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09. - 19 Januar 2018 (km 240.633)
Heidelberg - Hohenems - Perpignan

Unsere diesjährige Reiseroute soll uns zunächst über Österreich, die Schweiz, Frankreich nach Spanien führen. Von dort wollen wir nach Marokko übersetzten um den Winter im warmen Süden zu verbringen. Anfang März kommen wir zurück nach Europa. Hier soll unser Weg von Spanien längs der Atlantikküste nach Portugal, Frankreich und von dort in Richtung Heimat führen.

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Im Mai werden wir wieder in Deutschland sein. Aber auch die zweite Jahreshälfte ist schon geplant, wie unsere Routenplan zeigt.

Heute starten wir Richtung Österreich, genauer Hohenems im Vorarlberg. Dort leben Margrit und Andi, die wir in Argentinien kennengelernt haben. Andi hat über  25 Jahre in Neuseeland gelebt, Margrit auch fast zwanzig. Da wir für den nächsten Winter eine dreimonatige Rundreise über die beiden Inseln planen, können wir bei den beiden beste Informationen abfragen.

Wir werden herzlich aufgenommen und können ihr bemerkenswertes Haus hoch über dem Rheintal mit Blick bis zum Bodensee bewundern. Schon bald an diesem Abend wird klar, mit dem einen Abend werden wir hier nicht auskommen, wir müssen morgen wiederkommen.

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Die erste Nacht im OF-EN mit Ronja, einer Hündin, die wir unserem Sohn abgeschwätzt haben ist wunderbar ruhig. Madame hat all unsere liebevoll gebauten Schaumstoffplätzchen ignoriert und beliebt auf der Couch zu reisen UND zu nächtigen. Da sie auch den WoMo-Tanz sofort beherrscht, wird ihr dieses Privileg gerne zugestanden, zumal sie dann auch aus dem Weg ist.

Für Mittwoch haben wir einen Termin in Kaufbeuren bei Cabrotron, dem Hersteller der Elektroversorgungseinheit in unserem OF-EN. Das Laden der Bordbatterie über die Lichtmaschine funktioniert noch nicht. Der OF-EN wird übrigens weiterhin OF-EN heißen auch wenn er inzwischen ein Heidelberger Kennzeichen hat.

Pünktlich um 13.30 sind wir in Kaufbeuren und der Fachmann von Cabotron hat schnell herausgefunden wo der Fehler liegt. Um einen bessere Ladeleistung zu erhalten haben wir vor der der Versorgungsbatterie einen Booster eingebaut, einen Ladewandler, der 12 V Eingangsspannung in 14,2 V Ausgansspannung wandelt und so die Batterie schneller und höher lädt. Dieser Booster ist defekt und wird ausgetauscht gegen ein Relais, bis der Booster repariert ist. Jetzt sind wir wieder von Campingplätzen mit E-Anschluss unabhängig.

Gegen Abend gehen wir mit Magrit und Andi in Emsreute im nahen Berghof essen, bevor wir noch einen entspannten, informativen Abend mit den beiden verbringen. Donnerstag geht’s nach einem gemeinsamen Frühstückskaffee Richtung Schweiz.

Vorgestern hatten wir um die Österreichische Autobahn benutzen zu dürfen eine GO-Box europa kaufen müssen, 80 EUR. Darauf ist ein Gebührenguthaben, das an den Mautbrücken, die wir durchfahren abgebucht wird. Die Box ist zwei Jahre "wirksam", kann aber auch früher zurückgegeben werden gegen Erstattung des Restguthabens. Alle Fahrzeuge über 3,5 to müssen in Österreich mit der Box ausgestattet sein.

Um in der Schweiz auf den Autobahnen fahren zu können erwerben wir das bekannte Pickerl für 39 EUR und ab geht’s auf der A1 bis hinter Bern, an den Murtensee gleich neben dem Lac de Neuchâtel. Hier finden wir auf dem Parkplatz zu einem Rundwanderweg einen wunderschönen Stellplatz mit Blick über den Ort Vully und den See.

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Ronja führt uns bevor es dunkel wird über den historischen Rundwanderweg vorbei an archäologischen Fundstätten der Helvetier aus der Eisenzeit (ca. 800 n.Chr.) Ganz schön spannend. Freitag fahren wir weiter Richtung Frankreich. Praktischerweise bleiben wir gleich auf der Autobahn und sind geschockt, als wir nach etwa 70 km bei La Motte abfahren. 29,80 EUR, auch hier ist Autobahnfahren teuer und wir stellen unsere Routenplanung auf mautfreie Straßen um. europa

Auch Diesel ist in Frankreich (~ 1,35 €/Liter) etwas teurer als in der Schweiz (~1,30 €/Liter). In Österreich hatten wir 1,13 €/Liter gezahlt. Nach 290 km Tagesetappe, buchen wir auf einem Bauerhof in Poliénas westlich von Grenoble einen Stellplatz in der Natur für 5 €/Nacht. Kurz vor Ankunft blinzelt Mercedes mit dem roten EDC-Lämpchen. Der Schreck ist heftig. Hatten wir sie doch ausführlich während unseres Deutschlandaufenthaltes untersuchen lassen.

Das Diagnosegerät sagt Defekt der Kraftstoffverteilerleiste, Ladedruck zu niedrig. Nachdem die Fehlermeldung gelöscht ist, machen wir unseren nun obligatorischen Abendspaziergang mit Ronja und beruhigen uns etwas. Samstagmorgen dreht Iris vor dem Frühstück eine große Runde mit Ronja, die  erschreckt von einem um sich schießenden Jäger dicht an ihrer Seite klebt. Wolfram plant die Tagestour über mautfreie Landstraßen und erwartet sie mit heißem Kaffee und Frühstück. Mit Temperaturen um 0°C ist es noch ziemlich kalt da draußen.

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Schon gestern mussten wir feststellen, dass die engen Landsträßchen durch die vielen kleinen Ortschaften mit unzähligen Kreisverkehren uns und unser Vorankommen ganz schön entschleunigen. Für die 200 km, die wir bis ca. 40 km vor Nîmes fahren, brauchen wir über fünf Stunden. Dafür haben wir die Landschaft "erlebt".

Im Örtchen Remoulin an der Gardone finden wir auf einem Parkplatz direkt am Fluss eine ganz nette Übernachtungsmöglichkeit neben einigen anderen französischen Campern. Das EDC Lämpchen leuchtet wieder und wir wollen am Montag eine Mercedes-Werkstatt in Nîmes aufsuchen. Trotz der Sorgen um Mercedes kommt so langsam das Reisefeeling wieder hoch. Ach so, wir reisen ja nicht mehr, wir leben ja schon.

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Unterstrichen wird das Gefühl mit dem Einkauf in der Boulangerie nebenan, Baguette und Quiche verfeinern unser Abendmahl mit Camembert und Rotwein. Der Spaziergang längs der wilden Gardone trägt weiter zur Entspannung bei.

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Sonntag spätnachmittag brechen wir auf nach Nîmes, um Montag früh schon die ersten in der Mercedeswerkstatt zu sein. Am Straßenrand kaufen wir an einem Früchtestand marokkanische Orangen ein. Zuckersüß. Wir sind auf dem rechten Weg. 100 m vor der Werkstatteinfahrt finden wir im Industriegebiet einen einsamen Platz.

Die Nacht ist ruhig und 7.30 Uhr fahren wir am Montagmorgen in die Werkstatt. Hier schickt man uns in die Innenstadt zu einer Werkstatt für PKWs. Im morgendlichen Berufsverkehr kriechen wir also in die große Stadt. Dort werden wir von einer attraktiven jungen Französin auf very high Heels und Diamant(?)Sprenkeln auf den langen Fingernägeln bienvenue geheißen. In 20 Minuten (mit so langen Fingernägeln ist die Tatstatur nur langsam zu bedienen) sind unsere Daten aufgenommen und das Törtchen will unser Fahrzeug in die Werkstatt fahren.

Als sie den OF-EN erblickt, und das nur von hinten, schüttelt sie ihr schwarzes, wallendes Haupthaar. No! Es kommt heraus, dass unser Fahrzeug zu hoch für die Tore ist. Wir müssen in eine andere Werkstatt im Vorort Marguerittes fahren. Das sind nur 12 km und dort werden vorwiegend Busse und LKWs gewartet, wie bei unserer ersten Station heute Morgen.

Bei Mercedes Froment wirft der Chef einen kurzen Blick unter die Haube und zeigt uns Feuchtigkeit am Dieselfilter. Hier muss eine Undichtigkeit sein. Diese kann für den zu niedrigen Druck im Dieselleitungssystem verantwortlich sein. Wir vertrauen dem Mechaniker unsere Mercedes für weitere Untersuchungen an. Nach einer eineinhalb Stunden die Diagnose, die dem Filter zuführende Leitung ist porös und muss ausgetauscht werden, allerdings erst morgen, da der Schlauch nicht vorrätig ist. Wir verabreden uns für Dienstag 9 Uhr.

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Die Nacht verbringen wir wieder auf dem Brückenparkplatz in Remoulin, 17 km von der Werkstatt entfernt. Dort kennt Ronja schon ihre Wanderwege und wir auch. Pünktlich, wie man es von guten Deutschen erwartet sind wir Dienstag in der Werkstatt. Die Reparatur dauert knapp zwei Stunden, der Preis für Fehlersuche und Austausch von Leitung und Dieselfilter 559,40 EUR. Ja eine Mercedes zu fahren das ist schon was.

Trotzdem sind wir jetzt beruhigter und über Landsträßchen, durch Örtchen und Kreisverkehre geht’s weiter gen Süden. Die weiträumige Umfahrung von Montpellier lässt uns kurz überlegen, ob wir nicht doch die direktere Route über die Autobahn nehmen? Nein, heute wird kein Geld mehr ausgegeben! Weiter geht’s Richtung Perpignan.

Nach etwa 200 km Fahrt, das darf nicht wahr sein, die EDC Leuchte warnt wieder. Das Diagnosegerät wirft denselben Fehler wie schon Freitag aus. Kraftstoffverteilerleiste – Leitungsdruck zu niedrig.

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Wir suchen uns einen Übernachtungsplatz und landen im ausgestorbenen Touristenort Port La Nouvelle. Hier lernen wir unseren ersten CC Park kennen. CC steht für Camping Car. Ein großer geschotterter Parkplatz mit Elektroanschlüssen, und zentraler Wasserversorgungs- und Entsorgungsstation. 11 EUR werden an einem Automaten aufgerufen und die Schranke öffnet sich. Die Sorgen werden in dieser Nacht von Ängsten verdrängt. Ein orkanartiger Sturm zieht stundenlang über uns hinweg. Wahrscheinlich ein Wettertief mit weiblichem Namen. Wir fühlen uns an Patagonien erinnert. Auch dieses Tief überleben wir.

Bis Perpingnan im Süden sind es 45 km, bis Narbonne im Norden 25 km. Wir entscheiden uns für den Süden, da wollen wir ja schließlich hin. Wir landen im modernsten Autohaus unserer bisher 242.000 km langen Reise. Nachdem ein übergroßes Tor geöffnet wurde, fahren wir in das Autohaus und an der Rezeption vor. Durch den Scanner, der PKWs auf Beulen und Lackschäden vermisst, passen wir nicht. Das übernimmt nach Vätersitte ein Mechaniker.

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Es ist 11.45 Uhr, Wolfram unterschreibt einen Auftrag für die Fehlersuche. Sechseinhalb Stunden später liegt das Ergebnis vor. Kraftstoffverteilerleiste und Dieselpumpe müssen ausgetauscht werden. Die Teile sind in Deutschland zu ordern und werden frühestens in drei Arbeitstagen – fünf Tage von heute erwartet, garnicht futuristisch! Es ist schon etwas Besonderes einen exotischen Mercedes zu fahren. Preis für die beiden Teile 2.000 EUR, zzgl. sieben Stunden Arbeit und 20 % Mehrwertsteuer ergibt einen Kostenvoranschlag von 3.076 EUR. Ein Arzt ist nicht in der Nähe, also versuchen wir durch langsame Atmung einen Zusammenbruch zu vermeiden. Was können wir machen, außer die Teile zu bestellen und zu schauen, wo wir bis Dienstag bleiben ??

Unsere Mercedes wird wieder zusammengebaut, sodass wir in der Dunkelheit auf eigenes Risiko zu einem 20 km im Südwesten von Perpignan gelegenen CC-Park fahren können. Thuir heißt der Ort, von dem wir zunächst wegen der Dunkelheit nichts sehen. Donnerstagmorgen bemerken wir ein zweites Camper Mobil, ebenfalls aus Deutschland, Neurupin. Anne und Peter sind schon nach Weihnachten in den Süden aufgebrochen und kennen die Gegend hier. Sie wollen heute weiter an die Mittelmeerküste, weil für das Wochenende Regen gemeldet ist.

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So stehen wir bald alleine auf einem Fußballfeld großen Platz mit Blick auf die verschneiten Pyrenäen, über der Straße ein Bauhof, neben uns eine Pferdekoppel, vor uns freies Feld. Könnte schlechter sein! Unsere Lager sind glücklicherweise gefüllt und wir machen's uns gemütlich. Iris hatte bei einem Morgenspaziergang mit Ronja schon einen Bäcker erkundet. Beim Abendspaziergang machen wir einen Abstecher zum ebenfalls nahen Supermarkt um dessen Angebot zu begutachten. Wir kaufen ein französisches Schreibheft, damit Wolfram morgen die ersten 10 Reisetage festhalten kann.

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Iris hat im Laufe des Tages schon begonnen unsere Homepage für unsere Marokko- und Europaabenteuer im Jahr 2018 vorzubereiten. Da die CC-Parks auch freies Wlan bieten, sind wir hier besonders gut aufgehoben.

Der Freitag ist leicht bewölkt und stärker windig. Ein leckeres Frühstück mit frischem Baguette, Weißwürsten und bestem Filterkaffee motoviert für den Arbeitstag.

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Der Samstagmorgen ist bedeckt, schön genug für einen Spaziergang zum Wochenmarkt in der Ortsmitte von Thuir. Der Rundgang dort wird kurz, zu viele Menschen um mit Ronja zu flanieren. Die Auslagen zeigen, dass wir im französischen Katalonien sind. Wir kaufen das obligatorische Baguette und für's Abendessen aus den leckeren übergroßen Pfannen Paella und Boulettes und freuen uns auf ein spätes Frühstück im OF-EN.

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21. 01. - 01. Februar 2017 (km 242.423)
Perpignan - Utxesa - Ráfales - Ebro Delta - Peñiscola - Valencia

In der Nacht stürmt es wieder, auch am Tag ist es nicht schön genug um draußen zu sitzen. Die OF-EN Heizung funktioniert, wir können also gemütlich chillen, lesen, träumen, planen.

Montag haben wir einen Termin in der 300 m entfernten Vet-Klinik. Wir lassen einen Bluttest machen. Für Marokko brauchen wir den Nachweis, dass die Tollwutimpfung vor 30 Tagen zur Entwicklung der Antikörper funktioniert hat. Zur Identifikation Ronjas wird ihr Chip gescannt, den sie seit 7 Jahren unter der Haut trägt. Trotz intensiver Suche findet die zunächst behandelnde Ärztin und später ein hinzugerufener Arzt den Chip nicht. Zwei Scanner werden genutzt, die an einem neuen Chip funktionieren aber Ronjas nicht lokalisieren. Was tun? Ohne Chip kein Marokko.

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Es ist sicher einfach nach Marokko reinzukommen, aber zurück zu dürfen in die EU ohne Quarantänewochen ist risikoreich. Jetzt einen neuen Chip setzen bedeutet auch nochmal alle Impfungen nachholen. Gefällteuropa uns nicht, Marokko wird gecancelt. Der Beginn unserer 2018er Reise läuft nicht ganz so glatt. Kann also nur besser werden, freuen wir uns darauf. Nutzen wir die Zeit Spanien und Portugal intensiver zu bereisen.

Am späten Nachmittag verlassen wir den Thuir CCPark, wir sollen morgen um 7 Uhr bei Mercedes sein. Für die Nacht tut's ein Supermarkt in der Nähe. Auf der Karte ist die Gegend grün, tatsächlich ist sie auch unverbaut, trotzdem nicht gefällig. Unrat allerorts, der Abendspaziergang wird kürzer.

Pünktlich wie wir nun mal sind, fahren wir bei Mercedes vor. Der einzige Mitarbeiter an der Rezeption begrüßt uns mit der Info, dass seine Kollegen nicht vor 7.30 kommen. Um 8 Uhr sitzen wir immer noch unbeachtet im tollen Showroom. Dann die Nachricht, die Teile sind nicht angekommen. Man könne aber erst um 8.30 mit Deutschland telefonieren. Wir sind uns einig, Mercedes ist der Star unter den Autobauern!? Gegen 9 Uhr erfahren wir, die Teile sind in Valence, wir sollen morgen um 8 Uhr wiederkommen.

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Zurück auf dem CCPark in Thuir lernen wir den Holländer Willem kennen, mit dem wir uns über die verschiedenen europäischen Adapter zum Befüllen unseres Gastanks austauschen. Unser Tank ist eine 11 Liter Gasflasche mit einem Außenanschluss zum Füllen an Autogastankstellen. Hat in Süd- und Nordamerika bestens funktioniert, nur in Frankreich passen die Zapfpistolen nicht und in Spanien gibt's  wieder andere. Wo kriegen wir die Adapter her? Na klar, von Amazon. Aber wohin schicken?? Geduld. Wir haben ja noch unsere kleine Camping-Gaskartusche. Für Frühstückskaffee und ab und zu mal ein Süppchen langt's. Es muss ja nicht jeden Tag ein Fest Mal sein, europajetzt wo Mercedes so teuer ist ;-)

Mittwoch sind die Teile, Dieselpumpe und Kraftstoffverteilerleiste da und unsere Mercedes darf in die Werkstatt einfahren. Wir machen solange einen Spaziergang durch's Industriegebiet zum Einkaufszentrum. Dort einen leckeren Kaffee auf der Sonnenterrasse, Gasadaptersuche, trotzdem ist das Schaufenstergucken nicht unser Ding. Gegen Mittag sind wir wieder in der Werkstatt. Es dauert aber nochmal bis 15.30 Uhr bis wir wieder im Auto sitzen.

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Wolfram  will aus der Stadt raus, wir können gut noch 100 km fahren. Es werden dann 150 km, inzwischen sind wir in den spanischen Pyrenäen und schlagen unser Lager einfach neben der wenig befahrenen Straße auf. Das kleine Sträßchen führt hoch hinauf ins Örtchen Prullans, wo wir zunächst stehen wollten. Aber die engen nur max. 3 m breiten Sträßchen am Hang, ohne ebene Fläche haben uns umkehren lassen. Der Platz in einer Spitzkehre ist naturnah, das freut auch Ronja und eigentlich kommt fast nie ein Auto vorbei.

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Über die Pyrenäen sind wir bis auf 1.600 m Höhe geklettert. Jetzt sind es immer noch 1.050 m. Hier liegt zwar kein Schnee mehr, aber kalt wird's schon. -1°C zeigt der Thermometer als wir bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Morgen Ronja die Gegend zeigen. Gegen 10 Uhr starten wir unsere heutige Etappe Richtung SW. Der erste Stop im Naturschutzgebiet Utxesa ist wunderschön für eine Übernachtung, aber halt noch zu früh.

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Nach etwa 150 km traumhafter LANDschaft wird der gute Eindruck Spaniens dann von der Stadt Lleida gestört. europa So ein weites Land und die Menschen drängen sich hier in riesigen hässlichen Wohnblocks. Wir versuchen zu fliehen, aber Ampeln, Kreisverkehre und Kreuzungen hindern den Vorwärtsdrang.

Wir hatten gehofft hier in der Stadt eine Autogastankstelle zu finden, aber in dem Gewirr geben wir schnell auf. Endlich, geschafft, wir sind raus und suchen einen ruhigen Stellplatz. Fündig werden wir erst im Örtchen Fraga, direkt am Flüsschen Cinca. Besonders Ronja ist erfreut über den freien Auslauf, so mögen wir Spanien.

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Bis zu Marja und Paul sind es noch etwa 120 km. Wir haben die beiden vor mehr als 6 Jahren zu Beginn unserer Reise in Äthiopien kennengelernt. Sie waren damals schon Jahre unterwegs und nun auf dem Weg Richtung Asien. Seit 2014 haben sie sich hier in Aragonien niedergelassen. Von Alcañiz klettert die Straße wieder auf 850 m Höhe und dort übersehen wir beinahe im Schneetreiben den Weg Richtung Ráfales.

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Marja weiß, dass wir auf dem Weg sind und holt uns am Abzweig zu ihrer Finca mit Regenschirm und Regenkleidung im kalten Schneesturm ab. Paul ist für zwei Tage in Holland, wo seine Schwester ihren 50ten feiert. Auch Marja hat heute Geburtstag, eben nur ihren 49ten. Da gibt Frau schon mal ihren Gemahl frei und begrüßt besonders herzlich andere Gäste. Seit drei Jahren leben die beiden Holländer jetzt auf ihrem damals noch total verwilderten Grundstück.

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Inzwischen hat Paul auf dem 7 ha großen Areal Wege und Plätze angelegt. Hier soll mal ein Campground mit Campsites und kleinen Hüttchen entstehen. Zunächst ist aus einem verfallenen Stall ein 21 m² großes Häuschen mit Wohnküche und Schlafzimmer entstanden. Ein Holzfeuerofen macht es gemütlich und wir können bei heißem Tee klönen.

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Als der Nieselregen nachlässt, schauen wir nach den Tieren. Toba, die große Ridgeback Hündin hat sich gleich mit Ronny angefreundet. Jambo, Marjas Rappe, schaut schon etwas skeptischer auf die neuen Freunde. Momo, Mali und Mopti, den Schafen, sind wir egal. Spannend wird’s nochmal, als wir zurück im Haus sind. Kater Lucie lässt sich von Ronja überhaupt nicht beeindrucken. Doch da er nicht davonrennt und bei ihr damit auch kein Jagdinstinkt geweckt wird, gibt’s nur einen Kastenbuckel mit leichtem Geknurre. Marjas Pastagericht pasta gut zum mitgebrachten Wein und wir erzählen uns, was so die letzten Jahre pastiert ist.europa

Wir sind noch am Frühstücken, als Paul am nächsten Morgen aus Holland heimkehrt. Er war um 5.30 Uhr aufgestanden und bringt heute gutes Wetter mit. Wir können einen ausführlichen Spaziergang über das Grundstück machen und Paul kann seine Pläne vorstellen. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis alles fertig ist, aber er ist mit einer solchen Begeisterung bei der Sache und hat in den letzten drei Jahren auch schon so viel Sichtbares bewirkt, das wird gut!

Für den Abend hat Marja zu einer kleinen Geburtstagsfeier eingeladen. Hans, Monique und Tochter Estrella kommen vorbei. Auch Holländer und seit 10 Jahren hier in der Gegend zuhause. Es wird ein unterhaltsamer und informativer Abend. Viele haben versucht hier in der Gegend heimisch zu werden, nur wenige es tatsächlich geschafft. Entsprechend gibt’s  hier auch etliches recht günstig zu kaufen. Wir sollten uns da mal was anschauen.

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Als wir am nächsten Morgen wieder aufbrechen, begleiten uns Marja und Paul für 8 km. Hier gibt es ein etwa 1,5 ha großes Grundstück am Fluss und ein Häuschen steht auch schon drauf. Ein wirklich schönes Fleckchen in der Natur ohne Nachbarn. Überlegt doch mal, in the middle of nowhere. Trotzdem, da müssen wir noch ein bisschen überlegen.

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Unsere Tagesetappe führt ins Ebro-Delta. Bei Amposta biegen wir ab zur Casa de Fusta mit einem CamperPark, der zum Restaurant L'Estany gehört. Heute ist Sonntag und das Restaurant stark besucht. Um 16 Uhr dürfen wir wiederkommen, dann gibt’s auch noch Essen. Iris macht mit Ronja solange einen Spaziergang durch die Reisfelder, Wolfram bereitet sich bei einer Siesta auf's Essen vor. Frau wählt ihren obligatorischen Salat und eine Fischplatte, Mann Wildente mit Pilzen und Artischocken. Wir sind zufrieden. Bis das Fläschchen Hauswein geleert ist, wird es dann auch schon dunkel und wir ziehen uns in den OF-EN zurück.

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Montag muss jetzt endlich Gas und ein passender Adapter gefunden werden. Die erste empfohlene Tankstelle versucht zu helfen, aber es bleibt beim Versuch. Der Tankwart hat sich wirklich bemüht, dafür kaufen wir ihm einen Tank voll Diesel ab. Der Kollege 40 km weiter ist deutlich kompetenter. Er verkauft uns das gewünschte Gas und weiß auch, wo wir 3 km weiter den Adapter erwerben können. Der Mann verspürt unser Glück und freut sich mit uns. Soooo schön!!

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Von Peniscola (sprich Pe-Niscola) bis Ribamar, einem Campingplatz im Parc Natural de La Serra d'Ista sind es noch 35 km. Der Platz ist auch jetzt im Januar gut besucht. Na ja, Sonne, Meer und 15°C, das ist OK. Den Hinweis auf den Platz haben wir von Jörg und Bettina bekommen. Sie hatten uns in einer sehr netten Mail Hinweise zur Einreise mit Ronja nach Marokko gegeben. Tatsächlich sind die beiden auch auf ihrer Rundreise auf der iberischen Halbinsel hier gelandet. Wir beschließen auf dem bestens ausgestatten Platz zu bleiben.

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Nach drei Wochen ist der Wäschesack voll und die Freunde aus der Heimat wollen wissen was aus Mercedes geworden ist. Sie läuft seit 680 km ohne Mucken. Ronja hat ihren ersten Kontakt mit Salzwasser, mehr irritiert sie die davon laufenden und wiederkommenden Wellen. Sie ist glücklich und wir mit ihr!

Dienstag ist Schreib- und Repariertag. Zehn Tage zu rekapitulieren und niederzuschreiben dauert schon drei Stunden. Es könnte oft etwas kürzer sein, aber was lässt man so weg in seinem Tagebuch? Wenn wir heute in unserem Buch zurückblättern, freuen wir uns immer wieder an den Erinnerungen.

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Während Iris weiter Wäsche wäscht (mit einer Waschmaschine ;-), versucht Wolfram eine Undichtigkeit im Wasser- Heizkreislauf zu finden. Tatsächlich zeigt sich die Stelle, Ursache dafür, dass die Wasserpumpe nicht mehr abschaltet. Bisher tritt dort noch kein Wasser aus, aber ein bisschen wackeln und schon läuft's :-(( Shit, bisher konnten wir noch damit leben, indem wir die Pumpe zwischenzeitlich einfach immer wieder anschalten. Jetzt muss sie aus bleiben, sonst läuft Wasser in den "Technikraum". Das Leck ist an einem "Spezialstecker" zur Heizung, keine Idee, wie man hier abdichten kann.

Also fahren wir morgen 35 km zurück zu Tambo, wo wir gestern den Gasadapter gekauft haben. Heute heißt es erst mal Ruhe bewahren und sich auf den Abend mit Bettina und Jörg freuen. Zum draußen sitzen ist es zu kalt, aber zu fünft (Ronny ist auch da) wird's schön gemütlich im OF-EN. Bei Wein und Käse lernen wir uns etwas kennen.

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Die beiden sind auch schon viel gereist. Bettina, erst 48, kann als verbeamtete Lehrerin in Hessen, Sabbatjahre dafür nutzen, Jörg ist Freiberufler und weiß sich zu organisieren. Sie waren schon in Australien und Neuseeland, letzten Sommer in Skandinavien. Seit Oktober sind sie in Südfrankreich, dann längs der Pyrenäen in Richtung Westen und auf der Iberischen Halbinsel gegen den Uhrzeigersinn unterwegs. Alles Landstriche, die wir noch vor uns haben. Auch sie haben eine Hündin, Waltraut (Wally) dabei, Erfahrungen, die uns auch interessieren. Jörg würde gerne ihren 1999er T4 California Camper austauschen, aber nach so viel gemeinsamer Erfahrung!? Der Abend wird lang. Auch wenn Jörg keinen Alkohol trinkt, fließt der Wein und nicht nur deswegen fühlen wir uns wohl.

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Am nächsten Morgen wollen wir eigentlich früh los, um unseren "Wasserschaden" reparieren zu lassen. Es wird dann doch 11 Uhr bis wir loskommen. Beim Abschied wissen wir, solch nette Menschen trifft man wieder!!

Bei Tampo in Peñiscola ist die Wartezeit länger als die Arbeitszeit. Unsere Hoffnung, dass die kleine Werkstatt den defekten Heizungsanschluss vorrätig hat, ist gering, umso größer die Freude, dass doch.  Also wir lernen: Erwartungen runter, dann kommt Freude auf :-) Wir wollen's fast nicht glauben. Funktioniert jetzt alles wieder an unserem fahrenden Zuhause?

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Von Peñiscola fahren wir wieder Richtung SW durch den Parc Natural Serra d'Espadà bis Navajas. Auch Camping Altomira, ist ein gut besuchter Platz am Steilhang. Vorwiegend Holländer campieren hier. Wir machen uns noch auf einen Spaziergang zum Salto de la Novia. Ein Bächlein stürzt über sechzig Meter als gern besuchter Wasserfall in die Tiefe. Wir haben Glück jetzt am Spätnachmittag und im Januar alleine an der wunderschönen Badelandschaft zu spazieren. Jetzt sind wir schon über drei Wochen unterwegs und unser Glück wieder größer als das bisschen Schatten vom OF-EN.

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Donnerstag beginnen wir entspannt. Die geplante Tagesetappe zurück an die Küste beträgt nur 80 km. Valencia fordert Fahrer und Richtungsweiserin, aber schließlich lassen wir den Großstadtverkehr hinter uns und fahren in den Ferienort Punjol ein. Hier gibt es mehrere Parkplätze am Strand in den Dünen, die von Snowbirds zum Wintercamping genutzt werden. Wir finden unseren "eigenen" Parkplatz und machen's uns bei ungemütlichem Wind gemütlich.

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Da fährt auch schon ein Traktor mit NL-Kennzeichen und Wohnwagenanhänger vor.  Wir hatten den schon vor einer halben Stunde auf dem Weg hierher überholt. Gerhard gibt sich als Unterfranke zu erkennen, der 28 Jahre in Deutschland und 28 Jahre in Holland gelebt hat. Die nächsten 28 will er hier in Spanien sein Glück finden. Wir quatschen ein bisschen, aber Gerhard hat sich verabredet und will noch vor Anbruch des aufziehenden Regens seinen Platz gefunden haben. Beeindruckend. Doch ganz ohne moderne Technik geht’s auch mit einem Uralt Traktor nicht. Sein Cockpit besteht aus einem Tom-Tom Navi :-))

Schon auf den letzten 500 m Abendspaziergang am stillen Mittelmeerstrand werden Wolfram und Ronja von Regentropfen begleitet. Die Schritte werden schneller und als der Geruch von leckerem Abendessen aus dem OF-EN strömt, ist der Regen schon vergessen. Als Iris gegen 22 Uhr ins Bett geht muss sie feststellen , dass ihre Bettdecke pitschnass ist. Gut dass sie vorher noch den seltenen Voll-Blut-Super-Mond über dem Meer aufgehen sieht, denn jetzt geht die Ursachensuche erst mal wieder los.

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Mit Taschenlampe wird die Undichtigkeit im Alkoven gesucht. Es ist nicht das Dachflächenfenster, aber am kleinen Alkoven Fenster wird ein winziges Rinnsal sichtbar, dass nach vier Stunden Regen die neuen Sorgen weckt. Heute Nacht müssen Handtücher das Wasser aufnehmen. Morgen wollen wir sehen, ob wir Dichtungsmittel finden, um den Schaden zu beheben.

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Glücklicherweise hört der Regen am frühen Morgen auf und wir können den Tag in Ruhe angehen. Iris bearbeitet die Homepage, Wolfram ergänzt die letzten Tage im Tagebuch. Wir werden frühestens morgen weiterfahren. Unser Tagesgespräch ist der Unterschied zwischen Urlaub, Reisen und Nomadenleben :-)

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01. - 10. Februar 2017 (km 243.425)
Pujol - Santa Fe - Granada - Aqua Dulce - Costa Ballena europa

Wir befinden uns ja im Naturpark l'Albufera. Albufera bedeutet Lagune, Meeresarm. Zu dem See sind es weniger als 5 km und wir machen einen Ausflug dorthin. Hauptsächlich um das Restaurant Nou Racó zu besuchen, wo valencianische Küche angeboten wird. Leider muss Ronja im Auto warten, aber das schmälert unseren Genuss an diesem schönen Ort nicht merklich.

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Auf der Fahrt zurück fallen die vielen Fotografen am Ufer des Sees auf. europa Seltene Vögel, die hier überwintern, sind ein Motiv, die im Westen versinkenden Sonne ein anderes. Am nächsten Morgen kommen wir hier nochmal vorbei. Enge Sträßchen durchziehen das Feuchtebiotop, in dem Bauern fischen und Ihre Reisfelder kultivieren. Die größte Überraschung für uns ist ein riesiger bunter Vogelschwarm, der uns fast auf die Windschutzscheibe klatscht. Da wir auf den engen Wegen nur sehr langsam fahren, können die Kunstflieger ausweichen.

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Unsere Fahrtrichtung geht nach Südwesten. Granada soll in den nächsten Tagen unser Ziel sein. Die 450 km wollen wir in zwei Etappen fahren. Vorbei an Jumilla, in dem an vielen Hängen Marmor abgebaut wird, legen wir den ersten Stopp in Caravaca de la Crux ein.

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Ein nettes friedliches Örtchen. Nachdem wir unsere Lager aufgefüllt haben cruisen wir durch die Kleinstadt auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir finden auch in den Randbereichen nichts und fahren nochmal 60 km weiter.

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In Caravaca waren wir schon auf 650 m ü.N.N. bei angenehmen 10 °C. In Puebla de Don Fabrique, wo wir einen freien CamperCar Platz anfahren, sind wir auf 1.150 m ü.N.N. umgeben von schneebedeckten Bergen und frostigem Wind. Der Abendspaziergang mit Ronja ist eisig kalt und fällt etwas kürzer aus. Wir sind noch etwas flück angezogen, der kalte Wind stört nur Ronny nicht.

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Als wir am nächsten Morgen aufwachen, sind wir eingeschneit. Der Thermometer zeigt -2,5 °C. Der Morgenspaziergang im knirschenden Schnee durch die Felder und in den kleinen Ort ist aber trotzdem schön. Nach dem Frühstück heizen wir den OF-EN an und machen uns auf den weiten Weg. Immer höher geht’s auf 1.500 m durch wunderschöne Landschaft, ein weitläufiges Hochplateau. Leider sind die nur 10 km entfernten fast 3.500 m hohen Berge der Sierra Nevada durch die dichten Wolken nicht zu erspähen.

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Gegen Mittag sind wir in Granada auf 750 m und das Wetter hat etwas aufgeklart. Die Alhambra und die Altstadt von Granada wollen wir heute erkunden. Etwa zwei Stunden dauert der weitläufige Spaziergang um die maurische Kasbah, bergab, bergauf.

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europa Es ist Sonntag und reichlich Besucher genießen den Tag wie wir. Trotzdem ist alles unaufgeregt,keine Nepper, keine Schlepper. Als wir meinen genug gesehen zu haben,es gab Einschränkungen mit Ronja, auch an der Leine, kehren wir zum OF-EN zurück und planen noch einige Kilometer die Großstadt hinter uns zu lassen.

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Dafürbraucht's nur knapp 30 km und über restliche ca. acht Kilometer kaum befestigterFeldwege landen wir an der Therme von Santa Fe. Hier soll es 25 freie Stellplätze geben. Tatsächlich kommen wir in eine Campersiedlung von 2-3-mal so vielen Fahrzeugen, die sich locker zwischen den Olivenbäumen und den drei warmen Quellen verteilen.

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Schon früh am nächsten Morgen zieht Iris mit Ronja los, den Badeanzug im Gepäck. Vorher hat sie noch ein Brot auf den Herd gesetzt, das passt zum alternativen Umfeld. Die Quellen sind wirklich herrlich warm und zu so früher Stunde auch noch nicht stark besucht. Leider ist der Boden drumherum wegen des nächtlichen Regens doch ziemlich matschig.

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Wir überlegen, ob wir hier länger bleiben sollen, aber vor wenigen Tagen noch 18°C Tagestemperaturen, dann Schnee, heute Morgen auch nur 3°C, der Süden ruft! 295 km WSW entlang der Ruta de Los Pueblos Blancos vorbei an Jerez führt unser Weg und wir sind am Atlantik.

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In Rota schauen wir uns die angebotenen gebührenfreien Stellplätze an, aber das tun wir uns nicht an. Auf Parkplätzen stehen dicht an dicht weiße, holländische, deutsche, französische Campermobile. Dazwischen Campingstühle mit teils tiefbraungebrannten Hartgesottenen.

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Wir ziehen ein kleines Stückchen weiter gen Norden, dort finden wir den kleinen Campingplatz Aqua Dulce. Viele festinstallierte zurzeit unbewohnte Zelte und Wohnwagen, dazwischen eine Handvoll deutsche Wohnmobilisten. Wir entscheiden erst mal hier in dieser Kleingartenanlage einzuziehen. Der Abendspaziergang führt uns 500 m am weiten Atlantikstrand entlang nach Norden, dort ist eine Golfanlage. Im Pro Shop fragen wir nach Spielmöglichkeiten und bekommen den Par 3 Neun Loch Platz wärmstens empfohlen.

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Dienstagmorgen sprechen wir wieder im Costa Ballena Ocean Golfclub vor, kaufen eine Zehnerkarte für den Neun Loch Platz, 260 Bälle für die Driving Range und los geht’s. Ronja darf auch mit, dafür müssen wir aber noch einen Buggy buchen und sie muss drin sitzen bleiben. Für sie kein Problem und uns eine Erleichterung ;-)

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Nach wenigen Schlägen auf der DR geht’s los. Die neun Par 3 Löcher ergeben eine Gesamtstrecke von 1.250 m. Mit Sandbunkern und Wasserhindernissen dazwischen ist der Schwierigkeitsgrad für uns absolut ausreichend; schwerer und unser Glück wäre kleiner!

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Ab jetzt gibt es nicht mehr allzu viel zu erzählen. Unser Golfspiel beschäftigt uns täglich drei Stunden. Am Dienstag ein enttäuschender Ausflug nach Rota, der Ort ist ausgestorben. Die Spaziergänge am leeren Atlantikstrand sind wunderbar.

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Am Mittwoch einkaufen im sehr schönen Mercadona Supermarkt mit sehr gutem Weinangebot, frischem Brot, Fleisch und Gemüse. Donnerstag dann der, was das Wetter angeht,schönste Tag, aber auch nur 13°C. Der Wind hat sich gelegt, in der Sonne kann mann's gut aushalten.

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Freitag unsere 4. Runde über den Platz. Iris ist inzwischen richtig gut drauf, Wolfram braucht für jedes Loch 2-3 Schläge mehr, ist gefrustet und freut sich trotzdem mit seiner Liebsten. Wir fühlen uns wie im Urlaub, auch nicht schlecht! :-))

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10. -16. Februar 2017 (km 244.297)
El Rocío - Huelva - Cacela Velha - Quarteira - Vilamoura

Samstag und Sonntag sind noch zwei schöne Golf Tage. Sonntag kann auch Wolfram aufgrund einiger schöner Schläge wieder zufrieden sein. Leider werden wir, wenn wir in der kommenden Woche nach Portugal wechseln, nicht mehr so oft auf dem Golfplatz sein. Dort beginnt die Hauptsaison und die Greenfees werden teurer, so teuer, dass wir uns den Sport nicht mehr leisten wollen. Keine Ausrede!

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Für Montag ist Regen vorhergesagt und wir wollen auch weiterziehen (Nomaden eben). Bevor es nach Westen geht, müssen wir aber erst noch Cádiz gesehen haben. Auf dem Weg dorthin machen wir in Puerto de Santa Maria Halt. Von hier war Columbus im September 1493 zu seiner zweiten Amerikareise aufgebrochen.

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Unser Ziel in dem Ort ist aber die Stierkamparena, gehört einfach zu Spanien. In Cádiz bekommen wir noch etwas vom berühmten Karneval mit. Einzelne verkleidete Musiker und wenige Karnevalisten sind bei dem trüben, regnerischen Wetter unterwegs. Wir verlassen den OF-EN nicht bei den ständigen Regenschauern und drehen nur eine Runde durch die sehenswerte Altstadt auf der schmalen Landzunge.

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Am Nachmittag brechen wir auf Richtung Westen. Dazu müssen wir aber erst nach Norden bis Sevilla. Vorher gibt es keine Brücke über den Guadalquivir.

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Die Brücke in Sevilla ist dann auch von starkem Verkehr belastet und wir hüten uns die Spur in Richtung Zentrum zu verlassen. Cádiz, deutlich kleiner, war heute Morgen schon genug Stadt. Sevilla besuchen wir das nächste Mal ;-)

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Westlich von Sevilla müssen wir dann wieder nach Süden um zurück an die Küste zu kommen. 20 km vor der Atlantikküste liegt El Rocío, ein Wallfahrtsort mit ca. 800 Einwohnern, den an Pfingsten bis zu einer Million Pilger besuchen, um Blanca Paloma, die heilige Jungfrau von El Rocío zu ehren.

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Zurzeit liegt uns das hübsche weiße Örtchen wie eine ausgestorbene Western Stadt zu Füßen. Achtzig Prozent der Straßen sind nicht asphaltiert, feurige Reiter und gemütliche Pferdekutschen bestimmen das Straßenbild.

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Als wir am nächsten Morgen vor einem Minimarkt halten, parken wir vor den Planken, die zum Anbinden der Pferde dienen. Der OF-EN wird nicht weglaufen. El Rocío hat es besonders Wolfram angetan, er könnte sich vorstellen eine der unzähligen kleinen Häuschen zu beziehen.

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Im angrenzenden Nationalpark Coto de Doñana überblickt man vom Platz vor der Kirche aus eine in den Wintermonaten gewässerte Fläche (Marismas), die von unzähligen Flamingos, Störchen und anderen Wasservögeln bevölkert ist. El Rocío ist zum Verlieben, hoffentlich bleibt es noch lange so.

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Ganz anders Matalascañas an der Küste. Der Golfplatz ist schon eine Weile geschlossen und entsprechend verwahrlost. Nur wenige Menschen scheinen hier dauerhaft zu leben, die Apartments der Sommergäste sind ausgestorben.

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Der ewig weite Sandstrand lädt zurzeit nur zum Spaziergang ein. (Nein, auch zu Wolframs aufregenden Sandkastenspielen) 15°C und Atlantikwinde rufen auch bei strahlendem Sonnenschein nicht zum Bad.

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Von Matalascañas fahren wir längs der Küste bis Mazagón. Hier münden Río Odiel und Río Tinto wie in einem Trichter in den Atlantik. Auf dem großen Sandplatz am Strand stehen mehrere WoMos und wir entscheiden, uns dazuzugesellen. Wir lernen Anne und Erhard aus Ratzeburg kennen und verabreden uns für den Abend zu einem Gläschen Wein. Wenig später fahren auch Renate und Helmut aus Karlsruhe vor.

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Wir müssen feststellen den Typ der Snowbirds, die wie in Kanada und USA im Winter Richtung Süden ziehen, gibt es auch in Europa. Es sind hier an der Atlantikküste neben (natürlich) Holländern vor allem Franzosen, aber auch jede Menge Deutsche, Schweden und Große Briten unterwegs.

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Der Abend mit Anne und Erhard wird gemütlich. Wir sitzen in ihrem geräumigen vollintegrierten WoMo zusammen und tauschen unsere Geschichten aus. Die beiden sind von Ratzeburg nach Waren an der Müritz gezogen und verbringen ihre Winter im Süden, die letzten Jahre eher in Sizilien. Jetzt wollen auch sie Spanien und Portugal kennenlernen.

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Bis zur Werft der Karavellen im Süden von Huelva sind es von Mazagón nur 14 km. Hier liegen Pinta, Santa Maria und Niña, Nachbauten der gleichnamigen Segler mit denen Kolumbus von hier aus im August 1492 seine Reise nach Westen angetreten hat.

Er wollte China erreichen, das damals noch Indien zugerechnet wurde. Um die Passatwinde in Richtung Westen nutzen zu könne, steuerte er erst die Kanarischen Inseln an. Hier musste das Ruder der Pinta repariert und das Segel der Niña getauscht werden.

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All das erfahren wir in einem Film im kleinen Kolumbusmuseum. Als wir die drei Schiffe besichtigen beeindruckt uns die Schlichtheit und vor allem die geringe Größe und wir können uns das große Abenteuer der 36 Tage Reise von Gomera bis auf die Bahamas ein bisschen vorstellen. Beeindruckt machen wir uns auf die Weiterreise.

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Für uns sind es bis zur Portugiesischen Grenze weniger als 80 km. Die Stunde, die wir brauchen, bekommen wir in Portugal auch noch geschenkt, die Portugiesen sind eine Stunde hinter den Spaniern, zeitmäßig natürlich nur. europa

Renate und Helmut hatten uns einen Stellplatz in Altura empfohlen, den wir nur kurz streifen. Ein WoMo neben dem anderen. Südportugal ist anscheinend noch gefragter als Südspanien. Nur 10 km weiter finden wir in Fabrica einen Platz am Straßenrand über einer Lagune, auf dem wir uns nicht überzeugt einrichten.

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Von dort führt unser Spaziergang am Strand entlang zum hübschen Bergdörfchen Cacela Velha, von dessen Festung aus wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer und die weiten Sanddünen von Ria Formosa haben.

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Unterhalb des Ortes stehen auf einer riesigen grünen Wiese etwa 20 WoMos, aber in lockerem Abstand. Dazwischen laufen einige Hunde frei herum und Ronja möchte lieber hier übernachten. Also parken wir um und finden endlich Ruhe. 

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Unsere Tagesetappe lag heute bei etwa 100 km, das finden wir gut und wollen diese Distanz hier an der Algarve auch beibehalten. So fahren wir am nächsten Tag ca. 80 km bis Quarteira. Am Strandrestaurant Fonta Novo haben etwa 10 WoMos dicht an dicht geparkt. Die Fahrgäste sitzen meist auf Stühlen im Sand vor ihren Autos und lassen sich braun brutzeln.

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Wir schließen uns für zwei Stunden an, fahren dann aber zum 14 km entfernten Loulé, um eine Simcard zu erstehen. Zwar sind wir natürlich auch inPortugal über das europaweite gebührenfreie Roaming unserer Handyprovider versorgt, zahlen aber für 2 GB 10 EUR. Hier in Portugal kosten 30 GB (dreißig) LTE, 15 EUR, das muss man und frau nutzen.

Zurück am Strand in Quarteira haben wir uns gerade auf dem letzten Platz neben dem Restaurant BJs Oceanside installiert, als alle Camper von der Polizei aufgefordert werden den Platz zu verlassen. Nächtliches Campieren ist hier an der Steilküste verboten. Wäre doch zu schön gewesen.

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Wir finden unseren Platz, empfohlen von unserem alten geliebten iOverlander, 18 km weiter. Luftlinie sind es höchstens 5 km weiter westlich und die Küste ist mindest genauso schön, oder schöner?!

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Nachdem uns der Freitag mit Sonnenschein und klarem Himmel begrüßt, wollen wir einen Ruhetag (hihi) einlegen und surfen, im Internet, der Atlantik ist doch noch zu kalt. Lange Strand- und Klippenspaziergänge, Hängematte, lesen... So langsam macht die SW-Europareise immer mehr Freude. europa

Da wäre noch zu erwähnen, dass die spanischen Rotweine hervorragend sind. Um dies festzustellen mussten wir bisher nie mehr als maximal 10 EUR ausgeben.

 

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