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09. August - 05. Oktober 2018
Immobiliensuche- und Erwerb

Die Internet Seite www.immo-kanada.de bietet einige erschwingliche Häuser am Wasser und Ufergrundstücke im Osten Kanadas. Auch Argumente für den Immobilienerwerb in Kanada finden wir dort. Für uns entscheidend ist wie einfach und rechtssicher der Kauf auch für Nichtkanadier ist.

Eine weitere Seite, www.immobilien-capebreton.de, gibt ausführlich zusätzliche Informationen zum Leben auf Cape Breton „dem schönsten Platz der Welt“. Von dieser Seite finden wir zu www.realtor.ca, wo über 800 Immobilien (achthundert) auf Cape Breton gelistet sind. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Da wird doch etwas für uns dabei sein.

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Am 9. August buchen wir Flüge nach Halifax. Zwei Wochen sollen reichen unser Traumhaus zu finden. Der Flug geht am 4. September, noch vier Wochen das reichhaltige Immobilienangebot zu durchforsten. Schon bald haben wir unser Traumhaus gefunden. Ein Blockhaus direkt am Lake Bras d’Or. Komplett eingerichtet, mit Motorboot und Kajak und natürlich Aufsitzrasenmäher für das knapp 1,5 ha große Grundstück. Leider können wir das Grundstück nicht reservieren, aber das Angebot ist ja riesig und wir haben inzwischen etwa zehn Grundstücke auf der Liste, die in unserem Budget liegen.

Der Direktflug nach Halifax dauert nur 7 ½ Stunden. Ein weiteres Argument zugunsten der Entscheidung für Nova Scotia. Nur etwa 65 km vom Flughafen entfernt, treffen wir George, einen kanadischen Makler, der uns das erste Grundstück zeigt. Wir sind begeistert, auch wenn die reichlichen Moskitos, die uns begrüßen, überraschen. In Kanada müssen wir mit Black Flies (No See Ums) und Moskitos rechnen, das wissen wir aus unseren Fahrten der letzten Jahre. Dafür bekommen wir Natur pur und viel Wasser.

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Das Grundstück ist mit einem kleinen Cottage bebaut. Wird uns das die nächsten Jahre reichen, bis wir ein größeres Haus bauen, in dem wir auch Freunde empfangen können? Wir müssen ja nicht gleich entscheiden.

Auf geht’s nach Cape Breton. Vom Flughafen sind es ca. 250 km dorthin. Für die nächsten Tage haben wir uns bei Eberhard ein Cottage gemietet. Eberhard lebt seit 1990 in Cape Breton und verleiht neben drei Cottages auch Kajaks, mit denen er auch geführte Touren auf dem Bras d’Or Lake anbietet (www.kayakcapebreton.com).

Eberhards Empfang ist zurückhaltend, trotzdem sehr freundlich. Schon bald wissen wir, dass wir an der richtigen Adresse abgestiegen sind. Der 68-jährige (sieht man dem Sportsmann beim besten Willen nicht an) hat hier am See seine Heimat gefunden und kennt sich aus. Das von uns gemietete Blockhaus liegt in einem Wäldchen mit Blick über den weiten See, wenige Meter vom eigenen Strand.

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Da wir erst für Freitag mit Tanja von immo-kanada verabredet sind, können wir Donnerstag die Umgebung erkunden. Bis St. Peters, einem kleinen Örtchen sind es ca. 20 km, durch das etwas größere Port Hawkesbury, das 30 km in westlicher Richtung liegt, sind wir gestern schon gefahren. Auf der Rundtour finden wir auch Wolframs Favoritenhaus aus dem Internet und auch Iris ist schnell davon überzeugt, das ist es!! Die Aufregung ist groß, morgen können wir es mit Tanja auch von innen besichtigen.

Tanja, Deutsche, lebt seit 2000 auf Cape Breton. Sie holt uns am nächsten Morgen mit ihrem Pickup von unserem Cottage ab. Zum Kennenlernen sitzen wir auf der Veranda und trinken Kaffee. Wir kommen schnell auf unser Traumhaus zu sprechen. Die wirklich liebenswürdige Maklerin muss uns nun klarmachen, dass sie unser Traumhaus vor wenigen Tagen verkauft hat.

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Die Enttäuschung ist sehr groß. Die vier anderen Häuser, die wir noch auf der Liste haben und mit ihr besichtigen, können nicht unser Interesse finden. Wir verabreden uns für nächsten Mittwoch, um eine einfache Jagdhütte auf dem Nova Scotia Festland zu besichtigen.

Samstag ziehen wir auf eigene Faust los. Einige „For Sale - from owner“ Schilder am Straßenrand finden unser Interesse, aber nicht DIE Begeisterung. Es geht weiter 320 km rund um den Bras d’Or Lake (zweimal so groß wie der Bodensee) und im NO der Cape Breton Insel, direkt am Atlantik auf der Gabarus Halbinsel entdeckt Iris ein neues Traumhaus.

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Es ist nicht bewohnt und wir können dem zuständigen Makler nur auf die Mailbox sprechen. Aber auch Wolfram hat schon einen neuen Favoriten. Platz Zwei aus den Internetrecherchen. Mit Lynn der zuständigen Maklerin verabreden wir uns für Dienstag.

Sonntagabend wollen wir von Eberhard noch einige Hinweise haben. Bei einer Flasche Wein lernen wir uns etwas besser kennen und wissen bald, sollten wir uns hier niederlassen, werden wir mit ihm einen guten Freund vorort haben!

Was heißt niederlassen? Wir suchen ein Haus, in dem wir die Sommermonate verbringen wollen. Wir dürfen als Touristen maximal ein halbes Jahr in Kanada bleiben, auf besonderen Antrag auch 9 Monate. Über 55-jährige haben es schwer den Permanent-Resident-Status zu erreichen, für den man mit einer Arbeit nachweisen muss sich selbst versorgen zu können und nicht dem Kanadischen Staat auf der Tasche zu liegen.

Eberhard gibt uns den Tipp in St. Peters zu Sherry McLeod zu gehen. Sie leitet dort das Büro von Cape-Breton-Realty, der Gesellschaft mit den meisten Angeboten hier an der West Bay. Sherry begrüßt uns freundlich und zeigt auf ihrer Site eine Handvoll Immobilien, die wir größten Teils schon selbst unter realtor.ca gefunden hatten. Sie stellt uns auch den Deutschen Peter vor, der sofort anbietet das Schnäppchen der Saison zu zeigen, noch nicht mal online gestellt. Peter steigt zu uns ins Auto und wir fahren zum MacMillan Lake. Dort ist vor drei Jahren ein nagelneues Haus entstanden, das nie bezogen wurde. Allerdings liegt der Preis 20 % über unserem Budget. Peter will versuchen die Eigentümer von unserem Angebot zu überzeugen. Wenn das klappen würde?!

Dienstag 11 Uhr dann der Termin mit Lynn, Black River Road, Dundee. Ein kleines Häuschen mit großem Gazebo, einer mit Fliegengitterfenstern eingehausten Aussichtsplattform. Das 6.400 qm Grundstück grenzt auf zwei Seiten an den Black River, der nur durch einen schmalen Damm vom Bras d’Or Lake getrennt ist. Zwei Schlafzimmer, 1 Bad, Wohnzimmer, alles unterkellert (für Kanada ungewöhnlich), das sollte uns doch reichen. Baujahr 1968, aber gut erhalten. Naja, dem 24 x 21 sqft großen Schuppen/Garage muss mann wohl etwas Pflege zukommen lassen, aber das Häuschen kann direkt bezogen werden.

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Wir machen unser Angebot. Lynn will versuchen den kanadischen Besitzer, der in Singapur lebt, zu erreichen. Wenn Peter jetzt, was wir uns nicht vorstellen können, eine Zusage auf unser Angebot hat? Wir fahren direkt bei ihm vorbei und erfahren das Unglaubliche, die Verkäufer wollen unser niederes Angebot tatsächlich annehmen. Aber wir nicht mehr, sagt Iris spontan. Alt schlägt neu. Wolfram freut sich, dass Iris so spontan seiner Meinung ist. Peter ist enttäuscht, aber das kann uns nicht umstimmen.

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Wir fahren sofort zu Lynns Büro in Port Hawkesbury, um unser Angebot schriftlich zu fixieren. Da darf jetzt nix schiefgehen. Den Termin morgen mit Tanja sagen wir auch gleich ab. Wir haben entschieden. Mittwoch nutzen wir, um bei TD Canada Trust ein Bankkonto zu eröffnen. Am Abend haben wir schon ein Gegenangebot vom Verkäufer. Wir: „Einverstanden, aber nur wenn alle Möbel drinbleiben“. Wir wollen alles haben, was wir gesehen haben. Jetzt beginnt der Nervenkrieg.

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Es geht hin und her, included - not included. Donnerstagabend endet die vereinbarte Zuschlagsfrist. Wir verlängern und Samstag sind wir uns einig. Punkt. Es gilt noch einige Unterschriften bei Lynn zu leisten, sie wird die Unterlagen an die Anwälte übergeben, die den Vertrag aufsetzen und für den Eintrag im Grundbuch sorgen.

Vorher wird noch ein Home Inspector in unserem Auftrag das Haus untersuchen, um festzustellen, ob Mängel, die wir bei der einstündigen Erst-Besichtigung nicht erkannt haben, einem Kauf widersprechen. So schlimm kann‘s gar nicht sein, dass wir noch abspringen.

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Sonntag machen wir wieder einen Ausflug in die Region, alles sieht schon etwas heimatlicher aus. In St. Peters geraten wir in die jährliche Pirate’s Parade und freuen uns mit unseren neuen Nachbarn über diesen Umzug.

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Von dort geht’s 100 km nach Norden. Sidney ist die zweitgrößte Stadt Nova Scotias, hier hatte Wolfram vergangenen Sonntag sein Traumauto gefunden. Zum neuen alten Haus gehört auch ein brandneues Auto. Ein flammroter RAM Pickup, der muss allerdings noch warten, bis wir Ende Oktober wiederkommen, um am ersten November das Haus zu übernehmen.

Sonntagabend besuchen wir nochmal Eberhard, wo wir Sigrid und Bernd kennenlernen. Die beiden haben auch schon eine festere Beziehung zu Kanada und können gute Tipps kanada geben, zum Beispiel wie man günstig größere Summen von Deutschland nach Kanada transferiert. Nach Eröffnung unseres Kanadakontos, hatten wir Geld von Deutschland überwiesen. Die Kosten dafür, etwas über 2% der Summe, hatten doch überrascht. Der Geheimtipp heißt www.transferwise.com. Hier liegen die Gebühren nur bei 0,35 %.

Montag versuchen wir zu entspannen nach den aufregenden Tagen und Nächten und überlegen, ob wir alles richtig gemacht und nichts vergessen haben. Morgen Abend geht’s wieder zurück nach Deutschland.

Am Vormittag aber sind wir gemeinsam mit Lynn und Darin, dem home-inspector an hoffentlich unserem Grundstück. Darin geht sorgfältig mit einer Checkliste an die Untersuchung. Etwa 2 ½ Stunden braucht er dafür und wir können uns in aller Ruhe nochmal umsehen. Es sind nur wenige Punkte, zu denen der Inspektor Empfehlungen machen muss, das Haus ist gut in Schuss. Unsere Entscheidung war richtig.

Als wir am Abend am Flughafen in Halifax ankommen, haben wir auch schon per Mail den schriftlichen Inspektionsbericht. Wir sind überglücklich, der Wirrsinn hat ein gutes Ende gefunden. Dank Rückenwind landen wir schon nach 5:40 h in Frankfurt.

 

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Der Mittwoch bleibt für Wäsche, am Donnerstag rüsten wir den
OF-EN und fahren 1000 km nach Westen, wo uns Freitagabend in Saint-Palais-Sur-Mer unsere Freunde Wolke empfangen. Elke und Wolfgang machen hier zwei Wochen Urlaub und wir gesellen uns eine Woche mit Ronja dazu. Die beiden Genießer wissen, wo Gott in Frankreich am liebsten lebt.

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Das Wetter strahlt, die Strände sind traumhaft und auch Lucullus hat hier Zeichen gesetzt. Da kommen schon mal kleine Zweifel auf. Hätten wir nicht auch hier ein Traumhaus finden können? Allerdings hätten Wolframs beschränkte Französischkenntnisse keinen längeren unterhaltsamen Aufenthalt erlaubt.

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Strand, Wasser, dazu Natur pur, das begeistert uns an Kanada. Freunde bei gutem Essen und Trinken willkommen heißen, am Lagerfeuer sitzen, Sonnenuntergang genießen, und uns auf den nächsten Tag freuen, das haben wir die letzten Jahre gelernt.

So soll es weitergehen!

27.10. - 18. November 2018
die ersten drei Wochen im neuen Haus

Um 9.20 Uhr startet unser Air Canada Flug von Frankfurt über Toronto nach Halifax. Max kommt mit uns, er ist Käufer des Hauses, das wir als unser zukünftiges Zuhause erkoren haben und Donnerstag 1.11.2018 übernehmen wollen. Bis dahin werden wir ganz in der Nähe in einem AirBnB Apartment unterkommen.

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Sonntag erkunden wir gemeinsam die Gegend, Max sieht das Haus schon mal von außen und begeistert sich mit uns auch für die Umgebung. Montag folgt eine Tour mit Gesprächen bei Auto- Versicherungen, bei der Bank, beim Rechtsanwalt und bei Maklerin Lynn. Bei ihr erfahren wir, dass es vom Verkäufer aus Singapur nichts Neues gibt. Es bleibt beim Termin 1. November.

Dienstag fahren wir 125 km nach Norden zum Scotia Chrysler Händler nach Sydney. Wolframs feuerroter Dodge RAM ist noch zu haben und nach einer kurzen Probefahrt und noch kürzeren Verhandlungen ist das feuerrote Spielmobil unser. Nachdem wir bei der nahegelegenen Bank unsere Rechnung bezahlt haben, erhalten wir ein 30-Tage Kennzeichen und fahren vom Hof. So einfach ist das hier.

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Mittwoch geht’s zur Zulassungsstelle, zunächst um Wolfram einen kanadischen Führerschein zu besorgen. Nach 20 Minuten ist das erledigt. Er hat nun eine vorübergehende Fahrerlaubnis, der Führerschein wird in den nächsten Tagen per Post zugestellt. Mit dieser Fahrerlaubnis und Maxs während eines Highschooljahres in den USA erworbenen Führerschein können wir eine „günstige“ Versicherung für das neue Auto abschließen. Günstig ist relativ. Mit deutschem Führerschein wären 4.600 CAD, über 3.000 EUR fällig gewesen. Mit kanadischer bzw. amerikanischer Lizenz sind es immer noch 1.450 EUR / Jahr.

Inzwischen hat unser Anwalt auch ein sog. Closing Statement aufgesetzt, eine Liste aller Kosten, den Hauskauf betreffend und wir können einen bankbeglaubigten Scheck besorgen, den wir bei ihm abliefern, damit wir morgen das Haus übernehmen können.

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Donnerstag 1.11. um 8.30 Uhr dann der ersehnte Termin. Wir treffen Lynn am Haus. Der Durchgang dauert nicht lange, dann wissen wir, was von unseren Kaufbedingungen nicht erfüllt ist. Wir sollten das Haus wie gesehen übernehmen, was bedeutet hätte, außer den Möbeln ist auch alles andere Interieur vorhanden. Küchengeräte, Geschirr, Bettzeug, auch Bilder an den Wänden. Es fehlen Geschirr, Bettzeug, zwei drei Möbelstücke. Wir sind nicht allzu traurig darüber, nur wollen wir ja heute Abend hier einziehen. Die Koffer im AirBnB sind gepackt.

Das entscheidende aber ist, der offene Kamin ist nicht repariert, es fehlt die Zulassung, die wir für die Versicherung brauchen. Was sollen wir tun, wir gehen erst mal frühstücken und beraten. Nach einer Stunde treffen wir uns wieder mit der Maklerin in Lynns Büro. Natürlich wollen wir das Haus noch haben. Aber wenn wir uns selbst um die Kamin-Zulassung kümmern müssen, kann der vereinbarte Verkaufspreis so nicht stehen bleiben. Es ist immerhin von einem Aufwand um die 10.000 CAD die Rede.

Ein Angebot über für die Hauptarbeiten liegt vor, allerdings mit Einschränkungen. Nach einem Telefonat mit dem Maurer, der die Arbeiten frühestens im Januar ausführen kann und die zusätzlichen Kosten konkretisiert, machen wir ein neues Angebot, das Lynn dem Verkäufer übermitteln will. Inzwischen ist es 11.30 Uhr, in Singapur 23.30 Uhr. Werden wir eine Antwort bekommen? Wo werden wir die kommende Nacht schlafen. Wir sprechen mit unserem Anwalt, der will sich mit der Verkäufer-Anwältin besprechen.

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Zwischenzeitlich lassen wir das neue Auto zu und räumen das AirBnB Apartment. Bei WALMART suchen wir schon mal Geschirr für Abendessen und Frühstück aus, auch Bettzeug, Decken und Kopfkissen. Wir suchen nur aus, es kommt nichts in den Einkaufswagen. Es gibt immer noch keine Rückmeldung vom Verkäufer. Bei einem Burger besprechen wir nochmal die Situation. Wir sind bereit uns wieder auf die Suche nach einer anderen Immobilie in Kanada zu begeben, schließlich geht unser Rückflug ja erst Mitte Dezember.

Und dann, um 17.30 Uhr klingelt das Telefon. Die Anwälte haben sich geeinigt, wir können die Schlüssel bei Lynn abholen. Der Einkaufwagen wird gefüllt, Schlüssel abgeholt und das neue Zuhause bezogen. Noch während wir ausräumen bekommen wir unseren ersten Besuch, Ann und Charly. Die beiden wohnen gegenüber und bieten ihre nachbarschaftliche Hilfe an. Sie hatten, solange das Haus auch bei AirBnB angeboten war, sich darum gekümmert und kennen unser Haus besser als wir bisher. Es ist schön so nette hilfsbereite Nachbarn zu haben.

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Freitag heißt es dann für Max schon wieder Abschied nehmen, er muss Montag arbeiten. Auch er hat sich verliebt in dieses Anwesen.

Wir dürfen bleiben und uns einleben. Das bedeutet, das Haus und das Grundstück kennenlernen, was brauchen wir noch, was muss repariert werden, was muss verändert werden. Wir machen mit Rolf einen Termin. Er ist gelernter Tischler aus Deutschland und hat Verbindung zu Handwerkerkollegen, Elektriker und Installateur.

 

Sonntag fahren wir bei herrlichem Herbstwetter an die Westküste von Cape Breton. Auch das neue Auto will kennengelernt werden. In Whycocomagh lädt Farmer’s Daughter zum Lunch ein. Hier lernen wir Sandra, eine junge Deutsche kennen, die mit ihrem Freund hier dauerhaft leben will. Sie hat seit zwei Tagen eine Arbeitsstelle in diesem Bistro, einer Mischung aus Truck Stop und Gift Shop. Wir tauschen Mail Adressen aus und werden uns bestimmt wiedersehen.

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Die folgende Woche gilt es das neue Haus weiter zu entdecken. Während Iris beim Saubermachen immer wieder neues findet, putzt Wolfram die großen Fenster. Passendes Putzzeug muss gekauft, ein Staubsauger bei Amazon bestellt werden. Wir müssen uns beim Postamt vorstellen. Ein Treffpunt für allerlei lokalen Tratsch an einer Kreuzung nur 6,5 km von uns entfernt.

Donnerstag klopft es und Angelika steht vor der Tür. Iris hatte sie und ihren Mann Gerd bei einem Spaziergang im September kennengelernt, die beiden haben ein wunderschönes riesiges Haus in der Nähe von Eberhards Cottage, von dem aus wir unsere Immobiliensuche gestartet hatten. Jetzt laden die beiden uns für Freitagabend zu sich ein. Sie sind nicht nur äußerst nett, sondern haben schon fast 25 Jahre Cape Breton Erfahrung und reisen gerne. Ein unterhaltsamer, informativer Abend, sicher nicht der letzte.

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Diesen Sonntag führt unser Ausflug nach Süden. Wir umrunden die kleine Isle Madame. Im Island’s Nest gibt’s leckeres Seafood, so lernen wir die neue Umgebung besser kennen.

Am Nachmittag stellen wir uns bei unserer zweiten Nachbarin, Jean vor. Sie wird Ende des Jahres 94 und hat gerade Besuch von Tochter Pat, die sie im Dezember nach Florida begleiten wird, wo die Alte Dame den Winter verbringt.

Montag ist Schneefall angesagt. Wir müssen den Gazebo schneedicht machen, die Fliegengitter sind dazu nicht geeignet. Allerdings ist der Wind so stark, dass wir mit den dafür vorgesehenen großen Holzpanelen nur schwer hantieren können. Die beiden Weißkopfadler, die hier zuhause sind, haben deutlich mehr Spaß mit den Windböen, als wir. Die Aktion muss verschoben werden, es fehlen auch genügend Schrauben und ein Akkuschrauber.

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Dienstagnachmittag steht Gerd Grundmann vor der Tür. Nachbarin Jean hatte ihm von uns erzählt und er wollte uns kennenlernen. Gerd und Jean gehören der gleichen Kirchengemeinde an und Gerd empfiehlt am Sonntag doch mal zur Messe vorbeizukommen um auf diese Weise weitere Gemeindemitglieder von Dundee kennenzulernen. Da die Kirche nur 300 m von uns entfernt steht, sagen wir auch zu.

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Dienstagabend fallen dann fast 10 cm Neuschnee und der Gazebo ist nun auch innen voller Schnee. Da auch der Mittwoch immer noch zu windig ist um den Anbau zu verschließen, räumen wir die Gartenmöbel und Polster erstmal in den Keller und den Schnee nach draußen. Donnerstag haben wir dann Akkuschrauber und Schrauben und mühen uns bei immer noch starken Windböen redlich die Öffnungen endlich zu verschließen. Freitag ist es dann windstill und wir kommen gut voran. Nachbar Charly bringt seine Leiter, sodass wir nicht weiter auf gestapelten Plastikstühlen die teils 1 ½ m2 großen Schaltafeln montieren müssen.

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Am schönsten ist die Arbeit, wenn sie getan ist. Wir sitzen im Warmen und beobachten, wie die fünfmal so großen Blauhäher die kleinen Kohlmeisen vom neuen Vogelhäuschen vertreiben. Inzwischen ist der Schnee wieder verweht und getaut und wir verabreden uns mit Nachbar Charly, der auf verschiedenen Musikveranstaltungen in der Gegend Countrymusik auf der Gitarre spielt und singt. Als er dann allerdings die Adresse bringt und das Navi 77 km als kürzeste Strecke ausspuckt, streikt Wolfram. Über 150 km in der Nacht im Neuschnee, no. Wir werden Charly sicher auch mal näher, bei besserem Wetter hören.

Für die Kirche am Sonntagmorgen gibt es keine Ausrede. Es ist hell, es schneit nicht und wie gesagt, 300 m bis dorthin. Außer Pfarrerin Donna treffen wir auf 30 eher ältere Gemeindemitglieder einschließlich Gerd. Der ist 74 und der jüngste. Alle scheinen recht fit, wahrscheinlich liegt es daran, dass man ständig aufstehen, singen und sich wieder setzen muss. Donna heißt uns willkommen in ihrer Gemeinde und alle strahlen uns herzlich an.

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Nach der Kirche kommt Gerd bei uns vorbei und lädt in sein Haus ein, das keine 12 km von uns entfernt ist. Sein Grundstück mit direkter 200 m breiter nach Osten ausgerichteter Waterfront am Bras d’Or Lake ist riesig. Das Haus ist supergemütlich und überall stehen von ihm mit der Kettensäge „geschnitzte“ Skulpturen, Puffins, Pinguine, Totempfähle. Außer Garage und Schuppen gehört noch ein Saunahäuschen zur Ausstattung.  Gerd erzählt uns, dass er täglich, auch bei Minusgraden und wenn er nicht in der Sauna war, in den See steigt. Er findet das gar nicht so heldenhaft, alles nur Gewöhnung!

Zum Abschied schenkt uns der Fallensteller, Jäger und Angler noch Gefangenes und Erlegtes. Iris bekommt die Aufgabe der Zubereitung, Gerd bringt dann zum Essen auch noch selbstgemachten Wein mit, Wolfram bekommt eine geschnitzte Holzfeder ohne jede Verpflichtung, er muss einfach ein netter Kerl sein.

18.11. - 09. Dezember 2018
neue Freunde und Alltag im neuen Haus

Wir gewöhnen uns immer mehr an unser neues Leben. Die Tage werden Alltage. Montag kommen Sandra und Uwe zu Besuch. Die beiden Auswanderer sind seit März in Kanada. Sandra hat bereits einen Job gefunden, Uwe muss noch das gemeinsame Zuhause aufbauen. Es wird ein unterhaltsamer Nachmittag mit den jungen tatkräftigen Leuten. Wir freuen uns darauf sie auf ihrem nur 36 km entfernten Stück Land zu besuchen.

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Dienstag geht’s aber erst mal nach Antigonish. Hier wollen wir uns nochmal zu den Vorschriften für offene Kamine schlau machen. Schlauer werden wir nicht, was Trevor unser Kaminbauer erzählt hat, wird bestätigt und wir freuen uns auf dem richtigen Weg zu sein.

Mittwoch weiß das Wetter nicht so richtig, ob es regnen oder schneien soll. Iris macht einen Rehgulasch und Gerd, der schon das selbst geschossene Fleisch gespendet hat kommt zum Essen.kanada Der selbstgemachte Rotwein, den er mitbringt überrascht ob seiner Qualität. Wein machen, das will Wolfram im nächsten Frühjahr auch angehen.

Donnerstag/Freitag gibt’s dann richtig Schnee. Nachbar Charlie hilft mit seinem Aufsitzrasenmäher und Schiebeschild beim Räumen. Noch ein Supertyp hier in der Gegend.

Sonntag geht Iris alleine in die Kirche, dieses Mal in Westbay und anschließend ins benachbarte Gemeindehaus zum „Souperday“. Da gibt’s nicht nur Soup, auch selbstgemachte Marmelade, Selbstgebackenes und natürlich allerlei „Nachbarn“

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Montag kommen Angelika und Gerd zu Kaffee und erstem selbstgebackenem Apfelkuchen. Es gibt noch so viel zu erzählen. Nicht nur Cape Breton Geschichten, auch Ideen, was die Zukunft angeht. Schön, dass wir hier so schnell Anschluss gefunden haben. Gegen Abend kommt auch Gerd Gundermann spontan vorbei und wir freuen uns einen schon 25 Jahre hier lebenden „Deutsch-Kanadier“ vorstellen zu können.

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So vergehen die Tage und der November mit viel Regen zu Ende. Der Pond vor unserem Haus steigt beängstigend. Der stark böige Wind treibt die hohen Wellen über die Straße, die den Bras d’Or Lake von unserem Teich trennt. Vorsichtshalber leihen wir uns eine Pumpe bei Charlie. Wir haben Sorge der Keller könnte volllaufen.

Samstag 1. Dezember sieht es schon wieder freundlicher aus, das geht hier immer ganz schön schnell. Am Abend fahren wir gemeinsam mit den Nachbarn Charlie und Ann zur Hillsbroough and Glendyer Music Hall. Hier sind Charlie und seine Gitarre zu einer Jam Session verabredet. Knapp 100 Leute passen in das alte Schulhaus mit einer Bühne, die bis zu acht Musiker fasst. kanada

Über drei Stunden finden sich wechselnde Formierungen zu gemeinsamen Interpretationen. Manches Vorgetragene wird dann etwas lang, anderes hätte man gerne länger gehört. Recht spät tritt dann Nachbar Charlie mit zwei Stücken von Jonny Cash auf die Bühne. Gleich fünf Kollegen an seiner Seite mit dem Ergebnis der Session: hätte gerne länger dauern dürfen.

Sonntag ist der See absolut spiegelglatt, der Wasserspiegel gemessen (!) um einen Meter gefallen. Friedliche Vorweihnachtszeit kehrt mit dem ersten Advent ein. Schnell vergeht unsere letzte Woche in Kanada. Besuche bei Angelika und Gerd und am Wochenende bei Sandra und Uwe tragen dazu bei.

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Vergangene Nacht und heute Samstag nochmal 20 cm Neuschnee. Morgen wollen wir Richtung Montreal aufbrechen. Wir fliegen Dienstag von dort zurück, weil wir, wenn wir Ende April mit Ronja hierher zurückkommen, nicht wollen dass die Hündin bei ihrem ersten Flug umsteigen muss.

Bis dahin bleibt unser Auto in einem Storage und Ronja kann dann auf der 1.365 km langen Fahrt von Montreal hierher ein Stückchen Kanada kennenlernen. Zurzeit ist sie bei unseren Freunden Elke und Wolfgang zur Pflege und wir haben schon Sorge, dass sie nächste Woche vielleicht gar keine Lust hat mit uns Vagabunden in den OF-EN zu steigen.

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Anfang Januar wollen wir die im vergangenen Januar ausgefallene Marokkotour nachholen. Von dort werden wir dann wieder berichten, hoffentlich mit Strand-Sonne Bildern.

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