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usa04. - 11. März 2017 (km 215.838) USA Ost
Carolina Beach - Outer Banks - James River SP

Auf der US 17 geht unsere Route noch etwa 40 km durch das hier sehr touristische South Carolina. Erst in North Carolina ist der Straßenrand wieder frei von Pappmaché- Felsen und Wasserfällen mit gefärbten Wasser.

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Weil wir erst um die Mittagszeit aufgebrochen sind, fahren wir auch lediglich 100 km heute. In Wilmington drehen wir eine Sonderrunde, weil Wolfram die Auffahrt auf die US421 nach Süden verpasst und so bekommen wir etwas vom historischen Städtchen mit, das nach Hollywood und New York die dritte Filmmetropole der USA ist.

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North Carolina gehört kulturell zu den Südstaaten, musikalisch und essensmäßig können wir das noch nicht nachvollziehen aber die Architektur der Wohnhäuser ist eindeutig. Ziel unserer Tagesetappe ist der Carolina Beach SP im Süden von Wilmington und hier können wir uns auch wieder über einen realistischen Preis für einen Stellplatz von 18 USD freuen. Während Wolfram den OF-EN installiert, darf Iris losziehen bevor es dunkel wird.

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Das schöne Wetter am Montagmorgen, wenn zunächst auch nur 14°C, regt zum Golfspielen an. Auf dem städtischen Platz findet allerdings gerade ein Turnier statt und wir müssen auf den 8 km entfernten Echo Farms Course ausweichen. Für uns Senioren werden für die 18 Loch Runde 29 USD einschl. Cart aufgerufen, da leistet sich Wolfram doch gleich mal noch einen antiken Driver von Callaway für 5 USD.

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Am Tee 1 begrüßen wir Pat, der sich unserem 2-er Flight anschließt. Nachdem Iris sich vorgestellt hat, fragt er Wolfram ob er auch Ire sei? Iris und Irish klingt halt ähnlich, vor allem wenn man selbst Ire ist. Pat ist 70 und spielt deutlich besser als wir, aber das  lässt er nicht raushängen. Es wird eine angenehme Runde und am Ende darf sich iris aus Pats Kofferraum wieder um die Bälle ergänzen, die wir nicht lange gesucht haben um das Spiel nicht zu verlangsamen.

Nach dem Spiel fahren wir noch 90 km bis Jacksonville, wo wir im Cracker Barrel zu Abendessen. Das Restaurant betritt man über einen Landhausstore, der mit unzähligen Accessoires aus dem Landleben bestückt ist. Man nimmt Platz in einem gemütlichen gut bürgerlichen Gasthaus mit leckerer Hausmannskost. Wir sind das zweite Mal in einem Restaurant dieser Kette und zahlen auch heute nur 25 USD für uns beide. Dafür gibt’s gegrillte Rippchen mit Kartoffelbrei und Krautsalat. Praktischerweise bleiben wir auf dem Parkplatz über Nacht stehen.

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Von Jacksonville bis zur Cedar Island Ferry sind es 135 km. Die Landschaft ist nach wie vor südländisch, wenn auch ohne Palmen. Das saftige Grün wird abgewechselt von den ersten blühenden Bäumen. Wir sind geruhsam unterwegs und weil wir früh aufgebrochen sind kommen wir gerade zurecht zur Fähre um 10.30 Uhr. 15 USD kostet die 2stündige Überfahrt auf die Outer Banks. Um 12.40 Uhr fahren wir in Ocracoke auf die der Küste vorgelagerte Inselkette.

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Die richtige Zeit um im Gaffer’s Sports Pub eine Mittagspause einzuschieben. Das Pub ist gefällig, Eigentümer und Bedienung überaus freundlich, obwohl der Laden recht gefüllt ist. Die anderen Restaurants hier auf der Insel meinen es sei noch keine Saison und haben geschlossen.

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Von Gaffer’s führt uns der Weg auf der kaum 300 m breiten Insel nach Nordosten auf die nächste Fähre, die uns kostenfrei weiter nach Hatteras Island befördert. Auch diese Tour dauert über eine Stunde, in der wir neben Pelikanen auch fliegende Fische (oder sind’s laufende) beobachten können.

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Leider ist der angefahrene Frisco Campground noch bis April geschlossen und wir finden erst am Ende der Insel auf dem Island Hide-A-Way Campground ein Plätzchen. Von hier geht’s am nächsten Morgen weiter Richtung Norden, zunächst immer noch auf dem schmalen usaInselstreifen.

Rechts und links der Insel genießen Kite- und andere Surfer Wind und Wellen. Ähnliches haben in Kitty Hawk vor mehr als hundert Jahren schon die Brüder Wright getan. Ob die sich bei ihrem ersten 12 Sek. dauernden Flugversuch auch über Wind und Wellen gefreut haben? Eher wohl nicht. Wir halten immer wieder an um schnell mal über die Dünen zu klettern und das Meer zu sehen;-)

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Von Kitty Hawk aus wechseln wir über eine fast 5 km lange Brücke aufs Festland. Noch auf der Insel hatte uns ein Regen-Graupel-Schauer überrascht, der die Temperatur in wenigen Minuten von 19 °C auf 8°C fallen ließ. Es besteht also kein Grund mehr länger von einem sonnigen Südstaat zu schwärmen. Wir fahren 70 km weiter NNW nach Virginia.

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Hier weist unsere Karte den Parkplatz am Dismal Swamp Canal Trail als möglichen Übernachtungspunkt aus. Sehr zu Iris Freude, die gleich mal in der Abendsonne loszieht und einen Teil des Trails entlang des Kanals spaziert. Leider stört die nahe kaum von Sträuchern getrennte US17 etwas die Nachtruhe.

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In den nächsten Wochen werden wir wohl immer wieder mal auf solche Übernachtungsmöglichkeiten oder Walmarts zurückgreifen, hier ist einfach noch keine Camping Saison. Wir befinden uns übrigens auf 35.5° nördliche Breite, ähnlich wie Marbella in Südspanien. Aber auch diese Breiten haben im ersten Märzdrittel schon Tage um die 20°C. Der Himmel blau, die Sonne strahlt, das ist Golferwetter.

Den ersten Platz, den wir anfahren den Cedar Point Golf Course können wir nicht spielen. Der zuständige Golf-Pro muss uns absagen, da der Manager des Privatclubs nicht sein Plazet gibt. Er gibt uns aber den Tipp nach Suffolk etwa 15 km zurück zu fahren. Der River Front Golf Club dort heißt Gäste willkommen, allerdings müssten wir 2 ½ Stunden auf eine TeeTime warten, da auch andere Golfer das um diese Jahreszeit ungewöhnlich herrliche Wetter ausnutzen.

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Wir beschließen unser Verlangen zu unterdrücken und fahren weiter zur Hog Island Wildlife Management Area. Hier wird der grüne Platz an der Boatramp zum Lawnes Creek unser Nachtlager. Außer Fischern zuzuschauen oder selbst zu fischen (was wir ja bekannterweise nicht beherrschen) gibt’s nichts zu tun, also wird die weitere Strecke nochmal auf offene Campingplätze und State Parks untersucht, FAZ gelesen und das vierte Paar Socken zuende gestrickt.

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Der Freitagmorgen begrüßt uns mit 13°C schon recht frisch. Die nächsten Tage sollen Nachttemperaturen bis -6°C und auch Schneefälle bringen. Das klingt bitter nach drei Monaten Florida!

Südlich an Richmond vorbei fahren wir 140 km bis zur Amelia Wildlife Management Area. Die Temperatur fällt auf 5°C. Den ersehnten Stellplatz in der Natur finden wir leider nicht. Die Schüsse einer nahen Schießanlage lösen bei Wolfram fast allergische Reaktionen aus und wir fliehen Richtung NW in der Hoffnung an den Powhatan Lakes einen schönen Platz zu finden.

Aber auch hier kommt keine Begeisterung auf und so geht es nochmal fast 100 km weiter Richtung Westen bis zu einem der wenigen geöffneten State Parks, dem James River S.P.

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Schon auf dem Weg dahin begrüßt uns die Bergkette der Blue Ridge Mountains und wir sind leicht an den heimatlichen Odenwald erinnert. Hier werden wir zwei, drei Tage Pause machen, sagen wir, bevor die Rangerin den Übernachtungspreis von 42 USD nennt. Trotzdem, für heute sind wir genug gefahren, insgesamt 270 km. Wir finden einen schönen Platz bei strahlender Nachmittagssonne – der State Park ist leer – direkt neben dem Waschhaus. Statt Unterwäsche zu waschen hatten wir schon angefangen neue zu kaufen ;-)

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Also Wäsche in die Waschmaschine und auf zur Wanderung zum Tye River Overlook. Dieser fliest dort ganz ungewöhnlich in einem rechten Winkel in den James River. Üblicherweise treffen sich zwei Flüsse in einem Y. Es gibt endlos viel Wege durch den hügeligen Waldpark, längs des James River finden wir die schönsten. Iris erinnert sich an Sonntagnachmittag Spaziergänge mit der Familie als sie selbst noch Kind war.

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Da wir nicht vor 15 Uhr auschecken müssen, nutzen wir den Vormittag bei klarem aber frostigen Wetter zum einen zum Tagebuchschreiben, zum anderen warmgepackt nochmal durch die Wälder zu streifen.

Heute Nachmittag wollen wir nach Roanoke zum dortigen Farmer’s Market fahren. Markthallen mit Obst und Gemüseständen dazu Stände mit köstlichen einheimischen frischen Snacks locken. Wie’s war erzählen wir nächstes Mal.

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11. - 19. März 2017 (km 217.131)
Blue Ridge Parkway - Lexington - Skyline Drive - Lake Anna SP

Unser Ausflug nach Roanoke am Nachmittag gestaltet sich dann doch anders als geplant. (Der Mensch plant und Gott lacht) In Roanoke wird heute St. Patrick’s Day gefeiert. Der sonst wahrscheinlich recht verträumte Ort ist eine einzige Partymeile. Die Menschen tragen irisch grüne Hüte, Kappen, Schals und Kilts. Einige sind am frühen Nachmittag schon recht blau und still, die meisten recht berauscht und laut. Da fühlen wir uns gar nicht wohl.

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Auf dem Platz, wo sonst der Farmer’s Market abgehalten wird, spielt dazu eine noch lautere Rockband und die Jugend tanzt und johlt. Nein, nix für Oversixties. Der Walmart liegt etwa 10 km außerhalb und ist ruhig. Wir kaufen gemütlich ein uns richten danach eine leckeres Essen. So feiern die Älteren. Hier genießen wir auch eine ruhige Nacht.

Der Sontag beginnt klar und hell. Der Eingang zum Blue Ridge Parkway (BRP) liegt nur wenige Kilometer entfernt und wir freuen uns über den weiten Blick auf die blauen Berge an den zahlreichen Aussichtspunkten auf dem Bergkamm. Immer wieder kreuzt der Appalachian Trail unseren Weg. Mit 2000 Meilen ist es der längste markierte Fußweg der Welt.

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Wir unternehmen nur kleine ausgewiesene Wanderungen an den Aussichtspunkten. Ein Zwischenziel ist der Peaks of Otter Campground, aber der ist zu dieser Jahreszeit noch geschlossen. Zum Cave Mountain Regional Park verlassen wir den Parkway auf einem Waldweg. Aber auch dort ist der Campingplatz noch geschlossen.

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Auf der Suche nach einem ruhigen Platz für die Nacht fahren wir immer tiefer in den Wald hinein. Es ist wunderschön in dieser Einsamkeit. Als wir gerade meinen das richtige Plätzchen gefunden zu haben, parkt dort ein Geländewagen ein und sieben Jagdhunde springen heraus auf den Weg. Eine Dame kommt mit großen Schritten und finsterem Blick auf uns zu. Sind wir hier auf Privatgelände? „ Sie werden es nicht erwarten, dass Sie hier jemand auf Deutsch anspricht“ meint die inzwischen strahlende Lois zu Wolfram und stellt sich als pensionierte Deutschlehrerin vor.

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Ihr Deutsch ist akzentfrei,für das folgende längere Gespräch fallen wir aber wieder ins Englische zurück, da ihr Partner Wayne auch mitredet. Es dauert nicht lange und wir werden eingeladen für die kommende Nacht auf ihrem Hof im nahen Glasgow zu stehen. Aber zunächst wollen die beiden ihre Hunde ausführen und wir die Natural Bridge of Virginia besichtigen. So trennen sich unsere Wege. Wir fahren die 13 km zum Naturdenkmal und machen einen schönen Sonntagsspaziergang durch die Natural Bridge vorbei am Lost River zu den Lace Wasserfällen. Heute ausnahmsweise mit wenigen anderen Touristen.

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Da es danach noch früh am Nachmittag ist entscheiden wir in Glasgow nicht anzuhalten, sondern noch ein weiteres Stück auf dem Blue Ridge Parkway nach Norden zu fahren. Erst auf dem Aussichtspunt über Buena Vista halten wir an und entscheiden hier über Nacht zu bleiben. Ein traumhafter Sonnenuntergang über den blauen Bergen belohnt uns für diese Entscheidung.

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Als wir am Montagmorgen auf dem Parkway weiter nach Norden ziehen wollen, ist die Straße gesperrt (übrigens hinter und vor uns;-). In Buena Vista ist das Visitor Center verwaist, erst in Lexington bekommen wir Auskunft zum Grund der gesperrten Straße, allerdings auch nicht überzeugend: Wartungsarbeiten!?

Wir schauen uns erst mal die kleine Universitätsstadt an. Hier wurde die Idee von Thomas Jefferson von einer Universität auf dem Land, weit weg von Zerstreuung und Verlockung einer Großstadt verwirklicht. In der Washington und Lee Universität werden Geisteswissenschaften gelehrt, im daneben liegenden Virginia Military Institute (VMI) werden junge Kadetten zu Ingenieuren ausgebildet.

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Diese Woche sind Frühjahresferien und so bekommt Iris keinen der Studenten in ihren schneidigen weißen Uniformen mit weißen Handschuhen zu Gesicht. Dafür sind aber die prächtigen Bauten aus dem 19ten Jhd. mit den weißen Säulengängen zu bewundern.

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Nach unserem Ausflug in die Vergangenheit, versuchen wir etwas weiter nördlich wieder auf die Kammstraße einzubiegen. Bei strahlendem Sonnenschein scheuchen wir unsere Mercedes über enge Serpentinen auf 900 m Seehöhe nur um festzustellen, dass die Straße auch hier gesperrt ist. Also geht’s im Westen wieder runter ins Tal.

Am Crab Tree Falls Campground checken wir ein. Aber als uns die Dame an der Rezeption erklärt, dass wir damit rechnen müssen in der kommenden Nacht eingeschneit zu werden entscheiden wir um. Dies ist auch der wahre Grund, warum die Kammstraße gesperrt ist und wie uns das Internet verrät, warum Angela Merkel ihre Reise nach Washington auf Freitag verschoben hat.

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Unsere Erfahrungen mit einem Blizzard, vor dem wir im vergangenen November gewarnt worden waren, und das nicht Ernstnehmen dieser Warnung wird wieder wach. Zügig machen wir uns auf den Weg zur nächst größeren Straße, die hoffentlich geräumt wird. In Lovingston erkundigen wir uns im Visitorcenter zur Wetterlage.

Wir sollten keinesfalls heute noch nach Nordosten fahren, am besten gleich hier auf dem Parkplatz übernachten. Hier werden nur 5 cm Schnee erwartet, weiter Richtung Washington sollen es schon 20 cm sein. Wir folgen dieser Empfehlung, besonders weil jetzt um 17 Uhr die ersten Flocken vom Himmel schweben.

Die Nacht wird dann doch nicht so schlimm, am Morgen liegt nur etwas Graupel über den Pflanzen und es sieht nicht nach weiterem Schnee aus. Auf unserem Weg weiter nach Norden sehen wir schon, dass es hier etwas mehr Schnee hatte, der allerdings nur den Straßenrand ziert. Wir checken im Misty Mountain Resort ein, das für 40 USD alles bietet, was das Camper Herz begehrt.

Natürlich Strom, aber auch beheizte Außenwasserzapfstellen (bei -11°C in der Nacht sinnvoll), 6 kleine gemütliche Badezimmer, Laundry, Camperstore, der neben RV-Ersatzteilen sonst auch noch alles hat, superschnelles Wifi an allen Plätzen und – das alles in wunderschöner Natur, zwischen Bäumen und Hügeln, an einem Bach mit endlosen Wanderwegen. Nach einem kleinen Spaziergang heizen wir den OF-EN an und machen es uns gemütlich.

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Die Nacht wird eisig kalt und am Morgen können wir fast zusehen, wie der Bach vor unserem Balkon zufriert. Leider stimmt auch etwas mit unserer Heizung nicht. In der Nacht war die Wasserpumpe ständig gelaufen, Zeichen für eine Undichtigkeit im Druckwassersystem. Die Diagnose ist schnell gestellt. Das Frostkontroll-Ventil der Heizung ist defekt. Der Reparaturversuch dauert länger und muss mehrfach mit neuen Ideen wiederholt werden, bis einigermaßen Vertrauen zur Lösung eintritt. All dies bei frostigen -5°C mit klammen Fingern.

Am frühen Nachmittag fahren wir weiter Richtung Osten. In Staunton im Visitorcenter begrüßt uns Gottfried mit Wiener Dialekt. Ihn hat es vor 30 Jahren beruflich in die USA verschlagen und er ist geblieben. Sein Interesse für die Geschichte macht ihn zum perfekten Fremdenführer. Mit seinen Empfehlungen wissen wir was es hier zu besichtigen gibt.

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Nur wollen wir bei der klirrenden Kälte keinen Stadtbummel machen, es wird eine Stadtrundfahrt, die uns zum Schluss zum Frontier Culture Museum führt. In diesem Freilichtmuseum wird in originalgetreuen wieder aufgebauten, teils aus der Pfalz importierten Bauernhöfen das Leben während der Besiedelung der Region um 1730 dargestellt. Bei wärmerem Wetter bewirtschaften hier Schauspieler in Kostümen die Höfe. Heute sitzt lediglich Rosa bei Handarbeit im beheizten Eingangsbereich. „ Ai, wo seid dann ihr her. Isch bin aus de Kurpalz.“ begrüßen uns heimatliche Töne.

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Wir halten uns dennoch nicht lange auf und verziehen uns auf den Parkplatz vor Lowes, einem großen amerikanischen Baumarkt. Hier kann Wolfram die für eine dauerhaftere Reparatur notwendigen Schläuche, Kappen und Dichtungen für unser Wassersystem erwerben. Sicherheitshalber übernachten wir hier, vielleicht müssen wir ja morgen früh nochmal nachbessern.

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Da die Nacht ruhig verläuft, sind wir ermutigt einen neuen Anlauf zu unternehmen den Skyline Drive, die Fortsetzung des Blue Ridge Mountain Parkway nach Norden durch den Shenandoah N.P. zu befahren. Aber der ist nach wie vor gesperrt. Wir fahren parallel dazu im Osten der Blue Ridge Mountains bis Luray und von dort auf die Ostseite des Shenandoah River, wo wir wieder mal ein wunderschönes Naturcamp beziehen.

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Inzwischen ist es auch etwas wärmer geworden, aber immer noch viel zu kalt um im kristallklaren Wasser des Flussbetts zu baden ;-) Also gibt’s nur einen langen Spaziergang entlang des Flussufers über Rinderweiden und wieder zurück in den warmen OF-EN.

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Freitagmorgen fahren wir weiter zum Nordeingang des Shenandoah NP bei Fort Royal. Eigentlich glauben wir schon nicht mehr daran den „breathtaking“ Skyline Drive fahren zu können, aber die Rangerin am Eingang erklärt überaschenderweise die Straße und der Zugang zum Park seien etwas weiter südlich wieder freigegeben. Von ihrem Eingang dürfen wir nur ein kurzes Stück in den Park einfahren, was uns aber schon einen Vorgeschmack auf die weite Sicht über das Shenandoah Tal erlaubt. Wir kehren um, wo die Straße gesperrt ist und fahren im Flusstal wieder nach Süden bis Luray.

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Zunächst spielt auch noch das Wetter mit und wir können den Skyline Drive weiter bis zum Südeingang bei Afton/Waynesboro befahren. Am Byrd Visitorcenter machen wir halt und kommen gerade recht zu einer Filmpräsentration zum 1935 eröffneten NP. Der Film hat leider eine sehr schlechte Qualität und auch sonst nicht viel interessantes inhaltlich zu bieten.

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Während der Weiterfahrt trübt der Himmel immer weiter ein und da alle Campsites im Park noch geschlossen sind, müssen wir auf den schon bekannten Walmart Parkplatz bei Staunton ausweichen. Wie schon vor zwei Tagen ist die Nacht wieder ruhig und am Morgen entscheiden wir keinen neuen Versuch in Richtung Parkway oder Skyline Drive zu unternehmen sondern nach Westen über Charlottesville bis zum Lake Anna zu fahren. Die Universitätsstadt Charlottesville ist etwas größer und der Verkehr nervt den Fahrer ganz besonders, während die Beifahrerin die zwischen vielen grünen und blühenden Bäumen gesetzten prachtvollen Universitäts- und anderen Gebäude erfreuen.

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Zurück auf dem Land kehrt wieder Entspannung ein und der Lake Anna SP lässt wieder die alte Gelassenheit einkehren. Noch scheint die Sonne bei warmen frühlingshaften Temperaturen und Iris bleibt bei ihrem Spaziergang an den See trocken. Doch gegen Abend beginnt es zu regnen, in der Nacht recht heftig.

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Bei einem solchen Wetter sitzt man gerne im OF-EN und der Sonntagvormittag wird zum Büro Tag.

Am Mittag soll's weitergehen bis Fredricksburg, von dort bis Mitte der Woche nach Washington D.C. Leider hat unsere Kanzlerin das Weiße Haus ja schon wieder verlassen, es bleibt aber auch ohne sie interessant.

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19. - 27. März 2017 (km 218.134)

Mason Neck NP - Washington D.C. - Annapolis - Allegany SP

Es wird früher Nachmittag bis wir aufbrechen. Als Iris die Wäsche aus der Waschmaschine in den Trockner stecken will, muss sie feststellen, dass die Maschine nicht geschleudert hat. Da wir Strom und Internet haben, ist für Unterhaltung gesorgt.

Die geplante Strecke zur Pettigrew WMA ist auch nur 63 km und so sind wir lange vor Dunkelheit vor Ort. Wir haben die Gegend gewählt, weil nur fünf km entfernt der Four Winds Golfcourse liegt.

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Montagmorgen haben wir auch das passende Wetter, Sonnenschein und 15°C. Der Platz ist nicht besonders gepflegt, die Abschläge oft gar nicht, ein Sturm hat Äste auf die Fairways geweht, die Greens sind nass und langsam. Wir haben trotzdem unsere Freude.

Am Nachmittag fahren wir dann noch 70 km in Richtung Norden, zunächst nach Fredrickburg, dann auf der I95 bis Woodbridge, wo wir nach dem Einkauf auch übernachten.

Als wir am nächsten Morgen aufbrechen, merkt Wolfram sofort, dass Mercedes nicht ihre volle Leistung bringt. Keine Beschleunigung und am Berg verlässt sie ganz die Kraft. Iris googelt sofort nach der nächsten Mercedeswerkstatt und die ist auch keine 10 km weit. Bevor wir dort im Office unser Problem schildern, will Wolfram erst mal selbst unter die Haube schauen. Der Verdacht fällt auf den Turbolader, aber dort zeigen sich keine offensichtlichen Mängel. Der zweite Blick zeigt, dass zwischen Ansaugung und Lader ein Schlauch vom Stutzen gerutscht ist. Mit wenigen Griffen ist die Verbindungsschelle gelöst, der Schlauch aufgeschoben und mit der Schelle wieder gesichert. Mercedes dankt die kleine Reparatur sofort mit gewohnter Leistung und wir können weiter.

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Der Mason Neck NP ist unser Ziel. Hier sollen Weißkopfadler, das amerikanische Wappentier, vermehrt zuhause sein. Bevor wir auf den Bayview Trail längs der Belmont Bay laufen, erkundigen wir uns in der Rangerstation. Die Rangerin erklärt, dass zurzeit Brutsaison ist, deswegen nur wenige Vögel in der Luft zu sehen seien.

Auf der kleinen Wanderung sehen wir das auch bestätigt. Unzählige Eichhörnchen, Kanadagänse und ein Murmeltier sind unsere einzige Ausbeute. Trotzdem sind wir glücklich und das Wappentier werden wir, wenn auch nicht lebendig bei den Washingtonausflügen in den nächsten Tagen oft genug sehen.

Als Ausgangspunkt für diese Ausflüge haben wir den Greenbelt SP Campground im Nordosten Washingtons gewählt. Von dort ist es am nächsten Morgen ein Fußmarsch von 2,5 km bis zur College Park-University of Maryland Metrostation. Nach etwa 25 Minuten Bahnfahrt bis ins Zentrum Washingtons können wir unsren Rundgang beginnen.

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Im Smithsonian Castle Visitor Center holen wir uns die notwendigen Empfehlungen. Wir müssen Schwerpunkte setzten. Washington bietet zig kostenfreie, bestens ausgestattete Museen, da weiß man nicht wo man anfangen soll. Wir wollen uns auf die Mall konzentrieren, das 4 km lange Verbindungsband zwischen Capitol und Lincoln Memorial.

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Der Rundgang führt zunächst nach Osten zum National Museum Of The American Indian. Schon von außen ein sehr imposantes Gebäude; innen dann über mehrerer Geschosse Leben und Kunst der Ureinwohner. Dazu im Erdgeschoss ein Restaurant mit verschiedenen Leckereien gegliedert in Spezialitäten von West- bis Ostküste. Wohl gestärkt ziehen wir weiter zum Capitol.

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Der Führung durch das Innere wollen wir uns nicht anschließen, zu lange Warteschlangen. Wir sind schon so beeindruckt und wollen die Kongressmitglieder nicht bei ihrer Arbeit stören. Heute Abend soll über die Änderung zu Obamas Gesundheitsreform abgestimmt werden, was von diversen Demonstrationen am Osteingang begleitet wird.

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Vom Capitol Hill geht unser Weg auf der Nordseite der Mall nach Westen. Vorbei an der Nationalen Kunstgalerie, durch den Sculpture Garten geht’s zum Museum für Naturgeschichte. Dort begeistert uns die Austellung der Nature's Best Photographers. Weiter vorbei an der endlosen Schlange zum Museum der Amerikanischen Geschichte. Auch am Nationalmuseum der Afroamerikaner ist die Schlange der Wartenden lang. Es ist das jüngste der Museen längs der Mall und wir verschieben den Besuch auf morgen.

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Gleich nebenan steht das Washington Monument ein fast 170 m hoher Obelisk, errichtet zu Ehren von George Washington, dem ersten Präsidenten der USA. Von hier sind es auch nur noch wenige hundert Meter zur Südseite des Weißen Hauses. Auch hier könnte man eine Führung durch wenige der 132 Räume machen, aber wir begnügen uns mit der Ausstellung und einem sehr informativen Film im benachbarten speziellen White House Visitor Center.

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Danach ist dann aber genug. 7,5 km lang war unser Rundgang und hat 4 ½ Stunden gedauert. Wolfram hat tapfer mitgemacht, hat aber schon den Ablauf für den zweiten Besichtigungstag im Kopf.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem OF-EN zur im SO gelegenen Branch Avenue Metro-Station. In Washington steigen wir an der Unionstation aus, dem sehenswürdigen Hauptbahnhof der Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Von hier nehmen wir den Circulator-Bus zur Nordseite des Weißen Hauses. Es gibt verschiedene Routen durch die Stadt, die man für 1 USD nutzen kann. Egal, wo man aussteigt, bei jedem Zusteigen zahlt man nur 1 USD.

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Von der Nordseite des Weißen Hauses laufen wir zum Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur und reihen uns heute in die Schlange der Wartenden ein. Im Museum verläuft sich dann die Menschenmenge und wir lassen uns von den Ausstellungen in den vier Geschossen begeistern.

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Wieder nutzen wir den roten Circulator Bus um vom Washington Monument zum Lincoln Memorial zu kommen. Es strahlt die Sonne und wir laufen entlang des Vietnam Veteran Memorial, das die Namen der Gefallenen im Vietnam Krieg aufführt. Der Garten der deutsch-amerikanischen Freundschaft blüht zurzeit überhaupt nicht, liegt wohl am Frost? ;-)

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Wir haben genug gesehen und laufen zur Triangle Metro Station direkt gegenüber des Trump International Hotels. Der Louise F. Cosca Regional Park Campground liegt nur 2 km südlich vom Parkplatz der Metrostation, an der unser OF-EN wartet. Für 5 USD kann man die Parkplätze an den Metrostationen nutzen. Die Metro-Tageskarte kostet 14,50 USD, der öffentliche Verkehr mit seiner Infrastruktur ist beispielhaft. Obwohl zwei Tage Sightseeing ganz schön sättigend sind, beschließen wir noch in Annapolis Halt zu machen, bevor wir in Richtung Toronto durchstarten.

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55 km im Osten an der Chesapeake Bucht gelegen ist der kleine Ort, Hauptstadt des Bundesstaates Maryland und war sogar einmal für neun Monate die Hauptstadt der USA. 1783 unterschrieb hier George Washington sein Rücktrittsschreiben als Kommandant der siegreichen Kontinentalarmee im Unabhängigkeitskrieg.

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Wir schlendern durch den historischen Ort, genießen den hier berühmten Crabcake und besuchen das Maryland State House in dessen altehrwürdigen Sälen wir gerade laufende usaSitzungen durch die offenen Türen verfolgen können.

Weil wir am nächsten Tag früh gestartet sind, erreichen wir unser Tagesziel den Furnace SP lange vor Mittag. Es ist schönes Wetter und viele Amerikaner haben einen Ausflug in die Natur unternommen. Zu viele für uns, es zieht uns weiter. Bei Loysville essen wir bei April’s Country Kitchen zu Mittag und fühlen uns wie in einer Häcker Wirtschaft in Großheubach der 70er. Der Gastraum wirkt wie ein gerade geräumtes Wohnzimmer und ist urig gemütlich.

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Kurz vor dem Ort State College ist ein Waldparklatz als möglicher Übernachtungsplatz ausgezeichnet. Nur ist der jetzt wegen Bauarbeiten nicht zu erreichen. Wir irren etwas über Waldwege durch die Natur bis wir aufgeben und nochmals 50 km weiterfahren bis zum Black Moshanon SP. Manchmal kommt es aber knüppeldick, auch hier ist der Campingplatz noch geschlossen.

Da wir im Leben aber immer Glück haben, treffen wir ein paar Ranger an, die gerade ein Radrennen hier im Park organisieren. Sie erklären uns in Pennsylvania, da sind wir inzwischen, können wir überall in den State Forests campieren. Sie geben den Hinweis am Kephart Damm zu stehen, wo wir nach 370 Tageskilometren ein wirklich traumhaftes Plätzchen finden.

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Die Sonntagsetappe ist dann "nur" 190 km bis zum Allegany SP im State New York. Auch hier soll ein Campingplatz ganzjährig geöffnet sein, ist es aber nicht. Iris überzeugt die Parkpolizistin, dass es zu spät ist für weitere Suche nach einem Campingplatz und nach einem ausführlichen Bericht über unsere Reise dürfen wir uns einen Platz auf dem Parkplatz am See aussuchen. Zu allem Glück findet Wolfram am Bootshaus auch noch einen Elektroanschluss, über den wir unsere Bordbatterie nachladen können. Wir spazieren gleich mal um den Red House Lake und kommen klitsch nass aber glücklich wieder zuhause an.

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In der Nacht und während des Montags gehen immer wieder Regenschauer nieder. So beschließen wir eine weitere Nacht hierzubleiben und das unwirtliche Wetter für ein Tagebuchupdate zu nutzen.

Mittwoch, Donnerstag werden wir die Niagarafälle besuchen. Freitag wollen wir in Toronto sein. Unser Flug für den Osterurlaub in Deutschland ist für den 6. April gebucht. Am 23. Mai kommen wir zurück um den Osten Kanadas und Neu England zu bereisen. Kann das Leben schöner sein?

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28. - 29. März 2017 (km 219.069)
Niagara Falls USA - Grenze nach KANADA

Dienstag ist es noch bedeckt, aber der Regen hat nachgelassen. Wir verlassen den Allegancy S.P. in Richtung Westen, Jamestown. Von dort geht’s am Westufer des Lake Chatauqua entlang zum Erie See. Auch hier halten wir uns an die schmale Uferstraße, die parallel zur I90 verläuft. In Dunkirk machen wir auf einem Parkplatz Lunchpause, bevor wir noch 60 km bis zum Walmart in Hamburg, einem kleinen Ort südlich von Buffalo fahren. Hier übernachten wir.

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Mittwoch haben wir dann richtig schönes Wetter. Das war so vorhergesagt und deshalb wollen wir heute die Niagarafälle auf US Seite besuchen. Eigentlich war der Plan mit der „Maid Of Mist“, einem Boot, bis an die Wasserfälle heranzufahren, aber das Schiff wird erst in drei Tagen zu Wasser gelassen. Die Saison beginnt dieses Jahr am 01.April. So machen wir uns auf einen Spaziergang. Vom Visitor Centre laufen wir auf eine Beobachtungsplattform, die einen guten Blick auf die American Falls zulässt.

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Man muss wissen, der Niagara Fluss verbindet den Erie See mit dem etwa 60 m tiefer liegenden Ontario See. Als Niagara Fälle stürzt der Fluss, geteilt von den Inseln Luna und Goat in die Tiefe. Es ergeben sich drei Absturzkanten, die 260 m breiten American Falls, die nur 15 m breiten Bridal Vail Falls und die mächtigen 670 m langen, wie ein Hufeisen gekrümmten Horseshoe Falls. Insgesamt stürzen hier bis zu 6000 m3 Wasser pro Sekunde in die Tiefe. In der Nacht werden ¾ davon über ein Stauwehr umgeleitet, um Strom zu gewinnen. In der Touristensaison werden die Fälle dann am Morgen per Knopfdruck wieder eingeschaltet.

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Wir verlassen die Aussichtsplattform in Richtung Niagara Falls State Park, wo wir ganz nahe an die Absturzkanten der Fälle herankommen. An den Horseshoefalls nimmt ein dichter Sprühnebel dem Brillenträger die Sicht. Und doch haben wir nach zwei Stunden genug gesehen. Morgen wollen wir von der kanadischen Seite nochmal auf die Fälle schauen.

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Der Ort an den Wasserfällen hier heißt sinnvollerweise Niagara Falls, übrigens auch der Schwesterort auf der kanadischen Seite. Heute bleiben wir noch einmal in den USA und checken im Royal Motel & Campground ein. Für 42,-$ gibt’s Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss. Das angebotene free wifi ist kaum zu nutzen, weil es immer wieder aussteigt. Aber wir sind froh einen sicheren und ruhigen Platz zu haben und freuen uns auf die Tage in Kanada.

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