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09. - 19 Januar 2018 (km 240.633)
Heidelberg - Hohenems - Perpignan

Unsere diesjährige Reiseroute soll uns zunächst über Österreich, die Schweiz, Frankreich nach Spanien führen. Von dort wollen wir nach Marokko übersetzten um den Winter im warmen Süden zu verbringen. Anfang März kommen wir zurück nach Europa. Hier soll unser Weg von Spanien längs der Atlantikküste nach Portugal, Frankreich und von dort in Richtung Heimat führen.

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Im Mai werden wir wieder in Deutschland sein. Aber auch die zweite Jahreshälfte ist schon geplant, wie unsere Routenplan zeigt.

Heute starten wir Richtung Österreich, genauer Hohenems im Vorarlberg. Dort leben Margrit und Andi, die wir in Argentinien kennengelernt haben. Andi hat über  25 Jahre in Neuseeland gelebt, Margrit auch fast zwanzig. Da wir für den nächsten Winter eine dreimonatige Rundreise über die beiden Inseln planen, können wir bei den beiden beste Informationen abfragen.

Wir werden herzlich aufgenommen und können ihr bemerkenswertes Haus hoch über dem Rheintal mit Blick bis zum Bodensee bewundern. Schon bald an diesem Abend wird klar, mit dem einen Abend werden wir hier nicht auskommen, wir müssen morgen wiederkommen.

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Die erste Nacht im OF-EN mit Ronja, einer Hündin, die wir unserem Sohn abgeschwätzt haben ist wunderbar ruhig. Madame hat all unsere liebevoll gebauten Schaumstoffplätzchen ignoriert und beliebt auf der Couch zu reisen UND zu nächtigen. Da sie auch den WoMo-Tanz sofort beherrscht, wird ihr dieses Privileg gerne zugestanden, zumal sie dann auch aus dem Weg ist.

Für Mittwoch haben wir einen Termin in Kaufbeuren bei Cabrotron, dem Hersteller der Elektroversorgungseinheit in unserem OF-EN. Das Laden der Bordbatterie über die Lichtmaschine funktioniert noch nicht. Der OF-EN wird übrigens weiterhin OF-EN heißen auch wenn er inzwischen ein Heidelberger Kennzeichen hat.

Pünktlich um 13.30 sind wir in Kaufbeuren und der Fachmann von Cabotron hat schnell herausgefunden wo der Fehler liegt. Um einen bessere Ladeleistung zu erhalten haben wir vor der der Versorgungsbatterie einen Booster eingebaut, einen Ladewandler, der 12 V Eingangsspannung in 14,2 V Ausgansspannung wandelt und so die Batterie schneller und höher lädt. Dieser Booster ist defekt und wird ausgetauscht gegen ein Relais, bis der Booster repariert ist. Jetzt sind wir wieder von Campingplätzen mit E-Anschluss unabhängig.

Gegen Abend gehen wir mit Magrit und Andi in Emsreute im nahen Berghof essen, bevor wir noch einen entspannten, informativen Abend mit den beiden verbringen. Donnerstag geht’s nach einem gemeinsamen Frühstückskaffee Richtung Schweiz.

Vorgestern hatten wir um die Österreichische Autobahn benutzen zu dürfen eine GO-Box europa kaufen müssen, 80 EUR. Darauf ist ein Gebührenguthaben, das an den Mautbrücken, die wir durchfahren abgebucht wird. Die Box ist zwei Jahre "wirksam", kann aber auch früher zurückgegeben werden gegen Erstattung des Restguthabens. Alle Fahrzeuge über 3,5 to müssen in Österreich mit der Box ausgestattet sein.

Um in der Schweiz auf den Autobahnen fahren zu können erwerben wir das bekannte Pickerl für 39 EUR und ab geht’s auf der A1 bis hinter Bern, an den Murtensee gleich neben dem Lac de Neuchâtel. Hier finden wir auf dem Parkplatz zu einem Rundwanderweg einen wunderschönen Stellplatz mit Blick über den Ort Vully und den See.

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Ronja führt uns bevor es dunkel wird über den historischen Rundwanderweg vorbei an archäologischen Fundstätten der Helvetier aus der Eisenzeit (ca. 800 n.Chr.) Ganz schön spannend. Freitag fahren wir weiter Richtung Frankreich. Praktischerweise bleiben wir gleich auf der Autobahn und sind geschockt, als wir nach etwa 70 km bei La Motte abfahren. 29,80 EUR, auch hier ist Autobahnfahren teuer und wir stellen unsere Routenplanung auf mautfreie Straßen um. europa

Auch Diesel ist in Frankreich (~ 1,35 €/Liter) etwas teurer als in der Schweiz (~1,30 €/Liter). In Österreich hatten wir 1,13 €/Liter gezahlt. Nach 290 km Tagesetappe, buchen wir auf einem Bauerhof in Poliénas westlich von Grenoble einen Stellplatz in der Natur für 5 €/Nacht. Kurz vor Ankunft blinzelt Mercedes mit dem roten EDC-Lämpchen. Der Schreck ist heftig. Hatten wir sie doch ausführlich während unseres Deutschlandaufenthaltes untersuchen lassen.

Das Diagnosegerät sagt Defekt der Kraftstoffverteilerleiste, Ladedruck zu niedrig. Nachdem die Fehlermeldung gelöscht ist, machen wir unseren nun obligatorischen Abendspaziergang mit Ronja und beruhigen uns etwas. Samstagmorgen dreht Iris vor dem Frühstück eine große Runde mit Ronja, die  erschreckt von einem um sich schießenden Jäger dicht an ihrer Seite klebt. Wolfram plant die Tagestour über mautfreie Landstraßen und erwartet sie mit heißem Kaffee und Frühstück. Mit Temperaturen um 0°C ist es noch ziemlich kalt da draußen.

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Schon gestern mussten wir feststellen, dass die engen Landsträßchen durch die vielen kleinen Ortschaften mit unzähligen Kreisverkehren uns und unser Vorankommen ganz schön entschleunigen. Für die 200 km, die wir bis ca. 40 km vor Nîmes fahren, brauchen wir über fünf Stunden. Dafür haben wir die Landschaft "erlebt".

Im Örtchen Remoulin an der Gardone finden wir auf einem Parkplatz direkt am Fluss eine ganz nette Übernachtungsmöglichkeit neben einigen anderen französischen Campern. Das EDC Lämpchen leuchtet wieder und wir wollen am Montag eine Mercedes-Werkstatt in Nîmes aufsuchen. Trotz der Sorgen um Mercedes kommt so langsam das Reisefeeling wieder hoch. Ach so, wir reisen ja nicht mehr, wir leben ja schon.

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Unterstrichen wird das Gefühl mit dem Einkauf in der Boulangerie nebenan, Baguette und Quiche verfeinern unser Abendmahl mit Camembert und Rotwein. Der Spaziergang längs der wilden Gardone trägt weiter zur Entspannung bei.

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Sonntag spätnachmittag brechen wir auf nach Nîmes, um Montag früh schon die ersten in der Mercedeswerkstatt zu sein. Am Straßenrand kaufen wir an einem Früchtestand marokkanische Orangen ein. Zuckersüß. Wir sind auf dem rechten Weg. 100 m vor der Werkstatteinfahrt finden wir im Industriegebiet einen einsamen Platz.

Die Nacht ist ruhig und 7.30 Uhr fahren wir am Montagmorgen in die Werkstatt. Hier schickt man uns in die Innenstadt zu einer Werkstatt für PKWs. Im morgendlichen Berufsverkehr kriechen wir also in die große Stadt. Dort werden wir von einer attraktiven jungen Französin auf very high Heels und Diamant(?)Sprenkeln auf den langen Fingernägeln bienvenue geheißen. In 20 Minuten (mit so langen Fingernägeln ist die Tatstatur nur langsam zu bedienen) sind unsere Daten aufgenommen und das Törtchen will unser Fahrzeug in die Werkstatt fahren.

Als sie den OF-EN erblickt, und das nur von hinten, schüttelt sie ihr schwarzes, wallendes Haupthaar. No! Es kommt heraus, dass unser Fahrzeug zu hoch für die Tore ist. Wir müssen in eine andere Werkstatt im Vorort Marguerittes fahren. Das sind nur 12 km und dort werden vorwiegend Busse und LKWs gewartet, wie bei unserer ersten Station heute Morgen.

Bei Mercedes Froment wirft der Chef einen kurzen Blick unter die Haube und zeigt uns Feuchtigkeit am Dieselfilter. Hier muss eine Undichtigkeit sein. Diese kann für den zu niedrigen Druck im Dieselleitungssystem verantwortlich sein. Wir vertrauen dem Mechaniker unsere Mercedes für weitere Untersuchungen an. Nach einer eineinhalb Stunden die Diagnose, die dem Filter zuführende Leitung ist porös und muss ausgetauscht werden, allerdings erst morgen, da der Schlauch nicht vorrätig ist. Wir verabreden uns für Dienstag 9 Uhr.

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Die Nacht verbringen wir wieder auf dem Brückenparkplatz in Remoulin, 17 km von der Werkstatt entfernt. Dort kennt Ronja schon ihre Wanderwege und wir auch. Pünktlich, wie man es von guten Deutschen erwartet sind wir Dienstag in der Werkstatt. Die Reparatur dauert knapp zwei Stunden, der Preis für Fehlersuche und Austausch von Leitung und Dieselfilter 559,40 EUR. Ja eine Mercedes zu fahren das ist schon was.

Trotzdem sind wir jetzt beruhigter und über Landsträßchen, durch Örtchen und Kreisverkehre geht’s weiter gen Süden. Die weiträumige Umfahrung von Montpellier lässt uns kurz überlegen, ob wir nicht doch die direktere Route über die Autobahn nehmen? Nein, heute wird kein Geld mehr ausgegeben! Weiter geht’s Richtung Perpignan.

Nach etwa 200 km Fahrt, das darf nicht wahr sein, die EDC Leuchte warnt wieder. Das Diagnosegerät wirft denselben Fehler wie schon Freitag aus. Kraftstoffverteilerleiste – Leitungsdruck zu niedrig.

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Wir suchen uns einen Übernachtungsplatz und landen im ausgestorbenen Touristenort Port La Nouvelle. Hier lernen wir unseren ersten CC Park kennen. CC steht für Camping Car. Ein großer geschotterter Parkplatz mit Elektroanschlüssen, und zentraler Wasserversorgungs- und Entsorgungsstation. 11 EUR werden an einem Automaten aufgerufen und die Schranke öffnet sich. Die Sorgen werden in dieser Nacht von Ängsten verdrängt. Ein orkanartiger Sturm zieht stundenlang über uns hinweg. Wahrscheinlich ein Wettertief mit weiblichem Namen. Wir fühlen uns an Patagonien erinnert. Auch dieses Tief überleben wir.

Bis Perpingnan im Süden sind es 45 km, bis Narbonne im Norden 25 km. Wir entscheiden uns für den Süden, da wollen wir ja schließlich hin. Wir landen im modernsten Autohaus unserer bisher 242.000 km langen Reise. Nachdem ein übergroßes Tor geöffnet wurde, fahren wir in das Autohaus und an der Rezeption vor. Durch den Scanner, der PKWs auf Beulen und Lackschäden vermisst, passen wir nicht. Das übernimmt nach Vätersitte ein Mechaniker.

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Es ist 11.45 Uhr, Wolfram unterschreibt einen Auftrag für die Fehlersuche. Sechseinhalb Stunden später liegt das Ergebnis vor. Kraftstoffverteilerleiste und Dieselpumpe müssen ausgetauscht werden. Die Teile sind in Deutschland zu ordern und werden frühestens in drei Arbeitstagen – fünf Tage von heute erwartet, garnicht futuristisch! Es ist schon etwas Besonderes einen exotischen Mercedes zu fahren. Preis für die beiden Teile 2.000 EUR, zzgl. sieben Stunden Arbeit und 20 % Mehrwertsteuer ergibt einen Kostenvoranschlag von 3.076 EUR. Ein Arzt ist nicht in der Nähe, also versuchen wir durch langsame Atmung einen Zusammenbruch zu vermeiden. Was können wir machen, außer die Teile zu bestellen und zu schauen, wo wir bis Dienstag bleiben ??

Unsere Mercedes wird wieder zusammengebaut, sodass wir in der Dunkelheit auf eigenes Risiko zu einem 20 km im Südwesten von Perpignan gelegenen CC-Park fahren können. Thuir heißt der Ort, von dem wir zunächst wegen der Dunkelheit nichts sehen. Donnerstagmorgen bemerken wir ein zweites Camper Mobil, ebenfalls aus Deutschland, Neurupin. Anne und Peter sind schon nach Weihnachten in den Süden aufgebrochen und kennen die Gegend hier. Sie wollen heute weiter an die Mittelmeerküste, weil für das Wochenende Regen gemeldet ist.

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So stehen wir bald alleine auf einem Fußballfeld großen Platz mit Blick auf die verschneiten Pyrenäen, über der Straße ein Bauhof, neben uns eine Pferdekoppel, vor uns freies Feld. Könnte schlechter sein! Unsere Lager sind glücklicherweise gefüllt und wir machen's uns gemütlich. Iris hatte bei einem Morgenspaziergang mit Ronja schon einen Bäcker erkundet. Beim Abendspaziergang machen wir einen Abstecher zum ebenfalls nahen Supermarkt um dessen Angebot zu begutachten. Wir kaufen ein französisches Schreibheft, damit Wolfram morgen die ersten 10 Reisetage festhalten kann.

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Iris hat im Laufe des Tages schon begonnen unsere Homepage für unsere Marokko- und Europaabenteuer im Jahr 2018 vorzubereiten. Da die CC-Parks auch freies Wlan bieten, sind wir hier besonders gut aufgehoben.

Der Freitag ist leicht bewölkt und stärker windig. Ein leckeres Frühstück mit frischem Baguette, Weißwürsten und bestem Filterkaffee motoviert für den Arbeitstag.

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Der Samstagmorgen ist bedeckt, schön genug für einen Spaziergang zum Wochenmarkt in der Ortsmitte von Thuir. Der Rundgang dort wird kurz, zu viele Menschen um mit Ronja zu flanieren. Die Auslagen zeigen, dass wir im französischen Katalonien sind. Wir kaufen das obligatorische Baguette und für's Abendessen aus den leckeren übergroßen Pfannen Paella und Boulettes und freuen uns auf ein spätes Frühstück im OF-EN.

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21. 01. - 01. Februar 2018 (km 242.423)
Perpignan - Utxesa - Ráfales - Ebro Delta - Peñiscola - Valencia

In der Nacht stürmt es wieder, auch am Tag ist es nicht schön genug um draußen zu sitzen. Die OF-EN Heizung funktioniert, wir können also gemütlich chillen, lesen, träumen, planen.

Montag haben wir einen Termin in der 300 m entfernten Vet-Klinik. Wir lassen einen Bluttest machen. Für Marokko brauchen wir den Nachweis, dass die Tollwutimpfung vor 30 Tagen zur Entwicklung der Antikörper funktioniert hat. Zur Identifikation Ronjas wird ihr Chip gescannt, den sie seit 7 Jahren unter der Haut trägt. Trotz intensiver Suche findet die zunächst behandelnde Ärztin und später ein hinzugerufener Arzt den Chip nicht. Zwei Scanner werden genutzt, die an einem neuen Chip funktionieren aber Ronjas nicht lokalisieren. Was tun? Ohne Chip kein Marokko.

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Es ist sicher einfach nach Marokko reinzukommen, aber zurück zu dürfen in die EU ohne Quarantänewochen ist risikoreich. Jetzt einen neuen Chip setzen bedeutet auch nochmal alle Impfungen nachholen. Gefällteuropa uns nicht, Marokko wird gecancelt. Der Beginn unserer 2018er Reise läuft nicht ganz so glatt. Kann also nur besser werden, freuen wir uns darauf. Nutzen wir die Zeit Spanien und Portugal intensiver zu bereisen.

Am späten Nachmittag verlassen wir den Thuir CCPark, wir sollen morgen um 7 Uhr bei Mercedes sein. Für die Nacht tut's ein Supermarkt in der Nähe. Auf der Karte ist die Gegend grün, tatsächlich ist sie auch unverbaut, trotzdem nicht gefällig. Unrat allerorts, der Abendspaziergang wird kürzer.

Pünktlich wie wir nun mal sind, fahren wir bei Mercedes vor. Der einzige Mitarbeiter an der Rezeption begrüßt uns mit der Info, dass seine Kollegen nicht vor 7.30 kommen. Um 8 Uhr sitzen wir immer noch unbeachtet im tollen Showroom. Dann die Nachricht, die Teile sind nicht angekommen. Man könne aber erst um 8.30 mit Deutschland telefonieren. Wir sind uns einig, Mercedes ist der Star unter den Autobauern!? Gegen 9 Uhr erfahren wir, die Teile sind in Valence, wir sollen morgen um 8 Uhr wiederkommen.

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Zurück auf dem CCPark in Thuir lernen wir den Holländer Willem kennen, mit dem wir uns über die verschiedenen europäischen Adapter zum Befüllen unseres Gastanks austauschen. Unser Tank ist eine 11 Liter Gasflasche mit einem Außenanschluss zum Füllen an Autogastankstellen. Hat in Süd- und Nordamerika bestens funktioniert, nur in Frankreich passen die Zapfpistolen nicht und in Spanien gibt's  wieder andere. Wo kriegen wir die Adapter her? Na klar, von Amazon. Aber wohin schicken?? Geduld. Wir haben ja noch unsere kleine Camping-Gaskartusche. Für Frühstückskaffee und ab und zu mal ein Süppchen langt's. Es muss ja nicht jeden Tag ein Fest Mal sein, europajetzt wo Mercedes so teuer ist ;-)

Mittwoch sind die Teile, Dieselpumpe und Kraftstoffverteilerleiste da und unsere Mercedes darf in die Werkstatt einfahren. Wir machen solange einen Spaziergang durch's Industriegebiet zum Einkaufszentrum. Dort einen leckeren Kaffee auf der Sonnenterrasse, Gasadaptersuche, trotzdem ist das Schaufenstergucken nicht unser Ding. Gegen Mittag sind wir wieder in der Werkstatt. Es dauert aber nochmal bis 15.30 Uhr bis wir wieder im Auto sitzen.

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Wolfram  will aus der Stadt raus, wir können gut noch 100 km fahren. Es werden dann 150 km, inzwischen sind wir in den spanischen Pyrenäen und schlagen unser Lager einfach neben der wenig befahrenen Straße auf. Das kleine Sträßchen führt hoch hinauf ins Örtchen Prullans, wo wir zunächst stehen wollten. Aber die engen nur max. 3 m breiten Sträßchen am Hang, ohne ebene Fläche haben uns umkehren lassen. Der Platz in einer Spitzkehre ist naturnah, das freut auch Ronja und eigentlich kommt fast nie ein Auto vorbei.

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Über die Pyrenäen sind wir bis auf 1.600 m Höhe geklettert. Jetzt sind es immer noch 1.050 m. Hier liegt zwar kein Schnee mehr, aber kalt wird's schon. -1°C zeigt der Thermometer als wir bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Morgen Ronja die Gegend zeigen. Gegen 10 Uhr starten wir unsere heutige Etappe Richtung SW. Der erste Stop im Naturschutzgebiet Utxesa ist wunderschön für eine Übernachtung, aber halt noch zu früh.

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Nach etwa 150 km traumhafter LANDschaft wird der gute Eindruck Spaniens dann von der Stadt Lleida gestört. europa So ein weites Land und die Menschen drängen sich hier in riesigen hässlichen Wohnblocks. Wir versuchen zu fliehen, aber Ampeln, Kreisverkehre und Kreuzungen hindern den Vorwärtsdrang.

Wir hatten gehofft hier in der Stadt eine Autogastankstelle zu finden, aber in dem Gewirr geben wir schnell auf. Endlich, geschafft, wir sind raus und suchen einen ruhigen Stellplatz. Fündig werden wir erst im Örtchen Fraga, direkt am Flüsschen Cinca. Besonders Ronja ist erfreut über den freien Auslauf, so mögen wir Spanien.

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Bis zu Marja und Paul sind es noch etwa 120 km. Wir haben die beiden vor mehr als 6 Jahren zu Beginn unserer Reise in Äthiopien kennengelernt. Sie waren damals schon Jahre unterwegs und nun auf dem Weg Richtung Asien. Seit 2014 haben sie sich hier in Aragonien niedergelassen. Von Alcañiz klettert die Straße wieder auf 850 m Höhe und dort übersehen wir beinahe im Schneetreiben den Weg Richtung Ráfales.

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Marja weiß, dass wir auf dem Weg sind und holt uns am Abzweig zu ihrer Finca mit Regenschirm und Regenkleidung im kalten Schneesturm ab. Paul ist für zwei Tage in Holland, wo seine Schwester ihren 50ten feiert. Auch Marja hat heute Geburtstag, eben nur ihren 49ten. Da gibt Frau schon mal ihren Gemahl frei und begrüßt besonders herzlich andere Gäste. Seit drei Jahren leben die beiden Holländer jetzt auf ihrem damals noch total verwilderten Grundstück.

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Inzwischen hat Paul auf dem 7 ha großen Areal Wege und Plätze angelegt. Hier soll mal ein Campground mit Campsites und kleinen Hüttchen entstehen. Zunächst ist aus einem verfallenen Stall ein 21 m² großes Häuschen mit Wohnküche und Schlafzimmer entstanden. Ein Holzfeuerofen macht es gemütlich und wir können bei heißem Tee klönen.

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Als der Nieselregen nachlässt, schauen wir nach den Tieren. Toba, die große Ridgeback Hündin hat sich gleich mit Ronny angefreundet. Jambo, Marjas Rappe, schaut schon etwas skeptischer auf die neuen Freunde. Momo, Mali und Mopti, den Schafen, sind wir egal. Spannend wird’s nochmal, als wir zurück im Haus sind. Kater Lucie lässt sich von Ronja überhaupt nicht beeindrucken. Doch da er nicht davonrennt und bei ihr damit auch kein Jagdinstinkt geweckt wird, gibt’s nur einen Kastenbuckel mit leichtem Geknurre. Marjas Pastagericht pasta gut zum mitgebrachten Wein und wir erzählen uns, was so die letzten Jahre pastiert ist.europa

Wir sind noch am Frühstücken, als Paul am nächsten Morgen aus Holland heimkehrt. Er war um 5.30 Uhr aufgestanden und bringt heute gutes Wetter mit. Wir können einen ausführlichen Spaziergang über das Grundstück machen und Paul kann seine Pläne vorstellen. Wird wohl noch eine Weile dauern, bis alles fertig ist, aber er ist mit einer solchen Begeisterung bei der Sache und hat in den letzten drei Jahren auch schon so viel Sichtbares bewirkt, das wird gut!

Für den Abend hat Marja zu einer kleinen Geburtstagsfeier eingeladen. Hans, Monique und Tochter Estrella kommen vorbei. Auch Holländer und seit 10 Jahren hier in der Gegend zuhause. Es wird ein unterhaltsamer und informativer Abend. Viele haben versucht hier in der Gegend heimisch zu werden, nur wenige es tatsächlich geschafft. Entsprechend gibt’s  hier auch etliches recht günstig zu kaufen. Wir sollten uns da mal was anschauen.

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Als wir am nächsten Morgen wieder aufbrechen, begleiten uns Marja und Paul für 8 km. Hier gibt es ein etwa 1,5 ha großes Grundstück am Fluss und ein Häuschen steht auch schon drauf. Ein wirklich schönes Fleckchen in der Natur ohne Nachbarn. Überlegt doch mal, in the middle of nowhere. Trotzdem, da müssen wir noch ein bisschen überlegen.

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Unsere Tagesetappe führt ins Ebro-Delta. Bei Amposta biegen wir ab zur Casa de Fusta mit einem CamperPark, der zum Restaurant L'Estany gehört. Heute ist Sonntag und das Restaurant stark besucht. Um 16 Uhr dürfen wir wiederkommen, dann gibt’s auch noch Essen. Iris macht mit Ronja solange einen Spaziergang durch die Reisfelder, Wolfram bereitet sich bei einer Siesta auf's Essen vor. Frau wählt ihren obligatorischen Salat und eine Fischplatte, Mann Wildente mit Pilzen und Artischocken. Wir sind zufrieden. Bis das Fläschchen Hauswein geleert ist, wird es dann auch schon dunkel und wir ziehen uns in den OF-EN zurück.

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Montag muss jetzt endlich Gas und ein passender Adapter gefunden werden. Die erste empfohlene Tankstelle versucht zu helfen, aber es bleibt beim Versuch. Der Tankwart hat sich wirklich bemüht, dafür kaufen wir ihm einen Tank voll Diesel ab. Der Kollege 40 km weiter ist deutlich kompetenter. Er verkauft uns das gewünschte Gas und weiß auch, wo wir 3 km weiter den Adapter erwerben können. Der Mann verspürt unser Glück und freut sich mit uns. Soooo schön!!

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Von Peniscola (sprich Pe-Niscola) bis Ribamar, einem Campingplatz im Parc Natural de La Serra d'Ista sind es noch 35 km. Der Platz ist auch jetzt im Januar gut besucht. Na ja, Sonne, Meer und 15°C, das ist OK. Den Hinweis auf den Platz haben wir von Jörg und Bettina bekommen. Sie hatten uns in einer sehr netten Mail Hinweise zur Einreise mit Ronja nach Marokko gegeben. Tatsächlich sind die beiden auch auf ihrer Rundreise auf der iberischen Halbinsel hier gelandet. Wir beschließen auf dem bestens ausgestatten Platz zu bleiben.

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Nach drei Wochen ist der Wäschesack voll und die Freunde aus der Heimat wollen wissen was aus Mercedes geworden ist. Sie läuft seit 680 km ohne Mucken. Ronja hat ihren ersten Kontakt mit Salzwasser, mehr irritiert sie die davon laufenden und wiederkommenden Wellen. Sie ist glücklich und wir mit ihr!

Dienstag ist Schreib- und Repariertag. Zehn Tage zu rekapitulieren und niederzuschreiben dauert schon drei Stunden. Es könnte oft etwas kürzer sein, aber was lässt man so weg in seinem Tagebuch? Wenn wir heute in unserem Buch zurückblättern, freuen wir uns immer wieder an den Erinnerungen.

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Während Iris weiter Wäsche wäscht (mit einer Waschmaschine ;-), versucht Wolfram eine Undichtigkeit im Wasser- Heizkreislauf zu finden. Tatsächlich zeigt sich die Stelle, Ursache dafür, dass die Wasserpumpe nicht mehr abschaltet. Bisher tritt dort noch kein Wasser aus, aber ein bisschen wackeln und schon läuft's :-(( Shit, bisher konnten wir noch damit leben, indem wir die Pumpe zwischenzeitlich einfach immer wieder anschalten. Jetzt muss sie aus bleiben, sonst läuft Wasser in den "Technikraum". Das Leck ist an einem "Spezialstecker" zur Heizung, keine Idee, wie man hier abdichten kann.

Also fahren wir morgen 35 km zurück zu Tambo, wo wir gestern den Gasadapter gekauft haben. Heute heißt es erst mal Ruhe bewahren und sich auf den Abend mit Bettina und Jörg freuen. Zum draußen sitzen ist es zu kalt, aber zu fünft (Ronny ist auch da) wird's schön gemütlich im OF-EN. Bei Wein und Käse lernen wir uns etwas kennen.

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Die beiden sind auch schon viel gereist. Bettina, erst 48, kann als verbeamtete Lehrerin in Hessen, Sabbatjahre dafür nutzen, Jörg ist Freiberufler und weiß sich zu organisieren. Sie waren schon in Australien und Neuseeland, letzten Sommer in Skandinavien. Seit Oktober sind sie in Südfrankreich, dann längs der Pyrenäen in Richtung Westen und auf der Iberischen Halbinsel gegen den Uhrzeigersinn unterwegs. Alles Landstriche, die wir noch vor uns haben. Auch sie haben eine Hündin, Waltraut (Wally) dabei, Erfahrungen, die uns auch interessieren. Jörg würde gerne ihren 1999er T4 California Camper austauschen, aber nach so viel gemeinsamer Erfahrung!? Der Abend wird lang. Auch wenn Jörg keinen Alkohol trinkt, fließt der Wein und nicht nur deswegen fühlen wir uns wohl.

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Am nächsten Morgen wollen wir eigentlich früh los, um unseren "Wasserschaden" reparieren zu lassen. Es wird dann doch 11 Uhr bis wir loskommen. Beim Abschied wissen wir, solch nette Menschen trifft man wieder!!

Bei Tampo in Peñiscola ist die Wartezeit länger als die Arbeitszeit. Unsere Hoffnung, dass die kleine Werkstatt den defekten Heizungsanschluss vorrätig hat, ist gering, umso größer die Freude, dass doch.  Also wir lernen: Erwartungen runter, dann kommt Freude auf :-) Wir wollen's fast nicht glauben. Funktioniert jetzt alles wieder an unserem fahrenden Zuhause?

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Von Peñiscola fahren wir wieder Richtung SW durch den Parc Natural Serra d'Espadà bis Navajas. Auch Camping Altomira, ist ein gut besuchter Platz am Steilhang. Vorwiegend Holländer campieren hier. Wir machen uns noch auf einen Spaziergang zum Salto de la Novia. Ein Bächlein stürzt über sechzig Meter als gern besuchter Wasserfall in die Tiefe. Wir haben Glück jetzt am Spätnachmittag und im Januar alleine an der wunderschönen Badelandschaft zu spazieren. Jetzt sind wir schon über drei Wochen unterwegs und unser Glück wieder größer als das bisschen Schatten vom OF-EN.

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Donnerstag beginnen wir entspannt. Die geplante Tagesetappe zurück an die Küste beträgt nur 80 km. Valencia fordert Fahrer und Richtungsweiserin, aber schließlich lassen wir den Großstadtverkehr hinter uns und fahren in den Ferienort Punjol ein. Hier gibt es mehrere Parkplätze am Strand in den Dünen, die von Snowbirds zum Wintercamping genutzt werden. Wir finden unseren "eigenen" Parkplatz und machen's uns bei ungemütlichem Wind gemütlich.

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Da fährt auch schon ein Traktor mit NL-Kennzeichen und Wohnwagenanhänger vor.  Wir hatten den schon vor einer halben Stunde auf dem Weg hierher überholt. Gerhard gibt sich als Unterfranke zu erkennen, der 28 Jahre in Deutschland und 28 Jahre in Holland gelebt hat. Die nächsten 28 will er hier in Spanien sein Glück finden. Wir quatschen ein bisschen, aber Gerhard hat sich verabredet und will noch vor Anbruch des aufziehenden Regens seinen Platz gefunden haben. Beeindruckend. Doch ganz ohne moderne Technik geht’s auch mit einem Uralt Traktor nicht. Sein Cockpit besteht aus einem Tom-Tom Navi :-))

Schon auf den letzten 500 m Abendspaziergang am stillen Mittelmeerstrand werden Wolfram und Ronja von Regentropfen begleitet. Die Schritte werden schneller und als der Geruch von leckerem Abendessen aus dem OF-EN strömt, ist der Regen schon vergessen. Als Iris gegen 22 Uhr ins Bett geht muss sie feststellen , dass ihre Bettdecke pitschnass ist. Gut dass sie vorher noch den seltenen Voll-Blut-Super-Mond über dem Meer aufgehen sieht, denn jetzt geht die Ursachensuche erst mal wieder los.

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Mit Taschenlampe wird die Undichtigkeit im Alkoven gesucht. Es ist nicht das Dachflächenfenster, aber am kleinen Alkoven Fenster wird ein winziges Rinnsal sichtbar, dass nach vier Stunden Regen die neuen Sorgen weckt. Heute Nacht müssen Handtücher das Wasser aufnehmen. Morgen wollen wir sehen, ob wir Dichtungsmittel finden, um den Schaden zu beheben.

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Glücklicherweise hört der Regen am frühen Morgen auf und wir können den Tag in Ruhe angehen. Iris bearbeitet die Homepage, Wolfram ergänzt die letzten Tage im Tagebuch. Wir werden frühestens morgen weiterfahren. Unser Tagesgespräch ist der Unterschied zwischen Urlaub, Reisen und Nomadenleben :-)

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01. - 10. Februar 2018 (km 243.425)
Pujol - Santa Fe - Granada - Aqua Dulce - Costa Ballena europa

Wir befinden uns ja im Naturpark l'Albufera. Albufera bedeutet Lagune, Meeresarm. Zu dem See sind es weniger als 5 km und wir machen einen Ausflug dorthin. Hauptsächlich um das Restaurant Nou Racó zu besuchen, wo valencianische Küche angeboten wird. Leider muss Ronja im Auto warten, aber das schmälert unseren Genuss an diesem schönen Ort nicht merklich.

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Auf der Fahrt zurück fallen die vielen Fotografen am Ufer des Sees auf. europa Seltene Vögel, die hier überwintern, sind ein Motiv, die im Westen versinkenden Sonne ein anderes. Am nächsten Morgen kommen wir hier nochmal vorbei. Enge Sträßchen durchziehen das Feuchtebiotop, in dem Bauern fischen und Ihre Reisfelder kultivieren. Die größte Überraschung für uns ist ein riesiger bunter Vogelschwarm, der uns fast auf die Windschutzscheibe klatscht. Da wir auf den engen Wegen nur sehr langsam fahren, können die Kunstflieger ausweichen.

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Unsere Fahrtrichtung geht nach Südwesten. Granada soll in den nächsten Tagen unser Ziel sein. Die 450 km wollen wir in zwei Etappen fahren. Vorbei an Jumilla, in dem an vielen Hängen Marmor abgebaut wird, legen wir den ersten Stopp in Caravaca de la Crux ein.

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Ein nettes friedliches Örtchen. Nachdem wir unsere Lager aufgefüllt haben cruisen wir durch die Kleinstadt auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir finden auch in den Randbereichen nichts und fahren nochmal 60 km weiter.

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In Caravaca waren wir schon auf 650 m ü.N.N. bei angenehmen 10 °C. In Puebla de Don Fabrique, wo wir einen freien CamperCar Platz anfahren, sind wir auf 1.150 m ü.N.N. umgeben von schneebedeckten Bergen und frostigem Wind. Der Abendspaziergang mit Ronja ist eisig kalt und fällt etwas kürzer aus. Wir sind noch etwas flück angezogen, der kalte Wind stört nur Ronny nicht.

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Als wir am nächsten Morgen aufwachen, sind wir eingeschneit. Der Thermometer zeigt -2,5 °C. Der Morgenspaziergang im knirschenden Schnee durch die Felder und in den kleinen Ort ist aber trotzdem schön. Nach dem Frühstück heizen wir den OF-EN an und machen uns auf den weiten Weg. Immer höher geht’s auf 1.500 m durch wunderschöne Landschaft, ein weitläufiges Hochplateau. Leider sind die nur 10 km entfernten fast 3.500 m hohen Berge der Sierra Nevada durch die dichten Wolken nicht zu erspähen.

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Gegen Mittag sind wir in Granada auf 750 m und das Wetter hat etwas aufgeklart. Die Alhambra und die Altstadt von Granada wollen wir heute erkunden. Etwa zwei Stunden dauert der weitläufige Spaziergang um die maurische Kasbah, bergab, bergauf.

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europa Es ist Sonntag und reichlich Besucher genießen den Tag wie wir. Trotzdem ist alles unaufgeregt,keine Nepper, keine Schlepper. Als wir meinen genug gesehen zu haben,es gab Einschränkungen mit Ronja, auch an der Leine, kehren wir zum OF-EN zurück und planen noch einige Kilometer die Großstadt hinter uns zu lassen.

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Dafürbraucht's nur knapp 30 km und über restliche ca. acht Kilometer kaum befestigterFeldwege landen wir an der Therme von Santa Fe. Hier soll es 25 freie Stellplätze geben. Tatsächlich kommen wir in eine Campersiedlung von 2-3-mal so vielen Fahrzeugen, die sich locker zwischen den Olivenbäumen und den drei warmen Quellen verteilen.

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Schon früh am nächsten Morgen zieht Iris mit Ronja los, den Badeanzug im Gepäck. Vorher hat sie noch ein Brot auf den Herd gesetzt, das passt zum alternativen Umfeld. Die Quellen sind wirklich herrlich warm und zu so früher Stunde auch noch nicht stark besucht. Leider ist der Boden drumherum wegen des nächtlichen Regens doch ziemlich matschig.

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Wir überlegen, ob wir hier länger bleiben sollen, aber vor wenigen Tagen noch 18°C Tagestemperaturen, dann Schnee, heute Morgen auch nur 3°C, der Süden ruft! 295 km WSW entlang der Ruta de Los Pueblos Blancos vorbei an Jerez führt unser Weg und wir sind am Atlantik.

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In Rota schauen wir uns die angebotenen gebührenfreien Stellplätze an, aber das tun wir uns nicht an. Auf Parkplätzen stehen dicht an dicht weiße, holländische, deutsche, französische Campermobile. Dazwischen Campingstühle mit teils tiefbraungebrannten Hartgesottenen.

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Wir ziehen ein kleines Stückchen weiter gen Norden, dort finden wir den kleinen Campingplatz Aqua Dulce. Viele festinstallierte zurzeit unbewohnte Zelte und Wohnwagen, dazwischen eine Handvoll deutsche Wohnmobilisten. Wir entscheiden erst mal hier in dieser Kleingartenanlage einzuziehen. Der Abendspaziergang führt uns 500 m am weiten Atlantikstrand entlang nach Norden, dort ist eine Golfanlage. Im Pro Shop fragen wir nach Spielmöglichkeiten und bekommen den Par 3 Neun Loch Platz wärmstens empfohlen.

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Dienstagmorgen sprechen wir wieder im Costa Ballena Ocean Golfclub vor, kaufen eine Zehnerkarte für den Neun Loch Platz, 260 Bälle für die Driving Range und los geht’s. Ronja darf auch mit, dafür müssen wir aber noch einen Buggy buchen und sie muss drin sitzen bleiben. Für sie kein Problem und uns eine Erleichterung ;-)

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Nach wenigen Schlägen auf der DR geht’s los. Die neun Par 3 Löcher ergeben eine Gesamtstrecke von 1.250 m. Mit Sandbunkern und Wasserhindernissen dazwischen ist der Schwierigkeitsgrad für uns absolut ausreichend; schwerer und unser Glück wäre kleiner!

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Ab jetzt gibt es nicht mehr allzu viel zu erzählen. Unser Golfspiel beschäftigt uns täglich drei Stunden. Am Dienstag ein enttäuschender Ausflug nach Rota, der Ort ist ausgestorben. Die Spaziergänge am leeren Atlantikstrand sind wunderbar.

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Am Mittwoch einkaufen im sehr schönen Mercadona Supermarkt mit sehr gutem Weinangebot, frischem Brot, Fleisch und Gemüse. Donnerstag dann der, was das Wetter angeht,schönste Tag, aber auch nur 13°C. Der Wind hat sich gelegt, in der Sonne kann mann's gut aushalten.

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Freitag unsere 4. Runde über den Platz. Iris ist inzwischen richtig gut drauf, Wolfram braucht für jedes Loch 2-3 Schläge mehr, ist gefrustet und freut sich trotzdem mit seiner Liebsten. Wir fühlen uns wie im Urlaub, auch nicht schlecht! :-))

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10. -16. Februar 2018 (km 244.297)
El Rocío - Huelva - Cacela Velha - Quarteira - Vilamoura

Samstag und Sonntag sind noch zwei schöne Golf Tage. Sonntag kann auch Wolfram aufgrund einiger schöner Schläge wieder zufrieden sein. Leider werden wir, wenn wir in der kommenden Woche nach Portugal wechseln, nicht mehr so oft auf dem Golfplatz sein. Dort beginnt die Hauptsaison und die Greenfees werden teurer, so teuer, dass wir uns den Sport nicht mehr leisten wollen. Keine Ausrede!

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Für Montag ist Regen vorhergesagt und wir wollen auch weiterziehen (Nomaden eben). Bevor es nach Westen geht, müssen wir aber erst noch Cádiz gesehen haben. Auf dem Weg dorthin machen wir in Puerto de Santa Maria Halt. Von hier war Columbus im September 1493 zu seiner zweiten Amerikareise aufgebrochen.

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Unser Ziel in dem Ort ist aber die Stierkamparena, gehört einfach zu Spanien. In Cádiz bekommen wir noch etwas vom berühmten Karneval mit. Einzelne verkleidete Musiker und wenige Karnevalisten sind bei dem trüben, regnerischen Wetter unterwegs. Wir verlassen den OF-EN nicht bei den ständigen Regenschauern und drehen nur eine Runde durch die sehenswerte Altstadt auf der schmalen Landzunge.

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Am Nachmittag brechen wir auf Richtung Westen. Dazu müssen wir aber erst nach Norden bis Sevilla. Vorher gibt es keine Brücke über den Guadalquivir.

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Die Brücke in Sevilla ist dann auch von starkem Verkehr belastet und wir hüten uns die Spur in Richtung Zentrum zu verlassen. Cádiz, deutlich kleiner, war heute Morgen schon genug Stadt. Sevilla besuchen wir das nächste Mal ;-)

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Westlich von Sevilla müssen wir dann wieder nach Süden um zurück an die Küste zu kommen. 20 km vor der Atlantikküste liegt El Rocío, ein Wallfahrtsort mit ca. 800 Einwohnern, den an Pfingsten bis zu einer Million Pilger besuchen, um Blanca Paloma, die heilige Jungfrau von El Rocío zu ehren.

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Zurzeit liegt uns das hübsche weiße Örtchen wie eine ausgestorbene Western Stadt zu Füßen. Achtzig Prozent der Straßen sind nicht asphaltiert, feurige Reiter und gemütliche Pferdekutschen bestimmen das Straßenbild.

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Als wir am nächsten Morgen vor einem Minimarkt halten, parken wir vor den Planken, die zum Anbinden der Pferde dienen. Der OF-EN wird nicht weglaufen. El Rocío hat es besonders Wolfram angetan, er könnte sich vorstellen eine der unzähligen kleinen Häuschen zu beziehen.

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Im angrenzenden Nationalpark Coto de Doñana überblickt man vom Platz vor der Kirche aus eine in den Wintermonaten gewässerte Fläche (Marismas), die von unzähligen Flamingos, Störchen und anderen Wasservögeln bevölkert ist. El Rocío ist zum Verlieben, hoffentlich bleibt es noch lange so.

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Ganz anders Matalascañas an der Küste. Der Golfplatz ist schon eine Weile geschlossen und entsprechend verwahrlost. Nur wenige Menschen scheinen hier dauerhaft zu leben, die Apartments der Sommergäste sind ausgestorben.

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Der ewig weite Sandstrand lädt zurzeit nur zum Spaziergang ein. (Nein, auch zu Wolframs aufregenden Sandkastenspielen) 15°C und Atlantikwinde rufen auch bei strahlendem Sonnenschein nicht zum Bad.

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Von Matalascañas fahren wir längs der Küste bis Mazagón. Hier münden Río Odiel und Río Tinto wie in einem Trichter in den Atlantik. Auf dem großen Sandplatz am Strand stehen mehrere WoMos und wir entscheiden, uns dazuzugesellen. Wir lernen Anne und Erhard aus Ratzeburg kennen und verabreden uns für den Abend zu einem Gläschen Wein. Wenig später fahren auch Renate und Helmut aus Karlsruhe vor.

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Wir müssen feststellen den Typ der Snowbirds, die wie in Kanada und USA im Winter Richtung Süden ziehen, gibt es auch in Europa. Es sind hier an der Atlantikküste neben (natürlich) Holländern vor allem Franzosen, aber auch jede Menge Deutsche, Schweden und Große Briten unterwegs.

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Der Abend mit Anne und Erhard wird gemütlich. Wir sitzen in ihrem geräumigen vollintegrierten WoMo zusammen und tauschen unsere Geschichten aus. Die beiden sind von Ratzeburg nach Waren an der Müritz gezogen und verbringen ihre Winter im Süden, die letzten Jahre eher in Sizilien. Jetzt wollen auch sie Spanien und Portugal kennenlernen.

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Bis zur Werft der Karavellen im Süden von Huelva sind es von Mazagón nur 14 km. Hier liegen Pinta, Santa Maria und Niña, Nachbauten der gleichnamigen Segler mit denen Kolumbus von hier aus im August 1492 seine Reise nach Westen angetreten hat.

Er wollte China erreichen, das damals noch Indien zugerechnet wurde. Um die Passatwinde in Richtung Westen nutzen zu könne, steuerte er erst die Kanarischen Inseln an. Hier musste das Ruder der Pinta repariert und das Segel der Niña getauscht werden.

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All das erfahren wir in einem Film im kleinen Kolumbusmuseum. Als wir die drei Schiffe besichtigen beeindruckt uns die Schlichtheit und vor allem die geringe Größe und wir können uns das große Abenteuer der 36 Tage Reise von Gomera bis auf die Bahamas ein bisschen vorstellen. Beeindruckt machen wir uns auf die Weiterreise.

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Für uns sind es bis zur Portugiesischen Grenze weniger als 80 km. Die Stunde, die wir brauchen, bekommen wir in Portugal auch noch geschenkt, die Portugiesen sind eine Stunde hinter den Spaniern, zeitmäßig natürlich nur. europa

Renate und Helmut hatten uns einen Stellplatz in Altura empfohlen, den wir nur kurz streifen. Ein WoMo neben dem anderen. Südportugal ist anscheinend noch gefragter als Südspanien. Nur 10 km weiter finden wir in Fabrica einen Platz am Straßenrand über einer Lagune, auf dem wir uns nicht überzeugt einrichten.

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Von dort führt unser Spaziergang am Strand entlang zum hübschen Bergdörfchen Cacela Velha, von dessen Festung aus wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer und die weiten Sanddünen von Ria Formosa haben.

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Unterhalb des Ortes stehen auf einer riesigen grünen Wiese etwa 20 WoMos, aber in lockerem Abstand. Dazwischen laufen einige Hunde frei herum und Ronja möchte lieber hier übernachten. Also parken wir um und finden endlich Ruhe. 

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Unsere Tagesetappe lag heute bei etwa 100 km, das finden wir gut und wollen diese Distanz hier an der Algarve auch beibehalten. So fahren wir am nächsten Tag ca. 80 km bis Quarteira. Am Strandrestaurant Fonta Novo haben etwa 10 WoMos dicht an dicht geparkt. Die Fahrgäste sitzen meist auf Stühlen im Sand vor ihren Autos und lassen sich braun brutzeln.

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Wir schließen uns für zwei Stunden an, fahren dann aber zum 14 km entfernten Loulé, um eine Simcard zu erstehen. Zwar sind wir natürlich auch inPortugal über das europaweite gebührenfreie Roaming unserer Handyprovider versorgt, zahlen aber für 2 GB 10 EUR. Hier in Portugal kosten 30 GB (dreißig) LTE, 15 EUR, das muss man und frau nutzen.

Zurück am Strand in Quarteira haben wir uns gerade auf dem letzten Platz neben dem Restaurant BJs Oceanside installiert, als alle Camper von der Polizei aufgefordert werden den Platz zu verlassen. Nächtliches Campieren ist hier an der Steilküste verboten. Wäre doch zu schön gewesen.

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Wir finden unseren Platz, empfohlen von unserem alten geliebten iOverlander, 18 km weiter. Luftlinie sind es höchstens 5 km weiter westlich und die Küste ist mindest genauso schön, oder schöner?!

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Nachdem uns der Freitag mit Sonnenschein und klarem Himmel begrüßt, wollen wir einen Ruhetag (hihi) einlegen und surfen, im Internet, der Atlantik ist doch noch zu kalt. Lange Strand- und Klippenspaziergänge, Hängematte, lesen... So langsam macht die SW-Europareise immer mehr Freude. europa

Da wäre noch zu erwähnen, dass die spanischen Rotweine hervorragend sind. Um dies festzustellen mussten wir bisher nie mehr als maximal 10 EUR ausgeben.

 

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16.- 25. Februar 2018 (km 244.863)
Praia dos Arrifes - Armação de Pêra - Barão de São João - Alvarô

Gegend Abend schauen Anja und Peter mit Billy, ihrem Jack Russel, vorbei. Die beiden sind aus Südhessen und wir verstehen uns auch sprachlich sofort. So kommen wir ins Quatschen und es wird klar, dass das länger dauern wird. Also verabreden wir uns für morgen, ihr Reisetruck steht nicht weit von uns.

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Samstag füllt sich der Platz um uns auch schon früh. Mit schwerer Ausrüstung und Picknickboxen, teils in Gummistiefeln, andere in Flipflops, strömen die Portugiesen zum Atlantik. Ob es ein Wettbewerb ist, können wir nicht feststellen. Aber alle 7-8 m postiert sich ein Angler mit mehreren meterlangen Ruten in der Flut. Wir beobachten das Geschehen eine Weile, ohne einen Fang zu erkennen.

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Gegen Mittag parken wir dann um, nicht ohne uns am nahen Campingplatz gegen eine Gebühr von 3 EUR ent- und versorgt zu haben. Obwohl der Parkplatz, an dem Anja und Peter geschützt in einer Ecke ihren Steyer abgestellt haben, recht belegt ist, sehen wir die beiden gleich. Der große, graue Jumbo-on-tour.de ist nicht zu übersehen. Direkt in der Nachbarschaft finden auch wir ein Plätzchen und lernen gleich auch noch Doreen und Sven (kochen-und-backen-im-wohnmobil.de) kennen. Es gibt viel zu erzählen.

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Peter und Anja waren 2013/14 mit dem Fahrrad in 1 ½ Jahren von Deutschland nach Singapur gefahren, hatten davor schon etliche ausgedehnte Motorradreisen unternommen und sind seit 2014 dann mit ihrem selbstausgebauten Steyer Jumbo unterwegs. Nach Abendspaziergang und –essen sitzen wir noch in der Dunkelheit draußen. Tagsüber im Windschatten heizt die Sonne ganz schön auf, wenn sie hinter den Dünen verschwunden ist, wird's dann doch recht schattig.

Schon bald am nächsten Morgen lädt sie aber zum draußen sitzen ein und unsere Geschichten gehen weiter. Nach der spannenden Vergangenheit sind die interessanten Zukunftspläne Thema. Anja und Peter sind von Asien begeistert und entfachen auch in uns wieder mal den Funken für diesen Kontinent. Schau'n wir mal.

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Montag heißt es dann Abschied nehmen. Wir fahren in unterschiedliche Richtungen, sind aber sicher uns wiederzusehen. Noch ein Schwätzchen mit Doreen und Sven, die seit 2011 im blauen Kastenwagen in Portugal und Marokko leben und arbeiten. Sven ist Broker an der Börse und Dorreen blogged leckere Rezepte auf www.kochen-und-backen-im-wohnmobil.de, eben echte Digitalnomaden. Ein herzliches auf Wiedersehen dann verlassen wir den Praia dos Tomatos in Richtung Westen.

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In Olhos de Água füllen wir Kühlschrank und Getränkekiste auf, fahren weiter über Albufeira und finden am Praia dos Arrifes einen Traumplatz direkt an der Klippe. Viele weiße Camper stehen in der Nähe, keiner hat seinem Fahrzeug den Weg zu "unserem" Plätzchen zugemutet. Wir fühlen uns so gut und sicher, dass wir erstmals den neuen Grill auspacken.

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Als wir am nächsten Morgen wieder aufbrechen, machen wir an einer Gruppe junger Holländer halt, die unseren OF-EN bewundern wollen. Von Rob, Erna und Ina bekommen wir den Tipp, dass Samstag in Barão de São João ein Flohmarkt stattfindet.

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Viele Hippies, die sich im südlichen Portugal mit alternativen Lebensformen niedergelassen haben, bieten hier einmal im Monat ihre Waren feil. Dazu gibt’s Musik und alternative Medizin, Massage, Kaffee, Kartenlesen und Bier, glückliche Hunde, zufriedene Kleinkinder, bunte Eltern, Tomatenpflanzen, Orangen, Steingut, Olivenölpressen und so viel mehr. Wir werden uns dort wiedersehen.

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Heute geht’s aber erst mal bis auf den Campingplatz in Armação de Pêra. Wir wollen der  Bordbatterie mal wieder eine volle Ladung gönnen. Auf den kurzen Wegen, die wir fahren schafft das die Lichtmaschine nicht und wenn auch die Sonne strahlt, Kühlschrank, Heizgebläse und Unterhaltungselektronik brauchen mehr als die Solarpanels liefern.

Auf dem Campingplatz kommen wir mit Dieter aus Nordhessen ins Gespräch. Früher Kapitän zur See, als Familienvater später zuhause gebunden und zum Unternehmer mutiert kann er auf ein abwechslungsreiches Leben zurückschauen. Der 77-jährige, der die Wintermonate hier in Portugal verbringt, strahlt und sprüht, das steckt an.

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Vom Campingplatz zu unserem nächsten freien Stellplatz auf den Klippen der Algarve sind es keine 20 km. Der Weg dorthin ist etwas rau, aber dafür ist unsere Mercedes ja gebaut. Wenn wir vorgestern geglaubt hatten einen tollen Platz gefunden zu haben, dann ist der heutige noch mal eine Steigerung.

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In der Horizontalen sind es etwa 4 m bis zum Atlantik, dann stürzen die Klippen 40 m in die Tiefe. Dem nicht schwindelfreien Wolfram bleibt das Herz fast stehen, wenn Ronja wiedermal nachschaut wo denn das Wasser bleibt.

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Ein Platz, der zum Verweilen einlädt, hier lässt sich gut chillen und lesen, ein leichter Sonnenbrand ist die Strafe. Donnerstag bekommen wir Besuch von Nina und Toni mit ihren Kindern Tom und Eva, dazu Beagle Hugo und Dackel Namenvergessen. Die junge Familie hat sich 1 ½ Jahre Auszeit zum Reisen genommen, bevor Tom zur Schule muss.

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Toni führt uns seine mitgebrachte Drohne vor, mit deren Kamera er die Klippen von der Seeseite bewundern kann. Smartphonedisplay mit aufgesteckten Joysticks, klein und handlich, so 'was hätte Iris auch gerne. Eine neue, begeisternde Erfahrung. Den Tag über kommen noch etliche andere Wanderer vorbei, trotzdem bleibt es ein chilliges Plätzchen.

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Da auch Toni und Nina den Tipp Barão de São João weitergeben, beschließen wir Freitagschon mal in diese Richtung zu fahren. Tatsächlich sind schon europaeinige interessante alternative Fahrzeuge auf den drei Parkplätzen des winzigen Ortes verteilt. Wir parken und  spazieren bei strahlendem Sonnenschein durch das weiße Örtchen, trinken in einem kleinen Café mit gemütlicher Couch auf der Außenterrasse Espresso und Latte, dazu einen frischgebackenen Karottenkuchen, für den sich der Weg hierher alleine schon gelohnt hat.

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Da der Markt nicht Samstag, sondern erst Sonntag stattfinden wird, fahren wir weiter an den 20 km entfernten Strand da Ingrina. Hier parken weitläufig verteilt unzählige Camper vieler Nationen. Beinahe hätten auch wir hier die Nacht verbracht, aber die letzten Meter zu unserem Traumplatz sind von spitzen, scharfen Steinen gespickt. Das Risiko eines Platten ist uns zu groß. So fahren wir 15 km weiter zum Praia Cordoama ganz im Süden von Portugals Westküste.

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Der Strand ist nicht nur ein Surfer Traum, das sehen wir besonders eindrücklich als wir am nächsten Morgen zum 100 m höher gelegenen Miradour da Cordoama fahren, weil hier schon die Sonne über die Dünen schaut. Während wir nach dem morgendlichen Spaziergang entlang der Klippe gemütlich frühstücken, kommen im Minutentakt Surfer vorbei, die von hier oben die Wellen begutachten.

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Gegen Mittag brechen wir nach Süden auf ins 15 km entfernte Sagres. Von hier geht’s noch 3 km nach Westen zum Leuchtturm am Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes.

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Da wir entschieden haben noch bis zum 1. März an der sonnigen Südküste Portugals zu bleiben, machen wir uns wieder auf den Weg nach Osten. Ab 1.3. werden in Pera, etwa 60 km von hier bis Ende Oktober beeindruckende Sandskulpturen gezeigt, die wollen wir auch sehen. Wenn wir schon noch in der Gegend sind können wir morgen auch nochmal in Barão de São João vorbeischauen.

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Zunächst versuchen wir im idyllischen Salema einen Platz für die Nacht zu finden. Aber wir sind schon  ein bisschen wählerisch, vielleicht  ist es aber auch noch zu früh. Weiter geht’s längs der Küste nach Burgau. Hier werden in den super engen Gässchen des Fahrers Nerven aufs ärgste strapaziert.

Das macht Hunger und Durst. Das Restaurant in Almadena macht erst um fünf Uhr auf. Auch hier im hübschen Ort sind die Gässchen nicht für den OF-EN gebaut. Die Nerven zehren heftigst an Wolframs Gelassenheit. Doch er hat seinen OF-EN absolut im Griff.

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Der Ort Vila da Luz ist größer, vielleicht finden wir hier Ruhe. Der dritte Platz, den wir anfahren findet unseren Gefallen. Iris zaubert in Kürze eine Meeresfrüchtepaella, die kein Sternekoch verfeinern könnte. Dazu einen portugiesischen Roten, der locker mit den von uns geschätzten Spaniern mithalten kann und schon stellt sich die Frage, war da was? Kann das Leben schöner sein?

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Wir verbummeln den Sonntagvormittag, eine kleine Wanderung zum Obelisken am Berg mit atemberaubendem Blick über die Bucht von Vila de Luz, bevor wir zum Hippie-Markt aufbrechen. Noch etwa 12 km bis Barão de São João. Man kann den Namen des winzigen Örtchens gar nicht europaoft genug wiederholen. Portugiesisch war immer schon Iris Lieblingssprache. Sie findet den Klang so erotisch, auch wenn sie nur kaum etwas versteht.

Wie erwartet ist der Ort total überfüllt. Ein alternatives Reisemobil nach dem anderen parkt am Straßenrand.  Wir folgen einem großen roten zum Wohnmobil umgebauten Berliner LKW und landen im Verkehr wie am Samstag auf der Michaelismesse, aber nicht auf der Mainstraße, sondern zwischen den Buden. Schon ein Stück außerhalb können wir auf der linken Seite anhalten.

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Iris schnappt sich Rucksack und Kamera und will eine Runde zu Fuß durch die Flohmarktmassen drehen. Sie ist keine 50 m unterwegs, da bedeutet ihr ein Polizist, dass der OF-EN hier nicht stehen bleiben kann. Also wieder zurück ins Auto und weiter raus aus Barão de São João. Das war's dann mit Hippie-Markt.

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Wir fahren 25 km weiter zum Parkplatz Rocha Delicada an der Ria de Alvôr. Dieses Naturreservat ist Fütterungs- und Ruheplatz tausender Zugvögel zwischen Europa und Afrika. Es erstreckt sich über 1700 ha, bildet Dünen und Salzwiesen.

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Hier gibt es neben weißen Flamingos unzählige Wasservögel, die wir auf den Sandwegen durch die Wattlandschaft aus nächster Nähe betrachten können.

Oh wie schön ist Portugal.

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26. 02. - 03. März 2018
(km 245.098)
Portimão - Logoa dos Salgados - Pêra - Silves - Santa Clara

Zur Ebbe am Abend kommen noch mehr Einheimische, sie suchen im Watt nach Muscheln. Montagmorgen dann eine andere Form der Jagd. Wobei der Begriff Jagd mit Hetze und Verfolgung besetzt eigentlich nicht passt. Hier handelt es sich um die friedlichere Variante des Sammelns.

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Ist ein Angler ein Jäger oder ein Sammler, der sich ein Messer um den Unterschenkel schnallt? Vorher muss unser Schnorchler aber mehrere Schichten Neopren auftragen. Diese Vorbereitung zum Tauchen ist absolut spannend. Zunächst wird alles ordentlich, griffbereit und "folgerichtig" aufgebaut. Was zuerst angezogen wird, liegt zu oberst. Bevor es angezogen wird, werden die Teile mit heißem Wasser aus der Thermoskanne gefüllt bzw. übergossen.

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Der Mann muss Erfahrung haben, wahrscheinlich hat er deshalb so einen heißen Hintern. Als er sich auszieht, um das Neopren überzuzerren, erkennt Fachfrau Iris dieses Detail sofort und schaut höflich zur Seite. Mit Brille, Schnorchel und Flossen in einer Hand, große, orangene Boje in der anderen verschwindet er in der aufkommenden Flut. Über die Ernte des Ausfluges erfahren wir nichts, da wir vorher aufbrechen.

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Unser Weg führt zum Intermarché in Portimão. Außer einkaufen können wir hier Abwasser entleeren und Frischwasser tanken. Es gibt sogar die Möglichkeit in den bereitstehenden Waschmaschinen Wäsche zu waschen. Aber das verschieben wir nochmal. Wir fahren über die Brücke nach Feragudo, wo es an der Mündung des Rio Arade einen weitläufigen Stellplatz gibt. Zwar stehen hier schon etwa 10 Camper, aber weit verstreut und wir können uns wiedermal einen aussuchen, zu dem uns unsere Mercedes sicher bringt, andere kapitulieren an dem tiefem Sand.

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Heute Morgen hatte es zu nieseln begonnen, jetzt prasselt der Regen heftig aufs Dach. Das waren wir von der Algarve bisher nicht gewohnt, gehört aber zum Leben in der Natur und auch das genießen wir. Lesen, träumen, planen :-) Auch in der Nacht regnet es und wie der Wetterbericht vorhersagt, wohl auch die nächsten Tage.

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An unserem nächsten Ziel dem Praia de Marinha macht der Regen kurz Pause und wir können uns anschauen, was die Touristeninfo als einen der schönsten Strände Europas bezeichnet. Is scho schee, wenn's schee is (Kölbi lässt grüßen). iOverlander weist auch hier einen Stellplatz aus, aber bei so vielen Schildern, Campen bei Strafe verboten, passen wir.

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Da wir schon 15 Tage in Portugal sind, läuft unser 30 GB Datenpaket aus und wir schauen uns nach einem Vodafone Laden um. Ganz in der Nähe von Pêra, wo wir übermorgen die Sandskulpturen besichtigen wollen, gibt es das Algarve Shopping. Das ist doch genau das Richtige bei diesem Regenwetter. Die neue Simcard ist gleich gekauft, jetzt können wir wieder das Leben in Deutschland und der Welt verfolgen, träumen und planen :-)

Irgendjemand hat mal falsch festgestellt: "Plenus venter non studet libenter". Keine Ahnung, die alten Römer! Wolfram liegt gerne mit vollem Bauch 'rum und liest. Den Bauch füllen wir uns bei einem Chinesen, der ein leckeres reichhaltiges Buffet anbietet. Faul rumliegen funktioniert dann für ihn am Lagoa dos Salgados super gut. Die Mädels erkunden See und nahen Atlantik.

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Es ist wieder ein Naturschutzgebiert, das von Vögeln gerne im Winter angeflogen wird. Aber nicht nur von Vögeln. Es regnet gerade mal nicht, da klopft es an der Tür. Anja und Billy haben uns entdeckt, ihr Jumbo steht gar nicht weit. Da kommt Freude auf und der Abend wird nicht tränenreich, sondern weinselig ;-)

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Das Nomadenleben ist besonders schön, wenn man lieben Menschen begegnet. Aber wie hat Peter gelernt, Freunde und Fisch bleiben 3 Tage frisch. Zu Deutsch: Nach zwei Tagen ziehst du besser weiter, dann freuen wir uns auch wieder auf dich ;-) Vorsichtshalber ziehen wir schon am nächsten Tag weiter, bevor unsere Bordbatterie tiefentladen ist.

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Mikki's Place to stay, ist ein von einem künstlerisch angehauchten Holländer betriebener Campingplatz. Die Camper stehen zwar dicht an dicht, aber alles  hier ist sehr liebevoll arrangiert und für eine Nacht immer zu empfehlen.

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Donnerstag 1. März wird dann endlich das Freigelände des FIESA, International Sand Sculpture Festival, eröffnet. Künstler aus aller Welt erschaffen aus ca. 35.000 Tonnen Sand eine Phantasiestadt mit bis zu 12 m hohen Sand-Skulpturen.

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Wir warten den Moment ab, an dem es nicht regnet und schaffen tatsächlich einen 1 ½ Stunden Rundgang ohne nass zu werden. Die gewaltigen Sandfiguren, die aufgrund des hohen Lehmanteils auch im strömenden Regen überleben können, faszinieren.

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Wir haben entschieden, die doch auch im Winter recht bevölkerte Algarve zu verlassen und etwas ins Landesinnere zu ziehen. Bis Silves, einem kleinen Städtchen am Fluss Arade sind es nur 20 km. Hoch über dem Ort thront das Castelo dos Mouros. Kastell und zugehörige Zisternen stammen aus der Zeit um die erste Jahrtausendwende. Da war die Siedlung aber schon zweitausend Jahre alt.

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Zur Stadt wurde Silves im 4. Jhd. V. Chr. als sich Phönizier und Karthager ansiedelten. Am Fuße der Burg finden wir den perfekten Platz zum Übernachten und die Wanderung hinauf zur Burg bietet eineen wunderschönen Blick auf die Stadt, auch wenn das Wetter nicht so richtig mitspielt. Wieder zurück im gemütlichen Ofen gibt es portugisische Spinatsuppe und Meerschweinchen, mhhhhh lecker.

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Freitag ziehen wir weiter in die Serra de Monchique. Bis zum Ort Monchique machen wir fast 500 Höhenmeter. Die Temperatur fällt um drei Grad von 17°C auf 14°C. Auf der Höhe weht ein kräftiges Lüftchen, sodass die Eukalyptusbäume und die gelb blühenden Mimosen sich tief am Straßenrand wiegen. Als wir über dem Kamm des Mittegebirges kommen und ins Tal zur Sperre bei Santa Clara absteigen, lässt der Wind nach und die Temperaturen steigen wieder  auf 17 °C.  Auch der Regen hat endlich nachgelassen.

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Am NW-Ende der riesigen Staumauer ist ein kleiner als Stellplatz genutzter Parkplatz. Etwa zehn alternative Camper aus NL. F, D stehen hier und auch für uns findet sich ein Plätzchen mit herrlichem Blick auf den Stausee.  Mehr als eine Handvoll Hunde laufen hier frei rum und auch Ronja möchte bleiben. Es gibt schöne Wanderwege am See entlang, ein guter Platz zum rasten. Wir haben genug Wasser und Lebensmittel für ein paar Tage, und zum Entsorgen lassen sich Gullideckel der nahen Sanitärcontainer öffnen.

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Samstagmorgen kommt Rudolf aus Holland vorbei um unser Auto zu bewundern. Es ergibt sich ein Schwätzcheneuropa und der viel gereiste kann etliche Portugaltipps geben. Wir lauschen und werden immer sicherer, hier gibt es noch viel zu entdecken. Auf ihrem Weg am Stausee entlang begegnen Iris und Ronja Claudius mit Frau, Baby und zwei Hunden, der von seiner Gemüsegärtnereidie grüne Neun (www.gruene9.info) und ihrem Leben mitten in der Natur, angebunden an ein Permakulturprojekt erzählt. Und schon gibt’s neue und vergessene Themen zu ergründen, zu träumen und zu planen ;-)

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Am Nachmittag ziehen die Mädels nochmal los entlang des Rio Mira zum 5 km entfernten blau-weißen Örtchen Santa Clara. Die gewählte Abkürzung auf dem Hinweg führt über mächtig steile Hänge, sodass Ronja erst mal wieder ein Bad nehmen muss im Rio Mira. Auf dem Marktplatz im Ort gibt's in der kleinen Pasteleria dann endlich Kaffee mit den leckeren Pastéis de Nata. Diese Blätterteigtörtchen gefüllt mit Pudding sind zum dahinschmelzen.

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Auf dem Heimweg verpassen sie einen Abzweig und landen direkt vor der Staumauer. Ein mulmiges Gefühl. Dieses Mal ist die Abkürzung an der Staumauer hinaufzuklettern. Als am Ende nur noch Buschwerk die weitere Sicht versperrt, findet Ronja zum Glück zielsicher den Ausgang aus dem Dschungel. Hat 'ne Menge Vorteile mit Hund zu reisen.

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03. - 14. März 2018 (km 245.277)
Campilsha - Melides - Peniche - Nazaré - Bragança - SPANIEN

Erst früh am Morgen lässt der Regen nach. Die einkehrende Ruhe spiegelt sich im glatten See. (Kann man auch einzelne Sätze zum Pulitzerpreis einreichen?) Wir quatschen mit unserem Nachbarn Timo. Der junge Sozialpädagoge aus Kassel lebt in seinem WoMo den Winter über in Portugal. Auch er ist begeistert von diesem entspannten Land. Surfen, Klettern, seine Leidenschaften, kann er hier gut ausleben und das mit kleinem Budget.

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Unser Tagesziel ist ein weiterer Stausee, Barragem de Campilhas, die Etappe nur 75 km. Der See ist nicht randvoll und wir fahren bis an sein Ufer. Einfach schön so dicht am Wasser. Leider nicht sehr lange. Gegen Abend fängt es wieder an zu regnen und zwar heftig. Nach einer Weile entscheiden wir den Platz zu wechseln. Nicht, weil wir glauben,

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dass der See steigt, aber an den Hängen und auf dem lehmigen Weg, den wir hier runter gewählt haben, bilden sich kleine Bäche. Wir haben Sorge, dass alles schmierig und glatt wird. Mit eingelegten Sperren zieht uns Mercedes 20 m höher, wo wir sicher auch wieder fortkommen. Was dann in der Nacht noch runter kommt, klingt eher nach Hagel/Graupel als Regen auf dem Dach.

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Am nächsten Morgen kehrt Ruhe ein und Iris kann mit Ronja nochmal die Gegend erkunden. Was wir gestern gar nicht gesehen haben, in dem Wäldchen stehen noch mindest fünf weitere Trucks, zwischen den Bäumen gut wind- und sichtgeschützt. Um halb zehn Uhr dann wieder kurzer kräftiger Graupel-Niederschlag. Wir ziehen weiter. Nur 55 km sind es bis Melides, wo wir in den Dünen einen einsamen Platz mit Blick auf den wilden Atlantik finden.

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Kaum haben wir uns eingerichtet, alle in Santiago de Cacém erstandenen Lebensmittel verstaut, stellen wir fest, dass der Wassertank leer ist. Einfach verpennt. Glücklicherweise gibt es hier keine zehn km entfernt einen Intermarché mit Ver- und Entsorgungsstation. Dort lernen wir Chris und Wolfgang aus Tübingen kennen. Sie verbringen auch schon seit Jahren den Winter im warmen Süden und sind begeistert von Portugal. Wer es kennt, der liebt es eben mit seinen freundlichen, entspannten Menschen, die hier zu Hause sind. Zurück am Strand ist "unser" Platz noch frei. Wir glauben uns von Mal zu Mal zu steigern, aber wahrscheinlich ist es hier überall traumhaft.

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2.30 Uhr, der Wecker in Form einer Polizeisirene, Flutlicht und Blaulicht reißt uns aus dem tiefen Schlaf. Der für die Sound- und Lightshow verantwortliche Polizist entschuldigt sich für die Störung, gleichzeitig ermahnt er uns die Dünen SOFORT zu verlassen, sonst müsse er eine Strafe von 250 EUR kassieren. Schneller als Tasso bei Feueralarm sind wir in den Kleidern und ziehen auf den nahegelegenen Parkplatz am Strandcafé. Wir sind nicht die einzigen, die in der Nacht und Nebelaktion durch die Dünen flüchten. Das Meeresrauschen ist entfernter und das wilde Wasser haben wir in der Dunkelheit auch von unserem Dünenplatz aus nicht gesehen.

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Der nächste Wecker ist Regentrommeln auf dem Dach und das wird wohl die nächste Woche noch so bleiben. Wir durchsuchen die Wetterapp nach trockenen Regionen und entscheiden noch bis Nazaré an der Atlantikküste zu bleiben, um danach quer durchs Land Richtung Golf von Biskaya zu ziehen.

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Die erste große Etappe führt an Lissabon vorbei nach Sintra. Hier fahren wir einen Parkplatz im Ortskern an. Doch in dem märchenhaften und deswegen touristenüberfluteten Örtchen fordern die engen Gassen wiedermal den Fahrer. Alles geht gut, aber hier müssen wir nochmal hin.

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Belohnung gibt es im Restaurant Crôa mit einem Meeresfrüchte-Reiseintopf. Dass die Gegend hier einen großen Teil des Jahres sehr touristisch ist, zeigt sich an den Preisen auf der Speisekarte. Wir gönnen uns ja sonst … was geht ;-) Auf dem Parkplatz des Restaurants dürfen wir auch über Nacht stehen mit Blick über den Praia Pequenta Sintra. Dort zeigen am Morgen vier Surfer ihr Können. So geht Frühstücksfernsehen.

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Gestern waren wir 170 km gefahren, heute ist unser Ziel Peniche, 90 km entfernt. Zunächst planen wir auf dem Parkplatz am Leuchtturm zu übernachten, aber das geht besser. Zehn Kilometer weiter am riesigen Parkplatz des Praia Baleal machen wir auch nur kurz Halt.

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Hier in der Bucht machen viele Surfer ihre ersten Versuche, weswegen der Platz entsprechend überfüllt und ungemütlich ist. Nochmal 3 km weiter finden wir "unseren" Strand mit Aussichtsplattform. Dort am Fonte de Almagreira fühlen wir uns zuhause und Regentropfen läuten den Abend ein.

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In der Nacht sind es kräftige Sturmböen, die den OF-EN seitlich treffen und ihn schaukeln lassen, wie ein Bootchen auf hoher See. Wolfram parkt um, 50 m weiter ist eine Senke und die Schmalseite unserer Behausung trotzt dem Wind. Am Morgen haben wir dann wieder Besuch von einzelnen Surfern, die die See prüfen, ob ihrer Wellentauglichkeit.

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Gegen Mittag brechen wir auf ins 60 km entfernte Nazaré. Der Ort ist unser Ziel, weil hier am Leuchtturm die größten Wellen, die jemals gesurft wurden auftreten. Ein bis zu fünftausend Meter tiefer Unterwassergraben trifft hier auf Festland. Kombiniert mit einer Strömung, die den Felsvorsprung (mit Leuchtturm :-) ins Meer lenkt, können Wellen von über 20 m Höhe entstehen. 23 m hoch war die höchste, bisher offiziell gesurfte Welle.

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Der Deutsche Sebastian Steudtner hat hier seine zweite Heimat gefunden und schon zweimal den Bilabong XXL Award gewonnen. 2015 mit einer Wellenhöhe von 21,6 m. Heute ist das Meer ruhig. Nach dem Besuch des kleinen Museums im Leuchtturm, haben wir trotzdem durch die Bilder und Videos einen Eindruck, von dem was hier abgehen kann.

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Unseren Übernachtungsplatz finden wir 5 km weiter nördlich am Praia de Archira. Die Natur ist hier großartig. Bunte, bodendeckende Pflanzen, türkisgrüner Atlantik, kilometerlanger unberührter Sandstrand. All das wird vom Nieselregen kaum gestört. Kann das bei Sonnenschein schöner sein? Die Mädels genießen bei ihren Ausläufen die besondere Atmosphäre hier.

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Es ist schon länger klar, dass auch wir zukünftig einen Teil unserer Winter in Portugal verbringen und noch mehr von diesem liebenswerten Land kennenlernen wollen. Deshalb schmerzt auch die Entscheidung nach Nordosten Richtung Heimat aufzubrechen nicht allzu sehr. Zum Abschied müssen wir dann doch noch Galle schmecken.

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Als wir Freitagmorgen unaufmerksam auf die Autobahn geraten, werden wir, als wir wenige Kilometer später diese wieder verlassen wollen, an einer Schranke nach einem Ticket gefragt, das wir nicht haben. Die VISA Card steckt schon zum Zahlen im Slot, nur wie viel zahlen? Über den Hilfeknopf rufen wir den Kondukteur, der, als er erfährt, dass wir kein Ticket haben, das die kurze Strecke belegt, die wir gefahren sind, kurzerhand 32.40 EUR von der VISA Card abbucht und die Schranke öffnet. Hier werden Sie geholfen. Wegelagerer, Banditen, Wucherer. Der Kondukteur hört Wolframs Ausbruch nicht mehr, er hat schon aufgelegt.

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Wundert's, wenn die Laune auch 100 km weiter in Coimbra noch kaum gestiegen ist? Der WoMo Stellplatz am Fluss Mondego gefällt gar nicht, auch die 120 km weiter flussaufwärts machen kaum Freude. Erst bei Fornos de Algodres finden wir an einer kleinen Flussaue unsere Ruhe. Ein Angler gestaltet unser Abendprogramm, aber heute ist auch nicht sein Glückstag. Trotzdem weist er uns freundlicherweise darauf hin, dass das Flüsschen heute Nacht noch weiter steigen wird, und wir besser einige Meter höher parken sollten.

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Der Samstag begrüßt uns wieder freundlicher, auch die Strecke bietet mehr zu schauen. Weinfelder am Río Douro und ab und zu Sonnenschein verschönern den letzten Tag in Portugal. 185 km fahren wir durch eine andere Landschaft, als die der Klippen, Dünen und Strände und auch die ist schön. Ein anderes Mal mehr davon.

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Kurz vor der spanischen Grenze übernachten wir im Parque Campismo Municipal Bragança. Wir sind zunächst die einzigen Gäste und können uns am reißenden Flüsschen Sabor einen Platz aussuchen.europa Es gibt schon komische Menschen in aller Welt. Kaum haben wir uns installiert und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages, parkt gleich neben uns ein (alter) Schwede mit seinem weiße Ware Camper ein mit der Aufforderung Ronja an die Leine zu nehmen, er habe auch Hunde dabei. Bestraft wird der Alte, als er Minuten später von seinen vier Zwergpudeln an der Leine durch den Park gezogen wird, von einem kräftigen Regenschauer. Wie war das mit der Schadenfreude ;-)
Nein, wir doch nicht.

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Wir befinden uns in 1.000 m Höhe und in der Nacht wird es kalt. Aber nur die nahen Gipfel zeigen Schneeflecken. 195 km sind wir gestern gefahren, noch etwa 15 km und wir fahren über die Grenze nach Spanien. Nochmals 25 km weiter sind wir auf der gebührenfreien A52 und machen Strecke. Kurz vor Léon wechseln wir auf die N625, jetzt begegnen uns immer wieder Hinweisschilder auf den Jakobsweg.

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Nach 275 km schlagen wir unterhalb eines Kirchleins in Riaño unser Lager auf. Der Stausee in strömendem Regen, die Picos de Europa wolkenverhangen. Während die Mädels mit Regenjacke und Schirm eine Teilstrecke des Jakobsweges laufen, heizt Wolfram den OF-EN ein. Inzwischen haben wir wieder 2°C und bei Käsehäppchen und Rotwein wird’s gemütlich im warmen OF-EN.

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Glücklicherweise sieht's am nächsten Morgen anders aus. Immer noch bewölkt aber immer wieder strahlen die Picos im Sonnenschein bei unserem Morgenspaziergang entlang des Stausees. Fast möchten wir bleiben.

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Aber 100 km weiter und 1.100 m tiefer ist es 10°C wärmer. Um dorthin zu kommen, müssen wir erst noch mal höher steigen auf 1.280 m. Außentemperatur 2,5 °C, Schneehöhen noch üppig. Nach 30 km, etwa einer Stunde Fahrzeit über ein enges Bergsträßchen mit überhängenden Felsen, kommen wir ins Tal der Sella, die uns Richtung Meer führt.

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Ribadesella ist ein idyllisches Örtchen, indem wir gerne bleiben würden, aber den Platz, der uns begeistert finden wir erst am Playa de Guadamia, etwa 10 km weiter östlich. Der Picknickplatz ist zurzeit nur von einem Wanderpärchen besucht, die mit uns die Brandung an den Klippen bewundern.

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Da der Parkplatz ziemlich uneben ist, parken wir einfach auf der benachbarten Wiese, 25 m über dem Atlantik bei windigen 12 °C. Am nächsten Morgen kommt die Polizei vorbei und interessiert sich nicht für uns. Wir sind in Asturien, 370 km westlich der französischen Grenze.

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Dienstag irren wir ein bisschen durch die Gegend. Zunächst gilt es wieder auf eine Landstraße zu kommen. Die Wege sind äußerst eng zwischen den hübschen Bauerhöfen und überstehende Bäumen. Ein Bully, ein Sprinter, das geht hier. Der OF-EN ist absolut die Grenze. Manchmal bleiben nur 5 cm zwischen den Trockenmauern und Bäumen, denen man die Äste schon direkt am Stamm abgesägt hat.

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In Lllanes, einem idyllischen Örtchen mit alten Villen und knorrigen Alleen halten wir zum Einkaufen an. Der nächste Ort, der uns begeistert ist Vicente de la Basquera, inzwischen sind wir in Kantabrien. Wir fahren auch noch am Strand von Comillas vorbei, ohne die vielen Touristen für die es sich gehübscht hat. Erst bei Corneja, finden wir ein lauschiges Plätzchen, an grünen Weiden über den Klippen.

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Ronja ist begeistert von unserem Abendspaziergang zwischen Pferden und Kühen. Mit dem Rücken zum Meer und Blick auf die verschneiten Gipfel im Süden wähnt man sich beim endlosen Gebimmel der Kuhglocken auf einer Alm in Österreich. Das Donnern der Brandung 40 m tiefer korrigiert diesen Eindruck dann wieder.

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Die verbleibende geplante Strecke bis zu unseren Freunden, bei denen wir in 14 Tagen sein wollen, beträgt 1.800 km, da kommt kein Stress auf. Allerdings gilt es das Tagebuch zu aktualisieren und 10 Tag und fast 1.400 km, die können schon mal Druck machen. Bevor es uns erdrückt, machen wir lieber mal einen Tag Pause um uns zu erleichtern.

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15.- 25.März 2018 (km 246.641)
Galizano - Lekeitio - Jaizikibel - Biscarrosse - Forêt d'Orien - GER

Der Tag war von einem wunderschönen Sonnenaufgang eröffnet worden. Der Rasenmäher, der die Kuhglocken jetzt übertönt, kann uns deshalb nicht stören. Wir lesen die Finnen seien das zufriedenste Volk, Deutschland landet nur auf Platz 15. Hätte man deutsche Reisende wie uns gefragt, wir hätten Plätze gutgemacht.

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Natürlich haben wir auch ein besonderes Leben. Wir sind zu Hause, wo der OF-EN parkt, und der parkt heute dort, wo viele Adelige aus Madrid, Barcelona, Sevilla und Bilbao bevorzugt ihre Zeit verbrachten. Papst Leo richtete hier ein Priesterseminar ein. Vor den weißen Gipfeln der Picos de Europa strahlt die päpstliche Universität zu uns herüber. Da strahlen auch wir. Eigentlich müssten wir auch hier viel länger verweilen, warum zieht es uns weiter?

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Nur 65 km weiter in Galizano finden wir einen anderen Grund Halt zu machen. Das lokale Restaurant El Pajar (der Heuhaufen) lockt uns, weil nur einheimische Fahrzeuge auf dem Parkplatz stehen. Drinnen, am Tresen Handwerker, die eine Pause machen, an den Tischen einheimische ältere Herrschaften, die das baskische Tagesessen genießen.

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Auch wir entscheiden uns dafür und können aus dem Tagesmenü wählen. Als Vorspeise Fischsuppe oder Salat, als Hauptspeise Moros de Cerdo und Lomo a la Parilla, Nachtisch Flan oder Käsekuchen. Zu unseren Menüs gehört eine Flasche Rotwein, wie immer bei den Spaniern, gut gekühlt. Alles zusammen 22 EUR, wir machen unseren Teller leer, nicht weil wir das als Kinder so gelernt haben, es schmeckt einfach soooo lecker.

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Unsere Siesta machen wir vier Kilometer weiter über dem Playa de Galizano. Wieder ein freier Platz, den wir uns großzügig mit ein paar jungen Surfern teilen, die ihre Zelte 200 m von uns entfernt im Wald aufgeschlagen haben.

Um an der Hauptstadt des Baskenlandes Bilbao vorbeizukommen, müssen wir 90 km fahren. Auf der Ostseite der Ría de Bilbao finden wir im Vorort Getxo einen großen Platz, auf dem wir übernachten können.

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Es geht ins Wochenende und viele sportliche Spanier parken hier um ihrer Aktivitäten zu frönen, Spaziergänger, Jogger, Biker, Surfer, Paraglider, Drohnen- und Modelsegelflieger. Ein wunderschönes Naherholungsgebiet der Großstädter. Nebenan ist ein Golfplatz und auch wir könnten sportlich werden, wäre Iris nicht vor einer Woche gestürzt und hätte sich nicht die Schulter geprellt. Eigentlich hatten wir gehofft hier in Spanien wieder ein paar Runden spielen zu können, aber sie kriegt den rechten Flügel nicht hoch.  Und Wolfram kann nicht, weil er ihr ständig zur Hand gehen muss. So begnügen wir uns andere um ihrer Sportlichkeit zu beneiden.

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Zum Abend leert sich der Parkplatz, nur ein paar junge Leute in ihren Autos neben uns machen Party. Die Musik ist ganz ok, aber doch auch recht laut. Ein anderer Camper tritt die Flucht an und so sind wir um halb elf, als die Jugend in die Disko aufbricht alleine auf dem riesigen Platz.

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Samstag führt unser Weg 65 km durch‘s hügelige Baskenland. Wir suchen kleine, wenig befahrene Sträßchen, mit uns die vielen spanischen Hobby Rennradler. Da kann’s schon manchmal eng werden. Wolfram bleibt ruhig, wir reihen uns ein und kommen auch langsam vorwärts. Unser Ziel ist das kleine Fischerdorf Lekeitio im Westen der Provinz Biskaya.

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Beim Bäcker lernt Iris im Gespräch, dass die Basken ihre eigene Sprache, Euskera haben, aber doch zwei- oder mehrsprachig sind. Wir sind im Baskenland der spanisch französischen Grenzregion an der Atlantikküste (Biskaya) und in Lekeitio sprechen 75% der Bewohner baskisch. Unser Übernachtungsplatz am Leuchtturm ist ganz ok, nur der OF-EN ist für die eingezeichneten Parkplätze zu lang. Ein Polizist weist uns darauf hin und fordert auf an einer Stelle weiter oben ohne Markierung zu parken. Very friendly people, diese Basken.

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Sonntagmorgen drehen wir noch eine kleine Runde durch den Ort Lekeitio. Es regnet in Strömen und die kleinen Sträßchen hier sind für PKWs und Fußgänger besser geeignet zum Flanieren, trotzdem sehen wir einige schöne Flecken.

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Unsere letzte Nacht in Spanien wollen wir oberhalb von Donostia-San Sebastián verbringen. Kleine Sträßchen führen uns auf 500 m Höhe. Bis 400 m können wir auf die Küstenlinie des Golfs von Biskaya hinunterschauen, dann sind wir in den Wolken.

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Die Temperatur fällt auf 3°C und nach wenigen Schritten am Mirador de Jaizikibel ist uns klar, dass es schöner geht. Im eisigen Wind drehen wir eine Runde hier oben und beobachten die nahen Adler bei ihren Flugübungen. Doch da unten sind Sandstrände und unsere Erfahrung 1°C pro 100 Höhenmeter macht diese Strände noch attraktiver. Wir fahren an die Küste nach Hondarribia. Natürlich erwischen wir für die Abfahrt wieder ein miniwinziges Sträßchen, aber das kennen wir ja schon ;-)

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Ein öffentlicher Wohnmobilstellplatz ist seit September geschlossen und nachdem wir ihn nach Aufforderung durch eine Polizeistreife verlassen haben, sperrt diese den Platz mit einer Barriere. Der über dem Ort am Leuchtturm liegende Campingplatz findet nicht unseren Gefallen. Am kleinen Camping Jaizikibel im Ort akzeptieren wir die Gebühr von 22,50 EUR, Waschmaschine und Trockner sind ein zusätzliches Angebot, das gerade recht kommt.

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Eigentlich wollten wir vor dem Verlassen Spaniens nochmal einkaufen, finden aber keinen Parkplatz an den Supermärkten. Hauptsächlich reizt uns der Dieselpreis, der in Spanien 10 % günstiger ist als in Frankreich, und so nehmen wir noch eine Tankfüllung mit, bevor es über Biarritz nach Bayonne Richtung Norden geht.europa

Wir haben geplant bis zur Loire Mündung in 2-3 größeren Etappen zu fahren und dann Loire aufwärts Richtung Osten 3-4 Schlösschen zu bewundern. Bevor wir unser heute angepeiltes Ziel den Strand von Messanges anfahren, füllen wir im Inermarché von Labenne unsere Lager. Am Ziel Messanges angekommen erkennen wir, wie uns die Spanier und Portugiesen verwöhnt haben. Eine hohe Düne versperrt die Sicht aufs Wasser und die für den Massentourismus, zurzeit nicht genutzte Infrastruktur von asphaltierten Straßen und Parkplätzen gefällt uns gar nicht. Lass uns einfach weiterziehen :-).

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Wir fahren noch einige Strandplätze an, aber erst am Friedhof von Mézos finden wir einen Picknickplatz in einem Pinienwald. Die Sonne scheint noch, so führt uns Ronja entlang des Rivière Curlew zum Abendspaziergang aus.

Den größten Teil unserer geplanten 2. Etappe in Frankreich haben wir gestern schon gefahren. Es sind nur noch 70 km bis Biscarrosse Plage. Hier hatten wir im vergangenen Jahrhundert des Öfteren mit unseren Jungs die Ferien verbracht. Vieles hat sich verändert, das meiste erkennen wir wieder.

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Der öffentliche Wohnwagenstellplatz ist geöffnet, Gebühren für Wasser und Entsorgung werden nicht erhoben. Trotzdem sind die meisten im Pinienwald versstreuten Plätze frei. Wir suchen wieder den schönsten :-) aus und machen uns gleich zu einem langen Strandspaziergang auf. Nur wenige Surfer nutzen den kilometerlangen Strand, wir sind kaum abgelenkt und können uns aufs Träumen konzentrieren.

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Wie soll unsere Zukunft aussehen. Wir wollen nicht mehr ganz so lange reisen, aber das Leben in unserem OF-EN wollen wir auch nicht aufgeben. Die nächsten Fernreisen werden ohne OF-EN nach Ozeanien gehen. Der Sommer in Deutschland ist bei schönem Wetter sicherlich auch ganz nett. Wo?? Wir laufen weiter Richtung Süden, können die Frage aber nicht beantworten.

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Auch am nächsten Tag, wir bleiben nochmal an "unserem Strand der Erfahrung", und erinnern uns, dass wir schon damals immer wieder geschaut haben, ob Biscarrosse nicht ein Alterssitz werden könnte. Nachdem wir in den letzten Jahren aber so viele schöne Plätze gesehen haben, fällt uns die Antwort nicht leichter.

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An Bordeaux geht es vorbei nach Norden. Von Le Verdon-sur-Mer nehmen wir die Fähre nach Royan. Der angefahrene Parkplatz an der pompösen Kirche  in der Altstadt von Surgères ist uns zu eng. Wir fahren nochmal 16 km weiter bis zum Friedhof an der Kapelle von Deyrançon, südwestlich von Noirt.

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Als Wolfram am nächsten Morgen Mercedes startet, dann die Enttäuschung! Die inzwischen schon fast vergessene rote EDC-Leuchte geht nicht wieder aus. 5.000 km sind wir seit der teuren Reparatur in Perpignon sorgenfrei gefahren. Manchmal leuchtet die Lampe ja nur, aber jetzt geht Mercedes auch in den Notlauf, kein Zug, keine Drehzahl über 3000, an der kleinsten Steigung wird sie immer langsamer. In etwa 30 km Entfernung, in Chauray bei Niort gibt es eine Mercedes Werkstatt.

Es ist Freitag 12.30 Uhr, Mercedes Chauray ist geschlossen. Gerade als wir auf den Parkplatz fahren, war auch die Tankreserveleuchte angegangen. Also fahren wir die nächste Tankstelle an, auch die bietet keinen Service, öffnet aber um 12.30 Uhr wieder. Ob auch die Mercedes Werkstatt nur Mittagspause hat und nicht schon für das Wochenende geschlossen ist? Also zurück zur Werkstatt, tatsächlich auch hier wird 13.30 Uhr wieder geöffnet.

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Um 14 Uhr ist auch ein Mechaniker aus der Mittagspause zurück und kümmert sich um unsere Mercedes. Nach einer Stunde Untersuchung dann die Diagnose, der Tank sei leer, wir sollten tanken 5 - 6 km fahren und wiederkommen. Unsere Widersprüche sind nur schwach, wir machen, was uns geheißen und tatsächlich Mercedes zeigt die gewünschte Leistung. Selbstzufrieden schließt der Mechaniker die Mittelkonsole, wo der Anschluss für das Diagnosegerät sitzt, kassiert 163 EUR und macht uns glauben geholfen zu haben.

Unser Tagesziel, die Abtei von Fontainvraud liegt 130 km nördlich und wir erreichen die kleine Gemeinde problemlos. Leider ist schon nach 17 Uhr und das 1100 gegründete Kloster nicht mehr zur Berichtigung geöffnet. Gerne hätten wir in der Abteikirche das Grabmal von Richard Löwenherz besucht. Naja, wir sind jetzt an der Loire, da gibt es noch viel zu besichtigen und in spätestens fünf Tagen wollen wir bei unseren Freunden in Deutschland sein.

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Unser Übernachtungsplatz liegt an einem Aussichtspunkt über der Mündung des Venant in die Loire. Ein schöner ruhiger Platz, an dem wir die Sorgen des Tages mit einem Saint-Emillion Grand Cru 2015 vergessen.

Gut gelaunt starten wir in den neuen Tag, starten Mercedes und fahren los. Zwanzig Meter und die EDC leuchtet. Der Diagnose-Zwerg von Mercedes wird verwunschen und wir überlegen Lösungen.

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Das Vertrauen zu französischen Mercedes Werkstätten ist verbraucht. Die haben zwar samstags Bereitschaftsdienst, aber können die helfen? Bis Deutschland sind es noch 700 km, die schaffen wir mit der leistungsschwachen Mercedes nicht an einem Tag.

Wir legen unser Tagesziel auf die Hälfte der Reststrecke,
europakurz hinter Troyes, südlich von Reims. Mit gedrosselter Kraft fahren wir das Loire Nordufer entlang, an Tours und Blois vorbei bis Orleans. Dort verlassen wir das Loire Ufer, Richtung Sens, Troyes. Nach 200 km machen wir eine Pause, laufen mit Ronja und weiter geht’s. Die EDC Leuchte warnt immer noch aber Mercedes bringt wieder volle Leistung.

Wir verlassen die Kreisverkehr Sträßchen und fahren auf Landstraßen zügig bis zum Forêt d’Orient. Herzstück dieses Waldparks sind drei künstlich angelegte Seen, die als Rückhaltebecken für Seine und Aube dienen. Sie sollen bei starker Wasserführung eine Überschwemmung von Paris verhindern und bei geringer Wasserführung einen Ausgleich zur Aufrechterhaltung der Schifffahrt bilden. Wir können direkt  an einem der drei Stauseen, dem  Lac d’Auzon-Temple übernachten und Ronja hat auch gleich eine wunderschöne Wanderlandschaft vor der Haustür.

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Bis zu unseren Freunden in Zweibrücken sind es nur noch etwa 300 km und wir warnen sie Sonntagmorgen vor, dass wir schon im Anmarsch sind. Leider fällt Mercedes wieder in den Notlauf und das Vorwärtskommen ist stark gebremst. Aber wir schaffen es. Nach 5 ½ Stunden erreichen wir unser 3. Zuhause (1. OF-EN, 2. Meldeadresse), wo die besten Gastgeber auf Erden leben. Wir dürfen ihre Gastfreund- schaft fünf Tage genießen.

Montag bringen wir Mercedes dort in die Werkstatt, am Nachmittag dann die Diagnose, es können vier Dinge sein: Die Kraftstoffverteilerleiste, die Dieselhochdruckpumpe, der Dieselfilter oder die Kraftstoff- förderpumpe, die Diesel aus dem Tank zum Filter fördert. Wir klären den KfZ-Meister auf, dass die ersten drei Teile vor 6.000 km ausgetauscht wurden, worauf er nur noch die Möglichkeit sieht, es mit der Pumpe am Tank zu versuchen.

Ja, versuchen, er ist sich nicht sicher. Das Teil kann bis Mittwochmittag besorgt werden. Donnerstagnachmittag dürfen wir Mercedes wieder abholen. Die Rechnung über 890 EUR wird verschmerzt, als Mercedes wieder schnurrt. Wir feiern die Reparatur bei leckerem Pfälzer Essen und anschließend mit fränkischem Wein. Das Leben kann so schön sein.

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Karfreitag dann Aufbruch, 110 km bis Schwetzingen. Nach 300 m (!) abbremsen, der Motor geht aus, wie abgewürgt (wir fahren ein Automatikgetriebe), die EDC Lampe leuchtet wieder. Wir setzen unsere Fahrt trotzdem fort. Vor Dienstag hat eh keine Werkstatt offen. Nach 70 km tanken wir, als wir wieder starten ist die Leuchte aus, als sei nie etwas gewesen. „Zuhause“ angekommen, räumen wir Mercedes aus und Wolfram rangiert sie in einen Parkplatz, würgt sie ab (Automatikgetriebe) und brüllt die EDC-Leuchte an.

Wie’s wohl weitergeht?

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