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kanada


23. - 30. Juli 2015 (km 173.751) Kanada
Grenzort: Beaver Creek
Lake Kluane - Skagway - Whitehorse - Lake Atlin

Bei der Einreise nach Kanada werden wir unter anderem gefragt, ob wir Pfefferspray dabei hätten. Eine Standardfrage, da diese Sprays zum Schutz gegen Bären von jedem mitgeführt werden. Wir haben unseres seit vier Jahren zur Selbstverteidigung dabei. kanada Wahrscheinlich ist das Verfallsdatum längst überschritten, außerdem würden die kleinen schwarzen Döschen auch keinen großen schwarzen Bären einschüchtern.

Also gibt der gute Wolfram zu, zwei zu besitzen, die er brav abliefert. Bitte rechts ranfahren und ins Büro kommen! Mist, was kommt jetzt. Wir erhalten unter Queen Elizabeths kontrollierendem Blick eine Quittung und unterschreiben, dass wir nach Übergabe der Spraydosen an die Krone, daraus keine Ansprüche ableiten werden. Der protokollierende Beamte ist überaus freundlich, eben Kanadier. Allerdings ist diese Zollstation eine Brutstätte von Moskitos und nach 20 Minuten Aufenthalt sind wir total verstochen. Gegen diese Biester hätte auch das Pfefferspray nicht geholfen.

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Haltlos kratzend fahren wir zunächst 70 km weiter bis Burwash Landing. Das winzige Kluane Museum of Natural History bietet ausgestopfte Tiere und Darstellungen zum Leben der einheimischen Kluane First Nations. Wir verzichten, im nächsten Visitor Center gibt’s das auch wieder. Wir fahren noch 35 km bis zum Congdon Creek Campground (N61.15208 W138.54608), wo wir direkt am Kluane Lake einen wunderschönen Stellplatz ergattern.

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Iris macht gleich ihren obligatorischen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Als sie von einem der vielen Blümchenphotos aus der Hocke hochkommt, steht ein Grizzlie neben ihr, keine 10 Meter entfernt. Jetzt heißt es Ruhe bewahren! Mit gesenktem Kopf, bloß keinen Blickkontakt, zieht sie sich langsam rückwärtsgehend zurück. Ob der Bär ihr Herz klopfen hört? Jedenfalls geht die Sache gut aus. Bär Das Bild, das sie dann aus 300 m Entfernung, wieder zur Ruhe gekommen, von dem in den Büschen verschwindenden Tier macht ist nicht vorzeigenswert.

Zum Frühstück am nächsten Morgen wird ein Goldgräberbrot gebacken. Ist eigentlich ein dicker Pfannenkuchen ohne Ei, schmeckt prima und ist schnell gemacht. So gestärkt macht frau sich zum Verdauungsspaziergang auf. Sicherheitshalber diesmal in die andere Richtung. Nach knapp einer Stunde am See entlang betrachtet sie lange zwei Spuren im Sand und überlegt, ob dieses Tier nur zwei Beine hat. Als sie weiterläuft nahe an den Uferbüschen, neben ihr plötzlich ein Geräusch wie Pferdegetrappel und der nächste Grizzly verschwindet aufgescheucht im Busch.

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Nach wenigen Metern stoppt er, richtet sich auf um die Büsche zu überblicken und Iris zu zeigen, wer größer ist und dass er sie im Auge hat. Zum Glück war sie auf der Toilette, sonst wär’s jetzt passiert. Wieder trennen sich die beiden friedlich. Auf diesem Campingplatz ist übrigens Zelten verboten, wegen der vielen Bären in der Umgebung.

Unser erster Halt auf der weiteren Strecke nach Haines Junction ist schon nach 20 km am Tachal Visitor Center. Hier sind Teleskope und Ferngläser aufgestellt, mit denen man die gar nicht so fernen Berghänge nach Dallschafen absuchen kann. Leider wandern die Tiere Ende Juni schon in höhere Regionen und kommen erst wieder Ende August in die Täler. Wer zu spät kommt, den bestraft die Sicht.

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Noch 15 km weiter biegen wir in die Goldgräberstadt Silver City ab. Zwischen 1904 und 1924, vor 100 Jahren also, gab es hier Leben das man sich anhand der Ruinen noch ganz gut vorstellen kann.

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Von hier aber jetzt nur noch Landschaft aus dem Autofenster bis nach Haines Junction ins Visitor Center. Die beste Empfehlung für uns ist dort die Öko-Bäckerei (N60.75368 W137.51593) am Ort, in der heute Abend ein "Salmon Bake" mit Life-Musik stattfindet.

Hier bleiben wir. Der Kluane RV Park (N60.75114 W137.51901) gleich nebenan hat einen schönen Stellplatz mitten im Wald. Wir haben noch Zeit und schauen uns im wieder mal sehr informationsreichen Visitor Center zwei Filme an. Der erste beschreibt das Verhalten bei Grizzly- und Schwarzbärkontakten. Iris hat sich vorbildlich verhalten, allerdings wird sie zukünftig nur noch klatschend und pfeifend durch die Gegend ziehen. Bären wollen nicht überrascht werden.

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Der zweite Film über den Kluane NP ist ebenso bewegend wie der damals über den Wrangel St. Elias NP. Es ist schon eine traumhafte Natur hier im Nordwesten Amerikas.

Schon auf dem Weg zur Abendveranstaltung begleitet uns Dauerregen. Das Lachs-BBQ findet outdoor statt, Schutz bietet nur eine aufgespannte Zeltplane. Die Musikuntermalung wird von Alleinunterhalterin Barbara Chamberlin dargeboten, deren Stimme und Gesang wirklich sehr ansprechend sind. Lediglich ihre wechselnd gespielten Instrumente klingen etwas mickrig. Der Gesamteindruck ist deswegen gerade noch befriedigend.

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Dagegen ist der gegrillte Lachs und das riesige Beilagenbuffet beinahe sehr gut, mit 32 CAD aber auch sehr gut bezahlt. Unser mitgebrachter Rotwein lässt das gute Essen zu einem vorzüglichen Dinner werden. Bei dem ungemütlichen Regenwetter haben nur wenige Gäste den Weg zu dieser Open-Air Veranstaltung gefunden und es kommt einfach keine Stimmung auf. Nach knapp zwei Stunden ziehen auch wir uns wieder in den gemütlichen OF-EN zurück.

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Von Haines Junction geht es auf der Haines Road Richtung Südosten. Nach 45 km machen wir am Dezadeash Lake eine kleine Wanderung auf dem Rock Glacier Trail. Ein Gletscher hat hier seine mitgeführten Steine aufgeschüttet und wir stolpern dazwischen den Berg hinauf zu einer traumhaften Aussicht.

Noch mal 40 km weiter parken wir auf einem Parkplatz mit Bergblick hinter einem Wohnmobil mit Augsburger Kennzeichen. Carola und Harald hatten wir vor Wochen schon in Watson Lake kurz begrüßt, bevor wir zu unserer Tour auf dem Campbell Highway aufgebrochen waren. Wir stellen fest, dass wir auf dem gleichen Weg nach Haines unterwegs sind um dort mit der Fähre nach Skagway überzusetzen.

Wir hatten schon gestern Abend die Tickets im Internet gekauft. Harald will heute vorort die Montagsfähre buchen, dort wollen wir uns dann wiedersehen.

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Für uns geht’s noch 5 km weiter zum Million Dollar Campground (N60.10730 W136.94589), wo wir nicht weit von den niedlichen Fällen des Takhanne River Lager aufschlagen. Das Wetter hat heute ein Nachsehen mit uns, Feuerholz gibt es hier in Yukon ja auch großzügig und Wolfram bereitet schon mal das Lagerfeuer vor. Nur einige absolut aggressive Fliegen, die es auf Ohr- und Nasenlöcher abgesehen haben verderben ihm etwas die Laune. Am Nachbarplatz erklingen zwei jazzige Gitarren, so wird’s dann bei warmer Abendsonne doch noch zur Idylle.

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Sonntag kehren wir für einige Stunden zurück nach Alaska. Nachdem wir den 1070 m hohen Chilkat Pass problemlos überwunden haben, die Goldsucher vor über 100 Jahren haben hier richtig gelitten, kommen wir an die Amerikanische Grenzstation Dalton Cache, an der wir wieder mal auch nach unseren Fahrzeugpapieren gefragt werden.

Die Kontrolle verläuft reibungslos und endet wieder mit dem kanadaHinweis, dass wir die USA spätestens am 13. September verlassen haben müssen. Wir stellen die Uhren eine Stunde zurück, zehn Stunden hinter Deutschland und sind für kurze Zeit wieder in Alaska.

Haines ist bekannt für etwa 4.000 Weißkopfadler, die sich zwischen Mitte Oktober bis Ende September hier versammeln. Die Adler werden von der späten Wanderung der Lachse angezogen. Zur Zeit residierens nur wenige Tiere hier. Wo die zu sehen sind, erklärt uns die nette Dame im Visitor Center.

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Bevor wir zum Ferryterminal aufbrechen, um unsere reservierten Tickets abzuholen, stoppen wir an der Rusty Compass Bakery (N59.23504 W135.44470), bei der es einen Wifi Hotspot gibt und wie wir feststellen, auch einen Pecan-Nusskuchen, den wir beide als das beste Gebäck bewerten, das wir jemals gegessen haben.

Mit reichlich Kalorien im Bauch fahren wir weiter Richtung Nordwesten zum Lutak Lake. Auf dem Weg dorthin am Straßenrand ein kleiner Menschenauflauf. Wir fahren rechts ran, hier muss es was zu sehen geben.

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Eine Bärin mit ihren beiden Jungen zieht am gegenüberliegenden Flussufer durchs Wasser, wir sind nur etwa 20 m entfernt. Es ist spannend ihren Weg zu verfolgen und zu sehen wie sie ihre Kleinen mit Lachs versorgt, die sich dann lautstark darum balgen.

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Zig Fotos und ein kleines Video halten die Szenen fest. Nachher schaffen wir es sogar auf einer Brücke stehend, unter der die drei durchziehen auf wenige Meter gefahrlos ranzukommen, ein großartiges Erlebnis. Der mächtige Weißkopfadler, der auf einem Felsen sitzend das Treiben ebenso beäugt, wird kaum wahrgenommen. Wir sind überglücklich und der einsetzende Nieselregen hindert uns nicht, weiter ins Tal zu den dortigen Anglern vorzudringen. Hier können wir auch erfahren, wie vielen Lachsen es heute gelungen ist das Wehr durch den kleinen Zählspalt zu durchdringen.

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Wir fahren zurück nach Haines und von dor 15 km weiter nach Südwesten in den Chilkat State Park (N59.14030 W135.37216). Von hier sollen der Rainbow und der Davidson Gletscher ganz nah zu sehen sein. Allerdings nicht bei Nebel. Wir übernachten hier in der Hoffnung am nächsten Morgen bessere Sicht zu haben.

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Etwas klarer ist die Sicht dann auch am nächsten Morgen und weil wir so früh dran sind können wir auch noch die Bald Eagle Foundation besuchen. Hier kümmert man sich um verletzte Weißkopfadler und bietet umfangreiche Informationen zu ihrem Leben in diesen Fjorden. Sogar zwei lebende Adler, allerdings flugunfähig, können hier aus nächster Nähe bewundert werden. Der eine hat sich mit einer Hochspannungsleitung, der andere mit einem Truck angelegt und jetzt müssen sie gefüttert werden.

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Wir haben noh Zeit für eine Stippvisite der Filmkulissen von Dalton City, in denen Jack Londons White Fang gedreht wurde, dann reihen wir uns frühzeitig in der Warteschlange zur Fähre ein.

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Um 12.15 Uhr legen wir ab zur einstündigen Überfahrt nach Skagway. Wir sitzen zusammen im Oberdeck mit Rita und Leo aus Neu Ulm, die wir schon ganz kurz auf dem Denali Highway getroffen haben und die nach Südamerika unterwegs sind, sowie Carola und Harald. Ruckzuck ist die Stunde vergangen und wir konnten uns gar nicht ausführlich austauschen. Als wir uns verabschieden, hat keiner einen richtigen Plan, wie es weitergeht. Was wollen wir in Skagway bei diesem scheußlichen Wetter?

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Skagway steht als Klondike Goldrush National Historic Park unter Denkmalschutz. Originalgebäude aus der Zeit nach 1897 säumen die Hauptstraße Broadway. Im Hafen liegen DREI riesige Kreuzfahrtschiffe, die Massen von Schaulustigen in den winzigen Ort verfrachtet haben. In den denkmalgeschützten Gebäuden sind Souvenirläden untergebracht, aber vor allem Juweliergeschäfte.

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Glücklicherweise ist Iris kein Törtchen, das sich mit Glitter behängt. Sie frönt eher Wolframs Leidenschaft, dem Essen und so landen wir schnell im Onion Saloon & Brothel Museum. Brothel heißt Bordell, aber davon ist hier nichts zu spüren. Auch auf die Bierprobe, die hier angeboten wird verzichten wir, da wir uns einig sind dieses Disneyland schnell wieder hinter uns zu lassen. Das Essen ist ganz O.K., günstig ist anders.

Wir machen uns auf dem South Klondike Hwy auf die 180 km-Strecke nach Whitehorse im Norden. Zum White Pass auf 1003 m Höhe sind es etwa 25 km. Wenn man Glück hat, kann man die White Pass & Yukon Railway auf der abenteuerlichen Strecke am gegenüberliegenden Ufer des Skagway River verfolgen. Wir haben heute kein Glück.

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kanadaIn Fraser nimmt uns die kanadische Kontrolleuse dieAufenthaltserlaubnis für USA aus dem Pass, nachdem wir erklärt haben, dass wir vor dem 13. September nicht mehr in die USA einreisen werden. Die Uhren wieder eine Stunde vorstellen, wie gewonnen, so zerronnen. Wir sind Deutschland wiederneun Stunden nah.

Am Tutshi Lake zeigt sich die Schönheit Kanadas in seiner vollen Pracht. 75 km weiter stoßen wir auf den Alaska Highway, auf dem wir nach weiteren 20 km in Whitehorse einfahren. Ohne Stop geht’s  durch den Ort direkt zu Walmart (N60.73279 W135.06918) im Nordwesten der Stadt. kanadaSchon auf den ersten Blick ist klar der 25.000 Seelen Ort am mächtigen Yukon bietet nicht nur alle Versorgung, sondern ist auch ein Wohlfühlort.

Im Walmart treffen wir Leo. Er und Rita haben sich auch nicht lange in Skagway aufgehalten und werden wie wir hier auf dem Treffpunkt vieler Wohnmobilreisender übernachten. Man sieht sich! Nach dem Einkauf gibt’s noch ein Schlummerbierchen und die Rollläden werden runtergelassen.

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Dienstag Vormittag geht’s zum Visitor Center und informationsgeschwängert machen wir uns auf den kurzen Weg zum Raddampfer S.S. Klondike. Dieses großartig restaurierte Dampfschiff der 1930er Jahre ist bis 1955 auf dem Yukon geschippert. Im Zelt nebenan zeigt ein Film Szenen aus dieser Zeit, in die man sich zurückversetzt fühlt beim Besuch des Schiffes.

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Eineinhalb Tage brauchte der Dampfer beladen mit Versorgungsgütern flussabwärts bis Dawson City. Zurück, gegen die Strömung und beladen mit bis zu 300 Tonnen Gold waren fünfeinhalb, für die Mannschaft harte Tage nötig. Stark beeindruckt spazieren wir zurück zum OF-EN. Inzwischen nieselt es wieder. Trotzdem fahren wir 8 km flussaufwärts zum Miles Canyon, wo sich der Yukon durch ein Nadelöhr zwängt, in dessen Stromschnellen viele Goldsuchende damals ihr vorzeitiges Ende fanden.

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Heute ist der mächtige Fluss durch den Bau eines Dammes weitgehend gezähmt, trotzdem ist der beeindruckende Canyon einen Ausflug wert. Auf jeden Fall bei besserem Wetter. Wir blasen die Wanderung am Klippenrand wegen Regens ab und kehren zurück in den Ort.

Unsere Lieblingsbeschäftigung ist bekanntermaßen das Essen. So landen wir, nachdem wir die Metzgerei "Off the Hook" (N60.71606 W135.05614) und die Alpine Bakery (N60.72239 W135.06108), beide mit deutschen Wurzeln besucht haben im japanischen Sakura Sushi Restaurant (N60.72048 W135.05823). Beim Schreiben läuft Wolfram schon wieder das Wasser im Mund zusammen, so toll hat sein Salmon Hot Pot Eintopf geschmeckt.

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Nachdem Einkauf im Canadian Superstore, hier gibt’s auch frisches Obst und Gemüse, zieht Iris noch mal los über den Yukon Rivertrail in die Innenstadt, während Wolfram die nächsten Tage plant.

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Am Abend werden wir von Rita mit der Einladung zu einer Flasche Wein überrascht. Da sind wir doch gerne dabei! Aus der einen werden zwei Flaschen und mit der Sicherheit wieder supernette Gleichgesinnte getroffen zu haben, verlassen wir um Mitternacht bei Dämmerung das Neu Ulmer Expeditionsmobil.

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Mittwoch Morgen führt unser erster Weg wieder zum Miles Canyon. Das Wetter ist stabil und wir beginnen unsere Wanderung an der weißen Hängebrücke über den türkisgrünen Yukon bis hin nach Canyon City. Am Steilufer des Yukon immer auf und ab, insgesamt vielleicht 4 km in strammer Gangart. Wolfram ist anschließend nassgeschwitzt und glücklich. Der wird doch nicht zum Wanderer werden?

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Um 12 Uhr sitzen wir wieder im OF-EN mit Ziel Atlin im Südosten. Zunächst auf dem Alaska Highway. Wir sind schon mindestens 5 km unterwegs. kanada Dann passierts's. Die von Iris auf dem schwarzen Kotflügel abgelegte schwarze Kamera wird im Rückspiegel sichtbar. Es dauert fast 10 Minuten bis wir die Nikon zwischen den Büschen im kanada Straßengraben wiederfinden. Sie ist stark ramponiert und der Autofikus des Objektivs funktioniert nicht mehr. Trotzdem - sie macht noch Bilder.

Bis zum Abzweig nach Atlin sind es 85 km und von dort weitere 100 km. In Atlin gilt es dann Prioritäten zu setzen. Klar zuerst zum urigen Visitor Center im Heimatmuseum, dann Burger testen im Prime Tree Restaurant auf dem Marktplatz. Inzwischen ist es schon nach 15 Uhr und wir wollen einen schönen Fleck finden, wo wir in schöner Natur unserer Tagebuchpflicht nachgehen können.

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Weiter geht's, Richtung Süden ca. 20 km bis Warm Bay, hier sind die wunderschönen Stellplätze am Seeufer leider schon belegt. An den in der grünen Wiese sprudelnden Warm Springs, die gar nicht richtig warm sind darf man nicht übernachten. An der Grotto Recreation Site gibt es einen arg dusteren Platz. Iris pflückt nur die hier sprießende Wasserkresse und wir kehren um zur Warm Bay Recreation Site.

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Dort finden wir einen Platz, den wir vorher übersehen hatten. Traumhaft direkt am Wasser gelegen und durch Büsche von der Uferstraße abgeschirmt. Geht doch! Hier werden wir auch morgen noch glücklich sein. Schönen Tag!

30. 07. – 07. August 2015 (km 174.979)
Teslin Lake - Watson Lake - Mezidian Lake - Hyder - Smithers

Das Regenwetter den ganzen Tag über stört uns nicht. Iris pflegt das Tagebuch, Wolfram liest und träumt. Wenn es aufklärt gehen die Blicke über den See zu den Bergen, die Gegend gibt Ruhe.

Freitag morgen fahren wir die 24 km nach Atlin zurück und frühstücken im Pine Tree Restaurant. Der Stammtisch gleich am Eingang ist wieder von den selben Strategen besetzt, wie vorgestern Nachmittag. Das Grüßen fällt denen schwer. Es ist spannend ihren Gesprächen zu lauschen. Der Zausel mit dem langen Bart hatte ein Eichhörnchen im Haus und hat es nicht mehr gefunden, nachdem es sich im Haus versteckt hat. Der Nachbar hat seine Angel ausgeworfen und der Haken hat sich in einer Ente verfangen. Und, lebt dein krankes Huhn noch? ... eben wichtige Männergespräche (sagt Iris)

Am Mittag geht’s wieder 100 Kilometer nach Norden auf den Alaska Hwy und dort nach Osten. Unser Lager schlagen wir am Teslin Lake Campground (N60.23 W132.91112191) auf. Das Wetter ist nach wie vor trüb und es nieselt.

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Der erste August begrüßt uns etwas freundlicher. Auf unserem Weg Richtung Watson Lake machen wir schon nach 10 km am Tlingit Heritage Centre Halt. Hier werden 200 Jahre First Nation Geschichte dargestellt. Iris setzt sich zu der sympathischen Frau, die an einem traditionellen Quilt arbeitet. Im Gespräch erfährt sie, wie man sich hier um Teslin darum bemüht die alte Sprache mit Büchern und Wörterbüchern sowie alte Bräuche am Leben zu halten. Der vorgeführte Film vermittelt leider den Eindruck, dass vieles davon nur noch die Touristen interessiert.

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135 km weiter sind es die Ranchiera Falls, die uns anhalten lassen. Ein kurzer Spaziergang führt zu den wenig spektakulären Stromschnellen. Trotzdem es ist schön hier, keine anderen Menschen, die Natur ist ungestört.

In Watson Lake parken wir direkt vor Kathy’s Kitchen. Vor etwas mehr als einen Monat hatten wir hier schon gegessen. Nix besonderes, aber gut besucht. Die Bedienung ist superfreundlich und kann fast den Anblick des Unsympaths in der Küche vergessen lassen. Anschließend schlendern wir nochmal durch den Schilderwald und heute findet Wolfram auch das Ortschild von Miltenberg, gleich neben dem von Eppelheim. Allerdings war Iris kurz vor ihm da ;-)

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Was kann man sonst so in Watson Lake machen? Das Northern Lights Centre war uns nicht empfohlen worden. Trotzdem zahlen wir die 8 CAD Eintritt pro Person und verfolgen die 50 Minuten Filmvorführungen am gewölbten Kuppeldach. Zuerst wird ein Film über schwarze Löcher und Supernovas gezeigt, der sicher auch auf Deutsch schwer zu verstehen gewesen wäre. Das Thema interessiert, Wolfram schaut später nochmal bei Wikipedia rein. Aber, da kein Hobby-Astro-Physiker fehlt ihm doch das Verständnis.

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Für den zweiten Film gilt ähnliches. Großartige Bilder. Aber warum, wo, wann die Polarlichter auftauchen wird nicht ganz klar. Auch Wikipedia lässt unsere Fragen unbeantwortet. Wir übernachten wieder auf dem Campground am Watson Lake (N60.09532 W128.81673). 12 CAD für ein natürliches Plätzchen zwischen Bäumen, dazu Brunnenwasser und Feuerholz, das ist in den Yukon Territories so üblich. Dumpstations und Trinkwasser wird an Tankstellen geboten.

Am nächsten Morgen geht’s auf den Highway 37, dem Cassiar Hwy nach Süden, wieder Richtung British Columbia. Zunächst ist die Gegend etwas trostlos, nicht nur wegen des nach wie vor trüben Nieselwetters. 2010 hatte hier ein Waldbrand 30T ha Wald vernichtet. Die Natur hat sich noch nicht erholt. Schilder am Straßenrand warnen: Nur Du kannst Brände vermeiden! Der Brand von vor fünf Jahren, wurde von einem Blitz verursacht.

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Wir fahren an Centre Ville vorbei, einer Gold Rush Town, bei der einst ein Klumpen von 72 oz, etwas mehr als 2 kg, gefunden worden war. Da so etwas selten zweimal passiert, bleiben wir auf der Straße und machen erst um die Mittagszeit in Dease Lake Halt. Die Tankstelle hier ist Anlass dafür, ansonsten bietet das Örtchen nichts.

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In Iskut verlassen wir die Umgehungsstraße kurz um im Ort festzustellen, dass es dafür keinen Grund gab. Nach 385 km finden wir einen schönen Platz (N57.52969 W130.18890) am Kinaskan Lake. Hier in BC muss für Feuerholz wieder bezahlt werden, dafür kostet der Übernachtungsplatz aber 18 CAD. Ein Rundweg lädt zum Spaziergang ein, das Wetter nicht.

Mal sehen, wo wir heute Abend landen werden. Nach 115 km machen wir erstmals an der Bell2 Lodge Pause. Ein Österreicher betreibt die Lodge und einen kleinen RV Park. Ganz nett, aber was wollen wir hier in der Einsamkeit?Es werden Helikopterflüge zu den nahen Gletschern angeboten, im Winter kann man hier Skifahren.

Also geht es weiter bis zum Mezidian Lake. Der Platz dort (N56.08753 W129.30562) ist sehr schön auf drei Terrassen angelegt, so hat jeder Camper Blick auf den See hat. Wir parken auf der zweiten Ebene, zunächst alleine. Im Laufe des Spätnachmittags füllen sich alle Plätze des Parks. Einen Platz weiter parken Heike, Harald und Tilo aus Mörfelden-Walldorf, also echte Nachbarn aus der Heimat. Der Abend ist richtig unterhaltsam und wenn uns der Regen nicht in unsere Häuser getrieben hätte, hätten wir auch noch mehr Wein getrunken.

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Von Mezidian Lake geht’s auf dem Gletscher Hwy 37A nach Westen. Beim Bear Glacier machen wir den ersten Fotostop. Der Gletscher endet hier direkt an der Straße. Neben uns stoppt Gordon aus Stewart, der sich als Fotograf vorstellt und Hinweise zu den besten Fotopunkten am Highway gibt. Im Stewart Visitor Center holen wir uns dann weitere Informationen zu Hyder und dem Salmon Glacier.

Als Iris einen Kunden im Lebensmittelladen bittet sein Auto zur Seite zu fahren, damit sie ein schönes Bild machen kann, kommen die beiden gleich wieder ins Gespräch. Sie bringt Eike aus Ratenow an den OF-EN zu Wolfram, wo wir drei uns austauschen. Eike ist vor 51 Jahren nach Kanada ausgewandert und nach 20 Minuten kennen wir einen Großteil seiner 72 Lebensjahre. Zum Abschied macht Iris noch ein Foto, das letzte mit unserer Nikon Camera. Den Sturz vom fahrenden Auto hat sie bis hierher tapfer überlebt, jetzt geht nichts mehr.

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Was nun? Eine Reise ohne einen ordentlichen Fotoapparat, das geht nicht. Also suchen wir Gordon, den Fotografen, den wir vor einer Stunde auf dem Highway getroffen hatten. Von ihm bekommen wir die Empfehlung, in Terrace, etwa 250 km von hier in Richtung Prince Rupert, gibt es ein Fachgeschäft. Er führt uns noch durch sein außergewöhnliches Holzhaus das gepflastert ist mit außergewöhnlichen Fotografien des Kanadischen Wildlife, beeindruckend!

Bevor wir nach Terrace aufbrechen, wollen wir aber noch den Salmongletscher sehen. Dazu verlassen wir Kanada kurz und fahren über Hyder, einer fast Geisterstadt der USA zum Zeh des Salmongletschers, der wieder in Kanada liegt.

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Die Strecke ist nur etwa 35 km lang. Für Fotos müssen Handy und Ipad herhalten. Auf dem Rückweg nach Hyder halten wir an der Fish Creek Wildlife Observation Area. Hier soll man Bären beim Fischen beobachten können, vorzugsweise zwischen 6 und 10 Uhr, morgens und abends. Heute von Bären keine Spur, wie der US-Ranger freimütig zugibt. Für die ehrliche Antwort danken wir und kaufen keine 5 USD Eintrittskarte zu den Holzbrücken.

Vor Stewart interessieren sich die Kanadischen Behörden für uns. Unsere Ausreise hat sie genauso wenig interessiert wie die Amerikaner unsere Einreise in Hyder. Nachdem die Beamtin die üblichen Fragen gestellt hat, wie lange wir verbleiben und wie wir unseren Aufenthalt finanzieren, stempelt sie unsere Einreise in die Pässe mit dem Vermerk, dass wir spätestens am 15. November Kanada verlassen müssen.

Wir waren am 14. Mai dieses Jahres in Kanada eingereist und am 15.11. ist ein halbes Jahr um. Also USA/Kanada Reisenden müssen planen um ein Jahr Nordamerika ohne Ausreise ins Heimatland hinzubekommen.

Von Stewart fahren wir auf dem Glacier Hwy zurück Richtung Cassiar Hwy. Unterwegs begegnen wir zwei Schwarzbären, die sich nicht stören lassen und auch wir halten uns kaum auf, schon normal geworden! Nach weiteren 80 km sind wir an der Bonus Lake Recreation Site. Drei Stellplätze mit Feuerstelle und Bänken, Plumpsklo und Anlegestelle für Boote. Auf dem See zeigen sich unzählige Seerosen, auf dem Platz ein Zelt ein Auto und drei Jungs aus Norddeutschland.

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Die etwa 20-jährigen Handwerker wollen etwa ein Jahr in Kanada bleiben und in Prince George einem Nachbarn aus Deutschland beim Aufbau einer Jagdlodge helfen.

Als wir am nächsten Morgen aufbrechen schlafen die jungen Männer noch. Auf den 80 km zur Kreuzung mit dem Hwy 16, dem Yellowhead Hwy, biegen wir nur einmal ab. In Gitanyow, das früher Kitwancool hieß, ein kleines Indianerdorf, schauen wir uns die vielen Totempfähle an. Das Visitor Center ist geschlossen und so finden wir hier nicht mehr zu turn.

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Der bestens ausgebaute Yellowhead Hwy führt uns schnell nach Terrace etwa 90 km in Richtung Prince Rupert. Auch Sight und Sound haben wir schnell gefunden. Neben Musikinstrumenten, Stereoanlagen und Fernsehgeräten gibt es hier auch hochwertige Fotoapparate, für die wir uns nicht gleich entscheiden können. Da wäre schon ein Superangebot aber 1.500,-€ einschließlich Steuern, da gilt es nachzudenken. Zunächst ins Internet, was würden wir in Deutschland dafür zahlen? Amazon und Saturn würden für das Nikon Kit mit zwei Objektiven mehr haben wollen. Also ist der Laden schon mal nicht überteuert. Trotzdem schauen wir erst nochmal was Walmart bietet. Hier gibt es ein Auslaufmodell für 350 €, da wären wir doch ganz gut bedient mit. Als wir nach einer weiteren Internetrecherche wieder in die Fotoabteilung zurückkommen, ist das Kameraset nicht verfügbar, das Ausstellungsstück kann nicht verkauft werden. Das total inkompetente Walmartteam stammelt blöd rum. In dieser Abteilung werden wir kein Geld lassen. In der Skeena Mall soll es noch ein Elektronik- und Fotogeschäft geben.

Aber erst gehen wir im stylischen Café Zesta Soup & Sandwich essen. Hungrig lassen sich keine Entscheidungen treffen. Gesättigt geht das schneller, wie der Besuch in der Skeena Mall zeigt  Nach weniger als 20 Minuten verlassen wir das Einkaufszentrum mit einer neuen Nikon mit zwei Objektiven. Jetzt brauchen wir schnell einen Platz, an dem wir die Errungenschaft auspacken, am besten ausprobieren können. Vielleicht ist der Platz ja so schön, dass man morgen Muse hat, das Tagebuch zu aktualisieren.

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Wir parken auf dem Ferry Island Campground (N54.51197 W128.57065) unter Bäumen ein, der sich zunächst durch einen unfreundlichen Host auszeichnet. Schlecht sind die Plätze nicht, allerdings ein bisschen dunkel und Blick auf den Skeena River, is nich! Also wird die neue Kamera nur ausgepackt und die ersten Schritte im Handbuch studiert. Die ersten Probeschüsse finden im OF-EN statt, draußen regnet’s.

Iris Erkältung ist am nächsten Morgen auch nicht besser, keine Lust für Tagebuchupdate. In Terrace Nord gibt es das Heritage Park Museum. Ein Ort, an dem wir die neue Kamera ausprobieren können. Auch regnet es gerade mal nicht, also los! Das Freilichtmuseum, das einen kleinen Minenort zu Beginn des letzten Jahrhunderts darstellt, ist wirklich ansprechend.

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Die Häuschen sind alle offen zugänglich und wir können sehen, wie der Prospektor, der Trapper und der Pfarrer gewohnt haben. Das winzige Schulhaus mit Bänken für sechs Schüler ist genauso interessant, wie die Feuerwehr mit den alten Spritzfahrzeugen. Genug Objekte um alle Knöpfe an der Kamera erstmals zu testen.

In dem zentral gelegenen großen Wohnhaus, könnten wir uns vorstellen selbst zu leben. Im Erdgeschoss eine große Wohnküche, daneben ein Wohnzimmer und im Obergeschoss vier kleine Schlafzimmer. Mehr braucht man nicht. Doch keines der besichtigten Häuschen hat eine Toilette oder ein Badezimmer. Also da ist Entwicklungsbedarf.

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Nachdem wir genug gesehen haben, fahren wir an den Lakelse Campground. Aber auch hier alle Stellplätze dunkel, unter Bäumen ohne Blick auf den See. Komm, lass uns weiterfahren!

Wir kehren zurück auf den Yellowhead Hwy, 140 km Richtung NO bis nach Hazelton, wo der Hwy seine Richtung nach SO ändert. kanada Wir folgen nicht mehr dem Skeena River, ab hier begleitet uns der Bulkley River und die Berge der Roche de Boule Range mit Gipflen bis zu 2.500 m Höhe. Schönes Nord British Columbia.

Erst in Smithers hat Wolfram keine Lust mehr zu fahren. Außerdem gibt es dort Boston Pizza. Dafür kommt auch Iris aus dem Alkoven, wo sie die letzten Stunden mit Erkältungsleiden verbracht hat. Diese Pizzeria Kette hat uns schon in Edmonton gefangen genommen. Man kann den Pizzaboden in drei Varianten wählen, immer knusprig und an Belag, was einem einfällt, für den Fleisch und Wurstfan, für den Käsefreund, für den Vegetarier. Wer hier nicht zufrieden rausgeht hat einen schlechten Tag.

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Satt fahren wir auf den Smithers Riverside Municipal Campground (N54.78493 W127.14843), der für 18 CAD alles bietet: Feuerholz, Duschen, Toiletten mit Wasserspülung, dazu Trinkwasser. Wifi haben wir auch, einen besseren Platz für einen Arbeitstag kann man nicht finden.

Unsere Pläne für die nächste Woche: Zunächst Prince George und Williams Lake, von dort Richtung Westen Bella Coola und mit der Fähre nach Vancouver Island/ Port Hardy. Von dort dann wieder!

07. – 14. August 2015 (176.775 km)
Prince George – Barkerville – Williams Lake – Bella Coola

Während Wolfram am Tagebuch schreibt, macht Iris einen Spaziergang in den Ort Smithers. Sie kommt mit frischem Brot und Pflaumen zurück. Die sind leider ziemlich sauer, deswegen gibt’s Pflaumenmus. kanadaSo vergeht der Freitag, das Wochenende beginnt und der Campingplatz wird voller. Am Abend siedeln sich auch gleich neben uns, keine 3 m vor unserer Haustür, 3 Paare an, die ein Party vorbereiten. Es wird eng in Kanada.

Der Samstag begrüßt uns wieder mit Regen, der zweite Grund weiterzufahren. Wir bleiben weiter auf dem Yellowhead Hwy 16. ein kurzer Photostopp in Houston an der größten Fliegenfischangel zeigt uns, dies ist wieder nur ein Touristengag. Zurück auf dem Highway treffen wir auf einem Parkplatz Harald und Carola wieder, die ebenfalls mit Ziel Prince George unterwegs sind.

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In P.G. fahren wir nach tanken und nötiger Autowäsche auf den Walmart Parkplatz, um die Übernachtungsmöglichkeit zu checken. Dann geht’s zum Visitor Center. Neben allerlei Informationen bekommen wir den hervorragenden Tipp bei Nancy O’s (N53.91684 W122.74537) zu lunchen. kanada Die servierten Hamburger erhalten einen Platz unter den Top10 auf unserer ewigen Hamburger-Bestenliste. Wir sind jetzt seit 21 Wochen in USA/Kanada und haben schon 7 Top Hamburger Adressen. Wahrscheinlich, weil wir die Ketten gemieden haben.

Die Prince George Railway Bridge liegt gleich um die Ecke. Daneben am Zusammenfluss von Nechako und Fraser River starten unzählige Trails in einem kleinen Park. Gerade recht für einen Spaziergang. Ein mittelaltes Paar feiert hier gerade seine Hochzeit. Kurios dabei, sie feiern in weiß mit Kindern und Enkelkindern. Mittelpunkt ist dann irgendwann nicht mehr die Braut sondern unser OF-EN.

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Zunächst überlegen wir hier (N53.91883 W122.72206) die Nacht zu verbringen, aber dann ist es doch ein bisschen einsam hier auf dem Parkplatz in der Nähe einer Großstadt. So geht’s zurück zum Walmart, wo wir uns sicherer fühlen.

Auf der weiteren Tour Richtung Süden wechseln wir auf den Caribou Hwy 97. Vor Quesnel biegen wir für einen Ausflug nach Barkerville auf den Hwy 26 ab. An dem alten Cottonwood Roadhouse von 1860 vertreten wir uns nur kurz die Beine, mehr ist nicht drin, wir sind zu sehr gespannt auf Barkerville.

Der Ort liegt etwa 80 km vom Caribou Hwy entfernt. 1862 hatte Billy Barker am Williams Creek Gold gefunden und British Columbias Gold Rush Town gegründet. Damals die größte Stadt nördlich von San Francisco und westlich von Chicago ist Barkerville heute ein riesiges Freilicht Museum, indem das Leben zur damaligen Zeit sehr gut von unzähligen Schauspielern vermittelt wird.

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Es wird Recht gesprochen, es gibt Raufereien auf der Straße, ein paar Musiker spielen auf einer Veranda, Planwagen trotteln durch die Straße, es wird gewebt, gesponnen und geschmiedet und es werden Waren verkauft, die es auch schon damals gegeben hat.

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Vor dem Theatre Royal fotografieren Harald und Carola die animierenden Damen und sind auch gleich die ersten Gäste im Theatre. Wir wollen den ersten Tag ohne Regen seit langem lieber im Sonnenschein ruhig durch den Ort flanieren und die spontanen Straßenszenen genießen. In China Town fast am Ende der Ortschaft eine freudige Überraschung, Renate und Eugen. Aus der Unterhaltung auf der Straße wird ein gemeinsames Mittagessen im Llung Duck Tong Chinese Restaurant.

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Wir hätten den beiden noch lange lauschen können, wie es ihnen die letzten Wochen ergangen ist, aber Henry, der Hund wartet im WoMo auf seinen Spaziergang. Wir machen noch eine sehr kanadaunterhaltsam geführte Tour durch Chinatown, essen ein Eis, das es so 1860 bestimmt nicht gegeben hat und beschließen wieder zurück zum Caribou Highway zu fahren.

Quesnel bietet nach dem in Barkerville Erlebten nichts, das uns interessiert und so machen wir erst 35 km weiter am Caribou Place Campground (N52.70944 W122.45358) Halt. Der Platz liegt zwar etwas nahe am Hwy ist aber sehr gepflegt auf saftigen Wiesen mit Duschen und Waschmaschine und tausendmal besser als ein Walmart Parkplatz ;-) Den nächsten Vormittag verbringen wir mit Wäsche waschen und Hausputz, am Nachmittag geht’s dann etwa 90 km weiter bis Williams Lake.

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Im bestens organisierten Visitor Center müssen wir erfahren, dass die Fähre von Bella Coola nach Port Hardy auf Vancouver Island bis Oktober ausgebucht ist. Das heißt wieder einmal umplanen. Um das Gehörte nicht alleine verdauen zu müssen gehen wir erst mal im stylischen New World Café sehr leckere Soup & Sandwiches essen. Dann versorgen wir uns im Safeway für die nächste Woche und finden 30 km weiter südlich am Chimney Lake einen traumhaften Platz (N51.92653 N121.97194) zum entscheiden.

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Es ist endlich wieder Sommer. Die Sonne lacht und so ist die Stimmung. Kanada ist wunderbar! Wir werden, auch wenn wir keine Fähre bekommen, nach Bella Coola fahren. Die Strecke dorthin soll sich sehr lohnen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick über den See fahren wir nochmal nach Williams Lake und besorgen im Walmart die Dinge, kanadadie es bei Safeway nicht gab, nutzen unseren Internetempfang für einen Kontakt mit Deutschland und ziehen am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Westen in die Wildnis.

Nach 110 km vernehmen wir die überaus freundliche Dame im Visitor Center in Alexis Creek. Information ist alles, das wissen nicht nur die Amerikaner. Einige Kilometer weiter bestaunen wir im Bull Canyon Provincial Park am Nordufer des Chilcotin River die Basaltklippen des Battle Mountain. Zum Bleiben ist es noch zu früh am Tag.

Da fahren wir doch lieber weiter zur Kinikinik Demeter Farm (N52.13160 W123.69825) für ein verspätetes Mittagessen. Das Schweizer Restaurant mit Sonnenterrasse und Außenanlagen ist sehr geschmackvoll angelegt. Geschmackvoll ist auch die gefüllte Crepe an Salat von Iris. Wolfram zweifelt etwas an dem Motto "Pasture to Plate", von der Weide auf den Teller. Die Spätzle sind nicht von heute und auch das Haschee war schon mal eingefroren. Trotzdem ganz OK, nur nicht so übertreiben!

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Das Essen macht dann etwas müde. Schön, dass es hier an jedem der zahllosen kleinen Seen eine Forestry Recreation Site mit wunderschön gelegenen 3-5 Stellplätzen gibt. Wir finden unseren für die Nacht am Pyper Lake (N52.05076 W124.16129). Hier parkt schon ein amerikanisches Expeditionsmobil, aber wir finden einen Platz direkt am See, von dem wir die Nachbarn gar nicht sehen.

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Iris morgendlichen Ausflüge sind kürzer geworden nach den Bärenbegegnungen und am frühen Vormittag winken wir den unsichtbaren Nachbarn und fahren weiter zum Tatla Lake. Hier war ein Visitor Center angekündigt, ist aber dann nur eine Litfasssäule mit ausgelegten Broschüren. Wir wollen gerade wieder los, als ein kanadischer Bigfoot-Pickup neben uns anhält. Iris grüßt voll eingemeindet mit "How are you?", die Antwort "Mir geht’s gut" überrascht. Hannelore und Wolfgang leben seit 17 Jahren in Kanada zwischen Williams Lake und Cache Creek am Green Lake.

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Wolfgang ist leidenschaftlicher Paddler, also haben sie sich mit 50 entschieden, dass es hier in Kanada den für sie besseren Lebensraum gibt. Sie sprudeln beide beim Erzählen und man spürt Glücklichsein. Ab 17. August wollen sie wieder in ihrem Häuschen am Green Lake sein, da können wir sie besuchen. Wir tauschen Telefonnummern, damit Hannelore rechtzeitig den Kuchen in "ihren" Ofen schieben kann.

Nach weiteren 100 km durch pure Natur und kanadische Seenlandschaft versuchen wir am Anahim Lake einen ebenen Stellplatz zu finden, das gelingt nicht. Erst fast 50 km weiter, schon im Tweedsmuir Provincial Park finden wir am Ufer des Young Creek (N52.49246 W125.84674) einen genehmen Platz. Der Grill wird ausgepackt und Würstel und Steak serviert. Schön, dass es wieder Sommer ist, der bringt aber auch Moskitos. Und die Biester hier sind richtig aggressiv und fressen Wolfram an Haut und Haaren. Da bleiben wir nicht lange vor dem OF-EN.

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In der Nacht beginnt es wieder zu regnen. Na ja nach 4 Tagen Sonnenschein, aber auch die Wolken hängen sehr tief. Den Heckman Pass in den Coastal Mountains haben wir gestern schon überschritten, noch bei bester Sicht. Heute sehen wir zeitweise keine 50 m weit und das auf einer abenteuerlichen Piste bergab.

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Nach 90 km kommen wir kurz nach 11 Uhr in Bella Coola an. Wir cruisen durch ein paar Straßen und stoßen auf ein Münchner Weltreisemobil. Angelika und Roland sind seit 7 Jahren unterwegs und haben hier die letzten fünf Tage auf einen Fährplatz gewartet. Da um 11 Uhr die Verladung beginnt, haben wir nicht viel Zeit uns auszutauschen. Die beiden sind nach Alaska unterwegs und wollen Ende des nächsten Jahres nach Südafrika verschiffen. Bis dahin werden sich unsere Wege sicher noch einmal kreuzen.

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Während Wolfram mit Angelika und Roland tratscht, verhört Iris den jungen Marco aus der Schweiz, der mit Mietwagen 3 Monate West Kanada bereist. Er weiß, dass hier in Bella Coola die Vormittage oft etwas verhangen sind, die Nachmittage aber oft aufklaren. So ist es auch heute und wir machen uns wieder zurück in die Berge.

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Kurz vor Hagensborg macht Iris noch eine kleine Wanderung auf dem Snooka Trail System. Das endet an einer weggespülten Brücke und ohne GPS hätte sie den OF-EN wohl nicht mehr gefunden. Der ausgeruhte Wolfram startet den Motor und auf der am Morgen nicht sichtbaren Strecke genießen wir die wunderschöne Gebirgslandschaft.

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Im Tweedsmuir Provincial Park fahren wir immer wieder Campsites an, aber verwöhnt, wie wir inzwischen sind, sagen wir erst gegen 20 Uhr, der ist es. Inzwischen sind wir von Bella Coola wieder 250 km zurück zum Tatla Lake gefahren. Auf diese Recreation Site hat sich auch ein riesiger Fifth-Wheeler verirrt.

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Dorthin, wo wir dann unser Lager aufschlagen (N51.93093 W124.48866), sollte ein weniger geländegängiges Fahrzeug sich allerdings nicht hintrauen. Am Hang keine 20 m vom Seeufer finden wir den Platz auf dem wir gerne verweilen, um ...

Have a nice one!

14.07. – 24. August 2015 (178.398 km)
Farewell Canyon - Green Lake - Vancouver Island

Während Wolfram am Tagebuch schreibt, geht Iris angeln. Es wird wohl so kommen, dass sie den ersten Fischt nach Hause bringt. Sie ist aber so fair und beschämt Wolfram nicht gleich beim ersten Mal. Nach zwei Stunden versuchen kehrt auch sie zurück, ohne Fisch. Jetzt ist Iris dran unser Tagebuch zu gestalten und Wolfram ergreift die Angel, um sie dekorativ im Heck des OF-EN zu verstauen.

Inzwischen sind wir alleine auf dem Platz, in der Ferne grummelt ein Gewitter. Erst in der Nacht regnet es dann. Samstag geht’s wieder auf dem Hwy 20 Richtung Osten. Bei Hanceville nehmen wir den Abzweig nach Süden zum Fletscher Lake. Dort machen wir eine gemütliche Mittagspause in herrlicher Natur bevor es weiter Richtung Osten zum  Farewell Canyon geht.

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Die Landschaft wird immer bizarrer. Hoo Doo Formationen, verwitterter Sandsteine dekorieren die Berghänge. Ob wir die größte wandernde Sanddüne Kanadas gesehen haben, wissen wir immer noch nicht. Da war so etwas, wie eine Sanddüne, möglicherweise war die auch groß. Groß ist ja relativ. Die einen sehen das so, die Touristenverbände so. Aber der Blick auf den Farewell Canyon haut uns tatsächlich um. Türkisgrün schlängelt sich der mächtige Fraser River durch den tiefen Canyon.

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An der Fraser River Bridge beobachten wir Einheimische beim Angeln mit Köcher. Mit Seilen haben sie sich gesichert, um nicht vom reißenden Fluss weggespült zu werden. So hat das Angeln eine wirklich sportliche Note.

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Zurück zum Hwy 20 im Norden sind es etwa 25 km auf kurvenreicher Strecke. Dann noch mal 45 km bis Williams Lake, wo wir den Walmart Parkplatz (N52.11353 W122.12330) als Nachtquartier wählen. Nach Tagen in der Wildnis hat so ein Parkplatz auch seine Berechtigung, frische Waren vor der Haustür. Die Stadtnähe garantiert Telefon- und Internetkontakt.

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Von Williams Lake geht es am Sonntag Nachmittag auf den Highway 97 Richtung Süden. Wir wollen am Lac La Hache Halt machen. Zwischen Seeufer und den unzähligen Stellplätzen des Campgrounds liegt der Highway, der See ist nur von wenigen, auch belegten Plätzen zu sehen. Also fahren wir 3 km zurück und nehmen den Abzweig auf eine Gravel Road zum Helena Lake.

Haben wir eigentlich nur Glück oder haben wir schon ein Gefühl dafür entwickelt, wann wir verzichten, mit der Chance einen schöneren Platz zu finden. Am Helena Lake ist es wieder (!) ein Traumplatz direkt am Seeufer (N51.78690 W121.62926), ohne dass ein Nachbar uns die Sicht verstellt. Lange sitzen wir in der milden Abendsonne und träumen davon, wie es wäre, wenn die Farm, die mit dem Teleobjektiv am Nordufer sichtbar wird, zu verkaufen wäre.

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Am nächsten Morgen fahren wir zwei Stunden durch die Gegend, bevor wir auf den Highway zurückkehren. Bis zur Ortschaft 100 Mile House sind es auf dem Caribou Hwy97 noch etwa 40 km. Hier verspricht ein Restaurant Schnitzel! Das wär’ doch jetzt was. Also stoppen wir für eine Mittagspause. Montag Ruhetag! Ist vielleicht ein Frisör.

Wenige Kilometer südlich von 100 Mile House biegen wir auf den Hwy24 in Richtung Osten ab. Hier geht es auch Richtung Green Lake, wo Hannelore und Wolfgang wohnen, die wir vor ein paar Tagen kennengelernt haben. Wir sind eingeladen vorbeizukommen. Die beiden werden erst gegen Abend von ihrem Ausflug zurück sein und so haben wir Zeit uns umzuschauen.

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Die ausgefallene Mittagspause holen wir an der Arrowhead DayUse Area im Green Lake Provincial Park nach. Der See liegt smaragdgrün zu unseren Füßen. Im Osten wie im Westen eine traumhafte Bergkulisse und wir sind schon auf über 1000 m Höhe. "British Columbia, the Best Place on Earth".

Am späten Nachmittag fahren wir dann zu Hannelore und Wolfgang. Vor 17 Jahren der Abschied von Deutschland, um in Kanada zu leben. Sie haben sich Zeit gelassen um den schönsten Fleck im Land zu finden. Vor 12 Jahren dann wurde hier ein Hütte am See gekauft und nach und nach ein wunderschönes Haus daraus gemacht.

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Wir kommen kaum aus dem Staunen heraus. Der leidenschaftliche Paddler Wolfgang hat Hannelore schon einige traumhafte Flecken dieser Erde gezeigt und die beiden wissen, was schön ist, wie die vielen Fotos an den Wänden zeigen. Wolfgangs zweite Leidenschaft ist das Fotografieren.

Nach dem von Hannelore sooo lecker zubereiteten Abendessen, gibt es zum Nachtisch eine 25-minütige Dia- Video-Show über eine Reise zum Lake Powel und die Canyon Lands in Süd-Utah. Wir werden richtig heiß gemacht auf die National Parks der USA ,die wir nächstes Jahr bereisen wollen. Obwohl die beiden hier einen solch traumhaften Fleck gefunden haben, machen sie immer noch Reisen mit ihrem BIGFOOT und den Paddelbooten in andere ebenfalls traumhafte Regionen. Erschlagen von den großartigen Eindrücken, ziehen wir uns in den OF-EN zurück.

Nach einem langen und sehr unterhaltsamen gemeinsamen Frühstück, machen wir einen Spaziergang längs des Seeufers und nach Kaffee und selbstgebackenem Pflaumenkuchen (best ever) schauen wir uns zwei Grundstücke an, die hier am Nordufer zu verkaufen sind. Man wir doch mal träumen dürfen, auch wenn man sonst nichts anderes tut ?!

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Mittwoch eisen wir uns los von dieser Idylle und nach dem Abschied von neuen Freunden, geht’s über 70 Mile House wieder auf den Hwy 97 nach Süden. In Lillooet machen wir einen Stop am Visitor Centre. Lillooet ist ein First Nation Ort, einige Restaurants und Geschäfte haben aber auch chinesische Namen. Auch hier hat der Gold Rush seine Zeichen gesetzt.

Wenige Kilometer weiter im Süden übernachten wir auf dem gebührenfreien Seton Dam Campground (N50.66644 W121.97829) der Energiegesellschaft BC Hydro. Eine empfehlenswerte, gepflegte Anlage für kleine Camper. Die großen 15 m Busse müssen in der schattenlosen Mitte des Platzes brüten. Heute hat es hier 34°C! Wir haben ein schönes schattiges Plätzchen ergattert und auch für Iris hat es schöne trails zum nahen Wildwasser ;-)

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Bis Whistler fahren wir am nächsten Morgen 125 km. In dem jungen, aktiven Ort machen wir zwei Stunden Pause. Im Winter Skigebiet, wird der Ort jetzt im Sommer von Mountainbikern dominiert. Dazwischen gibt’s ein paar wenige Kletterer. Die Mountainbiker nutzen die Liftanlagen der Skifahrer und lassen sich auf die Berge shutteln um dann ins Tal zu rasen, teilweise zu fliegen.

So einen Rummel haben wir in den europäischen Alpen noch nicht gesehen. Teils ist die Landschaft mit schwerem Gerät aufgemischt worden, um Hügel und Wannen für die Biker zu schaffen. Im Winter haben sicher auch die Snowboarder ihre Freude daran. Das Publikum im Ort ist entsprechend jung und dynamisch, Geschäfte und Restaurants voll auf diese Sporttouristen ausgelegt.

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Am Nachmittag ziehen wir weiter, in Sqamish gibt’s ein leckeres Eis, bevor wir uns 50 km weiter in Horseshoe Bay in die Schlange zur Fähre nach Vancouver Island einreihen. Für 85 CAD (60 EUR) bekommen wir ein Ticket für die nicht ganz zweistündige Überfahrt nach Nanaimo. Von dort geht’s  noch etwa 10 km in Richtung Norden, wo wir wieder mal auf einem Walmart (N49.23865 W124.05076) einen Schlafplatz finden.

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Frühstück gibt’s am nächsten Morgen bei Tim Horton. Der Kaffee ist dort nicht so gut wie bei Starbucks, dafür ist die Auswahl an Gebäck deutlich ansprechender. Auf dem Hwy 19A fahren wir an der Küste entlang Richtung Norden. Schon auf der Straße merkt man, wie viele Menschen von Vancouver Island begeistert sind.

In Parksville, Qualicum Beach, Courtenay und Comox sind die Campingplätze ausgebucht. Erst nördlich von Comox im Seal Bay Rv Park (N49.74926 W124.96546) des Briten Paul finden wir einen wunderschönen Platz. Paul hat hier vor 12 Jahren ein Stück Wildnis gekauft und nach und nach einen RV Park mit Weiher in der Mitte für 150 Camper geschaffen. Ein Provincial Park mit vollem Service, der seine 37 CAD (26 EUR) mehr als Wert ist.

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Gleich nebenan ist der Seal Bay National Park, durch den wir am nächsten Morgen einen entspannenden Spaziergang machen. Ruhe pur, trotz der vielen anderen Inselbesucher.

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Unsere Fahrt geht weiter Richtung Norden. Nach 120 km sind wir im Örtchen Sayward am Johnston Strait. Hier findet gerade ein Angelwettbewerb statt. Ein Lachs größer als der andere wird hier an Land gezogen und es ist nicht zu glauben, Wolfram darf den größten einmal hochhalten :-)

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Kurz vor der Sayward Junction liegt das Cable Cookhouse & Co. Wie der Name sagt, ein Gebäude aus Seilen gebaut. Heute ist es eine Café / Restaurant, das unter anderem Salmon Burger anbietet, die probiert werden müssen; etwas trocken aber dafür gibt’s ja Sauce.

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Von hier fahren wir noch 70 km zum Woss Lake, den wir über etwa 5 km schlechte Schotterstraße erreichen. Die guten Plätze sind auch schon alle belegt, aber wir fahren einfach bis an das Seeufer (N50.18623 W126.62453) und haben jetzt den besten Platz. Später hören wir zwei etwa 8-jährige Mädels tuscheln, ob sie uns sagen sollten, dass dies ein Strand und keine Campsite sei.

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Von der Woss Lake Recreation Site bis Port McNeill sind es 70 km. Hier machen wir am Visitor Centre Halt, aber der junge Mann, der dort Sonntags-Dienst schiebt, hat keine Ahnung, wahrscheinlich, weil keine Lust.

Also geht’s gleich weiter nach Port Hardy. Wir fahren die Hardy Bay Road entlang und können gleich am Anfang der Bucht vier mächtige Weißkopfadler beobachten. Das ist doch mal ein Willkommen. Die Mädels an der Port Hardy Visitor Info sind mit Begeisterung bei der Sache und können so auch uns begeistern.

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Die Verantwortlichen am 2 km nördlich gelegenen Scotia Campground schaffen es aber mühelos diese Beigeisterung wieder zu stillen. Wir ziehen weiter zum Quatse River Campground, der deutlich gepflegter aber durch die vielen Bäume auch deutlich dunkler ist. Dort an der Brücke spielen Adler und Bären wegen der vielen Lachse verrückt, hatte die Animateurin in der Visitor Info prophezeit. Das Flüsschen hier führt z.Zt. allerdings kaum Wasser und so sehen wir weder Lachse noch crazy Bears and Eagles.

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Wir fahren weiter an den Storey’s Beach im Osten von Port Hardy. Diese traumhafte Bucht mit ihren vorgelagerten Inseln und Adlern darf man nicht versäumen hatte die Animateurin ... Die Bucht ist wirklich wunderschön und auch die Inseln sind noch da. Na ja die Adler haben wir ja schon am Ortseingang gesehen.

Nach einer Lunchpause neben anderen Pensionären und einem Strandspaziergang machen wir uns auf den Weg nach Port Alice, etwa 30 km auf Hwy 30. Am Marble River finden wir keine uns passende Übernachtungsstelle und in Port Alice auch nicht. Wäre die Strecke nicht so schön, wären wir sicher richtig frustriert.

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Wir fahren auf gleichem Weg zurück bis Port McNeill wo wir im Westen im Cluxewe Resort (N50.61390 W127.17776) noch einen der beiden letzten (von 150) Plätzen ergattern und der ist richtig gut. Auf dem Spaziergang im nahen Naturschutzgebiet sehen wir Lachse massenhaft. Da sind die Fliegenfischer auch nicht weit. Glücklich beschließen wir den erfüllten Tag (240 km) mit einem Fläschchen Wein.

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Vom Wilden Norden der Insel haben wir gestern genug gesehen, heute fahren wir zurück ins zivilisierte Zentrum. Nach 200 km auf dem Hwy 19 sind wir in Campbell River, wo wir am Discovery Pier Mittagspause machen. An der Fish 'n Chips Bude hier gibt es nicht nur leckeren Hailbutt sondern auch Icecream in allen Farben, das auf dem passenden Hemd auch keine Flecken macht, was Kevin gleich mal ausprobieren muss.

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Eine Stunde beobachten wir die etwa 30 Angler hier am Pier von denen in dieser Zeit keiner auch nur einen kleinen Fisch an Land zieht. Vollllll normal! Wir beschließen, das eigentlich beschauliche Örtchen wieder zu verlassen und der Natur des Strathcona Park den Vorzug zu geben.

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Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher in den Elk Falls Provincial Park, aber auch der ist trotz frühem Nachmittag voll und eigentlich suchen wir einen schönen, sonnigen Platz mit Blick auf Wasser, an dem Wolfram morgen seinen Geburtstag feiern und am Tagebuch schreiben kann.

Etwa 50 km weiter im Süden, vorbei am Campbell Lake, and der Nordspitze des Buttle Lake finden wir auf dem gleichnamigen Campground (N49.83051 W125.62704) einen Platz. Trotz hoher Bäume ringsherum gibt es kanadahier einen freundlich hellen Platz. In Ermangelung von Wasser ist aus dem See im Bereich des Campgrounds eine baumlose dürre Ebene geworden, aber irgendwie fühlen wir uns auch ohne Seeblick hier recht wohl und bleiben.

Wir werden diese Woche noch auf der Insel bleiben. Uclulet und Tofino am Pacific Rim gilt es noch einen Besuch abzustatten und dann der Südinsel und Viktoria. Wir freuen uns schon drauf!

25.08.-01. September 2015 (km 180.136)
Buttle Lake - Campbell River - Ucluelet/Tofino - Frankfurt

Wolframs Geburtstag feiern wir in äußerst entspannter Einsamkeit. Am Buttle Lake gibt es weder Telefon- noch Internetverbindung. Am Nachmittag wirft Wolfram dann den Grill an und die Party zu zweit kann steigen. Aber man(n) wünscht sich Ruhe. Um so gespannter sind wir am Mittwoch dann, als wir wieder in die „Zivilisation“ fahren. Zurück auf dem Walmart Parkplatz von Campbell River hören wir den Anrufbeantworter ab und beantworten e-mails. Iris kann unser homepage update hochladen und schon zieht es uns weiter.

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Auf dem Hwy 19 geht’s Richtung SO bis Parksville, von dort nach Westen durch Port Alberni bis zum Sproat Lake Campground, wo wir den letzten Platz ergattern. Lagerfeuer sind nicht gestattet, erst vor kurzem sind hier einige ha Wald abgebrannt, obwohl auf dem See eines der vier größten jemals in Serie gebauten Flugboote auf unserem Planeten parkt. Wir machen es uns trotzdem gemütlich hier, Wolfram legt die Beine hoch, Iris schwingt sie in Richtung Seeufer und erkundet die Umgebung. Wolfram argumentiert immer, wenn er mitginge hätten wir uns anschließend nichts zu erzählen ;-).

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Unser Ziel am nächsten Tag ist die Pazifikküste. Der Hwy 4 heißt auch Pacfic Rim Highway. Wo der die Richtung von SW auf S ändert ist das für die Gegend zuständige Visitor-Center. Hier erfahren wir schon, dass die meisten Campingplätze ziemlich voll sind. Trotzdem biegen wir frohen Mutes Richtung Ucluelet im Süden ab. Der First Nation Ort ist ruhig und entsprechend einladend. Nach einem Spaziergang längs der Küste kehren wir hungrig zum Leuchtturm Parkplatz zurück. Bis zum Howlers Family Restaurant haben wir Gelegenheit den Ort etwas zu „erfahren“.

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Nach dem leckeren seafood-lunch haben wir noch keine Lust einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir fahren wieder Richtung Norden bis zum Kwisitis Visitor-Center. Die meisten der Infozentren bieten kleine Ausstellungen zum Leben der Ureinwohner dieser Gegend. So auch hier. In einem großen Kanu sind die Kwisiti-Indianer (darf man sagen, ist nicht so wie mit dem N-Wort) beim Walfang dargestellt. Interessant ist auch der Walkiefer mit Barten, ein ganz feines Filtersystem. Leider sind die so bunten Seesterne einem Massensterben zum Opfer gefallen und wir können die bunten Lebewesen nur im Visitor Center aus Plastik bewundern ;-)

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Von hier sind es nur ein paar Schritte zum kilometerlangen Sandstrand, der jetzt bei Ebbe richtig leer wirkt. Die vielen Surfer, die hier ihr Vergnügen suchen haben sich schon zurückgezogen. Wir treffen sie in Tofino dem wohl bekanntesten Pazifik-Ort auf Vancouver Island. Der Ort ist absolut auf Tourismus ausgelegt und hat nichts von der Ruhe die wir in Ucluelet genossen haben. Nach einer Runde über die Hauptstraßen und ein paar Fotos von der sehr einladenden Bucht suchen wir uns einen Übernachtungsplatz. Wo wir hinkommen gibt es immer nur noch einen oder zwei Plätze in einer Reihe dicht geparkter Wohnmobile.

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Das ist nichts für uns. Wir fahren wieder zurück Richtung Ucluelet, entschließen uns aber dann weiter auf dem Weg, den wir heute Morgen gekommen sind zurückzufahren. Stopp machen wir erst auf dem Walmart Parkplatz von Port Alberni. Hier hat man wenigstens ein bisschen Platz ums Auto und muss keine 50,-CAD oder mehr für so gut wie nichts bezahlen.

Freitag geht’s dann zurück an die Ostküste und dort weiter nach Süden. Wir besichtigen den Ort Ladysmith der schön am Hang gelegen eine typisch kanadische Kleinstadt ohne Schnickschnack ist. Knapp 60km weiter im SW finden wir am Lake Cowichan den Stoltz Pool Campground im schon leicht herbstlichen Wald. Es beginnt zu regnen und wir müssen den OF-EN hüten. Irgendwie ist die Luft raus. Die schönste Insel wirkt bei so einem Wetter duschter. 

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Wir fahren zurück Richtung Duncan, wo wir uns zwei Campsites ansehen, bevor wir uns wiedermal für den Walmart Parkplatz entscheiden. Bei Nieselregen draußen fällt dann die Entscheidung, dass wir für dieses Jahr genug erlebt haben. Die Sehnsucht nach der Heimat lässt uns die Entscheidung treffen unsere Reise für dieses Jahr hier in Vancouver abzuschließen. Wir wollen versuchen kurzfristig einen Flug nach Deutschland zu bekommen.

Bevor wir nach Victoria und von dort zur Fähre nach Swartz Bay fahren machen wir noch einen Abstecher nach Chemainus. Der Ort ist bekannt für seine Wandmalereien und wirklich idyllisch, wie wir feststellen können. Natürlich fällt der Besuch nach unserer Entscheidung nur kurz aus, uns drängt es aufs Festland, es gibt einiges zu organisieren.

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Während der Fährüberfahrt buchen wir einen Flug für übermorgen, den 01. September. Wir fahren direkt nach Port Coquitlam weiter, etwa 25 km von Fort Langley, wo wir Hilfe bei Hans Mross suchen um einen zuverlässigen Stellplatz für den OF-EN für das nächste halbe Jahr zu finden.

Kommt einfach vorbei, mir wird schon was einfallen, sagt der unkomplizierte Wahlkanadier. Das tun wir dann auch am nächsten Morgen, nachdem wir das Meiste schon gepackt haben.
Unsere letzte Nacht in Kanada für dieses Jahr verbringen wir auf dem Livingstone Campingplatz bei Langley.

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Dienstag stellen wir den OF-EN bei Hans ab, der verspricht einen guten Platz in einem Storage zu finden und fahren mit dem Taxi zum Vancouver International Airport. Um 15:30h startet unser Flug mit Westjet nach Calgary und von dort geht’s um 19:35h mit Condor weiter nach Frankfurt, wo wir Mittwoch 40min vor der Zeit sicher landen.kanada

Deutschland hat uns wieder, und da Kanada bis Anfang März zum größten Teil unter einer Schneedecke liegt, werden wir voraussichtlich auch solange in Deutschland bleiben. Wir wünschen einen guten Jahreswechsel, was heißt, dass wir für dieses Jahr unser Reisetagebuch schließen. 

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