Auszeit bis zum Jahresende genommen um zu reisen. Toronto, Halifax, Vancouver, Toronto im eigenen Auto ist der Plan.

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Wir treffen uns zum Abendessen im OF-EN und lernen uns ein bisschen kennen. Conny (24) stammt aus Würzburg und hat in Heidelberg Musiktherapie studiert. Benni (26) stammt aus Heidelberg und hat in Würzburg Psychologie studiert. Die beiden hat es hierher gelockt, weil Baisley Lodges auch als "Home of Canadian Snowhounds" bekannt ist. Vor 15 Jahren hat Gino mit dem Hundesport begonnen, nicht um Pokale zu gewinnen, sondern um den Hunden, die ihm viel geben twas zurückzugeben.

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Zurzeit sind es 31 Hunde, die sich hier sichtlich wohlfühlen und 2-mal täglich auf dem Puppy Trail trainiert werden. Leider haben wir kein gutes Wetter mitgebracht, durch die Nacht und den gesamten Samstagmorgen regnet es. Das Gute daran, wir können mit Fran und Gino im Bunkhouse sitzen und ihren Geschichten lauschen. Während ihrer sechs Jahre in Deutschland haben sie Deutschland lieben gelernt und freuen sich über unseren Besuch.

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Am Abend wird Ginos selbstgebaute Grillstation eingeweiht. Die Mädels bereiten Salate, Gino grillt Steaks und Würstchen, während Wolfram und Benni beim Essen überzeugen. Dann kommen zufällig noch Vicky und Harlin vorbei. Harlin ist von Prince-Edward-Island nach Montreal unterwegs und als Conny ihre Gitarre auspackt holt Harlin sein Akkordeon aus dem Auto und der Abend wird musikalisch.

Conny überzeugt mit einer wunderschönen Stimme zur Gitarre und auch Benni kredenzt einen schwierigen Clapton Song. Harlins Musik ist rhythmische Akadian-Musik, bei uns besser als Cajun-Style bekannt.

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Nach dem Frühstück, Harlin hat sich schon wieder auf den Weg gemacht, sitzen wir wieder in Frans und Ginos "Café-Haus" bei Kaffee und Geschichten. Da man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, brechen wir am Mittag auf, nicht ohne kleine Tränen zurückzulassen. Was für ein intensives Wochenende!!

Die 215 km nach Campbell sind schnell vergangen, eine Erinnerung an die letzten Tage folgt der anderen. In Campbellton stehen wir auf dem nagelneuen RV-Resort am Restigouche River. Der Platz bietet neben Vollversorgung, Elektro, Wasser, Abwasser auch WiFi und wir haben Gelegenheit die Nachrichten der letzten Tage aus Europa nachzulesen. Montag geht es dann von New Brunswick über die grüne Brücke nach Québec. Wir haben kein echtes Ziel. Bei schönem Wetter fahren wir längs der Nordküste der Baie des Chaleurs um die Gaspé-Halbinsel zu umrunden.

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Alle möglichen Übernachtungsplätze werden im Laufe des Nachmittags angefahren. Es gibt immer wieder Gründe nicht zu bleiben. Wir genießen die kanadische Wald- und Seen-Landschaft und den Blick über den St. Lorenz Golf. Erst in Cap-Des-Rosiers ganz am Ostzipfel der Halbinsel machen wir Halt. 395 km in sechs Stunden, das ist wieder mal viel gewesen.

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Der angefahrene Picknick-Platz ist gut für eine Nacht und ermöglicht noch einen Spaziergang zum höchsten Leuchtturm des Landes, so sagt ein Schild davor.

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Am Morgen bleiben wir in aller Ruhe um zu planen. Wir wollen weiter nach Norden und an der Südküste des St. Lorenz wieder nach Westen bis wir bei Mont-Saint-Pierre in die Berge und den NP Gaspésie abbiegen.

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Der Himmel ist blau und die Strecke eine der schönsten Straßen Kanadas, wie wir den Reiseführer bestätigen können. Wir sind schon 3 km Richtung Berge nach Süden abgebogen und folgen den Schildern NP Gaspésie, als ein Schild "Route barée" und zwei rotweiße Pylonen die Straße abriegeln. Sch…ade. Was soll's, fahren wir halt am schönsten Ufer weiter nach Westen bis Sainte-Anne-Des-Montes, dort gibt es abermals ein Möglichkeit nach Süden abzubiegen.

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In Sainte Anne angekommen, sind wir heute schon 200 km gefahren. Da wir aber um 4 Uhr früh schon aufgestanden waren, um die Morgenröte zu genießen, ist es immer noch Vormittag. Wir kaufen also gemütlich ein, tanken und fahren noch 40 km bis in den NP der Chic-Choc Bergwelt. "Rauh und menschenleer" schreibt Dumont "mit etwas Glück kann man Karibus, Hirsch und Elch beobachten".

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Tatsächlich sieht Iris auch ihren ersten Elch mit mächtigem Geweih am tiefen Straßenrand. Aber menschenleer ist hier zumindest die Straße nicht.kanada

Wolfram kann nicht anhalten, weil sein Hintermann so dicht aufgefahren ist und die Seitenstreifen nicht genug Platz bieten. Wir biegen also von Hwy 299 ab auf ein Sträßchen zum Lac Sainte Anne und machen eine Lunch-Pause. Die vielen Fliegen, sie sind friedlich und stechen nicht, nehmen Wolfram die Lust auf einen Spaziergang. Die kanadischen Tigerschwalbenschwänze lassen sich dennoch auf Zelluloid ;-) bannen.

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Wir entscheiden noch ein Stückchen zu fahren und plötzlich sind wir nach weiteren 100 Kilometern  bei New Richmond wieder auf der Straße an der Bucht der Chaleurs, die wir gestern nach Osten gefahren waren. Bei Miguasha Ouest finden wir einen schönen Platz am Ende einer Sackgasse direkt am Atlantikstrand.

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Nach dem farbintensiven Sonnenaufgang bekommen wir einen ebensolchen Sonnenuntergang. Kaum ist die Sonne weg, kommt der Regen. Es regnet die Nacht hindurch und am nächsten Morgen.

Wir bleiben und schreiben.

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29.06. - 06. Juli 2017 (km 225.586)
Caraquet - Fredericton - St. John - St. Martins - Fundy NP

Nachdem es gestern Abend noch aufgeklart hat, können wir heute Morgen unter blauem Himmel zunächst in Richtung Westen fahren. In Pointe-á-la-Croix überqueren wir den Restigouche River nach Campbellton. Vergangene Woche hatten wir beim Wechsel von Québec nach New Brunswick die Uhr nicht umgestellt, weil wir wussten, dass wir in wenigen Tagen wieder in Québec sein würden. Heute stellen wir die Uhren um eine Stunde vor, von "Eastern" auf "Atlantic" – Time, wir sind jetzt nur noch fünf Stunden hinter Deutschland.

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Hier in New Brunswick geht unsere Reise wieder nach Osten, über Bathurst nach Caraquet. Kurz vor Caraquet liegt das Village Historique Acadien. Die Acadier stammten aus Frankreich, und so hat auch New Brunswick reichlich französischen Einfluss abbekommen. Allerdings ist man hier im Gegensatz zu Québec bilingual unterwegs. New Brunswick soll die einzige wirklich zweisprachige Provinz Kanadas sein, fast alle sprechen hier englisch und französisch gleich fließend.

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Als wir im Village ankommen ist es beinahe 16 Uhr und das Freiluftmuseum schließt um 18 Uhr. Der Eintritt lohnt sich nicht mehr, da wir auch das hervorragende Restaurant "La Table des Ancetres" besuchen wollen. Hier werden authentische akadische Menüs mit herzhaften Suppen und Ragouts serviert, verspricht der Reiseführer.

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Wir wollen morgen wiederkommen und übernachten etwa 30 km östlich bei Bas-Caraquet, direkt am Strand. Auf unserem Strandspaziergang werden wir von einen Fischadler attakiert, der seine Jungen kreischend verteidigt. Nix wie weg!

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Freitag sind wir dann kurz nach 10 Uhr wieder im Museumsdorf und beginnen unsere Rundtour durch die Jahrhunderte. Die Häuser sind aus ganz New Brunswick zusammengetragen. Das älteste von 1770, die meisten anderen von zwischen 1840 und 1870. In jedem Haus sind kostümierte Bewohner, die kleine Geschichten zum Haus und von dessen ehemaligen Bewohnern erzählen können.

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So besuchen wir eine kleine Farm, einen Fischer, eine Spinnerei, eine Bäckerei, eine Schmiede, in der richtig geschmiedet wird, ein Schulhaus mit Lehrerin und eine Kapelle. Die Lehrerin zeigt auf einer alten Landkarte aus welcher Gegend Frankreichs die Akadier stammen, aus Poitou-Charentes, im mittleren Westen.

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Um 11.30 Uhr öffnet das gelobte Akadier-Restaurant. Das authentische Menü ist natürlich schlicht, und am Freitag gibt’s bei gläubigen Christen Fisch. Heute salzgetrockneter Kabeljau mit Kartoffeln und süßsauer Eingelegtem. Die Vorspeise ist eine heiße leckere Gemüsesuppe, zum Nachtisch gibt’s "Cinnamon Buns" fluffige frischgebackene Hefeteigschnecken, die in Zimtzuckersauce schwimmen.

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Nach dem Essen setzen wir den Rundgang fort, über eine überdachte Holzbrücke geht es vom 19. ins 20. Jahrhundert. Hier gibt es schon Autos, ein Hotel, einen echten Generalstore, in dem unzählige Utensilien verkauft werden, die wir aus unserer Kindheit noch kennen. Im 20. Jhd. halten wir uns dann gar nicht mehr lange auf und kehren ins 21. Jhd. in den OF-EN zurück.

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Weiter geht’s nach Süden immer längs der Küste zum Golf von St. Lorenz. In Miramichi fahren wir über den gleichnamigen Fluss, den am Südufer entlang nach Osten zur gleichnamigen Bucht. Dort wieder nach Süden ins Dörfchen Pointe-Sapin, wo wir direkt am Fischereihafen übernachten.

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Der erste Juli ist Canada Day und dieses Jahr feiern die Kanadier ihren 150ten Geburtstag. Viele Menschen möchten ja gerne jünger sein, die Kanadier sehen ihre Staatsgründung vor 150 Jahren, obwohl ihre Verfassung erst 35 Jahre alt ist.

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Der Tag beginnt milchig trüb und wandelt sich zu bä, Waschwasser trüb bis grau bis Regen. Das hat dieser Feiertag doch wirklich nicht verdient. Der Canada Day ist doch auch der Tag, an dem für die Kanadier die Outdoor Saison beginnt. Kajaken, grillen und Lagerfeuer sind angesagt – für uns heute nicht.

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Die meisten Besucher im Kouchibouguac NP sind dick eingepackt aber verwirklichen ihre Pläne und sind draußen. Wir schauen uns ein bisschen im Park um, Iris testet die Atlantiktemperatur mit der Zehenspitze, dann fahren wir weiter quer durch die Provinz nach Fredericton, der Provinzhauptstadt.

Der Walmart ist am heutigen Feiertag mal geschlossen, der Parkplatz ein ruhiger Übernachtungsplatz. Naja, nicht ganz, denn um 23 Uhr startet ein Mega-Feuerwerk. Die Böller vertreiben für kurze Zeit sogar den strömenden Regen. Iris hält es wieder mal nicht im Bett, sie bekommt dafür endlose bunte Feuerblumen und –regen zu sehen. Wolfram hört zu.

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Sonntagmorgen fahren wir über den St. John River in die Altstadt Frederictons. Gemütlich cruisen wir durch die Straßen, der Verkehr in dem 50.000 Einwohner Städtchen ist nach durchfeierter Nacht noch sehr friedlich.

Bis Saint Andrews im Süden am Eingang zur Fundy Bay sind es 135 km. Wir sind jetzt ganz nahe an der Grenze zu Maine/USA. Das Städtchen St. Andrews gilt als "Schatzkästchen amerikanischer Holzhausarchitektur" schreibt der Reiseführer. Einige der Häuser in der Waterstreet, durch die wir im Regen fahren, waren die ersten Fertighäuser.

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Nach dem Unabhängigkeitskrieg setzten sich die unfreiwillig zu Amerikanern gewordenen Loyalisten von den USA ab, zerlegten ihre Häuser, packten sie auf Flöße und bauten sie einige Meilen weiter nordöstlich in St. Andrews wieder auf. Der Ort ist wirklich schön, heute aber ziemlich ungemütlich. Die Bucht ist neblig trüb und lässt nicht weit sehen.

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Weiter geht's nach Osten durch St. George bis zum New River Beach PP. Wir brauchen wieder mal einen Campingplatz, der Wäschesack quillt über, der Campingplatz nicht.

Saint John an der Mündung des Saint John River ist Industrie- und Hafenstadt. Der Qualm der Schornsteine der Papier Fabrik ist schon meilenweit zu sehen. Er markiert unser Ziel, die Reversing Fall Rapids. Die Stromschnellen hier an der Mündung des St. John werden zweimal täglich von der Flut des Atlantiks "umgekehrt", der Fluss scheint aufwärts zu fließen. Wir sind aber zur falschen Zeit da und zu stundenlangem Warten auf das Naturschauspiel nicht bereit, vor allem weil der wenig attraktive Ausblick auf die am gegenüberliegenden Ufer qualmende Industrie nicht zum Verweilen einlädt.

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Es ist ein schöner Tag und wir wollen endlich mal wieder Golf spielen. Der Rockwood Park Municipal Golfcourse ist nicht sehr weit. Die Sonne strahlt, der Montag, da Canada Day ein Samstag war, ein Feiertag und der Golfplatz somit ausgebucht. Hier bekommen wir den Tipp es im Ceddar Grove Golfcourse zu versuchen. Der Par 3 Platz liegt im NO der Stadt und ist für uns gerade das Richtige. Nach ein paar Bällen auf der Driving Range buchen wir 'ne Runde.

Die Score Card zeigt uns den Weg, und dass es doch zwei Par 4 Löcher gibt. Der Kurs ist nicht einfach, die Wege steil und die Fairways schmale Korridore. Die Greens liegen an sieben Löchern hinter Wasser, teilweise auf Inseln. Kurz gesagt Wolfram braucht für die 9 Löcher knapp 20 Bälle. Er hätte fünf vielleicht wiederfinden können, aber der Rest ist in den tiefen Wäldern und Seen Kanadas verschwunden.

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Trotzdem macht's uns Spaß und wir fragen ob wir auf dem Parkplatz vor dem provisorischen ProShop über Nacht stehen können. Wir wollen doch mal sehen  ob wir über Nacht nicht besser geworden sind.

Nach einer wunderbaren ruhigen Nacht machen wir uns nach 50 DR Bällen wieder auf die Runde. Ab Loch 7 kann Wolfram nicht mehr mitspielen, weil er keine Bälle mehr hat. Iris spielt "einfach" intelligenter, mit lockeren Schwüngen und nur mit ihrem geliebten 7er Eisen nähert sie sich den Grüns und puttet unter ihrem Handicap ein. Wir geben nicht auf!

60 km weiter im NO treffen wir beim Einkaufen in Sussex Birgit und Karl. Die beiden überzeugen uns nach Saint Martins zu kommen. 55 km südlich von Sussex liegt das verträumte Fischerörtchen direkt an der Fundy Bucht. Birgit und Karl haben auf dem Century Farms Family Campground einen Trailer stehen, auf dessen Veranda wir nach einem Sturzregen einen netten trockenen Abend verbringen.

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Sicher, unsere Reise ist ein spannendes Thema, aber das Leben der Auswanderer ebenso. Karl ist 70 und pensionierter Industriemechaniker. 1992 sind die beiden ausgewandert und Birgit hat ein deutsches Restaurant aufgebaut. Nebenbei haben sie sich eine kleine Farm mit Hühnern, Gänsen, Wildschweinen, auch mal einem Geißbock und einem Pferd geschaffen. Einmal im Jahr geht Karl auf Jagd um Wild zu schießen, das Birgit dann verwurstet und zubereitet. Ansonsten liebt er Tiere und bremst, wie er versichert für jede Kreatur auf der Straße. Die beiden sind inzwischen "von Herzen" Kanadier. Am nächsten Morgen kommen sie noch mal auf einen Plausch am OF-EN vorbei. Äußerst nette Menschen.

Wir genießen unseren ausgefallenen Platz mit Blick über die Bucht und bewundern die Kraft der Sonne, die Ruck-Zuck die tiefen Regenpfützen austrocknet.

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Der Tag beginnt schön, wir besuchen noch den kleinen Ort mit seinem bunten Hafen und fahren von dort über die Old St. Martins Road, eine schreckliche schlaglochübersähte Rüttelpiste wieder zurück nach Norden auf die asphaltierte Straße 111.

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In Sussex geht’s auf dem TC Hwy weiter nach Osten bis uns die 114 nach SO in den Fundy NP führt. Von tollen Aussichtspunkten haben wir immer wieder Blick auf die Bucht. Im Visitor Centre gibt’s eine Gezeitentabelle. 15 Meter und mehr beträgt an manchen Orten hier der Unterscheid zwischen Ebbe und Flut.

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Einen Eindruck bekommen wir schon mal auf der Terrasse des Tipsy Tail Lobster Restaurants. Es liegt direkt am Fischereihafen, zurzeit ist Ebbe. Die Boote liegen auf dem Trockenen, die Oberkante der Kaimauer ist knapp 12 m höher. Morgen früh um 11.15 Uhr ist die höchste Flut. Da wollen wir nochmal vorbeikommen um zu sehen ob die Boote dann schwimmen.

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Bis dahin fahren wir hinaus zum Cape Enrage, wo wir um 16.35 Uhr den Sandstrand bei Niedrigstwasser sehen und in den nächsten Stunden beobachten, wie die Flut reinkommt.

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Wolfram vertreibt sich die Zeit mit schreiben, Iris mit Strandspaziergängen. Es ist erstaunlich wie schnell die Zeit vergeht. Nach 3 Stunden ist der Sandstrand verschwunden, die Wanne wird voll. Bis zur höchsten Flut um 22.44 Uhr sind es nochmal 3 Stunden. Spannend!

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06. - 17. Juli 2017 (km 226.860)
Hopewell Rocks - Prince Edward Island - Cape Breton

Wolfram schreibt noch am Tagebuch, da kommen weitere Camper vorbei. Das in der USA zugelassene Wohnmobil lässt nicht erkennen, dass die Fahrgäste aus der Schweiz sind. Aber Walli spricht uns in Deutsch an, während René und seine kleine Schäferhündin nur Französisch sprechen. Nach ihrer Pensionierung haben sich die beiden im vergangenen Jahr ihren Camper in den USA gekauft und diese bereist. Seit einer Woche sind sie in Kanada und setzen ihre Reise fort.

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Nicht viel später fährt ein Land Rover Defender mit Dachzelt und NL-Kennzeichen vor. Guido und Nancy denken noch nicht an die Pensionierung, aber ein halbes Jahr Auszeit darf es schon mal sein. Auch die beiden haben einen Hund dabei, eine wunderschöne Ridgeback-Hündin.

Nachdem sich die Neulinge nivelliert haben startet René sofort ein Lagerfeuer am Strand, das uns den Abend gemütlich macht. Es wird eine Stehparty auf dem grobkiesigen Untergrund hat keiner Lust Campingstühle aufzustellen. Trotzdem ist es nett, wenn auch warme Kleidung die Wärme des Feuers unterstützen muss.

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Als Frank aus dem Nachbarort seinen Fischerstand am Wasserrand aufbaut, lässt sich Iris erklären welchen Fisch und in welcher Größe er da herausziehen will. Bis zum Wasserhöchststand um 22.30 wiill er
einen (!) im Korb haben.

Am nächsten Morgen stehen wir noch 'ne Weile um die Autos herum und tauschen unsere Streckenerfahrungen aus, bevor jeder in eine andere Richtung aufbricht.

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Wir fahren nochmal zurück nach Alma, weil wir dort den Hafen bei Flut sehen wollen. Tatsächlich schwimmen die Fischerboote wieder, eigentlich haben wir nicht daran gezweifelt ;-) Da es nur ein kleines Frühstück gegeben hat, nutzen wir die Gelegenheit im Lobster Shop einen 1 ½ Pfünder zu testen. In der Gartenwirtschaft lässt sich am ehesten Erfahrung sammeln beim Zerlegen des Krustentieres. Der "Fahrplan" dafür ist ausgehängt und wir kommen beim Freilegen der weißen Delikatesse gut voran.

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Von Alma fahren wir auf der 114 nach Nordosten und sind nach 45 km bei den Hopewell Rocks. Hier herrschen die größten Tide Unterschiede auf unserer Erde und der Wasserwechsel hat über die Jahrtausende die weichen Sandsteinfelsen zu Skulpturen ausgewaschen, die sich bei Ebbe sogar durchwandern lassen. Am Nordstrand sind es "Schwiegermutter", "Blumentopf" "ET" und die "Liebenden".

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Wir sind etwa 2 ½ Stunden vor Niedrigstwasser an den Felsen, können aber ein gutes Stück auf dem Meeresboden spazierengehen. Dafür klettern wir 120 Treppenstufen von der Spitze der Klippen nach unten. Mit uns tun das etliche andere Besucher und am Fuß der Skulpturen wird es dann beinahe eng. Bei Flut gibt’s Fotos ohne Menschen, dafür sind die Skulpturen nicht in ihrer ausgefallenen Form zu bewundern. Nach etwa 2 Stunden haben wir etliche Stufen und Kilometer erwandert und beschließen weiterzufahren.

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Im größten Ort New Brunswicks, Moncton halten wir uns nicht auf, wir fahren weiter in den Nachbarort Dieppe, wo wir übernachten. Am Freitag wollen wir nach Prince Edward Island, der kleinsten Provinz Kanadas. Nach zwei Stunden und 110 km sind wir über die 13 km lange Brücke gefahren, die uns auf die Insel führt.

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Dort werden drei Rundstrecken zur Erkundung angeboten. Die Kennzeichnung für den westlichen Teil ist die rote Orchidee. Die Tour im Zentrum wird von einem blauen Fischreiher markiert und der Osten von einem Kronensymbol. Wenn auch die Insel nicht allzu groß ist, wollen wir uns auf die Mitte und den Osten konzentrieren. So wird der Campingplatz in Linkletter, westlich von Sommerside der westlichste der von uns besuchten Punkte auf der Insel.

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Das Wetter lädt zum Grillen ein, ein böiger Wind verbietet aber ein Lagerfeuer. Haben wir in diesem Jahr schon einmal gegrillt? Wir können uns nur an das eine Mal mit Robin und Simon erinnern. Da haben uns aber Moskitos und Blackflies ins Haus getrieben. Durch den Wind hier an der Südküste der Insel sind die Plagegeister verscheucht und wir sitzen erstmals am Abend im Freien. Zur Feier des Tages gönnt sich Wolfram eine Zigarre. Erst in der Nacht setzt leichter Nieselregen ein, den Schlaf  stört dies nicht.

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Samstag geht es in den Norden. Obwohl wir schon gegen Mittag in Cavendish sind, bekommen wir keinen Platz mehr im National Park. Das Cavendish Beach Country Festival hat tausende Besucher hierher gelockt. Wir entscheiden längs der Nordküste in Richtung Osten zu fahren. Das Blaue Meer, rote Felsen und Strände auf der linken Seite, grüne Felder, Wiesen und Wälder auf der rechten.

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Wir genießen die Natur unter wieder blauem Himmel. Nach 40 km finden wir auf dem Brackley-Delway Stanhope Campground einen schönen Platz unter Bäumen und beeilen uns den gestrigen Nachmittag zu wiederholen. Der zweite Sonnentag mit Gegrilltem und Zigarre. Wir fühlen uns schon fast verwöhnt.

Sonntagmorgen schein der Sommer wieder zu Ende zu sein. Beim Zusammenpacken werden wir von Moskitos angefallen. Die dunklen Wolken dazu sind weitere Vorboten des nahenden Regens. Der dauert aber gar nicht so lange und behindert unseren Weg in die Hauptstadt von P.E.I., Charlottetown nicht.

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Als wir nach 30 km, etwa einer halben Stunde Fahrt im Visitor Centre ankommen, klärt der Himmel schon wieder auf. Wir machen uns auf den Rundweg durch die Altstadt des 30 T Einwohner Städtchens. P.E.I. ist bekannt für seine Kartoffeln. 90 % aller in Kanada verzehrten Kartoffeln kommen von der Insel.Soviele Genießer können nicht irren und wir testen die Knolle in Form von Fritten.

In Charlottetown gibt es aber auch noch eine Leckerei, das Eis der Cowes Creamery. Das gibt’s aber erst am Ende des zweistündigen Rundgangs. Das Province House, Sitz des Parlaments, in dem sich 1864 die Provinzen New Brunswick, Nova Scotia und P.E.I. zur Maritime Union zusammengeschlossen haben, wird zurzeit renoviert und kann nicht besichtigt werden. Wir müssen uns mit der benachbarten St. Dunstan's Basilika und dem modernen Betongebäude des Confederation Centre Of Arts zufrieden geben das allerdings auch geschlossen ist.

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Da erfreuen uns die unzähligen kleinen Stände des Farmer's Market mit seinen Leckereien und diversem Kunsthandwerk doch deutlich mehr. Am Ende unseres Rundgangs ist auch der Sommer wieder zurück. So schnell wie die Sonne unser Eis in der Tüte schmilzt können wir gar nicht lecken.

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Wir versuchen nochmal im Cavendish NP zu übernachten. Aber auch heute ist Festival und die letzten Plätze im Park vergeben. Das ist letztlich gar nicht schlimm. Denn 90 km weiter im Osten finden wir am Strand von Savage Harbour einen schönen Flecken zum Übernachten.

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Der Flecken ist traumhaft, wir machen erstmal einen langen Strandspaziergang und kommen dann ins Gespräch mit Dillon, der natürlich auch wieder Ahnen in Deutschland hat und heute Nacht mal wieder ein großes Strandlagerfeuer für seine Familie entfacht. Nix dagegen.

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Nur 20 km weiter fahren wir am Montagmorgen den "Links at Crowbush Cove Golfclub" an. Wohl einer der schönsten Golfplätze auf der Insel. Mit 100 CAD Greenfee aber für uns Anfänger etwas zu schwierig ;-) So ziehen wir weiter zum Eastpoint Lighthouse und von dort nach Süden.

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In Souris machen wir einen Lunch-Stopp. Im Lobster Shack üben wir uns erneut erfolgreich am Zerlegen unseres zweiten Krustentiers. Hier wird der Lobster kalt serviert. Nicht schlecht, aber der nächste muss wieder warm sein. Ein 1 ½ Pfund Tier kostet hier übrigens wie auch schon in Alma 25 CAD, etwa 17 EUR.

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Von Souris geht’s weiter nach Süden, wo Iris heute ihren zweiten Leuchtturm erklimmt. Der Panmure Island Leuchtturm, der 1853 erbaut wurde, sieht auch nicht anders aus, als der am östlichsten Punkt der Insel.

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Von dort sind es nur noch 60 km bis zum Northumberland PP, wo wir für heute Nacht einchecken. Der abendliche Strandspaziergang bei Ebbe belohnt uns dieses Mal mit vier Seehunden, die sich keine 10 m von uns entfernt auf einer Sandbank räkeln. Leider verschwinden sie einer nach dem anderen, je näher wir herankommen.

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Wir hatten über whapp Kontakt mit Conny und Benni, die wir bei Gino kennengelernt hatten. Sie sind ganz in der Nähe und wir wollen uns nochmal treffen. Bis zur Fähre zurück auf's Festland sind es nur noch 5 km. Zurzeit fahren etwa alle 1 ¾ Stunden Fähren, nur nicht am Dienstag. Eine Fähre ist ausgefallen und ob wir um 13 Uhr mit der nächsten mitkommen ist ungewiss.

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Also machen wir uns gelassen auf den Weg, 120 km nach Westen zur Brücke, über die wir gekommen waren. Aber auch dort müssen wir uns gedulden. Ein Haus braucht die beiden Fahrspuren und erst als das an uns vorbeigefahren ist, dürfen wir auch über die Brücke.

Von New Brunswick geht’s wieder nach Osten nach Nova Scotia und dort bis New Glasgow, wo uns unsere jungen Freunde auf dem Walmart Parkplatz empfangen. Sie waren schon gestern Abend hier und haben keine 20 km entfernt einen tollen Übernachtungsplatz am Melmerby Beach gefunden. Wir sitzen gemütlich zusammen, erzählen von unseren Erlebnissen in den letzten beiden Wochen und beschließen die nächsten Tage zusammenzufahren.

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Mittwoch wollen wir uns nach getrennter Anfahrt in Cheticamp treffen. Von New Glasgow geht’s zunächst nach Osten bis Port Hastings und dort über die Damm-Brücke auf Cape Breton Island. Im zweiten Anlauf finden wir auch die Einfahrt zum Cabot Trail, benannt nach dem im Auftrag der Britischen Krone segelnden Giovanni Caboto. Der hatte schon 1497 (!) Neufundland, Nova Scotia und P.E.I. wiederentdeckt. Wikinger waren schon im 10. Jhd. N.Chr. bis hierher geschifft.

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Als wir am verabredeten Cheticamp Beach ankommen sind Conny und Benni schon da und haben von Einheimischen die ersten Tipps zu Wanderungen in der Gegend bekommen. Auch wir finden einen einigermaßen ebenen Stellplatz am grobkieseligen Strand und packen aus. Grillmeister Wolfram nimmt seine Position ein, die anderen sind für Salate und Pellkartoffeln, natürlich aus P.E.I, zuständig.

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Der Abend ist wieder mal sehr unterhaltsam. Conny erzählt von ihrer jungen Erfahrung als Musiktherapeutin, Benni, der Psychologe, Footballspieler und Outdoor-Fan von entsprechenden Veranstaltungen.

Unsere erste gemeinsame Etappe am Donnerstag führt uns ins Visitor Centre des Cape Breton Highlands NP, wo wir WiFi nutzen und Informationen zu Wandertrails abfragen.

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Bevor wir in den NP einfahren, folgen wir der Empfehlung der Einheimischen und machen einen Spaziergang zu einer gefluteten Mine, wo Conny, Benni und Iris im kühlen klaren See schwimmen. Benni setzt noch einen drauf. Er schwimmt quer über den See, erklimmt einen etwa 10 m hohen Felsen am gegenüberliegenden Ufer und springt ohne Schaden zu nehmen. Genug Aktion für heute, wir brauchen ein hoffentlich ähnlich gutes Quartier wie die letzte Nacht.

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Dafür fahren wir den Leuchtturm auf der Cheticamp Insel an. Hier sind nur wenige Tagesbesucher, die von Land versuchen Wale zu erspähen.

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Es sind dann aber nur bunte Fischerboote, die vorbeikommen und bald sind wir alleine an diesem wunderschönen Flecken. Da es gestern Würstchen und Steak vom Grill gab, machen wir heute zur Abwechslung Steak und Würstchen, untermalt von Bennis melodiöser Gitarrenmusik.

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Für Freitag ist eine 2 ½ stündige Wanderung auf dem Skyline Trail geplant, für den sich Wolfram wegen einer Erkältung entschuldigt. Die drei anderen genießen den 400 m über dem Golf von St. Lawrence verlaufenden Rundweg mit einem ausführlichen Picknick in schwindelnden Höhen.

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Nach der Wanderung geht’s zunächst zurück auf den Cabot Trail durch den National Park und im Ort Cape North dann nach Norden bis zur Meat Cove mit ihrem an den steilen Hang geklebten Campingplatz. Wir ergattern einen der letzten Stellplätze, den wir uns teilen. Die Camper Nachbarn aus Michigan erzählen von ihrem Verwandtenbesuch in Süddeutschland im Mai und freuen sich einige deutsche Worte anbringen zu können.

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Am Morgen laden Conny und Benni zu einem leckeren Pancake-Frühstück ein. Da es unseren sportlichen jungen Freunden nicht reicht vom Stellplatz aus die kleine Bucht zu überschauen, erklimmen sie am nächsten Morgen den Hang hinter uns noch weiter. Iris ist natürlich dabei und zur Belohnung dürfen sie einen Wal in der Bucht aus der Höhe beobachten.

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Der Schweiß vom Bergsteigen wird dann bei einem Bad in der Bucht abgewaschen, bevor es an Cape Bretons Ostküste wieder nach Süden geht. An der Südgrenze des NPs machen wir nochmal Halt für einen Spaziergang um den Warren See. Auch Wolfram findet Freude an der Bewegung und genießt dabei die Ruhe der  Natur.

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Unser Ziel für das Nachtlager ist die Wreck Cove noch 35 km südlicher. Dort finden wir auch heute wieder einen wunderschönen einsamen Platz. Am steinigen Ufer, die Kiesel sind teils Handball groß ist bereits eine Feuerstelle aufgebaut, in der Conny aus mitgebrachtem und angeschwemmten Holz ein tolles Lagerfeuer anfacht. Wir sitzen bis spät in der Nacht unter einem wunderschönen Sternenhimmel bei sanftem Meeresrauschen.

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Sontag Morgen dürfen wir über den rukigen Atlantikwellen einen Weißkopfadler beobachten, mit dem Wal gestern eine weitere Attraktion. Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen.

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Es waren wunderbare Tage mit neuen Freunden, die uns viel gegeben haben. Wir fühlen heute noch die enge Verbindung bei der Umarmung zum Abschied.

Es sind noch 90 km bis North Sidney, dem Fährhafen nach Neufundland. Nachdem wir unsere Überfahrt für den nächsten Morgen um 11.30 Uhr reserviert haben, suchen wir einen Platz für die kommende Nacht. Es wird wiedermal der Walmart, gar nicht schön. Aber welcher Platz ist schon schön nach den letzten fünf Nächten.

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Kaum haben wir unsere Einkäufe verstaut, bekommen wir Besuch von Isabella und Beder, die mit ihrem Bimobil ebenfalls auf dem Weg nach Neufundland sind. Nach einem ersten Austausch verabreden wir uns für den nächsten Tag auf der Fähre.

Montagmorgen sind wir schon um 8.30 an der Fähre und wir haben dort Zeit unsere Tagebuchnotizen zu ergänzen. Die nächsten Nachrichten kommen von der Insel, auf der wir erwarten in den kommenden 4 (?) Wochen neue Erlebnisse zu sammeln.

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17. - 28. Juli 2017 (km 228.564)
Port Aux Basques - Cape George - La Scie - Twillingate

Sechseinhalb Stunden dauert die Überfahrt von North Sidney, Nova Scotia nach Port Aux Basques. Abfahrt 11.45 Uhr, Ankunft 18.45 Uhr. Wie geht das? In Neufundland ist die Zeit eine halbe Stunde vor der Atlantikzeit, nur noch 4 ½ Stunden hinter Deutschland.

Die Überfahrt verläuft ruhig, es gibt nichts Besonderes zu sehen. Erst kurz vor Neufundland fahren wir in eine Nebelbank, da gibt’s gar nichts zu sehen. Als wir wieder rauskommen begleitet uns für kurze Zeit ein Schwarm Delphine.

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Wir sitzen mit Isabella und Peter zusammen und erfahren viel von ihren Reisen. Früher mit einem blauen Mercedes Rundhauber, in den letzten Jahren mit ihrem Bimobil Nissan. Peter wird dieses Jahr 80, man sieht es ihm nicht an, aber so viele Reisen brauchen eben Zeit, dann glaubt man's wieder. Die beiden wollen sich noch Port Aux Basques anschauen. Sie werden nicht wie wir zurück nach Nova Scotia fahren, sondern im Norden nach Labrador übersetzen.

Wir fahren zügig von der Fähre in Richtung des 12 km entfernten Cheeseman PP. Dort reihen wir uns in die Schlange der Wartenden ein. Grund dafür, dass wir über eine halbe Stunde vor dem Eingang stehen, ist der nicht funktionierende Computer. Der zuständige Ranger bleibt ruhig und freundlich und irgendwann stehen wir auch auf einem ruhigen, geräumigen Übernachtungsplatz. Die Campsite ist mit 13,10 CAD (8,80 €) günstig, dazu kommt noch der Parkeintritt, üblicherweise 5,- CAD. Wir holen uns den Senior Pass für 35,50 CAD, der für alle Neufundland Provincial Parks gilt.

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Dienstag früh beginnt etwas unglücklich. Der Kühlschrank ist abgetaut, die Wasserpumpe leckt - ABER die Sonne scheint, es gibt Eier mit Speck, frisches Brot und heißen Kaffee, Country Musik und alles ist gut. Manchmal muss man dem Alltag einfach ein Schnippchen schlagen ;-))

Nach dem aufbauenden Frühstück geht’s noch mal 8 km zurück nach Süden in ein Visitor Centre, wo wir uns mit Informationen und vor allem Kartenmaterial versorgen. Leider funktioniert unsere amerikanische AT&T Simcard auf der Insel nicht so zuverlässig und so können wir im VC auch Emails und Nachrichten aus Deutschland abrufen. Unser Ziel für heute ist das Cape St. George. In Stephenville wird eingekauft und getankt, bevor wir einen weiteren Stopp bei den Neufundländischen Alpakas machen.

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Die Farm mit den aus Südamerika eingeführten Tieren ist übrigens zu verkaufen. Sie liegt wunderschön mit Blick auf den Golf von St. Lorenz und die putzigen Tierchen machen auch gar keine Arbeit, wie Kathy die Besitzerin in einem Plausch mit Iris versichert. Sie möchte mit ihrem Mann John zurück nach Nova Scotia in die Nähe der Enkelkinder und nach 15 Jahren auf Neufundland noch mal ein anderes Leben starten.

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An der Spitze des Capes finden wir einen atemberaubenden Platz an der stürmischen Steilküste. Glücklicherweise haben wir schon viele tolle Sonnenuntergänge erlebt, sonst wäre uns hier die Luft weggeblieben. Die ist bei Wolfram eh knapp, seine eben überstanden geglaubte Erkältung bricht wieder aus. Die Nase ist zu, die Bronchen zwingen zu harten Hustenanfällen. Also zieht Iris alleine über die Klippen auf der Suche nach der großen Kitiwak Seevogel Kolonie, die hier nisten soll.

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Der nächste Tag beginnt bedeckt. Bevor wir unsere Runde ans Kap vollenden, machen wir nochmal kurz an einer Info Halt, kanadawo junge Studenten in einem Steinofen nach altem Rezept Brot backen. Iris hatte selbst Brot gebacken und kann eine Kostprobe deutscher Backkunst überreichen. Das französische Brot der Mädels ist leider erst in zwei Stunden soweit. Vorbei an Jerry's Nase geht's zurück auf den TCH (Trans Canada Highway) nach Corner Brook. Von dort wieder nach Westen in den Blow Me Down PP bei Lark Harbour.

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Die Neufundländer sind schon ein lustiges Inselvölkchen und so haben sie noch mehr so ausgefallene Namen für verschieden Orte: Dildo's Run, Pippi's Park, Chase Me Further … Hier im Blow Me Down PP können wir wieder mal Wäsche waschen und die restlichen Arbeiten am Homepage Update vollenden.

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Am nächsten Tag steigert sich das Wetter von bedeckt in Regen. Böse Zungen behaupten übrigens es würde in Neufundland 14 Monate im Jahre regnen. Kann gar nicht sein bei 12 Monaten pro Jahr. Auf unserem Weg über Deer Lake nach Trout River durchfahren wir dann auch einige trockenen Zonen.

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Das Seaside Restaurant macht einen "gehobenen" Eindruck, Zeitungsausschnitte mit Bildern von Chefkoch Alain Bosse am Eingang sollen diesen Eindruck noch verstärken. Unser Lunch aus Chowder, Fishburger und Fishcake ist dann auch wirklich schmackhaft, aber wahrscheinlich nicht vom Chef zubereitet.

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Am Trout River Pond finden wir an der Boat Launch einen wunderbaren Übernachtungsplatz, nachdem wir an einem PP wegen Überfüllung abgewiesen worden waren. Hier am Ufer mit Picknick Tisch sind wir alleine und haben einen traumhaften Blick über den See, ganz für uns alleine und fer umme.

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Eigentlich sollte der südliche Teil des Gros Morne NP nicht so touristisch sein wie der Nordteil, den wir Freitag ansteuern. Im Discovery Centre am Parkeingang gibt’s einen Film über den Park. Mit der Fortsetzung der amerikanischen Appalachen stellt die Bergkette der Long Range Mountains das älteste Gebirge der Erde dar, ein Mekka für Geologen. Aber auch Botaniker kommen hier ins Schwärmen.

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Von der bewaldeten milden Küstenregion geht es durch Buschland mit Weidenröschen auf das rauhe Bergplateau, wo, obwohl nur 800 m hoch, nur noch zwergwüchsige Fichten und Krummholz Azaleen wachsen. Auf solch alpine Erkundungen verzichten wir, versäumen aber nicht die Trails rund um das Discovery Centre wegen ihres umwerfenden Ausblicks zu erobern.

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Besonders beeindruckt hat Wolfram das Gewicht des im Discovery Centre ausgestellten Elchgeweihs. Geschätzte 25 kg trägt so ein Elchbulle am ausgestreckten Hals vor sich her, da will doch jede Elchkuh helfen!?

Am Lobster Cove Lighthouse erhalten wir dann den Beweis, dass der nördliche Teil des Parks tatsächlich touristischer ist. Hier werden Busladungen ausgeschüttet und wir haben Glück noch einen Parkplatz zu ergattern. Während Wolfram warmgepackt versucht seine Grippe loszuwerden, läuft Iris die Trails rund um den Leuchtturm ab.

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Es gibt so viel zu sehen. Im Lighthouse Museum gibt’s ne spontane Musikvorführung mit Mundharmonika und dem irischen Ugly Stick mit den Kronkorken Rasseln. Zum Abschluss nimmt sie noch am Rangerprogramm "Schatzsuche" am Meeresufer für die Kleinen teil und wird Junior-Rangerin 2017.

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Am Berry Hill Campground im Nationalpark haben wir kein Glück, ...voll! Was letztlich doch wieder glücklich ist, denn wir fahren wieder ein Stück zurück Richtung Parkausgang und finden an der Mill Brook Picknick Area am East Arm der Bonne Bay wieder mal ein traumhaftes Privatplätzchen. Auch wenn es am Abend und die Nacht hindurch regnet, wir fühlen uns wohl (bis auf die blöde Erkältung).

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Bei heftigem Regen und 15 °C starten wir am nächsten Morgen Richtung Deer Lake, wo es schon wieder klar ist. Allerdings nicht lange. Als wir den TCH verlassen und auf Hwy410 nach Norden Richtung La Scie abbiegen, gießt es wieder wie aus Kübeln. Das ist besonders unangenehm, da der sogenannte Dorset Trail Hwy von tiefen, Medizinball schluckenden Schlaglöchern übersäht ist. Die sind wassergefüllt und ihre Größe kaum einzuschätzen, machen ihrem Namen allerdings alle Ehre, wenn man sie trifft.

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La Scie auf der Baie Verte Peninsula ist ein 1500 Seelen Örtchen, so beschreibt es die blaue Broschüre die wir am Island Cove Park bekommen haben. Dort beziehen wir für 22 CAD einen FullHookUp Platz, das heißt mit Wasserversorgung und Strom in Traumlage ;-) und inzwischen strahlendem Sonnenschein.

Beverly die Besitzerin berichtet von dem zurzeit laufenden Crab Festival als einem der beliebtesten der Insel. Iris ist sofort Feuer und Flamme und geht auf Entdeckungstour. Wolfram zieht sich ins Bett zurück, die gestern erworbene All-in-one-Medizin hat bisher keine Linderung gebracht.

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Als Iris am Crabfestival ankommt wird klar, es ist das Jahresfest für das Dorf. Nicht Krabben sondern Crab gibt’s hier, Glücksspiele, Bingo und allen möglichen Krempel. Also zieht sie weiter über die Wasserfälle, die nur kleine Rapids sind bis hinunter zur Mainstreet und zum Outport Museum and Tearoom. Das Museum und Teehaus ist das Elternhaus von Valerie Whalers, die es mit ihrem Mann Larry betreibt. Ein liebevoll zusammengetragenes Museum, in dem dies und das auch an unsere Kindheit erinnert.

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Heute hat Iris wieder mal Glück. Es hat sich gerade eine Runde Musiker in der guten Stube versammelt, die zusammen anfangen zu jammen. Tim mit Mandoline aus Toronto, ist schon lange mit den beiden befreundet, Jo ist auch aus Ontario und vergisst eher seine Frau als seine Violine auf Reisen und dann Sac der Sänger und Larry mit Gitarre legen aber sowas von los. Nach einer Stunde ist der ganze Spuk vorbei. Was ein unterhaltsamer Nachmittag!

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Wieder zurück am OF-EN sehen wir zum Sonnenuntergang beim Abendessen den Walen beim Blasen zu. Neufundland ist unglaublich schön und die Potholes vergessen.

Die Rückfahrt auf der 440 am Sonntag ist bei klarem Wetter und blauem Himmel dann viel entspannter als die Hinfahrt. Zurück auf dem TCH geht’s zügig weiter nach Osten. In Grand-Windsor essen wir bei einem Chinesen zu Mittag, Iris lässt die sonst so geliebten Chicken Wings nahezu unberührt zurückgehen. Der Klumpen Nudeln, den Wolfram verzehrt, liegt noch lange im Magen. Fehlgriff, was gehen wir auch in Neufundland zum Chinesen :-((

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An der Kreuzung zum Hwy 340 liegt der Notre Dame PP, den wir für die Nacht ansteuern. Unser Platz (#64) am Ufer des Von-Hillier's-Pond ist bestimmt der schönste im ganzen Park.

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Unser Ziel am Montag ist die Iceberg Allee von Twillingate. Dazu fahren wir 110 km wieder nach Norden. Kaum sind wir durch den kleinen Fischerort gefahren und kurz vor dem Leuchtturm ruft Iris aufgeregt: "Da ist einer!" Tatsächlich, zwar nicht majestätisch riesig, wie es der Reiseführer ankündigt, aber schee is er scho!

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Weit in der Ferne am Horizont sind noch weitere weiße Tupfer zu sehen, aber begeistern kann nur der Nahe. Gleich im benachbarten Sea Breeze Park findet sich einen Platz über den Klippen, wo wir auch die Nacht stehen können.

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Keine 500 m vor uns dreht sich das Bewunderungsobjekt in der Sonne und zeigt nun auch seine Rückseite. Fast scheint es als schmelze er dahin. Die Wanderung über die unzähligen Pfade bringt immer wieder atemberaubende Blicke auf die steile Felsenlandschaft.

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Am nächsten Morgen ist er verschwunden. Zunächst, dann taucht er hinter einer Kuppe wieder auf. Wie alt wird er wohl sein? 10.000 Jahre? Jedenfalls ist er schon 2-3 Jahre von Grönland bis hierher unterwegs. Und schon wieder ändert er seine Gestalt. Ein Stück bricht ab und stürzt in den Atlantik, er kalbt. Wir sind hingerissen.

Mit uns Flurin und Yvonne, die nicht weit entfernt übernachtet haben. Das junge Schweizer Paar ist auf Weltreise, ihre Geschichten sind auf www.leichtesgepaeck.ch nachzulesen. Eine ganze Weile stehen wir zusammen, quatschen und bewundern den Eisberg.

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Gegen Mittag fahren wir noch das kleine Fischerdorf Durell hier auf der Halbinsel an, das heute noch so aussieht wie vor 100 Jahren und ebenso in den nächsten hundert Jahren aussehen wird (sagt der Reiseführer ;-)). Aber wir hatten unser Highlight heute schon. Und da wir vor lauter Eisberg noch keine Zeit für ein Frühstück hatten, machen wir in Twillingate bei Diane und Toni halt, deren Haus lang ist, die Speisekarte noch länger, es aber tatsächlich nur zwei Gerichte gibt.

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Hier sind die Hähnchenteile wieder lecker und Fisherman's Brewies ist 'was ganz besonderes. Hartes Brot wird aufgeweicht und mit Kabeljau zu einem Teig gemischt und mit Griebenfett abgeschmeckt. Wolfram ist begeistert. So gestärkt fahren wir längs der Küstenlinie rund 250 km weiter bis Gambo.

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Dort finden wir am Gambo River einen Rasenplatz, der mit dem Schild "Campers Welcome" zum freien Übernachten einlädt. Der Besitzer der benachbarten Bar "Trailway Cabin" lässt uns hier in seinem Vorgarten unser Lager aufschlagen. Die Musik aus dem nahen Pub ist kaum zu hören, außerdem trifft sie unseren Geschmack, was wir beim Aperitif Bierchen getestet haben.

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Dass hier bei ruhigem Wasser die Lachse springen und dann auch noch Seehunde zum Lunch vorbeikommen, können wir nicht bestätigen, aber James der nette Grundbesitzer wirkt durchaus glaubwürdig.

Auch Mittwoch fahren wir wieder 200 km. Zunächst geht’s 40 km bis zum Visitor Centre des Terra Nova NP. Dort gibt’s Tipps für Wanderungen und Spaziergänge und wieder einen Film über den Park. 12 km weiter am Sandy Pond ist es ein 3 km Rundweg um den Teich, der erfreut.

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Den Sandstrand, der viele Sonnenanbeter mit Kinderscharen anzieht nutzen wir heute mal nicht. Dafür stellt sich uns auf der kleinen Wanderung die Nationalblume Neufundlands in den Weg. Die Pitcher Plant, eine fleischfressende Pflanze mit ihrer wulstigen rot/gelben Blüte.

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6 km weiter im Osten, auf der anderen Seite des TCH gib es einen Aussichtsturm, den Iris erklimmt und mit einem weiten Blick über den Nationalpark belohnt wird. Wie in allen Kanadischen Nationalparks sind auch hier wieder an exponierter Stelle die zwei roten Stühle aufgestellt, in denen man sehr gemütlich eine besondere Aussicht genießen darf.

Nochmal 60 km weiter sind wir in Clarenville. Der Walmart dort bietet uns Versorgung, zum Übernachten fahren wir aber lieber noch 80 km weiter bis Bellevue an der Trinity Bay. Hier finden wir gleich neben dem Friedhof wieder mal ein besonders ruhiges Plätzchen :-).

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Hin und wieder kommen Einheimische vorbei, angeblich sind zurzeit Wale in der Bucht. Tatsächlich bläst dann auch einer in der untergehenden Sonne, streckt seine Fluke in den Himmel und verschwindet in der Tiefe. Bilder, die im Kopf bleiben, zum Fotografieren ist die Überraschung einfach zu plötzlich.

Donnerstag fahren wir auf kürzestem Weg zur einzigen Mercedes-Werkstatt auf der Insel. Unsere Gute braucht einen Ölwechsel und ihr zweiter Zylinder eine neue Kerze. Da die Werkstatt so einzig ist, bekommen wir erst für Montag einen Termin.

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Gelegenheit für einen Wochenend-Ausflug zum 60 km südlich gelegenen La Mancha PP. Dort angekommen sind es über 2000 km, die wir bereits in Neufundland erfahren haben und die wir dokumentieren wollen.

Aber am Abend trinken wir erst mal ein Fläschchen Carmenere aus Chile auf Elkes 66ten. Wir freuen uns, in einem Monat werden wir gemeinsam mit Wolke Neuengland trockenlegen.

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28.07. - 04. August 2017 (km 230.638)
St. John's - St. Mary's - Trinity - Elliston - Bonavista

Nach der Schreibarbeit ist das Handwerk gefragt. Die Undichtigkeit im Wassersystem war bereits geortet, nur schwer dranzukommen. Der Heizungsboiler muss demontiert werden, dazu alle Wasser und Heizungsleitungen. Dann liegt die Kaltwasserzuleitung frei, kann demontiert und mit einer neuen Schelle wieder dicht angeschlossen werden. Nichts entspannt mehr, als erfolgreich erledigte Arbeit und ein Schläfchen.

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Samstag geht’s dann weiter im Osten der Avalon Halbinsel nach Süden. Im Portugal Cove South Interpretive Centre lassen wir uns über die ältesten Fossilienfunde auf unserer Erde aufklären, verzichten aber auf die geführte Wanderung mit Fossilienfunden ;-)

45 km weiter an St. Stephen's Beach sind wir beinahe zu Ausgrabungen gezwungen. Wolfram fährt den schweren OF-EN in den weichen Sand des Strandes und hat alle Mühe wieder freizukommen.

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Puh, das ging gerade nochmal gut. Bemerkenswert, dass keiner der über 100 Kanadier die hier am Strand spazieren gehen, anhält und gafft. Vielleicht haben es die Betroffenen ja auch spektakulärer empfunden als es aussah. Was uns so entgegenkommt ist auf jeden Fall spektakulärer als unsere Sandkastenspiele.

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Wir fahren weiter durch St. Mary's Bay und finden in St. Joseph's am St. Josephs's River einen ruhigen Übernachtungsplatz. Samstag sind wir noch gar nicht weit gefahren, da fällt uns ein Toyota Camper mit deutschem LB-Kennzeichen auf.

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Wir halten an und lernen Lisel und Gebhard aus Kirchheim am Neckar kennen. Die beiden sind in unserem Alter und haben auch schon einige Reiseerfahrung. Nach einer Stunde Austausch zwischen Tür und Angel, sind wir sicherm dass, es noch viel zu erzählen gibt. Email und Whapp werden ausgetauscht, wir wollen versuchen nochmal zusammenzufinden.

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Am Salmonier's Nature Park erwischen wir gerade eine Stunde mit "nur" Nieselregen für den Besuch. Hier finden verletzte Tiere und solche, die nach einer Verletzung nicht mehr "wildtauglich" sind, ein sicheres Zuhause. Schneeeule, Karibu, Luchs, Marder, Murmeltier, Elch … und noch einige andere Kanadische Einheimische, die wir hier in ihrer natürlichen Behausungen gar nicht alle entdecken.

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Zurück in St. John's suchen wir uns einen ruhigen Platz auf dem … Walmart. Da nur etwa einen Kilometer von Mercedes entfernt, können wir morgen dort um 7.30 Uhr vor den Toren stehen. Vorher gibt’s mal wieder bei Boston Pizza ein leckeres Abendessen. Die Sportsbar ist zwar nicht ganz günstig, aber wir haben nirgendwo so schmackhafte Pizza auf krustigem dünnen Teig gegessen, dazu leckere Blattsalate mit Pfirsich, Frischkäse und Pecan-Nüssen an Balsamiko Dressing, mmmhhhhh. Und dazu neueste Sportberichte auch aus Übersee.

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Pünktlich, wie die Maurer sind wir die ersten Kunden bei Mercedes am nächsten Morgen. Zum Ölservice und Kerzenwechsel ordern wir noch eine allgemeine Inspektion, was zur Folge hat, dass wir nach 3 Stunden eine Liste von Mängeln erhalten, die zu beheben sind. Allerdings sind die Ersatzteile dafür aus Deutschland oder Toronto zu bestellen.

Wir entscheiden zunächst machen zu lassen, was möglich ist, die Ersatzteile aus Toronto sind am nächsten Morgen da, wir dann auch noch mal. Was zwingend zu machen ist, soll in Deutschland bestellt und zu Mercedes in Halifax geliefert werden, wo wir in etwa 2 Wochen sein werden.

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Den Abend verbringen wir im NO St. John's am Middle Cove Beach, einem Treffpunkt der Einheimischen, die bis spät in der Nacht kommen und gehen. Trotzdem ist der Platz schön und die Nacht absolut ruhig.

Am nächsten Morgen fahren wir über Torbay zurück in die Provinzhauptstadt, wo das Ersatzteil, Zuleitung zum Dieselfilter, inzwischen eingetroffen ist. Der Einbau dauert dann nochmal 'ne Weile, aber es bleibt am Nachmittag noch genug Zeit 160 km nach Süden zum Cape St. Mary's Ecological Reserve zu fahren. Ja mit den Heiligen haben's die Nufies und hier auf Avalon ganz besonders mit Maria.

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Als wir am späten Nachmittag auf dem Parkplatz des V.C. einparken, können wir den 200 m entfernten Leuchtturm gerade noch im Nebel erkennen. Zwei Stunden später sehen wir keine 20 m weit, dafür hören wir alle 30 Sekunden das Nebelhorn, allerdings so dezent, dass es die Nachtruhe nicht stört.

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Das Ecological Reserve hier im Südwesten von Avalon ist bekannt für seinen Vogelfelsen. Auf dem Felsen und in den benachbarten Klippen sollen 70.000 Vögel nisten, vorwiegend Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöwen und Tordalk, deren Namen wir noch nie gehört haben. Wir versuchen erst gar nicht zu zählen, es sind unzählige, wer behauptet es seinen 70.000 soll ruhig recht haben. Iris gibt ja bei solchen Erkundungen nicht gerne nach, aber sie ist geschwächt, hat Wolframs Erkältung übernommen.

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Vom Vogelfelsen fahren wir den Cape Shore Trail nach Norden bis Argentia. Der Fährhafen ist geschlossen. Um diese Zeit fährt wohl keine Fähre. Fähren fahren, Schiffe gehen, hier tut sich aber grad gar nichts.

Zügig ziehen wir weiter und sind nach unspektakulären 140 km wieder in Clarenville. Da nur wenige Walmarts in Kanada echte Superstores mit Frischetheke sind, kaufen wir heute mal wieder bei Sobeys ein. Frisches Gemüse, Obst und auch Sprudelwasser fehlen uns. Meist bietet ein benachbarter Liquorstore, oft nur durch einen Durchgang verbunden, seine Waren an. So können wir unseren Weinvorrat auffüllen. Und wenn auch Mittwoch, heute bleibt die Küche kalt, unser Gas ist leer :-((

Wir kaufen einen heißen Hahn, Iris bastelt einen griechischen Salat, Wolfram ist für das Entkorken zuständig und schon wird der Walmart Parkplatz neben sieben anderen Campern zum gemütlichen Homemade Restaurant.

Die erste Aufgabe am nächsten Morgen, ist es Gas für den Herd zu finden. Google schickt uns zum Coastl Mechanics im 3,5 km entfernten Marine Drive. Dort müssten wir unsere Flasche ausbauen, können aber auch die 3,5 km wieder zurückfahren. Gleich neben "unserem" Walmart in der Myers Avenue können wir auch Gas direkt über eine Zapfpistole in unseren Anschluss tanken, ohne Flaschenausbau. Nachdem auch noch der Dieseltank gefüllt ist, geht’s nach NW auf die Bonavista Halbinsel.

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Unser erster Halt ist das verträumte Fischerdörfchen Trinity. Zugegeben, unsere Stimmung und Empfindung ist oft vom Wetter geprägt. Heute hat's 16 °C, es ist kaum bewölkt, da lacht das Reiseherz schon.

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Dann noch so ein chilliges Örtchen, da strahlt es. Der Weg von Trinity zum Fort Point Lighthouse ist umrahmt von einer Bilderbuchlandschaft, da fängt man schon mal an zu scherzen. Otto, deine Ausrede bei der Geschwindigkeitskontrolle ist absolut die glaubwürdigste!!

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Für die kommende Nacht checken wir in Elliston auf dem Municipal Campground ein, von hier sind es nur 1 ½ km Spaziergang zum Puffinfelsen.

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Puffins sind Papageientaucher, hier an ihrem Heimatfelsen sind sie besonders zutraulich. In kaum 2 Meter Entfernung watscheln sie durch's Gras, richtig fliegen ist das was sie machen gar nicht, eher ein Hochfrequenzflattern bringt sie in der Luft voran. Da wirkt das, was die wenigen Möwen zwischen diesen Flattermännern betreiben, richtig elegant. Ruhige Flügelschläge, perfektes Steuern im Wind und lange Gleitphasen, so geht fliegen.

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Auf dem Heimweg kommen wir am Sea Breeze Take Away Lädchen vorbei. Die vielen, die hier auf ihr Essen warten, können nicht irren. Während auch wir warten, beobachten wir zwei Surfer, die mehr oder noch weniger das Wellenreiten versuchen. Was will man sagen, wenn man's (Wolfram) selbst noch nicht versucht hat. Aber auch zu fliegen wie die Möwe hat er noch nicht versucht, und weiß trotzdem wie's geht.

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Von Elliston nach Bonavista sind es nur 10 km. Eine erste Orientierung bietet das Visitor Centre, von dort geht’s direkt zu Ye Matthew Legacy. Hier ist der Nachbau der Matthew, dem Schiff, mit dem John Cabot 1497 hier in Bonavista, Neues Land fand, zu besichtigen. Der erste Nachbau des Segelschiffes liegt übrigens in Bristol, England. Mit diesem hat eine Crew 1997 zur 500 Jahrfeier die Reise Cabots wiederholt.

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In 45 Tagen von England immer nach Westen, wo Königin Elisabeth in Bonavista schon wartete. Trotzdem war die Leistung Giovanni Cabotos und seiner 20 Besatzungsmitglieder eine Bedeutendere. Sie wollten damals nach Asien und wussten nicht, wo sie wann ankommen würden.

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Wir sind beeindruckt. Noch ein Spaziergang durch den Ort mit kleinem Snack in Neil's Yard bevor wir ans Cap fahren, wo die "echte" Mathew 1497 und die "nachgebaute" 1997 gelandet waren. Hier parken wir am Fuß des John Cabot Denkmals ein, Iris umwandert den Leuchtturm, begegnet dabei Walen und Puffins und baut endlich einen Inukshuk. Ja auch wir hinterlassen manchmal Spuren.

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Morgen brechen wir dann in Richtung Westen auf, in etwa einer Woche wollen wir unsere Neufundland Tour beenden. Vorher hoffen wir nochmal Lisel und Gebhard zu treffen, ob's klappt erzählen wir dann aus Nova Scotia. :-)

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05. - 15 August 2017 (km 231.496)
Grand-Falls - Sandbanks PP - Porte Aux Basques - Chezzetcook

Natürlich klappt es! Vom Cape Bonavista Lighthouse fahren wir nochmals zu Neil's Yard. Hier frühstücken wir hervorragende Brettonische Crêpes mit Schinken und Käse und haben Internet (hier in Neufundland leider immer nur über Wifi). Wir erreichen Liesel und Gebhard, die gerade in Clarenville sind und verabreden uns am Terra Nova NP Visitor Centre.

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Die Freude über unser Wiedersehen ist groß und da wir für die nächsten drei Tage die gleiche Route geplant haben, stimmen wir unsere Stopps ab. Heute Abend treffen wir uns in Gambo, an einem Punkt, an dem wir vor etwa 10 Tagen schon mal übernachtet haben. Das merken wir allerdings erst, als wir vor dem "Trailway Cabin" überschwänglich herzlich vom Besitzer begrüßt werden "You must like my place".

Leider ist "unser" wunderschöner Platz direkt am Ufer des Gambo River heute abgesperrt. Nebenan läuft ein Fest mit Festzelt und der schöne Rasenplatz wurde für ein Game of Horseshoes umgebaut. Wir finden trotzdem zwei nette Plätze nebeneinander und bevor wir gemeinsam eine von Liesel und Gebhard bereitete Suppe schlürfen, schlürfen wir in der Bar erst mal ein paar Bierchen.

Es gibt ja viel zu erzählen, die beiden haben neun Monate den Iran, die Emirate und den Oman bereist, nächstes Jahr wollen sie nach Südamerika, von da können wir berichten. Den Bierchen folgt ein Fläschchen Wein, auch hier haben wir einen ähnlichen Geschmack, wobei Gebhard konsequent einheimische Gewächse bevorzugt. Heute ist es ein Syrah aus British Columbia.

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Um 22.30 Uhr beginnt das Rock Konzert im nahen Festzelt. Glücklicherweise ist die Band sehr gut und trifft auch unseren Musikgeschmack und das bis kurz nach 2 Uhr früh! Am Morgen zum Frühstück musiziert dort, wo gestern die gute Band rockte der Kirchenchor, auch das ganz brauchbar.

Unsere Etappe am Sonntag führt uns 240 km weiter nach Westen. Treffpunkt ist der Walmart in Grand- Falls Windsor. Nach unseren Einkäufen ziehen wir weiter Richtung Salmonid Interpretation Centre am nahen Exploits River. Der kurze Stopp auf dem Weg dorthin am Mary March Museum ist etwas enttäuschend.

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Iris wollte dort unbedingt mehr erfahren über die letzte Beothuk Frau Demasduit (Mary March). Aber wir erzählen so viel, dass wir die karge Ausstellung kaum wahrnehmen. Auch die Lachsleiter am Salmonid Centre bietet heute nur wenig Interessantes, dafür ist unser Übernachtungsplatz im Flussbett des Great Rattling Brook umso begeisternder.

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Der Weg dorthin über schlaglochreiche Rüttelpiste ist schnell vergessen. Wir bekommen Besuch aus der Nachbarschaft, Wayne erklärt uns alles Sehenswerte in der Umgebung, springende Lachse, und Fischer, die sie fangen wollen und lädt uns ein, wenn wir etwas brauchen einfach bei ihm vorbeizukommen. Seine Eltern waren übrigens äußerst kreativ, Waynes Bruder heißt natürlich John. Der nächste Morgen will nicht richtig hell werden. Es gießt aus Kübeln. Ob der Fluss steigt und wir bald nasse Füße haben? Vorher hört der Regen aber auf und wir fahren auf kürzestem Weg auf den TCH (Trans Canada Highway). Die Rüttelpiste gestern hat uns veranlasst unsere Reiseroute zu ändern.

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Geplant war in Badger Richtung SW zu fahren und von dort auf etwa 100 km Schotterpiste weiter bis zum Hwy 410, der zum Sandbank PP führt. Fünfzehn Kilometer Gerüttel gestern war genug, so beschließen wir auf dem TCH bis Deer Lake und von dort auf befestigter Straße weiter nach Süden zu fahren. Außerdem können wir so auch noch ein Stück gemeinsam mit Liesel und Gebhard fahren.

Zum heutigen Übernachtungsplatz wählen wir noch vor Deer Lake einen Punkt aus unserer iOverlander App, Howley. Als wir dort ankommen ist der Zugang zum "freien Stellplatz" von einen Erdhügel zugeschüttet. Wir fahren 150 m weiter bis zu einem Parkplatz und warten auf unsere Freunde. Es dauert nicht lange und ein Toyota fährt vor, allerdings nicht mit LB-, sondern mit BB-Kennzeichen. Liesel und Gebhard hatten schon erzählt, dass ein deutsches Paar, das sie auf der Baja getroffen hatten, seit ein paar Tagen auf der Insel sei und sie diese treffen wollten.

Angelika  und Steffen stellen sich vor und überzeugen uns, dass wir uns auch schon begegnet sind, nämlich 2013 auf einem Willi-Treffen in Deutschland. Etwas peinlich, dass wir sie nicht widererkennen. Umso schöner, dass wir jetzt die Gelegenheit haben einander unvergesslich zu werden. Nachdem auch Liesel und Gebhard eingetrudelt sind, beschließen wir für eine Nacht einen Platz für drei zu finden.

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Kaum einen Kilometer liegt der auch schon am Ufer des Sandy Lake. Der Abend wird lang, wenn auch trotz Lagereuer recht kühl. Gebhard und Steffen können sich über ihre Toyos auslassen, Angelika und Wolfram über ihren Bimobilaufbau. Iris kuriert ihre Grippe im Bett. Trotz mancher unterschiedlicher Standpunkte bleiben wir Freunde, jeder akzeptiert die Sichtweise und Erfahrung des anderen und diskutieren ist doch so schön.

Trotzdem trennen wir uns am nächsten Morgen. Die Böblinger sind auf dem Weg nach Osten, wir anderen nach Westen. Liesel und Gebhard beschließen uns weiter bis Sandbanks zu begleiten, bevor sie zum Cape George fahren, wo wir schon waren. Ein Stopp in Deer Lake am VC, wo es Internet gibt und bei Foodland, wo es Futter gibt. Um das Weinlager aufzufüllen müssen wir nochmal in Corner Brook anhalten.

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Wieder treffen wollen wir uns an einem Punkt auf dem Hwy 480 beim Little Grand Lake Wildlife Reserve. Dort finden wir uns auch, nur keinen nahen Übernachtungsplatz. Erst kurz vor Peter Strides Pond zeigt ein Hinweis auf das River Camp, das sich aber als Camp für die Straßenarbeiter herausstellt. Wir fahren immer weiter am Fluss entlang, kommen ihm aber nur bis auf einige hundert Meter nah. Dort bereiten wir uns auf eine ruhige Nacht mit einer oder waren es zwei Flaschen Wein vor.

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Am Mittwoch sind es dann nur noch 76 km bis Burgeo. Der Wald weicht weitem Grasland, der Himmel ist nur wenig bewölkt, und Burgeo, ein idyllisches kleines Fischerdorf. Im Hafen gibt’s ein Schwätzchen mit einem Segler, der etwas älter ist als wir und an einer Regatta von Boston nach Halifax teilgenommen hat. Auch das ist eine Variante des Rentnerlebens.

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Zum Sandbank PP sind es nur noch 7 km. Der Campground dort bietet auch Waschmaschinen, die wir nach drei Wochen ohne dringend brauchen. Die Sandbanks sind weite goldgelbe Atlantikstrände und wir beschließen noch einen Tag zu bleiben.

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Am Morgen geht’s zum Aussichtspunkt, von wo wir einen grandiosen Rundumblick auf die Dünenlandschaft haben. Den Tag verbringen wir (faul) mit Lesen und Strandspaziergängen. Unseren letzten gemeinsamen Abend in Neufundland beschließen wir an einem Lagerfeuer.

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Wolfram hatte bereits von Gebhard erfahren, dass Rundhölzer vor dem Verfeuern zu spalten sind. Heute bekommt er den Beweis. Zur Erinnerung: "Reisen ist die schönste Art zu lernen" (Stefan Schirmer). Der Freitag begrüßt uns wieder sonnig und so verabschieden wir uns nach sechs unterhaltsamen Abenden, wenn auch etwas traurig, strahlend.

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Wir wissen noch nicht so recht, wo wir heute landen werden. Nachdem die 150 km bis zum THC aber in weniger als zwei Stunden gut laufen, beschließt Wolfram auch noch weitere 160 km bis zum Fährhafen in Port Aux Basques durchzuziehen. Dort bekommen wir zunächst einen Dämpfer. Wir können nicht vor Dienstag 11.45 Uhr auf die Fähre. Nein, hier können sie keinen früheren Platz anbieten, wir sollen es ab 18 Uhr bei Shermain im Customer Service versuchen. Vorsorglich reservieren wir für Dienstag und planen beim Essen im Harbour Restaurant, was wir in den nächsten drei Tagen noch auf Neufundland besuchen wollen.

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Nach dem Essen cruisen wir durch den kleinen Ort und halten nach einem schönen Platz für die Nacht Ausschau. Den finden wir am Grand Bay Beach und sind wieder etwas relaxed. Punkt 18 Uhr fragen wir am Customer Service nach Shermain. Die freundliche junge Dame beglückt uns sofort mit einer Zusage für die 23.45 Uhr Fähre am Sonntagabend und nach weiterer Nachfrage – Iris kann ja so charmant sein – sogar für die 11.45 Fähre am Samstag. Wir freuen uns und Shermain setzt noch einen drauf. Wir sollen uns jetzt schon in die Warteschlange für die Fähre heute um 23.45 Uhr einreihen, falls dort noch ein Plätzchen frei ist, könnte uns der Lademeister noch mitnehmen.

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Wir reihen uns an zweiter Stelle für die Nachrücker ein, vor uns ein Reisemobil aus Florida, ca. zweieinhalb Mal so lang wie wir. Um 23 Uhr sind alle Fahrzeuge verladen, das Schicksal meint es schon wieder gut mit uns. Als vorletztes Fahrzeug zwängt Wolfram den OF-EN hinter die Stoßstange eines LKW. Hoffentlich geht die Klappe der Fähre noch zu. Aber vorher muss noch ein winziger KIA neben uns einparken.

Der Fährmeister empfiehlt nicht die laute Caféteria in der 7. Etage zu besuchen, auf Deck 8 ist es deutlich ruhiger und die Lichter werden gedimmt. Dort finden wir auch noch zwei sehr gemütliche Sessel. Gemütlich für den Film, aber nicht so zum Schlafen. Die Überfahrt in der Nacht dauert etwas länger als geplant, wir stellen unsere Uhren wieder eine halbe Stunde zurück, um 8 Uhr fahren wir in North Sidney auf Nova Scotia Boden.

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Neufundland mit seinen so herzlichen und gastfreundlichen Menschen war wild, weit und wunderschön, man hätte Monate dort in der Natur und den winzigen Fischerdörfchen verbringen können. Aber in zwei Wochen kommen Wolke und auf die freuen wir uns ganz besonders.

Wir sind müde und suchen erst mal einen schönen Platz, wo wir einige Stunden schlafen können. Den finden wir an einem sonnigen Aussichts- und Picknickplatz ganz nahe am Fährhafen. Niemand stört die nächsten drei Stunden. Gegen Mittag machen wir uns auf, auf möglichst kurzem Weg (520 km) nach Halifax, zu Mercedes Benz.

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Heute werden es erst mal nur knapp 100 km bis zum Battery PP, wir müssen noch etwas Schlaf nachholen. Im PP suchen wir einen schönen Platz und finden den auch. Es ist wieder der schönste im ganzen Park, sind wir überzeugt, mit weitem Blick über den St. Peter's Canal unter uns. Hier gibt's wieder endlose Pfade durch die Natur und Iris macht gerade noch einen langen Erkundungsspaziergang, dann beginnt es zu regnen.

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Jetzt wird's gemütlich. Wein und Schokolade und … Internet. Ohne Fernsehen ist das Internet immer wichtiger geworden. Es bedeutet Nachrichten aus der Heimat und Informationen. Wolfram findet eine Seite "arbeiten-unterwegs.de", wo zwei Digital-Nomaden Lösungsvorschläge für Internet im Wohnmobil aufzeigen. Vielleicht ist ja Reisen nicht nur die schönste Art zu lernen, sondern auch zu arbeiten!?

Der Regen hört erst am Sonntagmorgen auf. Wir machen uns auf den Weg. In Port Hastings fahren wir über die Damm-Schleusenbrücke, die wir vor etwa fünf Wochen schon in die Gegenrichtung befahren hatten um auf Cape Breton zu kommen. Danach biegen wir aber Richtung Süden ab. In Guysborough genießen wir im "Days Gone By" Restaurant ein leckeres Mittagessen. Iris Clamchowder, Wolfram Roastbeef Dinner, eine Art Tafelspitz. Wenn auch so nicht erwartet, trotzdem überzeugend.

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Gut gesättigt fahren wir noch etwa 60 Km bis Goldboro, wo wir auf dem großen Platz des Interpretive Centres direkt am Wasser stehen können. Hier sind wir alleine über die Nacht, es ist entsprechend ruhig. Am Montag geht es auf Zick-Zack-Kurs, den der Straßenverlauf vorgibt weiter nach Westen. In Sherbrooke am St. Mary's River halten, wir um Internet zu finden. Wir müssen mit Mercedes in Halifax telefonieren. Beanie's Bistro bietet neben leckerem Essen auch freies Internet.

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Kaum dass wir stehen, fährt ein Wohnmobil aus Gütersloh vor. Heide und Joachim sind damit unterwegs und haben hier ihre "Nachbarin" Christa aus Deutschland besucht, die hier seit 20 Jahren ihren Zweitwohnsitz hat. So ergibt sich ein unterhaltsamer Lunch zu fünft im flippigen Bistro. Bei Mercedes sind die Ersatzteile aus Deutschland noch nicht eingetroffen, werden aber in den nächsten Tagen erwartet. Wir können uns also Zeit lassen.

Nach einem kurzen Rundgang durch den geschichstträchtigen Ort vorbei am Sherbrooke Village, fahren wir 100 km weiter bis zum Tailor Head PP. Nachdem dort die wenig einladenden Schilder "No Camping" aufgestellt und der schöne weiße Sandstrand von reichlich Tagesgästen bevölkert ist, fahren wir einfach weiter.

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Nach etwa 85 km finden wir am Lower Chezzetcook einen Platz am Meer, wie er nicht schöner sein kann. Leicht erhöht stehen wir mit Blick auf den Big Lake und gleichzeitig auf einen endlos langen Atlantikstrand. Der Gipfel - unsere AT&T Simcard bietet Internet, beste Grundlage für die weitere Streckenplanung, Zeitunglesen beim Morgenkaffee und ein Tagebuchupdate. Aber zuerst wird der Strand mal abgelaufen :-)

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In 11 Tagen haben wir die Fähre von Yarmouth nach Portland gebucht, bye bye Canada, welcome USA. Von Virginia und insbesondere Charlottesville werden wir uns fernhalten!

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16. - 26. August 2017 (km 233.283)
Halifax - Peggy's Cove - Kejimkujik NP - Cape Sable Island

Der Mittwoch steigert sich von diesig nach neblig zu regnerisch bei knapp 18°C. Wir brechen auf. Im nur 30 km entfernten Porters Lake PP wollen wir Strom und Wasser tanken und unser Abwasser loswerden. Da alle Plätze mit Elektroanschluss reserviert sind, füllen wir nur Frischwasser auf und entsorgen.

Bis Halifax sind es noch 40 km, dort schauen wir uns erst mal den Walmart in der Innenstadt an, kaufen ein, schauen wo Mercedes ist und fahren an den Westrand der Stadt. Dort gibt es noch einen Walmart, Sobeys, NSLC (Liquor Shop ;-) und was das Herz sonst noch begehrt. Die Parkplätze sind eben, das Übernachtparken erlaubt. Hier sind wir für heute richtig.

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Zu Mercedes sind es am nächsten Morgen nur 8 km und die aus Deutschland bestellte Zugstange der Lenkung ist innerhalb einer halben Stunde ausgetauscht. Jetzt muss nur noch die Achse vermessen werden oder sollte auch das Radlager überprüft werden!? Das linke Vorderrad hat erhebliches Spiel, vermutlich ist der Achsschenkelbolzen defekt - dieses Teil ist auch aus Deutschland geliefert worden – also wird auch das noch ausgetauscht. Weitere zwei Stunden später ist klar, es ist nicht der Achsschenkelbolzen, sondern das Lager selbst.

Heute wird das nichts mehr mit der Reparatur, wir müssen in ein Hotel. Mercedes organisiert alles, ein nahes Motel (ca. 100 CAD pro Nacht) und auch den Shuttle dorthin. Unsere Stimmung ist mehr als gedrückt, den Fernsehabend genießen wir nicht.

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Freitagmorgen wird, nachdem das Radlager gesäubert und geschliffen ist, alles wieder zusammengebaut. Ein dickes Schmierfettpaket soll dem Lager besseren Halt geben. Uns wird zugesichert, dass wir so ohne Probleme unsere Reise in Nordamerika zu Ende bringen könnten. Für Teile und Arbeit zahlen wir 1600 EUR und glauben weiter fest an unsere Mercedes.

Um uns etwas abzulenken, fahren wir an die Uferpromenade, parken auf Salter Block und durchwandern die Altstadt. Nach einem Eis von Cow, ein dicker Ballen in einer Schokowaffeltüte, umgerechnet 5 EUR, relativiert sich die Mercedesrechnung schon etwas. 1600 EUR sind nicht mal ein Jahr lang täglich ein Ballen Eis! Nach zwei Stunden haben wir auch Pier 21 besichtigt. Hier sind Wolframs Vorfahren in den 1950er Jahren gelandet und haben geholfen aus Kanada ein solch tolles Land zu machen.

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Am Nachmittag brechen wir auf. Wir wollen in den nächsten Tagen die Lighthouse Route im Südwesten Nova Scotias entlang fahren. Das erste Ziel auf dem Trail heute soll Peggy's Cove mit dem meist fotografierten Motiv in Nova Scotia sein. Etwa 5 Kilometer vorher müssen wir abbremsen und umkehren. Auf einem Parkplatz haben wir im Vorbeifahren zwei deutsche Autos gesehen, ein schwarzer Mercedes G mit Reisekabine und ein Allrad Sprinter mit Bimobil Kabine.

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Gerhard und Marianne, genannt Minni, fahren den G, Lothar und Jutta den Sprinter. Schon Liesel und Gebhard hatten von den Vieren erzählt, die sie von der Baja California kennen und in Labrador wieder getroffen hatten. Bevor wir uns zu einigen Gläsern Wein zusammensetzten wollen wir zwei noch Peggy's Cove sehen.

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Dort finden wir Touristen ohne Ende, zwei Busse mit Chinesischen? Japanischen? Schriftzeichen und Menschen mit vorwiegend blass gelber Hautfarbe und ständig lächelnden Augen, wie der Laschet aus NRW. Eine Runde am Leuchtturm vorbei, Iris stromert im trüben Abendlicht durch das wirklich sehenswerte kleine Fischerdörfchen und schafft es auf ihren Bildern die vielen Menschen einfach auszublenden ;-)

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Und schon geht’s wieder zurück zu den Schwaben (KfZ-Kennzeichen ES und LB). Ein netter Abend folgt, besonders die beiden G-Fahrer sind stolz auf ihre Gefährte(n), die Werkstattrechnung von heute Morgen ist vergessen.

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Sonntag fahren wir getrennt weiter, wir in Richtung SW über Tantallone, Chester, Mahone Bay nach Lunenburg. Es regnet in Strömen und so bleibt die Stadtbesichtigung eine Rundfahrt im OF-EN. Fünfzehn Kilometer weiter setzen wir mit der Fähre über nach La Have, wo eine gemütliche Bäckerei/Bistro zum Lunch einlädt. Bis zum Rissers Beach PP ist es dann gar nicht mehr weit, hier können wir endlich auch wieder die Bordbatterie aufladen.

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Sonntag früh freundet sich Iris mit einer Dogge auf dem Nachbarplatz an. Wenn die große schlanke Dame sitzt, erreicht sie immer noch fast Iris' Schulterhöhe. Aber auch der Abschied muss sein.

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Weiter geht’s bis Liverpool, im Touristenbüro dort kann man uns nur wenig überzeugen länger zu bleiben und nach einer kleinen Stadtrundfahrt biegen wir auf den scenic Hwy 8 Richtung NW ab. Wir wollen in den Kejimkujik NP. Nach ca. 25 km, liest Iris in einer vom Visitor Centre mitgegenommenen Broschüre, dass vom 17. bis 20. August in Liverpool das 27. Hank Snow Tribute Festival stattfindet.

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Heute ist der letzte Tag, wir kehren um. Am Hank Snow Home Town Museum erfahren wir, dass die letzte Gruppe um 13.30 Uhr im Baseballstadion begonnen hat. Es ist 14.30 Uhr. Scheibenkleister. Den Eintritt haben wir schon mal gespart ;-

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Dafür besichtigen wir das kleine Museum, das in der ehemaligen Eisenbahnstation unzählige Ausstellungsstücke des über 50 Jahre berühmten Kanadischen Country Musikers ausgestellt hat. Die Festivalbesucher sind übrigens stilecht in farbenprächtigen Oldtimern angreist.

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Wieder zurück auf dem Hwy 8 checken wir nach ca. 50 km gen Norden bei strahlendem Sonnenschein im Keji NP auf dem Jeremy's Campground ein, bauen den Grill auf, sammeln Holz und genießen den Abend am ganz privaten Lagerfeuer. Hier im dichten Mischwald ist es zwar etwas dunkel, aber der Zugang zum blauen See unter blauem Himmel ist ganz nah und bald sind wir auch blau :-), nein heute nicht!

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Der sonnige Montag wird mit einem ausgiebigen Spaziergang am Mersey River entlang begrüßt und nach den Mill Falls, die eigentlich nur Rapids sind, treibt es uns vom Kejimkujik NP weiter nach NW bis Anapolis Royal. Wir sind jetzt wieder in Acadier Region. Überall wehen die blau – weiß - roten Flaggen mit dem gelben Stern. Entsprechend heißt die Küste hier French Shore. Ab hier fahren wir den Evangelian Trail, der von einigen imposanten katholischen Kirchen gesäumt ist.

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Nördlich von Port Maitland empfiehlt iOverlander am Bastletts River Pond Stellplätze für die Nacht. Leider ist der Parkplatz am Ende der Schotterstrecke mit fünf Fahrzeugen voll belegt. Wunderschöner Platz am Wasser, aber warten, bis eines der Fahrzeuge Platz macht, wollen wir nicht. Langsam geht’s weiter auf kleinen Sträßchen längs der Küste. Wir werden schon ein schönes Plätzchen für heute finden.

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Schließlich landen wir am Cape Forchu Lighthouse im Westen von Yarmouth. Nachdem wir den Spuren des alten Leif Ericson gefolgt sind, wollen wir im Hafen bei Stanley Lobster kaufen. Der hat aber nur lebende und die sind mit 14-16 CAD / lb auch ziemlich teuer. So schlagen wir am Seafaring Sons Memorial in Yarmouth Bar unser Nachtlager auf. Bis auf die zwei riesigen Autofähren, die hier um 22 Uhr und 7.15 Uhr vorbeikommen ist es absolut ruhig.

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Dienstag früh fahren wir dann nach Yarmouth zur Fähranlegestelle, um uns erklären zu lassen wie die Verschiffung in die USA am Samstag ablaufen wird. Alles ganz easy. 7.30 vorfahren, Pässe bereithalten, Buchungsnummer nennen und ab auf die Fähre. Ok, wenn das so einfach ist, wird der OF-EN für den Länderwechsel nochmal gewaschen.

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Bis Freitag wollen wir noch etwas abhängen. Damit wir für die Neu-England Tour mit unseren Freunden ausgeruht sind. Dafür haben wir die Südspitze Nova Scotias ausgesucht. Cape Sable Island liegt ca. 80 km östlich von Yarmouth. Entspannt fahren wir soweit als möglich an der Küste entlang. Der ausgesuchte Punkt liegt an einem etwa 1 km langen Sandstrand im Osten der kleinen Insel.

Die letzten 500 m von der South Side Road zu den Sanddünen sind etwas abenteuerlich und mit normalem PKW nicht machbar. So sind wir die einzigen Gäste am blütenweißen Sandstrand mit seinem türkisgrünen Meer. Da kann man doch alt werden ;-)

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Wir positionieren uns wiedermal wie es besser nicht geht und beschließen mindestens bis Donnerstagmittag zu bleiben. Bevor es uns aber langweilig wird mit immer nur Sundowner, wie Thomas vor 6 Jahren schon befürchtete, beginnt Wolfram schon mal damit die letzten Tage in Kanada im Tagebuch festzuhalten, während Iris am Atlantik entlangstromert; Arbeitsteilung eben.

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Am Mittwoch wird's nur langsam hell. Der Nebel verzieht sich erst am späten Vormittag. Das richtige Wetter für unsere Büroarbeit und Strandspaziergang. Ab Nachmittag freuen wir uns auf Liesel und Gebhard, die gegen Abend zu uns stoßen. Es ist doch schön, wenn Freunde zu Besuch kommen, das hat man auf Reisen nicht so oft.

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Es gibt auch schon wieder einiges zu erzählen, von den Erlebnissen der letzten 10 Tage seit wir uns verabschiedet haben, von den Plätzen, wo wir waren und den Menschen, denen wir begegnet sind.

Auch wenn wir ziemlich in die gleiche Richtung fahren am Donnerstag, heißt es wieder Abschied nehmen. Liesel und Gebhard fahren längs der Südküste nach Yarmouth, wir zunächst nach Norden bis Shelburne und dann erst Richtung Westen.

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Shelburne ist ein kleines Städtchen, das wir nur kurz ansteuern, bevor wir auf Hwy 203 durch den Kanadischen Wald fahren. Seit langem sehen wir wieder mal einen Bären am Straßenrand. Ein junger Schwarzbär, der als wir näher kommen, schnell die Flucht in die Büsche antritt. Unser Ziel ist der Ellenwood Lake PP. Etwa 25 km nördlich von Yarmouth, wo wir einen netten Chill 'n Grill Nachmittag in 2samkeit verbringen, gewissermaßen unser Kanada-Abschieds BBQ.

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Es bleibt aber noch Freitag der 25te, Wolframs Geburtstag. Der Tag begrüßt ihn sonnig mit klarem blauen Himmel. Wir verbummeln den Vormittag noch im Provincial Park und machen uns um die Mittagszeit auf den Weg nach Yarmouth. Trotz des strahlenden Wetters beschließen wir die Wäscherei dort anzufahren. Wir wollen mit sauberen Klamotten nach USA kommen und außerdem bietet die Coin-Laundry ein schnelles Internet, Wolfram kann seine Geburtstagswünsche aus alles Welt empfangen und sich gleich dafür bedanken.

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Den ruhigen entspannten Nachmittag beschließen wir auf einem Picknick Platz nicht weit von der Fähranlegestelle, von der aus wir morgen früh Kanada verlassen werden. Der wunderschöne Tag endet mit einem grandiosen Sonnenuntergang; so wird uns Kanada strahlend in Erinnerung bleiben.

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26.08. - 06. September 2017 (km 234.298)
Yarmourth - Portland (USA)

Kurz 7 sieben Uhr sind wir am nächsten Morgen am Fähranlegehafen. Vor uns sind nur wenige Autos, nach uns kommen noch einige. Trotzdem werden wir als eines der letzten Fahrzeuge verladen, wir gehören nämlich dieses Mal zu den großen.

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Da eine der sechs Maschinen nicht hundertprozentig in Ordnung ist, wird die Überfahrt nach Portland nicht 5 ½ sondern 6 ½ Stunden dauern.  Unser Vertrauen ist leicht angekratzt. Während der Überfahrt bearbeitet Iris die Homepage, Wolfram liest, der Atlantik bietet außer endlosem Wasser nichts Aufregendes. Erst eine Stunde vor Ankunft kommt wieder Land in Sicht.


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