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kanada


15. – 20. Mai 2015 (km 161.744) Kanada
Grenzort: Aldergrove
Fort Langley - Vancouver - Hope

Die Grenzformalitäten sind am "Drive Through" schnell und ohne Papierkram erledigt. Der Beamte will nur wissen ob wir Alkohol mitführen, Wolfram weiß wieviel erlaubt ist und antwortet korrekt. Außerdem möchte er wissen ob wir etwas mitgebracht haben, was wir in Kanada lassen wollen???

Auch hier antworten wir richtig und bekommen die Einreisestempel in unserekanada Pässe, die uns sechs Monate Aufenthalt in Kanada genehmigen. Die Ausreise aus USA wurde nicht dokumentiert, auch wollte niemand unseren proppevollen Kühlschrank sehen ;-)

Wir fahren weiter auf der Straße 13. Eine nette Begrüßung, das ist unsere Glückszahl. Durch den kleinen Ort Aldergrove fahren wir weiter nach Fort Langley, wo wir eine Empfehlung haben. Dort lebt Hans Mross, ein Spezialist für Unimogs. (N49.14748 W122.51768). Er sollte uns auch weiterhelfen können mit einem Check von Mercedes. Bei einem Kaffee sitzen wir in seinem Bürocontainer und lernen uns kennen.

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Hans ist 64, stammt aus der Gegend von Hannover, war 1980 aus Leidenschaft zur Jagd nach Kanada gekommen. Hier hat er seine Liebe gefunden und eine Familie gegründet. Da es hier in Nordamerika keine zuverlässig funktionierenden Allrad-Nutzfahrzeuge gibt, hat er begonnen Unimogs zu importieren und deren Service zu sichern. Mit dem ersten Blick auf Mercedes, sieht er, dass sie neue Reifen braucht und ordert diese auch gleich.

Bei einer gemeinsamen Probefahrt lernt er unsere Gefährtin besser kennen und diagnostiziert diverse Wehwehchen. Dieses Wochenende ist ein langes. Montag ist Victorias Geburtstag, also wenn wir kanadaDienstag wiederkommen sehen wir weiter. Bevor wir uns auf dem Brae Island Camping (N49.17377 W122.57398) installieren, geht’s in den Ort Langley um Telefon-SimCard und Geld zu besorgen. Für 1 EUR bekommen wir derzeit 1,36 CAD. Für die BELL kanadaPrepaid SimCard bezahlen wir 68 CAD inkl. Steuer(51,-€). Dafür haben wir 30 Tage 2 GB Internet und können für 20ct/Minute national telefonieren. Ganz schön teuer!

Ein Grund warum wir die Northcascades gecancelled kanadahaben, war auch das Wissen, dass hier am Wochenende um die Ecke in Cloverdale ein großes Rodeo stattfindet. Das zweitgrößte nach der Calgary Stampede. Inzwischen haben wir mitbekommen, dass es viele zweitgrößte Rodeos gibt. Calgary ist eindeutig unschlagbar das größte. Samstag 12 Uhr kaufen wir Eintrittkarten für die Cloverdale Rodeo & Country Fair.

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Das Rodeo selbst kostet 20 CAD und noch mal 12 CAD um über den Rummelplatz davor dorthin zu kommen. Hier gibt es diverse Futterbuden, Holzfällerwettkämpfe und eine sehenswerte Kunstausstellung lokaler Künstler, die mit ihren Werken Sehnsucht macht auf die kanadische Landschaft und Tierwelt.

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Die Ausstellungshalle mit Tieren, unter anderen Hollsteiner Kühe, lässt uns nicht mehr staunen. Lediglich das riesige Bison bringt uns zum nachdenken, wo wir wohl noch große Herden zu sehen bekommen.

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Um 13 Uhr dürfen wir dann in die Stetson Bowl Arena und schnell wird klar, der Besuch lohnt sich. Cowboys reiten bockende Pferde und Rinder mit und ohne Sattel für immense Preisgelder. Amazonen durchrasen einen Parcours und zeigen mit eleganter Haltung wie sicher sie im Sattel sitzen. Nach 2 ½ Stunden, einem Spare Rib Rack und hunderten Fotos treten wir unseren Weg nach Vancouver an.

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Der Capilano RV Park (N49.32563 W123.12988) liegt im Nordwesten Vancouvers und nur durch die Lion’s Gate Brücke vom berühmten Stanley Park getrennt. Sonntag morgen machen wir uns zu Fuß auf zur Park Royal Mall, wo wir bei Shopper’s Drugstore eine Tageskarte für den Bus für 7,50 CAD erwerben. Mit dem Bus geht’s dann bis in die Innenstadt.

Wir hatten uns bei Wolframs Verwandten in Winnipeg telefonisch angemeldet und nach einem 20-minütigen Rückruf müssen wir feststellen, dass unser Telefonguthaben aufgebraucht ist. Hier in Kanada zahlen beide Gesprächspartner. In einer Filiale der Bell Telefongesellschaft lassen wir uns beraten und kaufen einen zweiten deutlich günstigeren Telefonvertrag.

Mit der Adresse von Wolframs Tante bekommen wir einen "Einheimischen Vertrag" mit Telefonflatrate für 40 CAD und 5 GB für 15 CAD. Hier im dicht besiedelten British Columbia kosten 2 GB Datenmenge 50 CAD, in dem dünnbesiedelten Manitoba sind es für 5 GB nur noch 15 CAD. Glücklich über dieses Schnäppchen zahlen wir trotzdem über 50 EUR monatlich für Telefon und Internet. Man gönnt sich ja sonst nix.

Um einen Überblick von Vancouver zu bekommen leisten wir uns nach 1 ½ Stunden Spaziergang noch eine Buskarte für den Hop on - Hop off  Bus bei der Vancouver Trolley Company. Wir gondeln durch die City und Steve der Fahrer, ein waschechte Vancouveraner, erzählt während der Fahrt seine Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten.

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Nach der ersten Runde fahren wir noch eine Station weiter bis Granville Island. Die ehemalige Industrieinsel ist heute eine Künstlerkolonie und beherbert gute Restaurant. Wir besorgen uns in der "Kleinmarkthalle" Leckeres beim Chinesen und futtern unsere Nudeln dann auf der Parkbank in der Sonne bei den Tangorhythmen eines wirklich guten Akkordeonspielers.

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Hier in Vancouver ist alles vertreten, China, Südamerika, Europa. Mit einer kleinen Fähre geht’s zurück von der Insel nach Vancouver zum David Lamm Park. Dann durch die spiegelnden Fassaden der Hochhäuser zurück zum Bus, mit dem wir durch den Stanleypark zum Capilano RV Park zurück fahren. Ein wunderschöner, erfüllter Tag liegt hinter uns.

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Montag morgen parken wir den OF-EN an der Park Royal Mall und fahren wieder in die Stadt. Heute wollen wir eine Runde durch den Stanley Park drehen. Zunächst bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß zum Aquarium, das nicht nur die faszinierende Unterwasserwelt British Columbias zeigt, sondern auch Exponate aus der Tiefsee. Nach zwei Stunden haben wir nicht alles gesehen aber genug.

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Wir suchen die Haltestelle der Trolley Company, unsere Karten von gestern sind noch gültig und fahren mit dem nostalgischen Wägelchen mit den unterhaltsamen Fahrern eine Runde um das Stanley Park Halbinselchen. Zurück in Vancouver gibt’s einen Japadog (japanische Hotdog Kurobuta terimayo mit Ume Katsuo Fries) bei einem Foodtruck. Eine Besonderheit hier in Vancouver. Sollte, muss man aber nicht gegessen haben.

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Am Nachmittag sagen wir erst mal tschüss Vancouver, der erste Eindruck ist großartig, wir werden sicher zurückkommen. Diese große Stadt wird ja oft mit Rio und Kappstadt in einer Liga der schönsten Städte auf unserem Planeten genannt. Naja, davon sind wir noch nicht ganz überzeugt. 

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Wir fahren die 55 km zurück nach Fort Langley, wo wir uns morgen noch mal mit Hans Mross treffen wollen. Auf dem Campingplatz sind Judith und Uwe aus Hof unsere Nachbarn, die hier gerade ihren neuerworbenen Bigfoot Camper für die Reise nach Südamerika ausstatten. Nett, wieder ein paar fränkische Urlaute zu hören. Verabredet sind wir aber für heute Abend mit Christian, einem Schweizer, der, wenn nicht in British Columbia in Schöneck bei Frankfurt lebt.

Ihm war am Samstag unser OF-EN Kennzeichen aufgefallen. Christian verbringt die Hälfte seiner Rentnerzeit hier in B.C. und kennt sich aus. Zunächst stellt er uns seinen RV vor, der wenn der Zweitwagen angehängt ist 57 Fuß, fast 18 m lang ist. Dann stellt er uns auch seine Frau vor ;-). Bei einem leckeren kanadischen Rosé nennt er die tollsten Campingplätze, Restaurants und Winzer in B.C., alles was uns interessiert. Schnell ist es 22.30 Uhr und wir wollen morgen ja früh raus.

Bis zu Hans Mross sind es nur 8 km, trotzdem sind wir unpünktlich. Die georderten Reifen stehen schon in Position und Hans macht sich an die Arbeit. An unser Getriebe will er nicht ran, selbst wenn es nur das Öl ist. Hierzu fehlt ihm auch das Werkzeug. Bis Mittag hilft er noch das Getriebe an unserer Markise auszutauschen und gibt eine Empfehlung für kanadaeine Werkstatt in Edmonton, die er für kompetent hält unsere Mercedes zu warten. Gegen halb drei Uhr machen wir uns auf den Weg.

Wir werden den ursprünglichen Reiseplan für Mai ändern müssen und erst mal nach Edmonton fahren. Bis dorthin sind es über 1100 km, die ersten 100 km Richtung Osten bis Hope gehen wir gleich mal an. Nach einem leckern Lunch beim Koreaner KimChi (N49.38185 W121.43476) installieren wir uns auf der Telte Yet (People on the River) Campsite (N49.38368 W121.44931) direkt über dem mächtigen, rasend schnell fliesenden Fraser River in der Kanadischen Natur. Das ursprüngliche Hope mit seinen mit Kettensägen geschnitzten Skulpturen, Holzhäuschen und vor allem den freundlichen Bewohnern gefällt uns gleich.

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Hier nehmen wir uns erst mal Zeit unsere Route zu überdenken und die letzten neun Tage zurückzuschauen. Wir sind uns einig, schon nach vier Tagen lieben wir Kanada. Thomas Jeier überschreibt das Vorwort zu seinem B.C. Wohnmobil Reiseführer mit "die Freiheit ist nicht ausverkauft".

20. - 25. Mai 2015 (km 162.216)
Hope - Clearwater - Jasper - Edmonton

Bei der Planung der Strecke der nächsten Wochen fällt noch einmal einmal auf, wie groß Kanada ist. Wir wissen es, sind aber immer wieder überrascht. In den nächsten 4 ½  Monaten werden wir über kanada20 Tkm fahren und es gilt besonders unattraktive Strecken zu meiden. Jetzt wollen wir zunächst einmal nach Edmonton um unsere Mercedes für die lange Strecke fit zu machen. Erst danach werden wir die Schönheit des Landes weiter genießen.

Heute Nachmittag genießen wir die Produkte aus Rolly’s Küche
(N 49.37775 N121.44208). Wann haben wir das letzte Mal Kartoffelpfannkuchen gegessen oder Leber? Die Küche hier kann sehr europäisch sein, wenn man möchte. Am nächsten Morgen wollen wir aber ein echtes kanadisches Frühstück haben, Bacon and Eggs und natürlich Pancakes with Maple Syrup.

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Wir bummeln nochmal durch das idyllische Hope, indem seit 1981 neben den ersten Rambofilmen mehr als 10 amerikanische Filmproduktionen gedreht wurden. Danach geht’s auf den Higway Richtung Nordosten bis Kamloops, wo wir das erste Mal in Kanada tanken. Für den Liter Diesel bezahlen wir 1,15 CAD, 0,85 € €. Gar nicht so schlimm, wie man uns gewarnt hatte. Bei fast 5000 km/Monat müssen wir schon darauf achten. Na ja, im Notfall muss Iris schneller stricken, mit Wolframs Fischfang können wir unser Ernährungsbudget noch nicht entlasten.

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Nach 330 Tageskilometern machen wir Stopp in Clearwater am Dutch Lake. Das zum schön gelegenen Campground gehörende Painted Turtle Restaurant (N51.65197 W120.06295) bietet direkt am spiegelglatten See zu leckerem Essen sogar erschwinglichen Wein, 22 CAD (16 €). Während Wolfram seinen Plan von gestern beschwingt überarbeitet, macht Iris ihre obligatorische Erkundungsrunde und fotografiert die dem Restaurant den Namen gebenden Painted Turtles.

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Am nächsten Morgen, wir haben gerade unser Frühstück beendet und sprechen über die Strecke die wir vor uns haben, als wir auf Deutsch angesprochen werden. Gisela hatte schon auf unserer Website gelesen was wir so treiben und möchte uns kennenlernen. Wir lernen auch ihren Mann Roland und die Freunde Heidi und Jürgen kennen.

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Sie kommen aus Schweinfurt und Volkach und machen einen dreiwöchigen B.C. Urlaub mit gemieteten Wohnmobilen. Das ist schon ihr dritter gemeinsamer Nordamerikaurlaub und mit Roland, der jahrelang bei der US Airforce gearbeitet hat, haben sie einen fast einheimischen Reiseleiter.

Gisela fragt uns ob wir nicht gemeinsam mit ihnen den Wells Grey Provincal Park besuchen wollen und wir sind sofort dabei. Eigentlich wollten wir erst morgen einen Tag in Jasper pausieren, aber den Jasper National Park werden wir ausgiebiger auf unserem Weg zurück nach Vancouver besuchen. Wir folgen den vieren in den Park und machen unseren ersten Stopp an den Dawson Falls.

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Der Stopp bleibt kurz, weil wir von den aggressiven Moskitos vertrieben werden. Üblicherweise rechnen wir erst gegen Abend mit den Blutsaugern, aber hier werden wir schon um die Mittagszeit geplagt. Wir sind froh im eigenen Haus unterwegs zu sein und können mit entsprechender Mückenabwehr aus der Hausapotheke zurückschlagen.

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Schon am nächsten Wasserfall, den beeindruckenden Helmcken Falls bewundern wir entspannt das Naturschauspiel. Der Rundblick vom Green Mountain Viewing Tower auf die Cariboo Mountains und die nahen Rockies mit ihren verschneiten Spitzen zeigt uns die Weite und Schönheit der Region. Auf dem Weg zurück zum Campingplatz bestaunen wir den dritten Wasserfall heute, Saphats Creek Fall.

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Die Kanadier verstehen es ihre Parkplätze so anzulegen, dass es immer nur wenige Minuten zu Fuß zu den Attraktionen ist. Wolfram ist begeistert, trotzdem bleibt genug Zeit sich mit den neuen fränkischen Bekannten auszutauschen. Es stellt sich heraus, dass Jürgen auf der selben Schule Abitur gemacht hat wie Wolfram, nur 15 Jahre später. Es gab sogar noch einige gemeinsame Lehrer und da gibt’s schon noch 'ne Menge zu lästern.

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Nach einem erfrischenden Bad im Dutch Lake grillen wir dann gemeinsam. Das heißt Jürgen und Roland kümmern sich um Feuer und Fleisch, die Mädels um die Beilagen. Spätestens beim anschließenden Lagerfeuer bis in die Nacht stellen wir fest, wir haben wieder mal supernette Menschen getroffen und werden ganz sicher in Verbindung bleiben.

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Von Clearwater machen wir uns am Samstag Morgen auf den Weg nach Jasper. Beim Zwischenstopp in Valemount müssen wir feststellen, dass die Schweizer Bäckerei leider bis 25.5. geschlossen ist. So versorgen wir uns zum ersten Mal aus einem kanadischen Supermarkt.

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Auf dem HWY16, vorbei an Mount Robson sehen wir unseren ersten Bären in freier Wildbahn. Ein Schwarzbär pflückt Beeren am Wegesrand. kanadaEs dauert bis wir erkennen was sich da bewegt und schon sind wir vorbei, ohne Foto. Na ja, Bären soll’s ja hier reichlich geben. Was wir länger beobachten können ist einer der überlangen Güterzüge, die hier unterwegs sind. Unserer fährt nicht, sondern steht und wir können feststellen, dass dieser an drei Dieselloks gekoppelte Verbund länger als 5 ½ Kilometer ist!! Wer’s nicht glaubt muss nach Kanada kommen.

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Im wirklich gemütlichen Touristenörtchen Jasper gibts zum Lunch einen Döner, wir tanken nochmal und Iris holt die ersten Informationen zum NP im Visitorcenter ein bevor wir nach Norden fahren. Wir freuen uns schon hier in zwei Wochen ausführlicher zu bummeln.

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Bis Pocahontas sind es noch ca. 60 km. Hier biegen wir ab nach Südosten zu den Miette Hot Springs. Leider ist die Anlage so bevölkert, dass wir nicht glauben hier ein entspanntes Bad zu finden. Auf dem Weg zurück zum Pocahontas Campground treffen wir dann unseren zweiten Bären, der gerade die Straße überquert. Wir haben genug Zeit zum Beobachten und Fotografieren.

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Auf der Campsite (N53.19571 W117.90933) finden wir einen netten Platz und stellen überrascht fest, dass wir hier in Alberta die Uhr eine Stunde vorstellen müssen. Wir sind nur noch acht Stunden hinter Deutschland. Entspannt schlafen wir am Sonntag Morgen eine Stunde länger, bevor wir Richtung Edmonton weiterfahren. Die Strecke ist ausgesprochen langweilig, aber wir kommen schnell voran auf der gut ausgebauten Straße.

Vierzig Kilometer vor Edmonton suchen wir in einem Walmart Fliegendraht, den wir vor den Kühler spannen können, denn der muss alles schlucken, was wir alle paar Stunden von der Windschutzscheibe kratzen können. Fliegendraht finden wir aber hier leider nicht, dafür finden wir Prestige Auto Repair (N53.45813 W113.47993) sofort, wo wir Mercedes morgen pflegen lassen wollen.

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Eigentlich haben wir nur die Werkstatt gesucht und wollten dann auf einem Campingplatz übernachten, als ein junger Mann auf unser Auto zukommt und anbietet den Chef anzurufen. Keine fünf Minuten später ist Alnoor Lalany bei uns, öffnet das Tor seines Werkstatthofs und lädt uns ein hier zu übernachten. Auf diese Weise sind wir schon vor der Öffnungszeit vorort und werden bevorzugt bedient. Während Mercedes untersucht und gepflegt, wird finden wir Zeit für neue Zeilen im Tagebuch.

Der Vormittag vergeht schnell. Wir sitzen im Wartebereich der Serviceannahme. Wir sprechen Deutsch und viele Mercedeskunden hier sind gebürtige Deutsche. Ständig dürfen wir unsere Geschichte erzählen uns erfahren etwas über das Leben der deutschen Einwanderer in Kanada.

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Aber auch ein junger Kanadier geboren in Moldawien interessiert sich für unsere Reise. Wir interessieren uns aber auch für seine Kariere, denn er fährt einen großen GL mit dem Kenzeichen "Capitalist 77". Er hat in Edmonton studiert und verdient sein Geld mit der Renovierung von Häusern. Das heißt er ist eigentlich Projektmanager, macht ein Festpreisangebot für die Arbeiten und beaufsichtigt seine Subunternehmer. So wie er sich darstellt, muss das ein lukratives Geschäft sein. Jedenfalls hat der sympathische junge Manne inzwischen 3 Apartmenthäuser, die gut vermietet hat.

Gegen 13 Uhr ist dann die Inspektion unserer Mercedes erledigt, nur das Lämpchen für's Untersetzungsgetriebe blinkt immer noch. Der Wandler des Automatikgetriebes und der Motor, der zum Untersetzungsgetriebe und zurück schaltet müssen getauscht werden. Die gute Nachricht, die Teile können bis morgen aus Toronto eingeflogen werden.

Der Austausch, das Getriebe muss raus, wird mindestens 1 ½ Tage dauern. Über kanadadie Kosten für all das wollen wir nicht noch mal nachdenken.Das muss erst mal verdaut werden. Wir können uns nur mit dem Sprichwort beruhigen: "besser jetzt ein Ende mit Schrecken, als irgendwann im Nirgendwo ein Schrecken ohne Ende", wenn wir liegen bleiben.

Nach einem Ausflug ins nahegelegenen Einkaufszentrum, wo wir das Fliegengitter kaufen und bei Chapters endlich den Alaska Travel Planer "The Mile Post" erstehen können, ziehen wir uns auf den Rainbow Valley Campground (N53.48525 W 113.55503) zurück, wo wir weiter am Tagebuch arbeiten, was ablenkt.

Don’t worry, be happy!!

25.05. - 01. Juni 2015 (km 163.406)
Edmonton - Interlakes - Banff - Lake Louise

Als wir Dienstag Morgen zur Werkstatt zurück kommen sind tatsächlich schon die Ersatzteile da. Nachdem wir die Kabine abgesetzt haben kommt Mercedes auf die Bühne und das Getriebe wird ausgebaut.

Wir nutzen die Zeit für einen Spaziergang zum Einkaufszentrum, wo wir uns bei Boston Pizza verwöhnen. Die Pizza erhält 4 von 5 Sternen. Fünf wurden bisher von uns noch nicht vergeben. Gleich gegenüber entdecken wir einen Frisör, und nachdem die Haare ab sind, müssen wir für Iris einen Hut oder Mütze suchen.

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Zurück bei der Werkstatt ist das Getriebe schon ausgebaut, vielleicht können wir ja morgen Abend schon weiterfahren? Den nächsten Vormittag verbringen wir bei Nieselregen im OF-EN. Wir können uns einfach nicht aufraffen irgend etwas in Edmonton zu unternehmen. So wird endlich der Menüpunkt fahrPLAN in unserer Homepage repariert (Iris) und von der Zukunft geträumt (Wolfram).

Um die Mittagszeit kommt Mike bei uns vorbei und gesteht schon seit 8 Uhr heute früh zu wissen, dass der gelieferte Wandler falsch ist. Inzwischen haben sie den defekten aber zu einer Werksatt gegeben, wo dieser repariert wird. Dies sollte bis morgen gegen Mittag erledigt sein!? kanada

Wir machen uns auf zum Real Canadian Superstore und kaufen für das Abendessen ein. Alles ist gar nicht so teuer wie alle behaupten, manchmal sind die Lebensmittel sogar günstiger als in Amerika. Im benachbarten Real Canadian Liquorstore finden wir auch einen recht günstigen Kanadischen Rotwein Rebsorte Malbec, "unoaked" wie das Etikett sagt. Nach Genuss des Eingekauften sieht die Welt schon viel besser aus.

Um weiterhin das Beste aus unserer Situation zu machen gehen wir Donnerstag Morgen gleich zu Tim Hortons zum Frühstück. Tim Hortons gab’s schon vor Starbucks und Kaffee mit Sandwichs, Laugengebäck (!) und Donuts sind wirklich sehr lecker. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zu einem Optiker. Da die dort beschäftigte Dame Iris total verbogene Brille nicht richten kann, sie bricht den Bügel komplett ab, nehmen wir ihr das Werkzeug aus der Hand und installieren selbst einen Ersatzbügel der Zweitbrille.

Auf dem Rückweg finden wir in einem Outdoorladen einen neuen Fischerhut für Wolfram. So ist das, wenn man gelangweilt durch die Läden streunert und eigentlich nur mal gucken will. Zurück in der Werkstatt, es ist kurz vor 13 Uhr, hat Alnoor gute Nachrichten, die Teile sind eingebaut, in zwei Stunden spätestens ist alles fertig.

Wir sind überglücklich. Irgendwie hat uns diese Warterei an unsere Wartezeit vor der Kongoüberquerung erinnert. Ob das damit zusammenhängt, dass Alnoor auch ein Kongolese ist? Zweieinhalb Stunden später ist die Kabine wieder mit Mercedes verbunden und eine kurze Probefahrt zeigt, dass wohl wieder alles in Ordnung ist?! Freudig, na ja sagen wir mal froh, dass es weitergeht, zahlen wir die Rechnung und versprechen zur nächsten großen Inspektion wieder vorbeizukommen.

Unser Weg führt direkt auf Hwy 2 in Richtung Calgary. Nach 135 km halten wir in Gull Lake an. Der Aspen Beach Lakeview Campground kanada (N52.46302 W113.98344) wird unser Nachtquartier. Der Platz heißt nur so, um den See zu sehen muss man weit laufen.

Schwärme von kleinen Fliegen erinnern uns daran das Fliegengitter am Kühler zu montieren. Außerdem bastelt Wolfram eine Aufhängung für den Abwasserschlauch und nachdem beides sehr gut gelingt machen wir uns zufrieden wieder auf den Weg. Nördlich von Calgary biegen wir ab auf Hwy 201 Richtung Westen, später auf Hwy 1A, der parallel zur schnellen Transcanada 1 verläuft.

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Wir wollen in Seebe ein Firstnationsmuseum besuchen, aber den Ort gibt es nur noch in alten Reiseführern und Karten. Also geht’s weiter auf Hwy 40 ins Kananaskis Country. Im Visitor Center werden wir sehr freundlich und kompetent beraten und mit passendem Kartenmaterial versorgt. Zum empfohlenen Interlakes Campground (N50.62261 W115.12732) sind es noch 75 km und kurz bevor wir dort ankommen, begegnen wir neben einem Elkbaby unserem ersten Elch. Es ist eine Kuh und Iris meint die ist hässlich.
Übrigens, Elk ist Hirsch und Elch ist Moose kanada

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Auf dem Campingplatz im Wald finden wir am Ende den letzten schönen Platz mit Blick auf den See. Die Gebühr ist mit 26 CAD (19,50 €) eher günstig, fünf Scheite Holz, die wir fürs Lagerfeuer kaufen mit 10 CAD (7,50 €) dann schon wieder teuer. Dafür erzählt uns der Platzwart schöne Geschichten von Grizzlies, die hier mit ihren Kindern vorbeikommen. Wir haben einen richtig schönen Abend mit Lagerfeuer, auch ohne Grizzlies.

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Samstag Morgen laufen wir eine Stunde auf dem Mount Everest Trail. Der wurde so zu Ehren der ersten Kanadier benannt, die 1961 den Mt. Everest bestiegen haben. Der einsame Weg führt etwa 100 m in die Höhe, von wo wir einen schönen Rundblick auf die beiden Kananaskis Lakes haben.

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Zurück auf der Straße biegen wir nach NW auf Hwy 742 ab. Der heißt auch Smith-Dorrien / Spray Trail und ist eine etwa 70 km lange Schotterstraße, die zurück auf Hwy 1 bei Canmore führt. Bis Banff sind es noch etwa 25 km und im NO der Ortschaft fahren wir noch den Minnewanka Loop am gleichnamigen See entlang. Es ist Samstag und viele Ausflügler haben die gleiche Idee.

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Die Schleife begeistert uns nicht, vielleicht der Tunnel Mountain Hoodoo Drive? Hoodoos sind Felsformationen, die entstanden sind, weil ein festeres Gestein auf der Spitze der Erosion mehr Widerstand geleistet hat, als tiefergelegenes. So sind Felssäulen mit einem Kopf, die Hoodoos entstanden. Zur besseren Beschreibung haben wir 17 Bilder gemacht. Einen Tunnel durch den kleinen Berg haben die Pacific Railway Builder übrigens nie gebaut, der Berg heißt immer noch so.

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Unser weiterer Weg führt am Surprise Corner, vorbei, von wo man einen guten Blickauf das Banff Spring Hotel hat. Angeblich heißt dieser Aussichtspunkt so wegen der vielen fotografierenden Japaner, die hinter der Kurve plötzlich auftauchen. Hier waren wir heute mal alleine. kanada Ein weiteres "Must See" in Banff ist das Buffallo Nation Museum, indem das Leben der Amerikanischen Ureinwohner dargestellt wird. Man bekommt tatsächlich eine Vorstellung vom Leben dieser Menschen vor etwa 200 Jahren und dem der ersten Siedler in dieser Region.

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Vom stark belebten Banff, hier werden an Tagen wie heute 25.000 Besucher erwartet, fahren wir noch 25 km weiter zum Johnston Canyon und gleich weiter, weil wir dort keinen Parkplatz finden, Überfüllt! Hwy 93 führt nach Südwesten über den Vermilion Pass von Alberta nach British Columbia. Wir fahren durch den Kootenay NP bis zu den Radium Hotsprings, wo wir uns am Eingang zunächst nur informieren und weiter in den gleichnamigen Ort fahren.

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Inzwischen ist es 17 Uhr und wir haben Hunger, den wir im Horsethief Creek Pub (N50.61997 W116,07006) befriedigend stillen. Wieder einer für Iris Burger Ranking. Zum Redstreak Campground (N50.62823 W116.06028) sind es dann nur noch wenige Kilometer und von dort knapp 2,7 km Fußmarsch zu den Hot Springs.

Wolfram meint heute schon genug gelaufen zu sein und Iris macht sich alleine auf den Weg durch den Wald zu den Radium Quellen (N50.63470 W116.04090). Kurz nach 21 Uhr kommt sie strahlend zurück. So bringt man Ehefrauen auch nach 31 Jahren Ehe noch zum  strahlen.

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Auf dem Hwy 95 geht es durch idyllische Landschaft nach Westen bis zur Ortschaft Golden. Dort wechseln wir auf Hwy 1 zurück in den Kootenay NP. Nach etwa 2 ½ Stunden Fahrt biegen wir ab zum Emerald Lake, wo wir auf einem 5 ½ km langen Rundweg die Beine vertreten.

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Blühende Sommerwiesen haben wir leider noch keine gesehen aber die vielen bunten Blumen am Wegesrand ergeben auch eine bunten digitalen Strauß. Wir befinden uns inzwischen im Yoho NP. Yoho ist ein Wort der Cree First Nations People für Erstaunen oder Wunder und die Gegend hier ist wirklich wunderbar.

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Nachdem der Seerundweg uns genügend Glückshormone beschert hat, kehren wir zurück auf Hwy 1 und besuchen das Besucherzentrum in Field. Hier erfahren wir nicht viel Neues und machen uns auf den Weg zu den Takakkaw Falls, sie sollen mit die höchsten Kanadas sein. Was wir nicht erfahren haben ist, dass die Straße dorthin geschlossen ist. Warum? Weil Sonntag ist und bereits viele Besucher sich auf den Weg dorthin gemacht haben?

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Wir kommen also nur bis zum Colour View, wo die beiden Wildbäche Kicking Horse und Yoho River rauschend zusammenkrachen und ihre unterschiedlichen Farben ein prächtiges Bild bieten (wie immer kommt die Farbe im Foto nicht raus, deswegen gibt's auch keins). Dafür sehen wir einen der bald 2 km langen Güterzüge im Spiral Tunnel verschwinden. Wegen der Steigung hat man eine Tunnelschleife gelegt. So werden aus echten 2 km sichtbare kleine zwei Hälften.

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Nach Lake Louise sind es nur noch etwas weniger als 40 km. Es ist die grüne Farbe, die den See so eindrucksvoll macht. Es sind die Menschenmassen, die uns nicht lange verweilen lassen. Auf dem Lake Louise Campground (N51.41527 W116.17912) direkt am Bow River finden wir bei den "Zeltern" einen ruhigeren Flecken mit reichlich Feuerholz. Nach einem kleinen Spaziergang hinter bärensicheren Elektrozäunen gibt's Lagerfeuer. Ruhe kehrt ein!

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Der 1. Juni begrüßt uns mit schönerem Wetter. Schon auf dem Weg zum Moraine Lake etwa 15 km südlich von Lake Louise klappt uns die Kinnlade runter. Wir sind in den Kanadischen Rocky Mountains, das wissen wir doch. Wir sind inzwischen auf etwa 1.800 m ü.N.N. und rings um uns schießen mehr als 10 über 3.000 m hohe Berge in die Höhe. Der höchste, Mt. Temple ist 3.543 m hoch.

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Mt. Bowlen (3.072 m), Tousa Peak (3.057 m), Mt. Perren (3.051 m), Mt. Allen (3.310 m), Mt. Tuzo (3.246 m), Deltaform Mountain (3.424 m), Neptuak Mountain(3.233 m), Wenkchemna Peak (3.170 m), Eiffel Peak (3.084 m), Pinnache Mountain (3.067 m), im Hintergrund Mount Hungabee (3.492 m) und alle Luftlinie kaum mehr als 2 km von dem in der Mitte liegende Moraine Lake entfernt.

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Auch hier das Wasser des Sees hellgrün, wie es kein Bild zeigen kann. Heute ist es hier nicht so überlaufen und wir können auf einem entspannenden Spaziergang längs des Seeufers (nein, der Dativ ist nicht dem Genitiv sein Tod!) die Kulisse auf uns wirken lassen.

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Jetzt wollen wir aber endlich auch einen Grizzly sehen! Die Gondeln des Wintersportortes Lake Louise versprechen die höchste Grizzly Dichte in ihrem Umfeld. Wir lösen für 64,10 CAD (47 €) zwei Karten für den Grizzly Express. Zunächst sollen wir uns ein Video ansehen mit Verhaltensregeln bei Grizzly Kontakt. Der freundliche Liftwart stellt auch gleich die Sprache für unsere Mitbesucher ein: Japanisch.

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Wir verzichten auf das Video und benutzen gleich den Sessellift, der uns auf Höhe bringt. Während der Fahrt kein Grizzly in Sicht. Am Endpunkt tröstet uns wenigsten ein großartiger Rundblick auf die Berge und Lake Louise. Unter den Bergbesuchern ein 97 jähriger Japaner, der Iris um ein Bild mit seinem Sohn bittet, bevor er rüstig weiter seines Weges zieht.kanada

Auch während der Talfahrt zeigen sich nur Erdhörnchen auf der Suche nach den vier Handies, die Besucher seit Sommereröffnung der Gondel am 15. Mai aus dem Sessellift haben fallen lassen.

Gegen zwei Uhr entscheiden wir für heute genug erlebt zu haben. Es ist wieder mal Wäsche angesagt und eine Wäscherei (N51.42888 W116.18156) am Lake Louise Inn gibt uns Gelegenheit dazu. Etwa 2 ½ Stunden Zeit um in Ruhe die vielen Erlebnisse der vergangenen Woche im Tagebuch festzuhalten kanada

01. - 08. Juni (km 164.423)
Lake Louise - Icefields Parkway - Grande Prairie - Great Slave Lake

Von der Wäscherei geht’s zurück auf den Lake Louis Campground, wo wir unseren alten Platz beziehen. Mit Lagerfeuer, Wein und Zigarre beschließen wir einen schönen Tag, auch ohne Grizzlies.

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Bei regnerischem Wetter brechen wir Dienstag auf zum IcefieldsParkway. 60 km nördlich von Lake Louis machen wir unseren ersten Fotostop am Crowfoot Glacier. Bei dem schlechten Wettergeht allerdings viel Attraktivität verloren. Wir fahren weiter zum Peyton kanadaLake und dort begegnen wir seit langem mal wieder einem Reisemobil mit deutschem Kennzeichen: GZ, Günzburg.

Renate und Eugen mit Hund Henry sind erst wenige Wochen in Nordamerika, haben sich aber zwei Jahre genommen, um den gesamten amerikanischen Kontinent zu bereisen. Schnell verabreden wir uns am Icefield Center, um uns etwas länger auszutauschen. Iris wandert währenddessen zum wow-blauen Peyton Lake. Als Wolfram die Bilder sieht, ärgert er sich dann doch, nicht mitgekommen zu sein. Es sind eben doch nicht alle Seen gleich ;-)

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Am Icefield Info Center erfahren wir nicht viel Neues, nur, dass der Übernachtungsparkplatz entgegen der Aussage des jungen Mannes im Fields Visitor Center kostenpflichtig ist. Da Renate und Eugen noch nicht hier sind, machen wir schon mal den Spaziergang zum gegenüberliegenden Athabasca Gletscher. Seit 1885 hat dieser Gletscher über 60% seines Volumens verloren. Ganz interessant, der Gletscher und die Moränen, die er vor sich aufgestaut hat.

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Spannend ist aber, wie die Kanadier damit umgehen. Drei schultern ihre Kanus und setzen sie am Fuße des Gletschers ins Schmelzwasser, das sich etwas weiter unten in einem See sammelt. Sozusagen Erstbefahrung! Inzwischen sind auch Renate und Eugen eingetroffen und wir beschließen die nahen Campingplätze zu begutachten. Wenn schon zahlen, dann für schönere Natur als diesen Großparkplatz.

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Leider sind die Plätze entweder nur Zeltplätze und lassen keine Fahrzeuge zu, oder sind noch nicht geöffnet. Nach weniger als einer halben Stunde sind wir zurück auf dem Visitor Center Parkplatz. Dort setzen wir uns im Phoenix-Wohnmobil der beiden zusammen und erzählen. Renate und Eugen sind wenig jünger als wir und ebenfalls auf dem Weg nach Alaska. Allerdings haben sie eine direktere Route geplant als wir. Wenn wir eine paar Tage zusammenbleiben wollen, müssen wir umplanen.

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Da muss man drüber schlafen. Am nächsten Morgen fahren wir erst mal in die gleiche Richtung, nach Jasper. In der gemütlichen Bear Pawn Bakery (N52.87917 W118.07970) gibt’s Kaffee und sehr!! leckeren Kuchen, und wir entscheiden wie es weitergehen soll. Wolfram hat für unsere Route schnell ein paar Umstellungen gefunden, ohne interessante Strecken streichen zu müssen. Lediglich die Fahrrichtungen, Vancouver Island von Nord nach Süd und die Zeiten wann wir dort sind werden gravierend geändert.

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Mitte August bis Mitte September Alaska, da waren eh schon leichte Zweifel vorhanden. Jetzt werden wir im Juli bis August dort sein, hoffentlich bei Sommerwetter. Zunächst verlassen wir mal den Jasper NP auf Hwy 16 Richtung Osten. Bei Hinton geht’s dann auf Hwy 40 nach Norden zum Pioniermuseum vor dem Visitorcenter in Grande Cache.

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Im William A. Switzer Provincial Park schauen wir uns die Campingplätze am Lake Jarvis und Cache Lake an. Erst am letzten, dem Graveyard Lake (N53.49442 W117.79887) finden wir im gleichnamigen Campingplatz den richtigen. Das Beste, wir sind alleine auf der löwenzahngelben Wiese direkt am Wasser. Im benachbarten Cache Lake Campground besorgen wir zwei Sack Feuerholz und beim Lagerfeuer verkündet Iris, dass sie und Renate beschlossen haben hier auch morgen noch zu bleiben.

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Am nächsten Morgen fährt dann ein riesiger Reisebus vor und kippt Massen von Teenagern aus Edmonton aus, die hier zu einem Paddellehrgang gebracht werden. Wir verziehen uns zu einem ausgiebigen Spaziergang, die Natur um uns herum bietet reichlich Ruhe.

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Am Nachmittag verziehen sich die Schüler wieder, aber aus unserem Lagerfeuer mit Grilleinlage wird leider nichts. Es nieselt mittlerweile, also werden die Steaks und Würstchen in der Pfanne gebraten und als die Teller leer sind weint der Himmel auch nicht mehr, es bleibt reichlich Zeit für ein langes Lagefeuer. Inzwischen wird’s hier nicht mehr vor 23 Uhr dunkel!!

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Vom Graveyard Campground fahren wir am nächsten Morgen weiter Richtung Norden. Wir wissen, mindestens bis Grande Prairie können wir zusammen mit den neuen Freunden fahren. Wir übernachten am Kakwah River (N54.42613 W118.55091). Iris hat in der MILE POST, dem Planer für Alaska Reisende, diesen gebührenfreien Platz gefunden. Leider ist er nicht moskitofrei.

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Aber Eugen hat schnell eine geniale Lösung gefunden. Die Markise wird ausgefahren und ein Moskitonetz daran befestigt. Der Abschiedsabend bei Weiß– und Rotwein ist gerettet. Bevor wir gegen 23 Uhr in unsere Betten fallen, versprechen wir in Verbindung zu bleiben. Wir wollen uns nach unserem Abstecher an den Skalvensee in Alaska wiedersehen!

kanadaDer Abschied am nächsten Morgen ist sehr herzlich aber kurz und kann zwei Stunden später, als wir uns am Walmart zufällig treffen wiederholt werden :-)) Nach dem Einkauf geht es für uns weiter Richtung Norden auf der Deh Choh Route, Renate und Eugen fahren auf dem Alaska Highway nach Westen.

Auf Hwy 2 geht’s über den Peace River Richtung Fairway bis Grimshaw. Hier biegen wir ab zum Lac Cardinal, wo wir auf einer großen Wiese (N5621506 W117.70045) vor dem Pioneer Museum campieren.

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Bei diesen langen Tagen bleibt Iris noch Zeit für einen Spaziergang durch das Freilichtmuseum. Wie bei ihrer Oma sieht’s hier aus, das ist ein Teil der jungen Kanadische Geschichte. George, der Iris durch die Häuser begleitet, lebt mit seiner Familie schon seit Generationen in Grimshaw. Er kennt noch die Pioniere, die in diesen Häusern gelebt haben und hat viel zu erzählen.

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Der Tag ist noch lange und gut genutzt, um die inzwischen für sehr gut befundene MILE POST zur weiteren Routenplanung zu Rate zu ziehen. Dieser Katalog beschreibt wahrscheinlich jedes Sträßchen Westkanadas, das Richtung Alaska führt und zwar Meile für Meile. Die kleinste Attraktion ist aufgeführt, aber auch jede Möglichkeit zum campen.

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Bald sind alle Plätze auf unserem Weg nach Alaska in den Routenplaner auf dem Ipad übertragen und der neue Fahrplan detailliert. Die nächsten Tage wollen wir aber erst mal weiter Richtung Norden nach Yellowknife am großen Sklaven See und in den Wood Bison National Park fahren.

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Die Strecke dort hin zieht sich und ist Natur pur. Unbegreiflich, dass in dieser endlosen weiten Einsamkeit Menschen leben, mit Kinderspielburgen vor dem Haus. Immer wieder klatschen Fliegen und andere Brummer auf die Windschutzscheibe und ziehen eine schleimige Spur hinter sich her bis der Wind sie wieder davonweht.

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Im 3000 Seelen Ort High Level machen wir einen Tankstop und kanada besuchen das wirklich sehenswerte Mackenzie Crossroads Museum bis wir am späten Abend bei immer noch strahlender Sonne an der Grenze zwischen Alberta und Northwest Territories (nwt) ankommen. Hier am 60ten Breitengrad übernachten wir vor dem Visitorcenter (N60.00000 W11698140), aber ziemlich moskitogeplagt auf dem Parkplatz.

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Trotzdem und mit viel Moskitospray versorgt zieht Iris bei später Abendsonne (21 Uhr) noch mal los, um die Gegend um den Hay River zu erkunden. Schade, dass man immer von schwirrenden Schnakenschwärmen umgeben ist, es wäre so schön hier zu verweilen. Macht nix, so können wir schon mal für Alaska üben.

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Nach nächtlichem Regen zeigen uns die Viecher am nächsten Morgen aber richtig wer hier zuhause ist und wir machen uns aus dem ..., nein, stauben tut’s hier nicht. Unser Parkplatz ist nass und matschig. Aufgeheitert werden wir schon wenige Kilometer weiter von einem Schwarzbärpärchen, das in die Büsche flüchtet als wir näher kommen.

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Hier in nwt ist aus dem Alberta Hwy 35 der nwt Hwy 1, kanada auch Mackkenzie Highway genannt, geworden. Kurz bevor der sich bei Enterprise mit Hwy 2 kreuzt liegt der Twin Falls Gorge. Weder der Regen noch die Massen von Moskitos können uns davon abhalten, wenigstens einem der imposanten Wasserfälle, dem Alexandra Fall, einen Besuch abzustatten. Schon wieder wow! In Deutschland, wenn es solche Fälle gäbe, dürfte man ohne Absperrung niemals so nahe herankommen. Aber was soll hätt’ und dät, wir sind hier und staunen.

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Weiter geht’s auf Hwy 2 entlang dem Hay River nach Hay River, wo wir bei trüber Wetterlage beschließen schon nach 130 km auf dem Campingplatz (N60.86168 W115.74493) auf Vale Island Pause zu machen.

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In einer Woche sind wir über 1.350 km gefahren und haben tolle Begegnungen gehabt, von denen es zu schwärmen gilt. Bei trübem Regenwetter macht kanadasich Wolfram an die Arbeit und Iris auf den Weg zum Great Slave Lake. Er ist mit 614 m der tiefste See Nordamerikas. Der Name des Sees hat übrigens nichts mit Sklaverei zu tun, sondern geht auf den Namen eines Fiirst Nations Stammes (Slavey) zurück, das in der Gegend siedelte. Morgen fahren wir dann zu Nordamerikas größter freilebender Bisonherde in den Wood Buffalo National Park im Südosten des Sees.

08. – 15. Juni (km 165.777) grüne Strecke in der Karte
Wood Bison NP - Sambaa Deh - Fort Liard - Fort Nelson - Liard HS

In Hay River ist unter der Woche zu dieser Zeit nicht viel los, die meisten Restaurants, soviele gibt es gar nicht, sind geschlossen. kanadaDas hatte man uns in der Rezeption am Campingplatz schon gesagt. Also kein Grund zu bleiben. Bei grauem, regnerischen Wetter machen wir uns auf den Weg Richtung Osten in den Wood Bison NP. Bald schon sind wir auf Hwy 5, einer Naturstraßen, die bei Regenwetter entsprechend matschig ist.

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Bei dem Wetter sieht man auch nicht sehr weit und erst am Mittag, als der Regen etwas nachlässt begegnen wir unserem ersten Bison. Es ist ein mächtiger Bulle, der da gemütlich am Wegesrand liegt und wiederkäut. Weil er liegt, kann man seine Größe nur erahnen. Nach einiger Zeit, der Kerl steht einfach nicht auf, fahren wir weiter, hier soll’s ja noch mehr von der Sorte geben.

Der Nationalpark ist flächenmäßig größer als die Schweiz und 2010 waren etwa 5000 Bisoneinwohner geschätzt worden, da müssen wir nicht ewig bei dem faulen Vertreter stehen bleiben. Nach 280 km Fahrt sind wir in Fort Smith, wo wir uns den empfohlenen Film ansehen wollen.

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Leider wird der Vorführraum gerade für eine Teamsitzung genutzt. So gehen wir erst mal bei Anna’s Homecooking etwas essen. Es ist Schwiegermutter Sharon, die uns ein kleines Reisgericht mit Geschnetzeltem und Salat zaubert. Alles aus der Naturküche und sehr lecker. kanada

Auch eine Stunde später tagt das Team im Visitor Center noch und wir verzichten enttäuscht auf den Film. Dafür machen wir einen Spaziergang zu den Stromschnellen am nahen Slave River, um die weißen Pelikane zu suchen. Der Weg windet sich durch ein Wäldchen, Hügel ab, Hügel auf, das Rauschen der Stromschnellen klingt mal näher, mal weiter, nur an den Fluss gelangen wir nicht. Also umkehren und einen anderen Weg suchen. Iris hat dann Glück und kann am Flussufer die riesigen Vögel durch das Teleobjektiv fischen sehen.

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Die beste Chance einer Herde Bisons zu begegnen sei auf dem Weg nach Süden zum Pine Lake. Dort gibt es auch einen Campground, der unser Ziel wird. Tatsächlich sehen wir dann noch eine Bisonmama mit einem Kälbchen, die ganz schnell im Wald verschwindet, als wir uns nähern. Ein Schwarzbär lässt sich dann etwas länger auf seinem Weg längs der Straße begleiten.

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Das Highlight des Tages ist dann der Pine Lake, türkis grün mit weißem Sandstrand. Iris ist ganz beglückt und macht muntere Ausflüge vom nahen Campingplatz (N59.53565 W112.23163) ans Seeufer.

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Dabei wird sie Zeugin einer lautstarken Kranich Brautwerbung, die fasziniert. Die Jungs müssen sich schon ganz schön ins Zeug legen, damit die Dame sich endlich herablässt.

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Am nächsten Morgen dann noch ein Highlight. Ein einzelner Entententaucher, ein Loon, das Wappentier der Kanadischen Eindollar Münze (dem Loony) schwimmt auf dem spiegelglatten See. Mit seinem typischen Gesang eine seltene Begegnung.

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So das waren jetzt aber genug Vögel. Auf dem Weg zurück nach Fort Smith dann doch eine längerer Begegnung mit zwei Bisons. Die grasen am Waldrand etwa 10 m von der Straße. Wir können die beiden im Schritttempo eine Weile begleiten und filmen. Sind schon imposante Teile und trotz ihrer Masse wirken sie leichtfüßig.

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Heute haben wir Glück im Visitor Center und können endlich den Film über den Nationalpark in allen Jahreszeiten und der Arbeit der Ranger sehen. Wir sehen zusammengefasst, was wir im Park sehen wollten. Riesige Bisonherden und Bilder der seltenen Wooping Kraniche. Wir sehen die weißen scheuen Vögel, die hier wieder angesiedelt wurden und bekommen einen Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler, Ranger und der Feuerwehr des Parks.

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Iris sucht dann doch nochmal den richtigen Weg an den Slave River mit seinen Stromschnellen und kann bei strahlendem Sonnenschein endlich die majestätischen, weißen Pelikane ganz nah beim Fischen beobachten. Zum Abschluss an diesem glücklichen Tag besuchen wir noch das Northern Life and Exhibition Museum, wo Iris mit Kelsea, dem Cree Mädchen an der Rezeption wieder mal ins quatschen kommt.

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Auf dem Weg zurück Richtung Westen machen wir noch einen kurzen Halt am Straßenrand (N60.59012 W114.46124) bei den fast 30 Teddybären, die den Vorbeifahrenden von ihren Stühlchen aus zuwinken. Angefangen mit einem weißen, mit einem Auge, waren es mal an die hundert Plüschtiere, bevor 2012 ein Unmensch alle in Brand gesetzt hat. Aber ihre Anzahl wächst wieder beständig. Eine nette Abwechslung auf der sonst etwas eintönigen Strecke.

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Heute ist es wenigstens trocken und mit 23°C gleich 10° wärmer als gestern. Trotzdem ist es nur ein Angler, der am Polar Lake sein Glück versucht. Außer ihm sind wir die einzigen Gäste, die den Provincial Park Campingplatz (N60.71910 W115.00841) hier nutzen. In der Nacht fällt wieder leichter Regen und recht früh am nächsten Morgen brechen wir auf.

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An Hay River vorbei bis Enterprise, wo wir nur kurz tanken. Von dort geht’s auf Hwy 1 weiter Richtung Westen. Auch dieser Hidgway ist nicht geteert. Aber das Wetter klart auf und wir kommen zügig voran. Nach etwas mehr als 320 km machen wir am Sambaa Deh Falls Campground (N61.14074 W119.84332) Halt.

Raymond im Visitor Center ist glücklich, dass wieder mal jemand vorbeikommt und erzählt begeistert auch anhand seiner handgezeichneten Skizze wo welche Eingeborenen-Pfade zu den beiden Wasserfällen führen. Der lustige Mittsechziger verkündet stolz der älteste nicht First Nations Einwohner hier in der Gegend zu sein. Seine Cree Ehefrau ist auch gleichzeitig seine Chefin und kommt einmal in der Woche aus Enterprise zu Besuch.

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Er empfiehlt außerdem gleich mal unseren OF-EN mit seinem Hochdruckreiniger von Schlamm und Dreck zu befreien. Das ist mehr als eine Stunde harte Arbeit, die anschließend mit einem Angelkurs für Wolfram belohnt wird. Die Fehler der bisherigen, misslungenen Versuche werden nun von Ray fachmännisch erläutert und bald schon traut sich Wolfram zu das Erlernte am Wasser umzusetzen.

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Auf unserem Spaziergang zu den imposanten Wasserfällen am nächsten Morgen ist die Angel dabei. Zunächst geht es zu den Coral Fällen, aber hier gibt es außer einem schönen Blick keinen geeigneten Platz zum Fischen. Auf Rays Handskizze ist erst unterhalb der Sambaa Deh Falls ein Punkt "Fishing Hole " eingezeichnet. Um dahin zu kommen müssen wir uns erst an einem Kletterseil durch eine schmale Schlucht zum Ufer des Trout River abseilen.

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Dort fischen schon Kevin und Cecilia, die uns gleich mit ihrem Foto beweist, dass sie soeben einen 50 cm langen roten Fisch gefangen hat. Er war so schwer, dass er bei seiner Flucht zurück in den Fluss das Netz des Köcher zerrissen hat, das Kevin nun flicken muss. Wolframs Versuche bleiben trotz der guten Ratschläge der beiden erfahrenen Angler – Cecilia hat das Angeln erst vor zwei Tagen von Kevin gelernt – vergeblich.

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Nach einer halben Stunde hat er seinen Köder irgendwo zwischen den Felsen verheddert und die Leine muss gekappt werden. Hilfsbereit helfen die beiden mit einem Ersatzköder aus Kevins ererbten Anglerbox aus. Trotzdem sitzt der Frust bei Wolfram tief und er zieht sich zurück. Die Angelleidenschaft ist vorerst nicht geweckt. Von wegen Würmer baden, da gehört doch etwas mehr dazu.

Bevor wir weiterfahren bedanken wir uns nochmals bei Raymond für die freundliche Aufnahme und Betreuung und loben seinen wohlgepflegten Campingplatz.

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Zurück auf der Straße, wieder Naturpiste aber sehr eben, düsen wir auf dem Liard Trail Richtung Süden. Ein einzelner Bison am Wegesrand stoppt unsere zügige Fahrt nicht. Die Bärenmutter mit drei Kleinen etwa 200 m vor uns verschwindet fluchs im Wald. Erst 25 km vor unserem Ziel Fort Liard muss Wolfram vom Gas. Eine fast 30-köpfige Bisonherde blockiert die Straße. Im Schritttempo nähern wir uns der Gruppe, die sich vom schwarzen OF-EN nicht beeindrucken lässt.

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Da sind schon einige kapitale Brecher dazwischen. 1,8 m Schulterhöhe und 1 to Gewicht, da kann man schon Respekt bekommen. Aber glücklicherweise interessieren sich die Schwarzbraunen nur für ihr Grünfutter und lassen uns ungestört weiterziehen. In Fort Liard tanken wir erst mal wieder voll, bevor wir uns auf dem kommunalen Hay Lake Campground (N60.24257 W123.41966) bei Nieselregen installieren.

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Wir stehen wieder mal ganz alleine direkt am See, aber alle halbe Stunde fährt ein anderes einheimischen Auto die Runde über den Platz. Man will wohl man schauen wer hier campt. Der kleine Ort scheint nur von First Nations People bewohnt zu sein, die uns Ausländer schüchtern beäugen. kanada

Von Fort Liard nach Fort Nelson sind es am nächsten Morgen etwa 220 km. Es geht wieder über den 60ten Breitengrad und wir sind zurück in British Columbia. Die Uhr wird eine Stunde auf Pazifik Zeit zurückgestellt, neun Stunden hinter Deutschland.

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Als Wolfram am Straßenrand einen Schwarzbären sitzen sieht, der sich vom vorbeiflitzenden OF-EN nicht beeindrucken lässt, kehrt er kurzerhand um. Zwar flieht Bruder Petz erst mal, als wir näher kommen in den Wald, aber nachdem wir anhalten und den Motor abstellen, taucht er wieder auf. Zunächst klettert er behände etwa 5 bis 6 m auf einen Baum und verschafft sich so Übersicht.

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Nachdem er die Luft für rein hält kehrt er vorsichtig auf die Erde zurück. Mit Augen, Ohren und Nase sucht er die Gegend ab, bevor er 50 m vor uns die Straße überquert. Auf der anderen Straßenseite gefällt es ihm doch nicht und er kehrt zurück in die alten Weidegründe.

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Etwa eine halbe Stunde beobachten wir fasziniert das Tier bevor wir zufrieden weiterfahren. Auch der startende Motor stört den Bären nicht mehr, wir sind inzwischen "vertraut".Wirüberqueren immer wieder interessante Brückenkonstruktionen. Eine davon, über den Fort Nelson River ist die längste der Welt erstellt im Baukastensystem der Firma ACROW.

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In Fort Nelson bei Mile 300 des Alska Highway ist der Triple G Hideaway Campground (N58.80394 W122.72038) unser Ziel. Vorher gibt’s im gegenüberliegenden Visitor Center noch Informationen zu Straßenverhältnissen und Attraktionen auf unserer zukünftigen Strecke. Nachdem wir den OF-EN auf einem Full Hookup Platz für 42 CAD (31 €) abgestellt haben, gehen wir erst mal im zugehörigen Saloon essen.

Die Dekorationen mit ausgestopften Wildtieren, Puma, Wolf, Wolverine bietet Unterhaltung bis das überschaubare Essen serviert wird. Sechs trockene Chicken Wings (7,50 €) mit ohne alles für Iris und ein magerer Hamburger (10 €) für Wolfram, auch nicht gerade preiswert.

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Wir sind zurück in British Columbia und auf dem Alaska Highway. Die Beschaulichkeit hat ab hier wohl ein Ende? Bis zum Abend ist der große Platz auch fast vollständig belegt. Unsere Nachbarn zur Linken sind Inge und Robert aus Lörach, die auch schon seit über einem halben Jahr unterwegs sind. Sie haben es in dieser Zeit von Argentinien bis hierher geschafft. Den ersten Platten hatten sie hier in Kanada auf dem Dempster Hwy.

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In der Nacht gießt es aus Kübeln. Neben den Preisen hier (für die Duschen muss man übrigens extra bezahlen) ist der Regen ein weiterer Grund nicht noch eine Nacht zu bleiben. Iris hatte gestern Abend schon das benachbarte Fort Nelson Heritage Museum besucht und sich mit dem humorvollen Marlin Brown, dem 83-jährigen Hüter der antiken Fahrzeuge und Maschinen bestens amüsiert. Das war schön aber viel mehr gibt der Ort nicht her.

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Die weitere Strecke auf dem Alaska Highway nach Westen ist landschaftlich schon beeindruckender. Wir sind zurück in den kanada Kanadischen Rocky Mountains. Unser erster Stop nach etwa 100 km am Tetsa River gilt den gerühmten Zimtschnecken. Das warme Gebäck hat seinen Rum zu Recht. Etwa 200 Stück der leckeren Teigwaren werden hier täglich in dieser einsamen Gegend an Vorbeifahrende verkauft, und das schon seit 1975, als des Bäckers Vorfahren die Militärwäscherei übernahmen. Nette Abwechslung auf dem langen Weg nach Alaska.

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Die nächste Abwechslung bietet die Toad River Lodge. 10.045 Schildkappen sind im Restaurant an die Decke getackert. Als Iris eine unserer Kappen signiert und abgeliefert hat, wird die Zahl an der Wandtafel auf 10.046 erhöht!

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Weiter am Muncho Lake nicht nur Bilderbuch Landschaft sondern auch Wildschafe (Stonesheeps), oder doch eher Ziegen, sind ein zusätzliches Motiv. Unser Tagesziel nach etwas mehr als 300 km sind die Liard Hot Springs (N59.42595 N126.10435).

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Schnell haben wir bei immer noch strahlendem Sonnenschein den OF-EN auf einem der Stellplätze des zugehörigen Campingplatzes abgestellt und spazieren die zehn Minuten über Holzblanken durch ein Sumpfgebiet zu den lockenden Thermalquellen. Das Wasser hat hier in den beiden Pools zwischen 40 °C und 50°C, Badewanne eben.

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Der kurze Weg zu den hängenden Gärten, hier sprudelt die Quelle über Tuffstein und sorgt so für außergewöhnliches Pflanzenwachstum. Vorsicht allerdings, auch hier leben Bären! kanada

Überraschenderweise ist die Zahl der Badegäste, obwohl Sonntag, angenehm gering. Doch nach einer halben Stunde im heißen Wasser haben wir genug. Zu müde zum Schreiben kriecht Wolfram früh ins Bett. Was heißt früh, zur Zeit wird es hier ja eh nie dunkel, wenn doch dann nicht mehr als 2-3 Stunden.

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Schon um 5.30 Uhr am Morgen zieht es Iris wieder in die 24 Stunden geöffneten Therme. Dieses Mal träumt sie über zwei Stunden alleine in dieser großartigen Naturanlage. Wolfram ist auch kurz danach auf den Beinen um sich zum Schreiben wieder hinzusetzen.

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Wieder muss eine Strecke von fast 2.000 km in einer Woche dokumentiert werden. Natürlich könnte man überall länger verweilen, aber es gibt doch noch sooo viel zu sehen. Bis Ende der Woche wollen wir in Dawson City sein und von dort ist es nur noch ein Katzensprung bis Alaska.

15. - 23. Juni (km 167.711)
Alaska HWY - Campbell HWY - Dawson City - Top of the World HWY

Zwischen den Liard Hotsprings und Watson Lake sind es 210 km. Wir machen nur einmal Halt am Whirlpool Canyon. Die Stromschnellen des Liard, der hier eine 90 Grad Kurve zieht, sind nicht besonders beeindruckend. Beeindruckend sind aber die Treibholzmassen, die er in diesem Bogen liegen lässt.

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Ansonsten ist es eine Elchdame mit Kälbchen, allerdings 300 m entfernt. Da beeindruckt die Bisonherde am Straßenrand schon mehr. Kaum ein Auto überholt uns, kaum eines kommt entgegen.

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Kurz bevor wir in Watson Lake ankommen, verlassen wir B.C. wieder und überschreiten den 60ten Breitengrad nach Norden, dieses Mal nach Yukon Territories. In Watson Lake herrscht dann etwas mehr Leben. Viel zu bieten hat der 1500 Seelen Ort aber eigentlich kanadaauch nicht. Ein paar Hotels, Restaurants, das Nothern Light Center und den berühmten "Sign Post Forest".

Angefangen hatte diesen Schilderwald ein Armeesoldat, der 1942 am Alaska Highway mitgearbeitet hatte. Es war Heimweh, das Carl K. Lindley veranlasste ein Schild, das die Richtung in seine Heimatstadt anzeigt, aufzustellen. Inzwischen hängen über 75.000 Orts- und andere Schilder von Reisenden, die sich hier verewigt haben. Während Iris das Frankfurter Ortschild findet, entdeckt Wolfram ein KFZ-Zeichen aus Frankfurt.

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Hinter dem Steuer des Allrad-Mercedes sitzt Norbert, der von Frau Bettina begleitet wird. Bettina meint richtig, wir hätten ja gar nicht soweit fahren müssen um uns zu treffen. Norbert ist Fotograph und die beiden sind auch schon fast ein Jahr in den USA und Kanada unterwegs. Sie kommen gerade aus dem südlichen Teil Alaskas und sind auf dem Weg nach Südamerika.

Im Visitor Center schauen wir uns gemeinsam einen Film über den Bau des Alaska Highways an. Der war 1942, nachdem die Japaner Pearl Harbour angegriffen hatten als Militärstraße zur Verteidigung und Versorgung Alaskas gebaut worden; über 2.200 km in nur 8 Monaten und 12 Tagen durch damals kaum berührte Wildnis.

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Unseren Hunger stillen wir in Kathy’s Kittchen. Der georderte Bison-Burger unterscheidet sich geschmacklich überhaupt nicht von mittelmäßigen Beef-Burgern, muss nicht sein! Da die Campingplätze im Ort deftige Preise aufrufen, fahren wir etwa 8 km aus dem Ort zum Watson See, wo es einen Territorial Campground (N60.09532 W128.81673) gibt, der unsere Ansprüche voll erfüllt.

Die nächste Herausforderung sehen wir auf dem Campbell Highway. Zurück in Watson Lake verabschieden wir uns von Bettina und Norbert, die hier übernachtet hatten und zweigen auf den Hwy 4 nach Norden ab. Unsere Tagesetappe führt uns über 170 km zum Francis Lake mit Platz direkt am See (N61.41098 W129.63225), Feuerholz und damit Grillgenuss vom offenen Feuer. Für uns kann man Idylle nicht anders buchstabieren.

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Und weil’s so schön ist bleiben wir gleich zwei Tage. So wird morgens wieder Holz gehackt, damit der Kaffee und die Spiegeleier auch auf offenem Feuer zubereitet werden können. Mit den netten deutschen Nachbarn kommen wir ins Plaudern. Regine und Günther aus Hamburg kommen schon seit ein paar Jahren für ein paar Wochen jährlich nach Kanada und wissen genau, wo es schön ist, hier, wo wir jetzt sind. Oder auf dem einzigen Campground in Faro (N62.23147 W13335156), unserem Ziel am nächsten Tag.

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Auf dem Weg eine Elchkuh, die Iris diesmal für schön befindet, weil sie ihre langen Beine zeigt. Im gemütlichen Visitor Center in Faro gibt uns Sabine Tipps für die weitere Strecke. Ursprünglich aus dem Bayerischen Wald hat sie hier mit Familie ihr Zuhause gefunden, für uns absolut nachvollziehbar. Im einzigen Laden am Ort gibt es nahezu alles. Laut Carolyn an der Kasse sei das tatsächlich auch ihr Anspruch.

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Trotzdem fahren die Einheimischen einmal im Monat nach Watson Lake zum Großeinkauf. Das hat Unterhaltungswert, der Frisör soll dort besser sein und es ist auch etwas günstiger. Am späten Abend, es wird einfach nicht dunkel, zieht Iris noch mal los. Ein kleiner Bergpfad durch Blumenwiesen führt zu den Van Gorder Falls. Heute soll sich ein Bär im Ort aufgehalten haben, also wird möglichst viel Lärm gemacht um eine Begegnung zu verhindern, was glücklicherweise gelingt ;-)

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Am nächsten Morgen geht’s dann wieder 20 km zurück zum Campbell Hwy, der ab hier asphaltiert ist. Nach 120 km biegen wir dann zum Frenchman Lake auf eine Naturstraße ab. Zunächst scheinen alle Plätze belegt zu sein. Laut MILEPOST sind es 10 Plätze. 1,2,3,4,5...7,8,9,10. Und wo ist Platz 6?

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Wir folgen einem sehr ursprünglichen engen Naturpfad längs des Seeufers immer weiter in den Busch. Und da ist er, unser Platz (N62.11499 W135.71214). Versorgt mit Feuerholz endlos, keine Campernachbarn, direkt am See und 22 Stunden Tageslicht. An Letzteres muss man sich allerdings gewöhnen. Wir nutzen es zum Lesen, Angeln und Träumen.

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Im Abstand von Stunden kommen Leute vorbei und suchen den letzten schönsten Platz, der leider schon vergeben ist. „You took our favourite spot, when do you leave, what time?“ Zum Glück fängt Wolfram auch hier keinen Fisch. Sushi mögen wir ja, aber lebendig?

Samstag führt uns unser Weg zunächst weiter auf der Frenchman Lake Schotterstraße. Etwa 25 km nördlich von Carmack stoßen wir auf den Klondike Hwy2. 80 km weiter wollen wir in Pelly Crossing die Selkirk Indian Community und ihr Heritage Center besuchen. Der Ort ist wie ausgestorben, nur ein paar Raben auf der Straße. Das Museum ist geschlossen, lediglich die Tankstelle ist geöffnet.

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Weiter geht’s noch mal 95 km bis zur Moose Creek Lodge. Es ist früher Nachmittag und im Restaurant soll es exzellentes Essen und legendäre Pastries geben. Gleich am Eingang ein Schild in deutsch "Herzlich Willkommen". Eine mittelältere Dame begrüßt uns auf englisch, gesteht aber auf Nachfrage, dass sie aus der Schweiz kommt und seit neun Jahren hier in dieser einsamen Gegend lebt mit ihrer Schwester, die schon 18 Jahre hier ist.

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Der empfohlene Rindfleischeintopf schmeckt hervorragend, die Wurst im Schlafrock ist nicht zu empfehlen. Die beiden Schwestern tuscheln in der Küche auf englisch. Beim Bezahlen versuchen wir noch mit der zweiten Schweizerin ins Gespräch zu kommen, haben aber den Eindruck, dass das Schild am Eingang nicht von ihr aufgestellt worden ist. Ein überaus unfreundliches Wesen, für die Gastronomie ungeeignet.

Noch mal 150 km weiter durch die kanadische Wildnis und wir sind in Dawson City. Ein Goldfund ganz in der Nähe am Bonanza Creek, einem Nebenfluss des Klondike, hatte 1898 den Goldrausch ausgelöst. Viele Häuser der Ortschaft sind heute noch der Bauweise der damaligen Zeit nachempfunden. Wir halten uns heute nicht lange auf und lassen den OF-EN von der George Black Fähre über den Yukon zu Dieter Reinmuths Yukonhostel schippern.

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Der Kieler war etwa 100.000 km mit dem Fahrrad durch die Welt geradelt, bevor er sich vor mehr als 20 Jahren hier sesshaft gemacht hat. Seine sehr einfachen Cabins und Plätze für Zelte laden vor allem jüngere Rucksackreisende zum Bleiben ein, aber auch Kanuten, die 550 km von Whitehorse nach Dawson City paddeln. Dieter vermietet auch Boote und organisiert den Rücktransport, nachdem man den Yukon abwärts gepaddelt ist.

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Auf seinem für große Camper ungeeigneten Platz findet er für den OF-EN einen abgeschiedenen Fleck (N64.06857 W139.43929) und uns eine ruhige Nacht. Zuvor dürfen wir im benachbarten Badehaus den Ofen anschüren, um dann mit einem Eimer heißen und einem Eimer kalten Wasser zu duschen oder in der heißen Hütte sogar zu saunieren.

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Für den Sommeranfang erhoffen wir uns ein paar Festlichkeiten der hier ansässigen First Nations am Daoja Zho Cultural Center gegenüber des Visitor Centers. Da die Zeremonien erst um 11.30 Uhr starten, haben wir genügend Zeit die Stadt zu durchstreifen. Die meisten Gebäude sind als Block – oder Fachwerkhäuser wie zu der damaligen Zeit gebaut. Aber so richtig authentisch wirken sie nicht, wenn man die alten Schwarzweißfotografien mit den Massen, die vor über 100 Jahren in den Ort geströmt sind betrachtet.

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Damals war alles viel improvisierter, notdürftiger, ohne die bunten Farben der heutigen Zeit, eben schwarzweiß oder sepia. Als wir wieder zum Kulturzentrum zurückkommen, sind die Feierlichkeiten bereits in Gang. Etwa eine Handvoll (fünf) First Nations People, wie die Indianer genannt werden wollen, zelebrieren ihren Aborigine’s Day heute am 21. Juni.

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Dazu ebensoviele Reden mit Danksagungen bis dann zwei Squaws ein feierliches Feuerchen mit Kräutern füttern und die in Reihe Wartenden mit Rauch segnen. Wir hatten mehr erwartet, aber unsere Erinnerung ist auch von der Sonnenwendfeier in Cusco verwöhnt.

Wir sind gerade wieder über den Yukon auf der anderen Seite von Dawson eingetroffen, als wir per whapp die Nachricht erhalten: „Wo seid ihr? Wir sind gerade in Dawson am Vsisitor Center, Renate und Eugen." Was eine schöne Überraschung! Wir verabreden uns gleich für den Abend in Diamond Tooth Gerties Gambling Hall.

Kaum haben wir uns wieder gesammelt, da klopft es an der OF-EN Tür. Noch ein paar alte Bekannte. Heidi und Andy hatten wir 2014 in San Pedro de Atacama kennengelernt und sie kommen gerade aus Alaska. Wir stehen zusammen und klönen bis wir losmüssen zum Abendtreffen. Die Welt ist so klein, besonders die von Reisenden auf der gleichen Route.

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Für 12 USD bekommen wir eine Jahreskarte für Gerties Spielcasino. In der Halle sind neben den Poker-, Black Jack- und Roulett- Tischen, Spielautomaten der heutigen Zeit aufgebaut. Ansonsten ist alles im Stil des vorletzten Jahrhunderts gehalten. Im Innenraum sind kleine Bistrotische aufgestellt, für Gäste die nicht spielen aber die Show sehen wollen. Dreimal am Abend treten die Mädels auf, 20.30, 22.00 und 24.00 Uhr. Zwei Musiker, Klavier und Schlagzeug, begleiten die hübschen Can Can Girls zu ihren schwungvollen Auftritten.

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Zwischen den Auftritten trällert die voluminöse Gertie mit wohlklingender kräftiger Stimme Chansons aus alten Goldrush-Zeiten. Auch die Fräuleins, die uns Bier bringen sind gefällig kostümiert. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt. Unsere Freunde Renate und Eugen sind mit von der Partie und wir entscheiden die nächsten Tage gemeinsam bis Fairbanks zu fahren.

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Wir hatten bei unserer Ankunft drei Übernachtungen bei Dieter bezahlt, weil klar war, dass wir auch das Bonanza Creek Valley besuchen wollen. An dem kleinen Bach war 1896 das erste Gold gefunden worden, das den Klondike Goldrausch auslöste. Montag Morgen machen wir unsere Runde in das Tal. Vorbei am Claim 33, der Tourbussreisenden die Möglichkeit gibt in aufgebauten Alubecken selbst Gold zu waschen.

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Die riesige hölzerne Dredge No. 4 ist eine Förderanlage, in deren Innern das Gold ausgewaschen und am hinteren Ende der Abraum wieder in die Natur gekippt wird, goldwaschen industriell! Auch der Discovery Claim ist uns einen Stop wert. Wie viel es dort zu entdecken gibt, wird wohl am besten damit beschrieben, dass wir, unser OF-EN, in kürzester Zeit DIE Attraktion für die 30, meist deutschen Fahrgäste eines Tourbusses sind.

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Nach zwei Stunden schließen wir die 40 km Runde auf dem Dome Mountain ab. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf den Zusammenfluss von Klondike und Yukon. Unsere Freunde Renate und Eugen sind schon hier und erwarten uns mit frischem Kaffe und Keksen bei strahlendem Sonnenschein. Den Nachmittag nutzen wir, um unsere Weiterreise zu organisieren. Viel einkaufen können wir nicht, wer weiß, was wir an der nahen Grenze zu Alaska wieder abgenommen bekommen?

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Also nur tanken und den OF-EN wieder vom gröbsten Straßenschmutz befreien. Dann geht’s wieder mit der George Black Fähre über den Yukon nach West Dawson. Renate und Eugen haben schon einen wundervollen Platz auf dem Yukon River Campground (N64.07845 W139.44022) gefunden, den wir anfahren, um Stühle und ein paar Bier abzuladen für den geplanten gemeinsamen Abend.

Schnell ist klar, hier direkt am mächtigen Fluss ist es deutlich schöner als auf Dieters Abstellplatz und wir richten uns häuslich ein, um auch die Nacht hier zu verbringen. Eugen hat schon genügend Holz gehackt und so ist das Feuer schnell entfacht und die erste Bierdose zischt. Ein wunderbarer Nachmittag am Ufer des still dahinziehenden mächtigen Yukon beginnt.

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Das Schönste ist aber die Gemeinsamkeit und die Freude auf die kommenden Tage. Wir werden getrennt die gleiche Strecke fahren, jeder mit seiner Geschwindigkeit. Am Abend treffen wir uns am verabredeten Punkt zu Erfahrungsaustausch und Strategiegesprächen.

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Dienstag Morgen geht’s los auf dem Top of the World Highway. kanadaVon Dawson City klettern wir zunächst etwa 400 m in die Höhe. Die 105 km bis zur Grenze Alaskas auf etwa 1.300 m ü.N.N. geht es auf und ab durch wunderbare Natur, allerdings bei nicht ganz strahlendemHimmel. Rauch hängt in der Luft, auf digitalen Tafeln wird immer wieder vor Waldbränden gewarnt. Auch von Tierbegegnungen werden wir heute nicht verwöhnt. Lediglich ein Fuchs, oder war es doch ein Coyote kreuzt unseren Weg.

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