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03. - 05. Februar 2015 (km 147.215) Mexiko ll
Grenzort La Mesilla/Cuauhtemoc

Schon sind wir wieder in Mexiko. Hier steht gleich der Zoll parat, beguckt den OF-EN auch kurz von innen, ohne was zu suchen, eben nur mal gucken. Ein Drogenhund darf außen noch mal kurz schnüffeln und wir werden weitergewunken ohne neues Fahrzeugpapier. Das Zollpapier von der Einfuhr in Veracruz hat weiter seine 10 Jahre Gültigkeit.

Das Einreisepapier und die Stempel in den Pässen gibt es erst 2 km weiter in Ciudad Cuauhtémoc. Selbstverständlich dürfen wir 180 Tage bleiben. Im Fernsehen im Büro läuft gerade das Fußballspiel Bayern gegen Schalke, was viel wichtiger ist mit uns Weltmeistern zu besprechen als eine Aufenthaltserlaubnis. Klack, klack – klack, klack, zweimal zwei Stempel und wir sind herzlich willkommen. Oft sind wir nicht ein zweites Mal auf unserer Reise in das gleiche Land eingereist und irgendwie fühlt sich’s ein bisschen wie nachhausekommen an.

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Bis nach San Cristóbal de las Casas sind es 175 km und auf den guten mexikanischen Straßen schaffen wir die in weniger als 3 Stunden. Der Campingplatz Rancho San Nicolas (N16 44.034 W92 37.317) liegt etwas außerhalb im Osten der Stadt und wir müssen diese durch enge Gässchen durchqueren.

Zusätzlich werden die Gässchen von Gerüsten verengt die der Fassadenrenovierungen zum Erhalt des Weltkulturerbegütesiegels dienen. Viel größer als unser OF-EN sollte das Fahrzeug, dass diesen Campingplatz anfährt nicht sein, auch wenn es immer geradeaus und um keine Ecken geht. Als wir ankommen ist es schon dunkel und außer Alfredo dem netten Manager können wir niemanden begrüßen.

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Am nächsten Morgen sehen wir dann, dass alle hier parkenden Fahrzeuge aus den Staaten sind. Wir begrüßen die Nachbarn und richten uns ein. Wir haben für drei Nächte bezahlt, 540 MXN (32 €) ein fairere Preis für Superduschen, sauber , schön und heiß, WiFi, Strom, Wasser und Dumpingstelle direkt am Platz. Schnell fühlen wir uns wohl in der Campergemeinde.

Am Nachmittag kommt Paloma, die unsere Wäsche abholt und uns die zwei Kilometer in den Ort mitnimmt. Wir verschaffen uns einen Überblick, trinken Kaffee am Plaza, kaufen fürs Abendessen ein und fahren mit dem Taxi zurück zum Rancho San Nicolas.

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Bei unserer Ankunft hat Iris die "Neuen" Thomas und Claudia begrüßt. Die beiden sind mit ihrem VW-Camper auf dem Weg nach Süden. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen gibt’s einen ersten Austausch, bis die Kälte Wolfram zurück in den OF-EN treibt.

Hier wartet Arbeit auf ihn, die Ereignisse der letzten Wochen wollen dokumentiert sein.

05. – 14. Februar 2015 (km 147.621)
San Cristobal - Puerto Arista -Puerto Angel - Acapulco

Nach getaner Arbeit sitzen wir nochmal mit Claudia und Thomas zusammen. Sie haben tolle Empfehlungen für USA und wir bekommen Karten und Wegpunkte für GPS und Basecamp. Obwohl wir in der gemütlichen kleinen Hütte des Campingplatzes sitzen, in deren offenem Kamin ein großes Feuer prasselt, ist es doch recht kalt. Wir sind ja auch auf immerhin in 2100 m Höhe. Bald ziehen wir uns in unsere Camper zurück und genießen dort die Wärme der Heizung.

In San Cristobal gibt es noch einiges zu sehen und so machen wir zwei uns am nächsten Tag noch mal auf den Weg in den Ort. Als erstes fesselt uns der Australier, der einer überdimensionalen Bettpfanne grandiose Töne entlockt.

Als Wolfram am Ende der Vorstellung nach dem erstmals gesehenen Instrument fragt, erklärt Sam, dass es sich um eine Handpan, eine schweizer Erfindung handelt und er einen deutschen Kollegen habe, der es ebenfalls spielen könne.

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Der Ort hat ein wunderbares Flair. Viele alternative, junge Menschen verkaufen ihre beachtenswerte Handwerkskunst oder spielen auf exotischen Instrumenten. Der französische Bäcker produziert hier schon seit neun Jahren sehr erfolgreich seine gigantischen Backwaren.

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Der bunte Mercado Municipal erfreut uns ebenso wie die Markthalle mit Fleischern und Fischern. Hier kaufen wir für wenig Geld ausgezeichnetes Obst und Gemüse von freundlichen Einheimischen.

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Unseren unterhaltsamen Bummel beschließen wir mit einer Probe mexikanischer Weine von der Baja California. Als Snack gibts Chapulines, geröstete Heuschrecken. mexiko Wer hat's probiert?

Der Appetit ist angeregt und mit einem typischen Mexikanischen Essen verabschieden wir uns von San Cristobal.

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Am nächsten Morgen füllen wir im Chedraui Supermarkt (N 16 44.088 W92 39.169) noch unsere Lager und brechen auf Richtung Süden. Nach 240 entspannten Kilometern durch mehr oder weniger aufregende Landschaft kommen wir bei Jose’s Camping (N15 55.784 W93 48.173) in Puerto Arista an.

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Jose ist waschechter Kanadier und seine Gäste, zwei Camper, kommen aus den USA. Außerdem ist er ein hervorragender Koch, der uns mit einem einfachen Fischgericht verwöhnt.

Auch wenn unsere Hängematten (ja wir haben seit Guatemala endlich auch eine für Wolfram) hervorragend zwischen OF-EN und Kokospalmen zu installieren sind und es sich bei 30 °C in diesem Park voll von Cashew- und Mangobäumen sowie Bananenstauden gut faulenzen ließe, brechen wir am nächsten Morgen wieder auf.

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Von Puerto Arista geht’s wieder 16 km zurück auf die MEX200 bei Tonala. Gestern haben wir für die gut ausgebauten Straßen über 190 MXN (11 EUR) Maut bezahlt. Heute gibt es bis Juchitan de Zaragoza nur eine Mautstation, an der wir 1,80 EUR zahlen. Eigentlich wollten wir hier in der Nähe nach 220 Tageskilometern übernachten, aber es ist erst 14 Uhr am Nachmittag und die Straßen sind gut. Lass uns schauen, wie weit wir kommen. Es werden dann noch mal über 200 km, die sich bergauf, bergab längs der Pazifikküste ziehen.

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Berg ist übertrieben, wir wechseln zwischen 20 und 200 Höhenmetern und kommen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang um 18.30 Uhr am Café Maya hinter Puerto Angel an. Leider können wir nicht wie erwartet direkt am Café campen, aber 150 m entfernt direkt am Playa Zipolite steht auf dem großen freien Platz (N15 39.731 W96 30.732) schon Ofirs ziemlich alter Camper und wir gesellen uns dazu.

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Wir verbringen hier richtig faule Tage, essen Sushi und Fisch im Café Maya und da unser Frühstück besser ist als im Maya belassen wir es bei einem Versuch. Iris hat sich vor ein paar Tagen eine Gürtelrose zugelegt (viiielen Dank Bea für die richtige Ferndiagnose und dein Kümmern) und muss mehrmals zu Dr. Gomez im benachbarten Rocca Blanca,

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bis sie ausreichend Medikamente für die nächsten 3 Wochen zusammen hat, Einkaufsbummel eben. Faulenzen ist ja nicht ganz so ihr Ding, aber an diesem Traumstrand kann man sich schon mal hängen lassen.

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Mittwoch packen wir dann wieder zusammen und machen uns auf den Weg nach Acapulco. Zunächst wieder auf einer "Bergstrecke" durch gepflegte Ortschaften bis zu der auch hier gebührenfreien MEX200. Rasch sind wir im hübschen aber großen Puerto Escondido. Hier wollen wir noch nicht bleiben. Acapulco lockt, aber nach 330 km ist es dann doch genug.

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Wir machen Rast an einem Restaurant (N16 34.908 W98 49.801) mexikohinter Marquelia. Zur Vorspeise gibt’s ganz frische Austern, auch das Hauptgericht hier keine 2 km vom Pazifik, der Fisch ist frisch. Das Restaurant ist zwar eine dürftig improvisierte Straßenwirtschaft, aber Pera die Köchin hat’s drauf. Wir übernachten im Hinterhof, der an eine Müllhalde erinnert zwischen Hühnern und Hunden. Was soll’s.

Am nächsten Morgen erkennen wir, dass es nicht immer der erste Stop sein muss, es folgen deutlich gepflegtere. Ob das Essen dort auch so lecker gewesen wäre?? Bis zum Diamante Trailer Park im Osten Acapulcos sind es noch 130 km. In Guatemala hatten wir schon einheimischen Kaffee, die leckeren kleinen rosa Bananen, Ananas und Avocados genossen. Hier ist gerade Mangozeit – und die sind sooo guuut.

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Nachdem wir in dem riesigen Gelände eine Runde gedreht haben, stellen wir fest auf einem franko-kanadischen Rentnertreff gelandet zu sein. Nicht unser Ding, wir fahren weiter.

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Die vermeintliche Ortsumgehung bringt uns auf eine Strecke, die gerade Baustelle ist und wir kommen nur im Schritttempo vorwärts. Zeit um das Leben der Menschen hier am Straßenrand zu beobachten.

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Für die etwa 45 km bis zum Acapulco Trailerpark im Westen der Stadt brauchen wir knapp 3 Stunden. Für den 3 km langen Tunnel auf dieser Strecke zahlen wir wieder mal Maut, 99 MXN, ca. 6 EUR.

Am Trailer Park (N16 54.186 W99 58.553) begrüßen uns Piroschka und Jochen. Sie gebürtige Ungarin, die meiste Zeit in Kanada gelebt und seit 45 Jahren mit Jochen liiert, deshalb auch deutschsprachig. Im deutschen Sommer (gibt’s den eigentlich noch?) leben die beiden in Brandenburg im Winter hier in Acapulco.

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Die Besitzerin Rafaela ist einkaufen und die Stammgäste übernehmen kurzerhand das Management. Der leere Platz ist sehr gepflegt, liegt direkt am Pazifik, dessen Wellen krachend auf den Strand klatschen, dass die Vibrationen im OF-EN zu spüren sind. mexiko

Freitag machen wir uns mit einem Käfertaxi (120 MXN) auf nach Acapulco, La Quebrada. Hier können wir die weltberühmten Klippspringer (Clavadistas de Acapulco) beobachten. Bevor es zur Absprungkante geht, küssen die Sprungartisten die blaue Gebetssäule, zu Ehren der mexikanischen nationalheiligen Jungfrau von Guadeloupe. Die Vorstellung der jungen Burschen ist atemberaubend, im Sinne des Wortes.

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Während die Jungs die knapp 30 m in die Tiefestürzen, hält man unwillkürlich den Atem an. Sie springen in eine keine 10 m breite Schlucht.

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Da die Klippen nicht überhängen, eher leicht nach hinten geneigt sind, gilt es sich kräftig abzustoßen um im sprudelnden Wasser zu landen, das sich entweder gerade mächtig aufschäumt oder kräftig zurückzieht.

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Wir haben für den Zugang zur unteren Plattform jeder 40 MXN (2,40 €) bezahlt. Am Schluss verkaufen die Jungs handsignierte T-Shirts und halten eine Sammeltüte auf. Was bleibt diesen wagemutigen Akrobaten, mexiko der einzigen Attraktion Acapulcos neben den Stränden? Keiner der Springer war 25 Jahre alt!

Zurück in Pie de la Cuesta am Campingplatz gehen wir im benachbarten Restaurant Tres Marias essen. Die erlebte Aufregung spülen wir mit Coronna und Iris’ Lieblingsbier Indio runter. Dazu riesige Garnelen und Tacos. Wolfram Gemüsesuppe als Vorspeise ist auch nicht zu verachten!

Wie schon geschrieben hat Acapulco aus unserer Sicht keine weiteren Attraktionen und wir beschließen hier nur noch die vergangene Woche im Tagebuch zu dokumentieren. Wir wollen weiter Richtung Baja California.

14. - 22. Februar 2015 (km 148.807)
Acapulco - Puerto Vallarta - Celestino

Wir besprechen mit Piri und Jochen unsere Reiseroute. Auch mit einem Ehepaar aus Mexiko City, die hier im Trailer Park campieren tauschen wir uns aus. Leider bekommen wir unterschiedliche Empfehlungen. Piri weiß von Überfällen auf Touristenfahrzeuge und Ausschreitungen mit tödlichen Kampfhandlungen. Die Einheimischen sehen das nicht so dramatisch.

Piri, die die mexikanischen Tageszeitungen liest, kann mit uns in Deutsch darüber reden. Die Mexikaner verstehen wir nicht hundertprozentig, auch wenn die Frau ganz gut Englisch kann und ihren Mann übersetzt. Dann schauen wir nach, was das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen sagt. Jetzt sind wir völlig konfus, eine dritte Aussage “Aufgrund von teilweise gewalttätigen Massenprotesten und Ausschreitungen .. „ wird von Reisen in das Bundesland Guerero, das wir in den letzten Tagen schon bereist haben, gewarnt.

mexiko mexiko mexiko Wir waren mehrfach durch Militär- und Polizeikontrollen gefahren, alles war immer entspannt abgelaufen. Nur,"von der Benutzung der Küstenstraße zwischen Acapulco und Manzanillo wird dringend abgeraten", so explizit war sonst keine Strecke benannt. Ganau diese 650 km wollen wir fahren.

Wir entscheiden Sonntag noch einen Tag zu bleiben und die neuen Erfahrungen zu verarbeiten. Piri hält andere Streckenabschnitte für deutlich gefährlicher, zumindest hat sie noch von keinen tödlichen Überfällen auf der Küstenstrecke gelesen.

Montag früh brechen wir auf. Wir wollen die Küstenstraße nach Westen nutzen. Schon nach 20 km in Coyuca de Benítes stockt der Verkehr. Für die 2 km lange Ortsdurchfahrt bis zu der Brücke brauchen wir zwei Stunden. Iris wandert derweil entlang des Staus, kauft Obst und Gemüse und alle möglichen mexikanischen Naschereien um dann vor der Brücke die Ursache des Staus zu erkennen.

mexiko mexiko mexikoSie erfährt von den friedlichen Demonstranten, dass man neben neuen Wohnraum am Ufer vor allem für eine lokale Bürgerwehr kämpft. Also doch was dran an der "Unsicherheit" der Strecke.

Nach diesem "Engpass" läuft der Verkehr zügig weiter. Über Petatlan, Zihuantanejo/Ixtapan fahren wir bis hinter Lazaro Cardenas zum Playa Azul insgesamt 345 km. Dort parken wir vor dem ersten Strandlokal, (N17 58.923 W102 21.345) genießen jeder ein leckeres Fischgericht dazu das obligatorische Corona und übernachten auf dem gewählten Parkplatz. Nur die Brandung "stört" unseren Schlaf.
mexiko mexiko mexikoBis Manzanillo sind es am Dienstag noch mal 320 km. Am frühen Nachmittag sind wir dort und erkennen schon von weitem, diese große Hafenstadt umfahren wir am besten. Der kleine Ort La Manzanilla, 80 km von hier bietet meherer Campingplätze. Dort lauert dann echte Gefahr an der schmalen Einfahrt zur Zufahrt zu den Plätzen am Strand. Ein ausgewachsenes mindest 4 m langes Krokodil lauert am Straßenrand.

Iris kennt keine Anst, springt aus dem Auto, um möglichst nahe Aufnahmen machen zu können. Wie schnell sind diese Viecher eigentlich? Dieses hier ist jedenfalls voll relaxed oder sieht sofort, dass Mann sich an dieser Frau die Zähne ausbeist. Das Cocodrillo döst einfach weiter.
mexiko mexiko mexiko Trotz dieser bissigen Wache zu diesem Strandabscnitt haben sich viele Menschen hierher verirrt. Die Plätze sind rappelvoll. Im El Horno de Catrin könnten wir in der letzten Reihe weit entfernt vom Strand und damit an der Straße noch einen Platz bekommen. Den wollen wir aber nicht. So müssen wir nochmals am Kaiman vorbei um weitere 65 km zu fahren. Das lohnt sich, in Punta Perula finden wir im Red Snapper (N19.58817 W105.12341) aus Wolframs Sicht einen der besten Stellplätze auf unserer Reise.
mexiko mexiko mexiko Für den Platz direkt am Strand werden 250 MXN (15 €) ohne Strom, der extra gezählt wird aufgerufen. Iris verhandelt mit Carmen und erreicht einen Sonderpreis von 200 MXN. Das fängt gut an und wir fühlen uns superwohl.
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Unsere Nachbarin Adele aus Canada Saskatschewan hat sofort viel zu erzählen. Sie hat in den 70er Jahren auch drei Jahre in Deutschland gelebt aber das damals gelernte Deutsch weitgehenst vergessen. Sie war auch schon an vielen Plätzen dieser Erde und wir verstehen uns bestens. Wolfram will gar nicht mehr weg von hier.

Am Abend ist das Meer tief blau, am morgen türkis. Alles wirkt absolut friedlich, nur wenige kleine Schiffe kreuzen am Horizont. Hier könnte man "richtig länger" bleiben! Gemeinsam mit Adele, die schon seit November und das in vier Jahren hinterineander hier ist, spazieren wir am Strand entlang und sie weiß zu allen Häusern etwas zu erzählen.
mexiko mexiko mexikoUnser Ziel ist die Pizzeria eines Franzosen, der tatsächlich eine der besten Pizzen nach unserem Geschmack serviert. Dazu eine Flasche Cabernet aus Chile, die Wolfram fast alleine leert. Auch zum essen kommt Adele vor lauter Erzählen kaum. Am Schluss lässt sie sich 4/5 der Pizza zum Mitnehmen einpacken. Ob die 68-jährige Dame eine so gute Figur hat, weil sie soviel erzählt?

Trotz des Wohlfühlplatzes brechen wir am Donnerstag nach Puerto Vallarta auf. Es sind 150 lm bis dorthin. Auf der gut ausgebauten aber kurvenreichen Küstenstraße brauchen wir fast 3 Stunden dafür. Neben Cancún und Acapulco ist Puerto Vallarta das meistbesuchte Strandbad Mexikos. Uns gefällt es sofort am besten von den dreien, aufgeräumt, sauber, überschaubar, trotz über 200.000 Einwohner und weiteren tausenden Besuchern.
mexiko mexiko mexiko Wir sind aber hierher gekommen, weil unsere Mercedes seit einigen Tagen wieder mit dem Untersetzungsäuglein blinzelt. Wir hatten das schon in Kolumbien einmal und die Werkstatt in Villahermosa, Mexiko hatte kein Problem darin gesehen. Lediglich eine Fehlfunktion eines Sensors, der eingestellt werden musste.

Die Adresse der Mercedeswerkstatt, die wir hier in Puerto Vallarta haben, ist allerdings verwaist. Ja hier war eine Mercedeswerkstatt, aber die sind umgezogen. Wir fragen uns durch, finden aber auch nach zwei Stunden Suche keine Mercedeswerkstatt in diesem Ort. Soviel zu überschaubar.

Wahrscheinlich gibt es hier gar keine Werkstatt mehr. Zwischendurch machen wir auf Tachos Trailerpark Halt, der vollgepfropft ist von vorwiegend kanadischen Monster RVs. Einen Platz in Poolnähe hätte man für uns noch (350 MXN=21 €). Wir verzichten dann doch und fahren etwa 95 km weiter nach Norden bis Sayulita. Dort glauben wir auf einem Rummelplatz gelandet zu sein. Gefällt uns nicht, auch das 8 km entfernte San Francisco San Pancho ist nicht besser. Der Red Snapper Platz hat uns wohl ganz schön verwöhnt!?

Wir fahren zurück bis zur Kreuzung nach Sayulita und übernachten auf der Pemex Tankstelle. Etwas laut aber erträglich.
mexiko mexiko mexiko Schon um 7.30 Uhr am Freitag brechen wir auf mit Ziel Matzatlán. Auf der etwas teuren Mautstrecke (31 €) schaffen wir die 415 km in weniger als 6 Stunden. Unterwegs überfahren wir den Wendekreis des Krebses, die nördliche Grenze der Tropen. Unsere elektronischen Uhren springen eine Stunde zurück. Wir sind jetzt 8 Stunden hinter Deutschland. Die gewonnene Zeit nutzen wir für weitere 65 km bis zum Celestino RV Resort (N23.79471 W106.87994). In unserer iOverlander App beschrieben als "nice camping very close to the sea"

mexiko mexiko mexikoGenauso ist der Platz, wir sind das dritte Fahrzeug. Der Kanadier Rick begrüßt uns als sei er der Manager hier. Er kommt seit 10 Jahren immer für 6 Monate hierher, da passiert das schon mal. Außerdem campiert hier ein mexikanisches Bruderpaar, die regelmäßig zum Fischen hierher kommen.
mexiko mexiko mexiko Juan Carlos ein Anästhesist hat ein begnadetes Händchen für die Angelroute. Er zieht in rascher Folge Fische beachtlicher Größe aus dem Pazifik. Wir haben gleich drei Nächte gebucht, statt 200 / Nacht zahlen wir 150 MXN. Beide Hängematten finden ihren Platz und Iris beschließt, das ist der allerschönste Platz unserer Reise.
mexiko mexiko mexiko Den Samstag nutzen wir für einen Ausflug nach La Cruz, etwa 20 km entfernt. Hier können wir einkaufen in den Supermercados Ley (N23.91667 W106.89445) und MZ (N23.91845 W106.89512) und unseren OF-EN seit langem mal wieder einer Außenwäsche (N23.91888 W106.88782) unterziehen. Drei Mann arbeiten fast eine Stunde am Fahrzeug für 100 MXN (6 €). Der Erfolg ist augenscheinlich und die Jungs bekommen ein sattes Trinkgeld.
mexiko mexiko mexikoWährend unseres Ausflugs wäscht Theos Frau unsere Wäsche. Theo ist der wohlbeleibte, nette Verwalter der Platzes, seine Frau verdient, in Wortes Sinn das Geld. Den Samstag beenden wir mit einer Bier-, Tequilla-, Musikparty und in Folge mit tiefem Schlaf.

Sonntag ist dann Arbeitstag ;-)

Morgen wollen wir die 350 km über Culiacan und Los Mochis bis zum Fährhafen Topolobampo fahren, um in der Nacht zum Dienstag die Fähre nach La Paz auf die Halbinsel Niederkalifornien zu nehmen.

23. - 28. Februar 2015 (km 150.379)
Celestino - Topolobampo - La Paz - Loreto

Bis Topolobampo, dem Ort wo wir auf die Bajafähre wollen, sind es etwa 350 km. Auf der gut ausgebauten MEX15 schaffen wir das in fünf Stunden. Wir können in Ruhe zum Terminal um unsere Tickets zu lösen.

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Am Schalter von TMC bekommen wir die Auskunft, wir können am Mittwoch sicher einen Platz auf der Fähre bekommen, oder um 16 Uhr noch mal fragen, ob heute vielleicht was frei ist. Wolfram will HEUTE fahren, wir kaufen Tickets am benachbarten Schalter bei bajaferries. Unser Auto wird als Minimotorhome eingestuft und wir zahlen für Auto mit Fahrer und der zweiten Person 7320 MEX (435 €), ganz schön teuer. Bei TMC wären nur 185 € fällig gewesen und wir hätten die Nachtfahrt im Auto verbringen können. Bei bajaferries ist das nicht erlaubt. Zum Schlafen kann man eine Kabine buchen, noch teurer.

Wir müssen noch 6 Stunden warten, bis das Schiff ablegt. Jetzt gehen wir erst mal im Ort Topolobampo an einem Straßenstand mexikoessen. Wolframs Jaiva Taco (Krabbenfleisch mit Cremesauce) ist superlecker. Das versöhnt ein bisschen nach dem Ärger über die teure Fähre. Aber nur so lange, bis wir wieder am Terminal sind und Dagmar und Bernd zwischen den Autos zur Fähre treffen. Die beiden haben ein ähnliches Auto wie wir und kaufen ihre Tickets für 185 € um 16 Uhr bei TMC. Innerlich explodieren wir noch mal.

Nur weil Wolfram nicht warten kann 250 € aus dem Fenster geworfen, ca. 40 Flaschen guten chilenischen oder argentinischen Rotwein. Manchmal machen wir alles richtig, diesmal hat er eben alles falsch gemacht.mexiko

Um 22.30 Uhr stehen wir in der Schlange auf die Fähre, die um 23,59 Uhr ablegen soll. Das Beladen ist ein Schauspiel. Mit wenigen Schlepp-LKWs werden die Auflieger von Groß-LKWs rangiert. Alles in halsbrecherischem Tempo. Trotzdem dauert’s bis nach ein Uhr bis auch der OF-EN verladen ist.

Iris muss zu Fuß auf die Fähre, erst alle Frauen dann alle Männer, stichprobenweise wird Gepäck und Mensch gründlich gescannt und umrundet von schnüffelnden Schäferhunden.

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Im Fährpreis ist ein Abendessen inbegriffen, auf das wir gut hätten verzichten können. Unsere reservierten Sitzplätze befinden sich direkt vor einem riesigen plärrenden TV-Gerät. Nachdem wir endlich abgelegt haben, versuchen wir in einem benachbarten Salon ohne Unterhaltungsmedien etwas Schlaf zu finden. Das geling nur schlecht und als wir am nächsten Morgen am Fährterminal nördlich von La Paz gegen 9 Uhr anlegen, sind wir gereizt und übermüdet. Hier geht es zu, als würden wir in ein neues Land einreisen.

Iris muss wieder separat durch die Pass- und Rucksackkontrolle. Wolfram wird mit dem OF-EN gecheckt. Dann 150 MXN (9,-€) "Eintrittsgebühr" bezahlen  und noch mal 30 MXN für das Desinfizieren der Reifen. Nachdem die Polizei fertig ist kontrolliert einen Kilometer weiter noch mal das Militär mit Hund. Die Prozedur dauert mehr als eine Stunde, länger als an jeder bisherigen Grenze in Südamerika, außer bei der Verschiffung von Kolumbien nach Mexiko, das hat auch gedauert.

Endlich gegen 10.30 Uhr sind wir wieder vereint und fahren 10 Kilometer Richtung Norden zum Playa Tecoloce (N24.33762 W110.31168). Hier begrüßen wir Esther und Roland, die wir vor etwas mehr als einem Jahr in Bariloche, Argentinien kennengerlernt haben. Die beiden Schweizer parkieren hier zusammen mit Ilka und Günther, die einen Mercedes LKW mit Gummersbacher Kennzeichen fahren.

Wolfram ist zu müde um Konversation zu betreiben und legt sich erst mal hin. Iris macht barfuss einen Strandspaziergang und schwimmt dann in Klamotten durch die türkisgrüne Bucht zurück zum OF-EN. Jetzt ist auch der letzte Zorn verflogen ;-))

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Nach dem Lunch (schweizer sprich: Lönch) ziehen wir dann zu sechst in die 200 m entfernte Strandbar. Hier gibt’s zur Begrüßung Margaritas, Tequila Sunrise und Piña Colada. Schnell sind die Zungen gelöst und die Unterhaltung wir beschwingt. Die benachbarten Amerikaner laden zum Fischessen ein und bieten noch eine Joint an, wir verzichten beschämt. Der folgende Schlaf ist tief.

Am nächsten Morgen bläst ein scharfer Wind und die gestern noch ruhige Bucht ist wellengepeitscht. Wir sitzen im geräumigen Phoenix WoMo der Schweitzer zusammen und hören uns deren weitere Reisepläne an. Sie werden in den nächsten 20 Tagen auf der Baja Calofornia nach Norden fahren und wollen die Punkte, die sie auf ihrem Südweg gestreift haben etwas intensiver ansehen. Auch wir haben etwa 3 Wochen Zeit für die Halbinsel eingeplant, was liegt also näher als sich zusammen zu tun.

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Zunächst einmal für einen längeren Strandspaziergang. Iris ist glücklich, alleine hätte sie Wolfram nie dazu bewegt ;-) Zur Belohnung gibt’s  anschließend ein Bierchen gemeinsam auch mit Ilka und Günther im Windschutz deren LKWs. Hier gibt’s auch gute Tips zu unseren weiteren Touren in den USA und Kanada.

mexiko mexiko mexiko Donnerstag früh verabschieden wir uns von Ilka und Günther und fahren mit Esti und Roland Richtung La Paz. Dem Phoenix helfen wir im weichen Sand noch schnell mal auf die Sprünge bevor es weiter auf festen Untergrund geht.

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Auf dem Parkplatz des MEGA Supermarktes (N24.14106 W110.33472) dann eine Überraschung. Hier steht Manfreds Phoenix mit dem wir drei Monate in Südamerika gereist waren. Wolfram flitzt sofort in den Supermarkt in die Camembert Abteilung. Er ist sicher hier wird er Manfred finden. Aber schon vorher können sich die beiden in die Arme schließen.

Manfred wartet mit seiner Begleiterin Eva auf dem Parkplatz bis auch wir mit unseren Einkäufen fertig sind. Er ist heute Morgen auf der Baja angekommen und will Richtung Südspitze. Heute haben wir aber erst mal das gemeinsame Ziel Maranatha RV Campground (N24.09649 W110.38706).

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Leider wollen die beiden unseren Ausflug in den hübschen Ort La Paz nicht machen. Gegen 16,30 Uhr steigen wir zusammen mit den "ortskundigen" Schweizern  in den Kollektivo Bus in die etwa zehn Kilometer entfernte Stadt.

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Dort spazieren wir längs der Uferpromenade und finden ein wunderschön gelegenes Beach-Restaurant für ein Abendessen. Nicht alle sind wir mit unserem Essen glücklich, deswegen keine Empfehlung.

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Für die Hinfahrt hatten wir 25 MXN für zwei Personen bezahlt, der Bus zurück kostet nur 20 MXN, ist aber dafür neuer und gepflegter ;-)mex1

Freitag verabschieden wir uns wieder von Manfred und Eva und fahren auf der MEX1 350  Kilometer bis Loreto. In Ciudad Constitution machen wir kurz Halt vor einer Birreria. Ein mexikanisches Festtagsessen Birria, Ziegensuppe oder ist es ein Eintopf?

Gegen 15 Uhr sind wir in Loreto, bekommen einen ersten Eindruck von dem Ort am Golf von Kalifornien auf unserem Weg zum Rivera der Mar RV Park (N26.01760 W111.34605).

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Dort können wir Ute und Andreas begrüßen, die die Schweizter schon kennen. Gemütlich sitzen wir bei Bier, Wein und Häppchen zwischen unseren Fahrzeugen und tauschen uns aus.

Der letzte Februartag ist für Organisationen geplant. Wir müssen uns um eine KfZ-Versicherung für USA und Kanada kümmern und einen Camper für unsere Söhne, die uns ab 23. März drei Wochen in Kaliforniern begleiten wollen. Außerdem gilt es ja auch die vergangene Woche im Tagebuch festzuhalten.              

 

28.02. -8. März 2015 (km 151.142)
Loreto - Mulegé - Santa Rosalía - San Ignacío - Ojo de Liebre

Am Nachmittag des 28. brechen wir auf zu einem Stadtbummel durch Loreto. Zunächst geht’s längs des Mallecon und dann in die Altstadt.

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Loreto ist ja die älteste Ansiedlung auf der Baja und war auch mal Hauptstadt. Bald landen wir in der Brauereigaststätte, wo auch Ute und Andreas zu uns stoßen.

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Das Bier schmeckt nicht schlecht bei einem Preis von 56 MXN (4,80 €) pro Pint (0,473 l) aber doch nicht so gut und wir ziehen weiter zum Restaurant Orlando's, dessen typisch mexikanische Speisen sehr zu empfehlen sind.

Am nächsten Morgen heißt es Aufbruch. Im Ley (N26.01254 W111.34765) wird alles eingekauft, was wir in den nächsten Tagen brauchen, wenn wir an den Stränden frei stehen. Ein kurzer Abstecher zum sonntäglichen Farmers Markt (N26.02220 W111.35970) bringt uns frisches Obst und Gemüse. Bis zum Playa El Requéson fahren wir auf der gut ausgebauten MEX1 die 95 km in 1 ½ Stunden. Schon früh sind wir da und verbringen einen ruhigen Nachmittag neben amerikanischen und kanadischen Nachbarn.

mexiko mexiko mexiko Weiter geht’s am nächsten Morgen Richtung Norden. Schon der von der Straße gut sichtbare Platz Los Coyotes reizt, wir wählen den nächsten, Playa Santispac (N26.76693 W111.89040). Ein traumhaft gelegener Strand RV Park finden auch all die US Amerikaner und Kanadier, die sich hier für den Winter einquartiert haben.

Wir wollen nicht so dicht auf dicht stehen und fahren längs der Küste noch etwa 1 ½ km weiter zur Pebble Beach (N26.63823 W111.83182), die etwas einsamer wirkt. Wir finden einen schönen Platz mit Palapa, die vor dem kräftigen Wind schützt, allerdings nicht vor den dreisten kleinen Fliegen, die in Nasenlöcher kriechen und vor denen auch keine Brille schützt.

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Die Viecher stören den geplanten Grillnachmittag empfindlich und nachdem Esti und Iris von ihrer Strandwanderung zurückkommen ziehen wir uns in den geräumigen Phoenix zurück, wo wir uns mit dem Brettspiel BrändiDog unterhalten.

Am Abend beginnt ein Nieselregen, der auch in der Nacht aufs Dach prasselt. Der nächste Morgen grüßt wolkenverhangen, so fahren wir weiter zum Huerta Don Chano RV Park (N26.89874 W111.97428) in Mulegé, wo wir wieder Internetverbindung zur Außenwelt haben.

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Hier sind Erich und Fraya unsere Nachbarn, dass sie aus Hamburg stammen ist nicht zu überhören. Seit 1966 leben sie in Kanada BC. Im Winter kommen sie für einige Monate hierher in ihr mexikohübsches Häuschen auf dem Campingplatz.

Erich empfiehlt ein gutes Restaurant für unseren morgigen Stadtbummel. Viel gibt es im tapferen Heroica Mulegé nicht zu sehen. Dieser Titel geht auf den Amerikanisch-Mexikanischen Krieg 1846/1848 zurück, indem der Ort nicht erobert werden konnte. Iris, Esti und Roland spazieren noch zur Missionskirche Santa Rosalía, wo ein grandioser Blick über die Oase Mulegé am Río de Santa Rosalía, den Aufwand belohnt.

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Wolfram zieht vor auf der Terrasse einer kleinen Taparia ein Bierchen zu trinken und das Treiben auf der Straße zu beobachten. Das Restaurant Las Casitas gegenüber der Feuerwehr ist wirklich ein Treffer. In gemütlicher Umgebung mit offenem Kamin wird sehr gutes Essen serviert.

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Donnerstags brechen wir wieder auf, unser erstes Ziel Santa Rosalia ist nur 140 km entfernt. In dem Ort, entstanden um eine Kupfermine ist ein von Gustav Eifel anlässlich der Weltausstellung erbautes Stahlkirchlein aus Belgien importiert worden. Auch die Französische Bäckerei Panaderia El Boleo ist einen Einkauf wert, meinen die Mädels ;-)

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Von hier geht’s weiter nach Westen bis San Ignacio, wieder mit einer sehenswerten Missionskirche in einem hübschen kleinen Städtchen. Nach dem Stadtbummel kaufen wir ein im örtlichen Supermarkt, nehmen einen megaleckeren Tacco-Lönch und beschließen weiterzufahren.

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Bis zum Biosphere Reservat El Vizcaino mit der Lagune Ojo de Liebre sind es noch 165 km, aber die MEX1 ist hier, wenn auch manchmal etwas eng, gut zu befahren. Um 16.30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht, auf den letzten 24 km Gravel/Sand leicht gebremst. Vorbei an riesigen Feldern zur Salzgewinnung fühlen wir uns an den Dalar de Uyuni in Bolivien erinnert.

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Wir suchen uns den vorletzten der 13 Palapa-Stellplätze (N2774650 W114.01882) und richten uns zum Mondaufgang gemütlich ein. Wir sind wegen der Grauwale, die hier in der Lagune ihre Jungen aufziehen hergekommen. Da uns der Freitag strahlend begrüßt, zögern wir nicht lange und nach einer Tasse Kaffee und einer Banane zum Frühstück kaufen wir die Tickets für die Whalewatching Tour. 1025 MXN (61 €) für zwei Personen, das ist nicht viel. In dem kleinen Boot etwa 5-6 m lang hätten auch mehr Leute Platz. Wir sind zu sechst, die Amerikaner Barbara und Kyle verstärken uns vier.

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Ausgestattet mit Rettungswesten geht’s raus in die Lagune. Schon bald sind etliche Atemfontänen und die Rücken der Meeresriesen zu erspähen. Grauwale werden um die 15 m lang und bis zu 30 to schwer. Wir sitzen in einer Nussschale.

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Das stört unseren Kapitän aber nicht, er steuert direkt auf eine der Walmütter zu. Die sind im Dezember hierher gekommen um ihre Jungen zu gebären. Die Kleinen sind inzwischen auch schon so groß wie die Nussschale, in der wir sitzen.

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So zwei Monate alte Walschulkinder sind sehr neugierig und sofort ist eines in Streichelnähe. Aus unserem Whalewatching wird Whaletouching. Andere Boote, deren Insassen alle auf eine Seite springen um die Kleinen zu berühren drohen zu kentern, aber die Kapitäne sind das gewohnt und strahlen Gelassenheit aus.

Mehr als eine Stunde sind wir direkt an den Tieren. Verschwindet eine Mutter mit ihrem Jungen ist gleich wieder ein anderes Pärchen zur Stelle. 1300 Walmütter sollen hier in der Bucht geboren haben. Die Väter sind inzwischen wieder im offenen Meer Richtung Alaska. Vielleicht treffen wir sie im August dort. Die Haut der Tiere fühlt sich wie Hartgummi an. Zunächst war es ein erhabenes Gefühl dem Wal so nahe zu sein, dass ihr Blas uns wie Sprühregen benässt.

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Als wir dann so nahe kamen, dass wir sie berühren konnten, war dies ein weiteres Highlight auf unserer Reise. Beruhigend ist, dass wir die Tiere nicht verfolgen müssen. Die Kleinen sind neugierig und kommen auf die Boote zu, stupsen sie oder spielen mit den Luftblasen des Motors. Die Mütter sind immer in der Nähe und wachen über den Sprössling. Totale Harmonie. Wir sind begeistert und freuen uns besonders über diesen besonderen Tag.

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Nachdem wir am Camper zurück sind, gibt es einen üppigen Brunch. Am Nachmittag besuchen uns Christa und Viktor, die mit ihrem Münchener Dukato die Baja bereisen. Esti hat die beiden vom Seabridgetreffen erkannt und Roland kann gute Tipps für deren Weiterfahrt geben. Wolfram öffnet zur Feier des Tages eine Flasche Rotwein und raucht eine Zigarre. Die aufziehenden Wolken werden von der untergehenden Sonne spektakulär verfärbt.

Der nächste Morgen, Samstag ist trüb. Eigentlich wollten wir ja bis Nachmittag bleiben und erst dann in das 35 km entfernte Guerrero Negro weiterfahren. Das Wetter ist aber so ausladend, dass wir schon nach dem Frühstück zusammenpacken.

In Guerero Negro bietet das Hotel Malarrimo auch Full-hookup-Stellplätze im Hinterhof. Auch Internet ist im Angebot, also ein Platz wie gemacht für eine Arbeitstag ;-)

09. -15. März 2015 (km 151.630)
Bahía de los Ángeles - San Quintín - La Bufadora

Bevor wir Sonntag Guerrero Negro verlassen, bekommen wir per Mail die dritte Absage für eine KfZ-Versicherung in den USA. Tourinsure, die einen sehr professionellen Eindruck machen, drücken ihr Bedauern aus und begründen „... es liegt an der Art der ausgebauten Campingfahrzeuge...“ genaueres auch hier nicht. Die überwiesene Bearbeitungsgebühr wird uns umgehend zurückerstattet. Also schreiben wir den nächsten Makler an, mal sehen, ob die was bewegen können. Alternativ hatte tourinsure empfohlen in den USA vorort bei AAA dem Amerikanischen Automobilclub unser Glück zu versuchen. Wir werden sehen.

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Unsere heutige Tagesetappe geht über 200 Km mit Ziel Bahía de los Ángeles am Golf von Kalifornien. Zunächst geht’s 130 km nach Norden, dann 70 km nach Osten. Die Landschaft ist bergiges Brachland mit Kakteenwäldern. Die Straße ist gut zu fahren, schon am frühen Nachmittag können wir auf den Golf hinabschauen, mit der Isla Ángel de la Guarda, die vor der Küste vor Bahía de los Àngeles liegt. Ein traumhafter Blick.

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Der Ort selbst bietet nicht viel, auch kein Telefon- oder Internetempfang auf unserem Handy. Idylle pur! Am Ortseingang testen wir die superleckeren Taccos von Amalí und kaufen im kleinen Supermarkt ein paar Lebensmittel und Getränke ein. Jetzt dürfen wir auch das schnelle WiFi hier nutzen ;-)

Der gewählte Campingplatz Daggett’s RV Park (N28.97505 W113.54694) liegt etwa 13 km nördlich der Ortschaft und überzeugt vor allem durch seine außergewöhnliche Lage. Es wird ansonsten nur einen kleinen Sanitärblock mit heißen Duschen, daneben Ab- und Frischwasserstation. Was braucht’s mehr?

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Wir installieren uns auf den Sandplätzen keine 100 m vom Ufer entfernt und genießen den Ausblick auf Wellen,Möwen und Pelikane. Mal sehen ob wir auch die hier lebenden Delphine und Blauwale zu sehen bekommen.

Montag früh machen wir einen Ausflug in den Ort in "unseren" Internetladen. Tatsächlich, der Versicherungsmakler aus Holland hat sich schon gemeldet und will weitere Angaben haben. Außerdem finden wir eine Gasstation (N28.95637 W113.56012), bei der wir unseren Tank füllen können.

Nach unserem "Stadtbummel" wandert Iris mal am Strand entlang und findet viele unvollendete Häuschen. Was ist der Grund? Geldmangel oder Hurricane. Wir beschließen erstmal uns an diesem paradiesischen Weltkulturerbe nicht niederzulassen.

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Am Nachmittag ist BBQ angesagt, Würstchen und Steak haben wir keine bekommen, es funktioniert auch mit Hähnchen. Dazu gibt’s amerikanischen Kartoffelsalat und Bier. Klar, dass wir bei soviel Genuss entscheiden noch einen Tag zu bleiben.

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Dieser ist klar und sonnig und ziemlich windig. Auch heute wieder einen Abstecher in den Ort, dann am Strand wandern, Hängematte und Buch. Urlaub oder Leben? Zwischendurch aufgeschreckt von Kolibris, die uns um den Kopf schwirren, als wollten sie sagen, vergesst nicht die wunderbare Kulisse zu bewundern.

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Am nächsten Morgen ist die Bucht wieder völlig ruhig und wir rüsten zum Aufbruch. Das angebotene Leitungswasser hier ist leicht salzig, so füllen wir unsren Tank nicht, obwohl wir nicht wissen, ob wir bei unserer nächsten Station besser versorgt sind. Die liegt etwa 350 km im NW von hier am offenen Pazifik. Zunächst geht’s die 70 km wieder zurück nach Westen und dann 230 km bis El Rosarío.

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Hier machen wir einen kurzen Tankstop, bevor wir Fidel’s El Pabellon RV Park (N30.37036 W115.86349) südlich von San Quintin ansteuern. Fidel begrüßt uns herzlich an seinem an einem endlosen Sandstrand gelegenen Platz. Wir sind die einzigen Gäste, die letzten Tage hat es ständig geregnet, berichtet er. Nach einem langen Strandspaziergang ist klar, der Platz ist für eine Nacht absolut OK, aber länger muss man auf diesem kahlen Sandplatz nicht bleiben.

Am Strand spricht Iris Pablo und Elena an, die angeblich schon seit vier! Stunden im eiskalten Wasser mit einer sehr speziellen Heugabel nach den SCALOPES, den Riesenmuscheln stochern, die sie dann für 5 USD pro stück verkaufen können.

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Beim Wassertankfüllen am nächsten Morgen verliert Wolfram schnell die Geduld. Bei 1,8 m Höhe ist der Wasserdruck erschöpft, für 145 l stände er Stunden. Wir fahren weiter, aber nur 25 km zu Don Eddies (N30.48604 W115.97860). Dieser RV Park und Hotel wird vorwiegend von Hochseeanglern besucht, wie die Bilder im Restaurant zeigen. Das WLAN im Restaurant ist schnell und zum Abendessen gibts sehr leckeren Fisch und Garnelen.

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Hier könnte man länger bleiben, auch im benachbarten Old Mill Hotel-Restaurant riecht es nach lecker Gegrilltem. Wir wollen aber weiter. Bis zur USA Grenze sind es noch knapp 350 km und auf der Strecke liegen noch La Bufadora und das Weinbaugebiet.

Bis La Bufadora sind es 200 km, vorbei an riesigen Erdbeerplantagen. Klar, dass die Mädels halt machen wollen für einen Erdbeerkauf. Der Preis ist schnell verhandelt, doch die Menge war wohl nicht ganz klar. Als Eduardo die bezahlte Kiste aus seinem Stand greift, sind es zwei anstelle der erwarteten einen kleinen Kiste. Prima, gut gehandelt ;-) 6-7 kg für 130 MXN (7,60 €) wer soll die alle essen??? Über die Grenze nach USA dürfen wir sie jedenfalls nicht mitnehmen.

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Na ja, das erste Kilo wird auf dem Weg im Auto verputzt.mexiko Im Campo 5 (N31.73057 W116.72430) auf der Klippe bei El Bufadora wird Erdbeermarmelade gekocht. Wir sind ja nicht im Urlaub, das ist unser Alltag. Zum Aperitif gibt’s dann von Esti gemixte Erdbeermargaritas, die besten die wir je getrunken haben.

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Von unserer Klippe knapp 90 m über dem Pazifik haben wir einen grandiosen Weitblick auf mögliche Wale, allerdings ist es auch sehr windig mit zeitweise starken Böen.

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Iris schnappt sich dennoch die Stöcke und wandert die steile und sandige Klippe hinab. Wolfram hat sie ständig im Auge um zur Not hinunterzurennen und sie zu retten. Alles geht gut, dafür hat sie hübsche Bilder im Kasten ;-)

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Am nächsten Morgen ziehen wir ein kurzes Stück weiter in den kleinen Ort, der seinen Namen von einem Naturphänomen hat. Die Pazifikbrandung wird hier in einen Schlund gepresst und entweicht wieder durch einen Spalt als Fontäne. Die soll bis zu 30 m Höhe erreichen, heute sind es nicht mehr als 8-10 m, ziemlich enttäuschend.

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Ganz besonders, wenn man den Rummel sieht, der in mexikodiesem kleinen Ort herrscht. Busse werden mit vor allem amerikanischen Touristen angekarrt, die sich in Massen durch die vielen Stände in der schmalen Fußgängerzone drängen und von allen Seiten in englisch zum Kaufen animiert werden. Wir nehmen’s diesmal mit Humor.

mexikoDie Mädels gönnen sich wirklich schöne Lederflipflops und drei Körbe für Estis Handarbeiten. Die Preise werden nur in USD angegeben und sind deutlich höher als im übrigen auch nicht ganz günstigen Mexiko. Aber unsere reiseerfahrenen Damen schaffen es die Herren zum Schmunzeln und die Verkäufer zum Weinen zu bringen. Als der Handel perfekt ist, grinsen auch die Händler wieder.

Der gut ausgestattete Campingplatz La Jolla (N31.71819 W116.66348) liegt nur etwa 10 km zurück Richtung Ensenada. Gut, dass wir früh dran sind, so bekommen wir noch einen schönen Platz in der ersten Reihe am Strand. Iris, Esti und Roland machen sich gleich auf zu einem langen Strandspaziergang. Hier gibt es heiße Bodenquellen, die man findet, wenn man tiefe Löcher in den Sand buddelt. So wird kräftig geschipt und gebadet.

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Stunden später sind wir von mexikanischen Großfamilien und Wochenendzeltern eingekreist, die bis spät in die Nacht grillen und palavern.

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Gegen 1 Uhr in der Nacht wird’s dann endlich ruhig, bis Sonnenaufgang um 6.30 Uhr. Glücklicherweise ist unser Internet hier recht stabil und wir können deutsche Nachrichten empfangen: Borussia Dortmund ist noch nicht wieder in alter Form und der Euro krebst bei 1,05 USD.

Vor einem Jahr hätten wir die USA noch 30 % günstiger bereisen können. Na ja, vielleicht können wir ja am Diesel sparen und das Geld in die teureren Lebensmittel und Stellplätze investieren.

Dienstag wollen wir über die Grenze bei Tecate. Das liegt etwas östlich von Tijuana "... the most crossed border in the world" wie Lonely Planet schreibt. In Tecate soll es deutlich entspannter zugehen.

Für Mittwoch haben wir schon einen Termin bei Mercedes in San Diego. Vorher machen wir noch in Sordo Mundo für eine Weinprobe halt. Kölbi würde sagen:" 's is scho schee, wenn’s schee is!"

15.-17. März 2015 (km 152.433)
La Jolla - Sordo Mudo - Tecate

Am Nachmittag setzten wir uns zu unserem wahrscheinlich für längere Zeit letzten Apéro mit Blick auf den Pazifik zusammen. Esti hat wieder leckere Erdbeermaragaritas gezaubert. Wir klönen und haben schnell wieder einige Weltproblem gelöst.

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Montag brechen wir von La Jolla Beach RV auf in Richtung Mexikanischer Weinstraße. In Ensenada machen wir kurz Halt an einem echten OBI - Heimwerkermarkt und am benachbarten Walmart. Hier kauft Wolfram vorsorglich noch je zwei Flaschen bekannten Argentinischen und Chilenischen Wein. Wer weiss, wie das Preis Leistungsverhältnis der Mexikanischen Weine so dicht an der US Amerikanischen Grenze ist.

Nördlich von Ensenada biegen wir dann von der MEX1 auf die MEX3 ab und hier reihen sich dann nach etwa 40 Kilometer die Rebenfelder aneinander. Wir fahren am L.A. Ceto Weingut ab auf einen nicht asphaltierten Feldweg bis zum Doña Lupe Weingarten.

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Hier haben wir die Gelegenheit für 50 MXN 4 Piffchen verschiedene Weine zu verkosten. Wolfram wählt ein Tempranillo-Cabernet Cuve, einen Shiraz, einen Nebiolo und einen Cabernet. Iris hilft ihm beim Verkosten, Esti und Roland sind am frühen Nachmittag noch nicht für Wein zu begeistern. Italienische Pizza und Salat helfen die Geschmäcker der Weine zu neutralisieren.

Das Essen ist sehr gut, für die Weine kommt keine Begeisterung auf. Lediglich der offenbar im Holzfass ausgebaute, stark Tanin haltige Nebiolo findet Wolframs Interesse, das aber bei einem Flaschenpreis von 400 MXN (24 €) schnell wieder verfliegt. Da sich auch niemand für uns interessiert um uns etwas zu den Weinen zu sagen oder unsere Vorlieben zu erfragen, brechen wir bald wieder auf und fahren etwa 3 km zurück zum RV Park der Taubstummenschule Sordo Mudo (N32.11169 W116.54694). Unter Palmen zwischen riesigen Oleanderbüschen in allen Farben stehen wir auf schön angelegten Stellplätzen.

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Irgendwie sind wir alle etwas bedrückt. Vielleicht weil es unsere letzte Nacht in Mexiko ist. Dabei freut sich besonders Wolfram auf die USA.

Der Sonnenaufgang am Dienstagmorgen grüßt mit warmen Farben. Die Nacht war relativ kühl aber schon bald muss man sich wieder vor den Sonnenstrahlen schützen. Nach 75 km und 1 ½ Stunden sind wir in Tecate an der Grenze zu den USA. Ist eigentlich die gesamte Grenze mit einem Zaun versehen? Eine etwa 2,5 m hohe Blechwand schützt die USA vor unerwünschten Besuchern.

Wir werden nach wenigen Einreiseformalitäten und einem kurzen Blick in den OF-EN willkommengeheißen.


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