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ecuador
20. - 26. Juli 2014
(km 138.523 Ecuador
Grenzübergang Huaquillas

Machala - Cuenca - Montañita - Salango

Die Grenzabfertigungen, Ausreisestempel Peru, Einreisestempel Ecuador werden in einem modernen Gebäude auf Ecuadorianischer Seite erledigt und dauern keine 15 Minuten.

Auch das Fahrzeugpapier von Peru geben wir hier ab. 

Für Ecuador erhalten wir ein neues Zollpapier für den OF-EN in der Zollstation etwa 5 km weiter. Hier geht es sehr genau zu. Reisepass mit Einreisestempel, Führerschein und Kfz-Schein müssen im Original und als Kopie auf einem DIN A Blatt vorgelegt werden.

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Die Kopie kann man in einem kleinen Supermarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite  für 25 $Cent machen lassen. Der Beamte macht dann noch Fotos vom Auto und der Fahrgestellnummer, ein kurzer Blick ins Innere, ja das ist ein Campermobil und wir bekommen die Fahrzeugpapiere für Ecuador. Die Prozedur dauert knapp eine ¾ Stunde.

Auch in Ecuador ist die Straße weiterhin gut ausgebaut, unser Weg führt uns  nach Machalla, wo wir erstmal an einem großen Einkaufszentrum Halt machen. Ecuador hat keine eigene Währung und wir können mit den mitgebrachten USD einkaufen.

Zunächst sind es Simcards für Handy und Ipad von Movistar. Wir befragen mehrere Personen in der Mall, das soll der Anbieter mit der besten Abdeckung in ganz Ecuador sein. Im Supermarkt erstehen wir noch Lebensmittel, Bier uns Wein können wir heute am Sonntag nicht erwerben. Machalla soll laut Reiseführer einer der unsichersten Orte Ecuadors sein, und so fahren wir weiter an die Küste nach Puerto Bolivar (S03 16.027 W80 00.145), wo wir an der Uferpromenade unser Lager aufschlagen.

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In einem der vielen Restaurant versuchen wir ein Abendessen zu genießen, was aber von Myriaden von Mücken vereitelt wird. Zum Glück haben wir das meiste der wohlschmeckenden Gerichte schon verzehrt, als der Mückenregen vom Himmel fällt. Bis 22 Uhr herrscht noch touristische Betriebsamkeit an der Promenade, aber dann haben wir eine ruhige Nacht.

Da Manfreds Simcard im Ipad nicht funktioniert, fahren wir am Montagmorgen wieder zurück zum Einkaufszentrum. Seit 9 Uhr ist der Supermarkt schon geöffnet und heute können wir auch Bier und Wein einkaufen. Bei Movistar werden die 20 USD für 500 MB nochmals aktiviert und wir starten in Richtung unseres Tagesziels Cuenca.

Der Ort soll Ecuadors schönste Stadt sein und liegt auf 2.500 m im Nordwesten von Machalla. Über 190 km geht’s stetig in die Höhe. Heute ist Manfreds Prüfungstag. Zuerst hat das Ipad mit der Movistar Simcard gestreikt, jetzt muss er eine Undichtigkeit im Luftschlauch zum Turbolader feststellen. Das erledigt der begnadete Ingenieur in wenigen Minuten auf der Straße. Ein Ersatzschlauch wir passend geschnitten und montiert. Iris versorgt uns in der Zwischenzeit mit frischem Obst und erfährt so nebenbei die Lebensgeschichte von Mala.

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Nur wenige Kilometer weiter sind es plötzlich schwarze Flecken auf der Windschutzscheibe, die zum Anhalten zwingen. Der Motorraum tropft schwarz von Öl. Was war passiert? Die Untersuchung dauert über eine Stunde, ohne Ergebnis, nur wage Vermutungen. Der Ölmessstab zeigt kaum Verlust an, trotzdem wird etwas Motoröl nachgefüllt und weiter geht’s.

Es tritt auch kein weiteres Öl aus, dafür klemmt sich aber ein dicker Stein zwischen die hinteren Zwillingsreifen. Wieder anhalten und eine Viertelstunde hämmern und hebeln, bis der Übeltäter befreit ist.  

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Dann eine nette Überraschung. Wir tanken. 116 Liter Diesel für 32 USD (etwa 24 €), da gehen die hängenden Mundwinkel wieder nach oben.

In Cuenca campen wir bei Umberto (S02 54.343 W79 01.693) auf einer Wiese vor seinen Yanuncay Cabañas. Umberto spricht ein bisschen deutsch, war auch einige Wochen in Deutschland und ist ein äußerst freundlicher Zeitgenosse. Noch ein glücklicher Umstand am diesem Tag, wir können uns an sein 220 Volt Stromnetz anschließen; in Ecuador sind sind nur 110 Volt üblich.

Am nächsten Morgen fahren Manfred und Somati zur nächsten LKW Waschanlage. Eine Motorwäsche ist angesagt. Vielleicht kann  ja bei sauberem Motor noch etwas mehr Ursachenforschung betrieben werden.

Iris und Wolfram machen sich zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Tatsächlich ist diese bemerkenswert schön.

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Die kolonialen Gebäude mit den wunderschön geschnitzten Balkonen, die großen öffentlichen Gebäude und Kathedralen mit Naturstein Fassaden sind gut erhalten und gepflegt.

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Es macht Spaß durch die Straßen zu flanieren. Wir werden von einem Holländer und einem Nordamerikaner angesprochen, die uns unaufgefordert berichten wie lebenswert es in dieser Gegend ist.

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Am Nachmittag stoßen auch Somati und Manfred wieder zu uns. Gemeinsam nehmen wir ein ganz leckeres Mittagessen im stylischen Café Sucre Salé zu uns. Wohlgestärkt geht der Stadtbummel weiter. Somati ersteht ein geblümtes Kleidchen, das die hübsche junge Frau noch ein Stück erstrahlen lässt.

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Papa Manfred gönnt sich einen Panama-Hut, der seinen Namen eigentlich zu unrecht trägt. Diese spezielle Hutart wurde hier in Ecuador entwickelt und wird aus einem Stroh, dem Toquilla gefertigt, das es nur hier gibt. Schon Napoleon soll einen solchen Sombrero de Paja Toquilla getragen haben. Zurück im Camp posieren die beiden stolz für Fotos.

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Mittwoch führt uns die Route über einen 4.125 m hohen Pass wieder Richtung Pazifik. Über den Wolken, vorbei an endlosen Bananenplantagen. Nach 190 km Fahrt sind wir gegen 14 Uhr in Ecuadors größter Stadt Guayaquil.

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Wir hatten uns eingebildet an der Flusspromenade einen Stellplatz zu finden. Pfeifedeckele. Hier ist auf der vierspurigen Einbahnstraße Bewegung angesagt. Anhalten geht nur, wenn die Ampel rot zeigt und campen gibt’s hier nicht. Eine Touristinfo ist genauso schwer zu finden wie ein Stellplatz.

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Also nichts wie wieder raus und weiter Richtung Westen. Wir schaffen es vor Sonnenuntergang bis San Pablo am Pazifik. Bevor wir es uns bei Bier und Shrimps in einer Strandbar (S02 08.225 W80 46.389) gemütlich machen retten wir einen im Sand steckengebliebenen einheimischen PKW

Nach der guten Tat schmeckt das Abendessen doppelt gut. Die Nacht an der Straße ist etwas laut, aber nach 4 Tagen Ecuador haben wir das Land schon richtig lieb gewonnen, dass wir solche Kleinigkeiten verzeihen und nur den Pazifik rauschen hören.

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Am nächsten Morgen beim Frühstück am Strand mit Blick aufs Meer, die nächste Überraschung: Was winkt uns da aus etwa 500 m Entfernung? Ein Wal! Dann schraubt sich der Riese zu vollkommener Größe aus dem Wasser, um mit einem Platsch wieder auf dem Rücken zu landen. Schnell, Fernglas und Foto raus, das Schauspiel muss näher festgehalten werden.

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So beginnt ein glücklicher Tag. Schon länger hatten wir entschieden unsere geplante Route im Brasilianische Amazonasgebiet zu Gunsten Ecuadors, das wir gar nicht auf dem Schirm hatten zu ändern. Wale anstelle von Moskitos , eine gute Entscheidung.

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Weiter geht’s auf der Ruta del Sol etwa 40 km bis Montañita. Der Ort wird mit Goa und Gomera verglichen. Surfer und Althippies in lockerer Kleidung bestimmen die Szene. Eine relaxte Atmosphäre. Nach Stadtbummel und Getränk in der Fruchtbar fahren wir noch 40 km bis kurz vor Salango.

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Das Schweizer Camp Islamar (S01 35.943 W80 51.107) ist unser Ziel. Hier treffen wir auch Birgit und Stefan die netten Österreicher und die lieben Lisa, Benni, Levi und Yari wieder. Die freundliche Verwalterin Patrizia serviert uns ein wunderbares Abendessen und die Gemeinschaft kann sich an der großen Tafel updaten.

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Freitag sind chillen und Strandspaziergänge angesagt, Wale vor der Küste werden mit Fernglas gesucht und einige gefunden. Die weitere Reiseroute wird geplant und Wolfram bucht die Flüge für unseren Heimaturlaub.

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Am 27.10. wollen wir für 2 ½ Monate von Cancún nach Deutschland fliegen. Nach drei Jahren ohne deutsche Weihnachten wird’s mal wieder Zeit dafür.

Eigentlich wollten wir heute, Samstag, zur Isla de la Plata. Die Insel hat unter Reisenden den Beinamen "Galapagos für Arme". Sie liegt nur etwas mehr als 20 km vor der Küste und soll einen Großteil der Galapagos Tierwelt beherbergen.

Leider sind die Boote alle ausgebucht und wir werden auf Sonntag vertröstet. Flexibel, wie wir sind stellen wir um und nutzen die freie Zeit für das Tagebuchupdate. Von Isla de La Plata dann das nächste Mal.

27. Juli - 06. August 2014 (km 139.274)
Isla de la Plata - Montecristi - Baños - Quito - Otavalo - Ibarra

Schon um 8.15 Uhr fährt das Taxi, das uns nach Puerto Lopez bringen soll vor. Noch schnell ein Frühstück vom Patrizia und dann geht’s los. Edwar ist heute nicht nur unser Taxifahrer, er wird uns den ganzen Tag auch als Guide begleiten.

In Puerto Lopez führt er uns zum Ticketverkauf, wo wir für 40 USD p.P. unseren Ausflug buchen. Von dort geht’s weiter zum Landesteg der Boote Richtung Isla de la Plata.

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Mit etwa 20 Knoten (35 km/h), so schätzt Manfred der erfahrene Seefahrer, gilt es die etwas mehr als 20 km Seestrecke zu überwinden. Unterwegs stoppen wir noch mal um zwei oder sind es drei Wale zu beobachten.

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In Südafrika und Valdez/Argentinien hatten wir schon Glattwale bewundern können, jetzt sind es Buckelwale, die uns ihre Tänze vorführen. Immer wieder winken sie mit ihren langen Brustflossen, schrauben sich zu fast gesamter Größe, rund 15 m aus dem Wasser und platschen spritzend auf den Rücken.

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Alles in weniger als 20 m vor unseren Augen. Unser Whalewatching dauert etwa eine halbe Stunde, dann geht’s weiter Richtung Insel. Die Rundwanderung dort dauert knapp 2 Stunden. Es sind vorwiegend Blaufußtölpel, denen wir begegnen. In der Ferne sehen wir ein par Fregattvögel, deren Männchen ihre roten Kehlen mächtig aufblasen um zu imponieren.

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Alles wunderbar, nur die Insel als Klein-Galapagos zu verkaufen ist übertrieben. Beim Anlegen mit dem Boot hatten uns zwei große Wasserschildkröten begrüßt, auf der Insel selbst gibt’s "nur" Vögel. Trotzdem ist der Spaziergang schön, auch wenn wir nur einen Weg von mehreren laufen dürfen. So ist die Regel.

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Auf dem Rückweg mit dem Boot machen wir zum Schnorcheln an einem Korallenriff Halt. Das überlassen wir Jüngeren und Manfred und knipsen die bunten Doktorfische vom Boot aus. Es wimmelt nur so ums Boot von Fischen, Birgit und Stefan hatten sogar von Rochen berichtet, die sind heute hier aber nicht vertreten.

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Auf der einstündigen Rückfahrt gibt’s noch einen kleinen Snack, Früchte, Thun- und Käsesandwich. Auch die Taxirückfahrt ist im Preis des Tagesausflugs inbegriffen und wir zeigen Edwar unsere Zufriedenheit mit einem ordentlichen Trinkgeld.

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Bevor wir Montagmorgen vom Cap Islamar nach Manta aufbrechen, untersuchen Manfred und Wolfram zwei Stunden lang unser Stromsystem im OF-EN. Die Verbraucherbatterie wird seit längerem während der Fahrt nicht mehr von der Lichtmaschine geladen. Wahrscheinlich haben die zigtausend Kilometer Rüttelstrecke, die wir gefahren sind irgendwo ein Kabel gelöst.

Aber alle Messerei bringt uns nicht weiter, überall liegt die erwartete Spannung an. Die Batterie müsste eigentlich geladen werden. Aber auch nach 95 km und zwei Stunden Fahrt zeigt die Batterie keine erhöhte Ladung, außer dem, das von den Solarzellen und dem Verbrauch durch den Kühlschrank übrig bleibt.

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Montecristi ist die Stadt in Ecuador, in der die Panama-Hüte hergestellt werden. Wir finden auch schnell die Straße mit den Hutmacherwerkstätten, nur sind diese Werkstätten heute nur noch Verkaufsräume. Da und dort ist zu Demonstrationszwecken mal ein unfertiger Hut aufgestellt und man kann sich die feine Knüpfarbeit vorstellen.

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Von der Touristinfo wird Iris an einen Laden verwiesen, indem sie aber auch nur beobachten kann, wie ein Hut gewaschen wird. Die Knüpfarbeit findet heute in Fabriken vor der Stadt statt. Somati bekommt einen kleinen schwarzen, den passenden Alltagshut für Manfred finden wir nicht. Trotzdem fahren wir weiter nach Manta.

In der riesigen El Paseo Mall (S00 57.985 W80 42.316) füllen wir unsere Lager und fahren dann Richtung Briones Elektronics, wo wir uns Spannungswandler von 110 auf 230 Volt kaufen wollen. Nur hat der Laden um 18.30 Uhr schon geschlossen. In einer Nebenstraße parken wir vor der Iglesia Merced um zu übernachten.

Gegen 21 Uhr klopft es an der OF-EN Tür und Patricio fordert uns in gutem Deutsch auf, besser um die Ecke bei ihm auf dem umzäunten Schulhof zu übernachten. Die Gegend hier ist doch sehr unsicher. Erst kürzlich sei das Auto des Pastors hier vor der Kirche gestohlen worden. Dankbar folgen wir ihm und haben so eine ruhige Nacht.

Schon um 7.30 Uhr öffnet Briones Electrones (S00 56.879 W80 43.477) und wir erwerben die gewünschten Transformatoren mit 2000 Watt Leistung für weniger als 150 USD.

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Wir wollen heute so weit als möglich in Richtung Baños fahren. Zunächst von Manta nach Portoviejo und weiter nach Quevedo immer Richtung Osten. Ab Quevedo geht’s bergauf. Zwei Pässe von über 4.000 m gilt es zu überwinden. Den zweiten in dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 20 m.

Trotzdem werden wir auf der Serpentinenstrecke vor sowieso nicht übersichtlich Kurven von dicken Brummis überholt. Wir sind richtig erleichtert, als wir bei 3.900 m die Wolkendecke durchstoßen und wieder nebelfreie Sicht haben.

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In Latacunga biegen wir Richtung Süden ab, es ist schon 17 Uhr und wir sollten einen Übernachtungsplatz suchen. Manfred ist etwa eine halbe Stunde hinter uns und 15 km südlich von Latacunga an der Plaza (S01 02.609 W78 35.470) von San Miguel de Salcedo erwarten wir die beiden. Wir stehen gegenüber der Stadtverwaltung, wo auch die Polizei sitzt und fühlen uns sicher.

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Das Abendessen nehmen wir in der Parilla Columbus (S01 02.518 W78 35.437) um die Ecke ein. Die Portionen sind riesig, das Fleisch super zart!!! und zum Schluss nehmen wir ein Doggybag mit, von dem wir noch einige Tage zehren.

Beim Essen macht uns Manfred die traurige Mitteilung, dass sie nicht weiter bis Baños mitfahren wollen. Seine Tochter Somati war mit der Vorstellung nach Südamerika gekommen, hier ihre Tanzkünste (s.a. http://youtu.be/vrNqf1pruxw) verbessern zu können. Bisher hatte sie weder in Peru noch in Ecuador die Möglichkeit, und Papa Manfred will deshalb auf schnellstem Weg nach Cali fahren um ihr dort in einer der bekannten Tanzschulen diese Hoffung zu erfüllen.

Also heißt es am nächsten Morgen Abschied nehmen, für Manfred und Somati geht’s nach Norden, wir fahren nach Süden Richtung Ambato und von dort nach Südosten bis Baños. Der Ort ist bekannt für seine Thermalquellen.  An der laut Reiseführer schönsten Badeanlage Piscinas de la Virgen ist ein großer Spielplatz, an dem der blaue Sprinter von Benni und Lisa parkt. Die junge Familie ist ausgeflogen und so entscheiden wir erstmal mal eine Runde durch die Stadt zu spazieren.

Aber auch als wir zurückkommen sind die Lieben nicht da und wir brechen auf zu Regines Café Alemania (www.chamanapamba.com), wo wir übernachten wollen. Gerade als wir losfahren springt uns Lisa vors Auto und kann von deren Plänen erzählen.

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Von Baños nach Ulba zu Regine (S01 24.054 W78 23.977) sind es nur 5 km. Nachdem wir zwei leckere Forellen aus ihrer Küche verzehrt haben, macht Wolfram ein Verdauungsschläfchen und Iris fährt mit dem Taxi zurück nach Baños. Sie will gemeinsam mit Benni, Lisa und Kids den Mirador Belavista erklimmen.

Da sie die junge Familie zunächst nicht antrifft, geht’s sie erst mal in die Terme de la Virgin. Die ist sehr überfüllt und findet ganz und gar nicht ihren Geschmack, da hatten wir schon viel schönere Anlagen genossen. Deshalb macht sie sich auch bald auf den Weg Richtung Mirador.

Und siehe da, unterwegs trifft sie auch Lisa und Benni wieder. Dieser Weg ist dann auch wie Wolfram schon vermutetet hatte kein Spaziergang, sondern eine steile Wanderung und die Anstrengung wird nicht mal mit einem Blick auf den 5000 m hohen Vulkan Tungurahua belohnt. Der versteckt sich nämlich hinter Wolken.

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So gibt’s noch einen Bummel durch die Stadt, Kaffee und leckeren Kuchen, die Hose wird genäht und Kleinigkeiten eingekauft. Alles in allem ein gelungener Nachmittag.

Bis Iris von ihrem Ausflug zurückkommt hat Wolfram die weiteren Etappen in Ecuador Richtung Norden geplant. Zur Belohnung gibt’s am Abend in Regines Café Tapas und Rotwein. Regine und ihr Mann Dietrich leben seit 27 Jahren in Ecuador. Der Schiffsbauingenieur und die studierte Künstlerin haben sich hier ein wunderschönes Anwesen geschaffen. Restaurant und Cabañas mit den Außenanlagen erinnern ein wenig an Hundertwasser und auch die Inneneinrichtung zeugt von Regines Künstlerhand.

Camping oder Stellplätze für Wohnmobile bieten die beiden nicht offiziell an, große Reisegefährte passen auch gar nicht hier rein. Trotzdem treffen Überlandreisende immer auf offene Arme und vor allem eine hervorragende Küche.

Diese Umgebung genießen wir die nächsten zwei Tage. Kleine Reparaturen werden erledigt und ein Kolumbien-Reiseführer studiert. Am nächsten Tag fahren auch die jungen Leute vor und wir machen eine Spaziergang zum nahen Wasserfall Chamanapamba.

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Während Wolfram die Kolumbienroute für August plant, baut Iris einen neuen Menüpunkt – Begegnungen – in unserem Internettagebuch ein. Schnell vergeht die Zeit und Samstag brechen wir gemeinsam mit dem Blauen in Richtung Quito auf.

Zunächst geht es nach Osten bis Puyo. Der Cañon des Río Pastaza bietet eine atemberaubende Landschaft. Von 1.800 m geht es 60 km längs des Flusses hinab auf 900 m. Von Puyo nach Norden Richtung Tena weiter hinab auf 530 m.

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Dort finden wir im Hostal Limon Cocha (S01 00.021 W77 48.490) zwei enge aber ausreichende Stellplätze. Ein Spaziergang führt uns durch den Ort zum Restaurant Chuquitos (S00 59.512 W77 48.933), gleich neben der Stelle, wo Río Pano und Río Tena zusammenfliesen.

Auch am nächsten Tag geht die Fahrt durch eine wunderbar grüne Berglandschaft, an deren Felswänden immer wieder hohe Wasserfälle hinabstürzen.

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Am frühen Nachmittag kommen wir in Papallacta auf 3.150 m Höhe an. Wir unterbrechen die Fahrt um ein Bad in den Termas de Papallacta (S00 21.754 W78 08.946) zu genießen. Sonntag ist nicht nur der Parkplatz brechend voll, sondern auch die sehr gepflegte und höchst empfehlenswerte Anlage mit fünf unterschiedlich temperierten Becken. Wolfram möchte die Becken nicht zum Überlaufen bringen und bleibt zur Bewachung im OF-EN zurück.

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Bis Mitad del Mundo, etwa 20 km nördlich von Quito sind es nur noch 90 km und wir wollen auch diese Strecke noch bewältigen. Die Openstreetmaps weisen hier einen Campingplatz, Country Club de la LIGA aus. Kurz vor Dunkelheit kommen wir dort an und müssen erfahren, dass die Kartenangaben falsch sind. Der Country Club bietet keine Übernachtungsmöglichkeiten. Auch auf dem großen Parkplatz davor können wir nicht stehen bleiben. Die Wachen am Eingang sind aber sehr hilfsbereit und einer von ihnen eskortiert uns 500 m weiter zu Noras Bonanza Inn (S00 01.706 W78 26.442).

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Die kann uns aber leider auch keinen Platz hinter den hohen Mauern ihres Anwesens bieten, weil die Einfahrt zu niedrig ist. Wir dürfen aber auf der beruhigten Straße vor ihrem Haus übernachten und die nette Dame lädt uns sogar zu einem Abendessen ein, dass wir nicht mal bezahlen dürfen. Die Ecuadorianer sind ein besonders gastfreundliches Volk. Nora (minganora@yahoo.com) bietet auch Zimmer an, hilft bei Tourbuchungen nach Quito und unterstützt Einreisewillige bei Behördengängen.

Also, Quitoreisende, diese Adresse muss man sich merken!!

Montag parken wir unsere Autos auf dem bewachten Parkplatz am Äquatordenkmal.  Von hier nehmen wir für 15 USD ein Taxi in die Innenstadt nach Quito. Ein offener Sightseeingbus fährt für 12 USD p.P. drei Stunden durch die Stadt. Wir springen kurz vor der Altstadt ab und genießen in einem griechischen Lokal leckeres, frisches Südeuropäisches.

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Zu Fuß geht’s weiter Richtung Altstadt. Wir besuchen die neugotische Basilika del Voto Nacional, die erst 1985 von Johannes Paul II eingeweiht wurde. Uns gefällt sie wegen ihrer Schlichtheit innen. Bisher hatten wir immer wieder  Kirchen von Protz und Prunk strotzen gesehen. Diese Basilika wirkt richtig bescheiden in ihrer Ausstattung und das beeindruckende Gebäude kann selbst wirken.

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Zügig geht’s  von hier weiter zur  Plaza Grande und dem Regierungspalast. Ein wunderschönes Stadtzentrum mit in lila und rosa blühenden Bäumen. Hier steigen wir wieder in den Bus, denn für 16.30 Uhr haben wir unser Taxi nach San Antonia de Pichincha bestellt.

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Wir wollen auf einem Campingplatz am Vulkan Pululahua übernachten. Über Calacali sollen es laut Routenplaner 36 km zu fahren in einer Stunde sein. Nach 16 km endet die Straße und wir biegen auf eine Piste ab, die immer tiefer über Serpentinen in einen Urwald führt. Die Piste wir immer schlechter und schwieriger, zum Umkehren ist es zu spät. Es ist Nacht geworden und der Weg ist zum Drehen viel zu schmal.

Als plötzlich wie aus dem Nichts ein Hof auftaucht, fragt Iris höflich ob wir hier vielleicht übernachten könnten. No se puede  (ne könnt ihr nicht) und mit einer Handbewegung werden wir zum Weiterfahren aufgefordert.

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Nach etwa 2 ½ Stunden, die 36 km stimmten, kommen wir in einem Dorf auf einer grünen Wiese (N00 02.044 W78 29.165) an. Jetzt erinnern wir uns, dass Nora gestern erzählt hatte, dass im Pululahua Krater Menschen leben.

Iris trifft bei ihrem Morgenspaziergang auf eine Familie, die seit über 60 Jahren hier lebt und von den letzen Eruptionen vor etwa 40 Jahren erzählen kann.

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Nach einem gemeinsamen Frühstück im OF-EN brechen die Damen mit Yari im Säckchen zu einer Wanderung hinauf zum Kraterrand auf.

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Die Herren wollen eine 17 km kürzere Piste zurück nach Calacali ausprobieren. Schon nach 2 km ist erst mal Halt geboten, weil ein Bautrupp die einspurige Piste blockiert um einen neuen Telefonmasten zu installieren. Die Jungs sind flott und nach etwa einer halben Stunde kann die Fahrt weitergehen. Die gewählte Piste ist weder schlechter, noch schwieriger als die von gestern Nacht, nur eben deutlich kürzer.

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Dass unsere Online-Karten dieses Stück wie einen kleinen Wanderweg und die gestern gewählte als ausgebaute Straße darstellen, können wir nicht beklagen, da wir uns bisher nicht an der Arbeit der OSM-Community beteiligen. Wir verbuchen die nächtliche Fahrt unter Abenteuer.

Die Jungs kommen gleichzeitig mit den Mädels in Calacali an und die Freude ist besonders groß, da eben ein paar Regentropfen fallen. Am Monumento La Mitad del Mundo machen wir noch mal Halt für die Beweisfotos ;-) Von hier brechen wir dann auf nach Otavalo.

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Die 95 km Strecke dorthin ist gut ausgebaut und die steilen Hänge spektakulär gesichert. Der Markt in Otavalo soll der größte Kunsthandwerksmarkt Ecuadors sein. Er findet inzwischen täglich an der Plaza del Poncho statt. Täglich werden auch Touristenbusse ausgeschüttet, was man an den Preisen spürt.

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Levi hat seinen in Montecristi für 10 USD erworbenen Panamahut verloren und soll einen neuen bekommen. Die probierten Hüte sollen hier 25 USD kosten, und der junge Mann verzichtet großzügig.

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Dafür ist der nebenan liegende Lebensmittelmarkt umso ursprünglicher und für 1 USD bekommen wir jeder ein üppiges Mittagessen. Noch ein bisschen einkaufen und weiter geht’s.

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Bis zum Camp Sommerwind (N00 22.850 W78 05.367) nordöstlich von Ibarra fahren wir noch 35 km. Hier heißt uns zunächst Ché willkommen. Bis die deutschen Besitzer Patricia und Hansjörg mit Tochter Jördis Hallo sagen hat uns der 69-jährige Argentinier Che seine Lebensgeschichte/Reisegeschichte durch die Welt in Spanisch zusammengefasst.

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Mittwoch morgen stellen wir fest, dass unsere Batterie auch nicht mehr über die 230 Volt Stromversorgung des Camps geladen wird. Wieder mal geht eine Sucherei mit Messgerät los. Eine Ursache wird von den kompetenten Männern nicht gefunden.

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Solange wir an der Versorgungsleitung des Camps hängen, ist es kein Problem; die Solarpanels alleine sind aber nicht ausreichend, vor allem in warmen Nächten zieht der Kühlschrank mehr als diese leisten.

Die Lösung muss warten, eine andere Aufgabe ist auch schon wieder überfällig. Den Rest des Tages wird das Gedächtnis für ein Tagebuchupdate gequält.

07. - 08. August 2014 (km 140.416)
Ibarra - Tulcán (Grenze Kolumbien)

Während Iris die Gegend erkundet, fahren Benni und Familie nach Ibarra um einzukaufen, außerdem erhält der Blaue einen Ölwechsel. Wolfram begleitet Hansjörg auf dessen Baustelle.

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Hansjörg und Patricia mit Tochter Jördis sind vor 4 Jahren nach Ecuador gekommen. Mit 6 Koffern und etwas Geld hatten sie die Heimat Norddeutschland verlassen. Bald schon wird klar, dass die Ideen, mit denen sie in Ecuador ihren Lebensunterhalt verdienen wollen nicht zu verwirklichen sind. Ein Makler bringt sie dann auf neue Wege, alte renovierungsbedürftige Gebäude kaufen, instandsetzen und wieder verkaufen.

Zunächst sind es zwei kleine Häuschen und ein großes, die auf Vordermann gebracht werden. Der Schiffsingenieur Hansjörg versteht etwas von Technik und weiß auch mit den Ecuadorianern umzugehen. Der Architekt, der ihn unterstützt ist ein Glücksgriff über die Finanzen wacht Regine.

Der Start gelingt, mit dem Ertrag aus dem Verkauf der renovierten Häuser kann das Grundstück, auf dem sie jetzt leben und Cabañas und Campingplatz aufbauen, erworben werden. Gemeinsam mit dem Architekten wird das Konzept auf einem weiteren Grundstück für 31 Reihenhäuser entwickelt. Zunächst sollen 9 eingeschossige Häuschen gebaut werden. Wenn zwei fertiggestellt sind, wird mit den nächsten beiden begonnen.

Die 70 T€ günstigen Eingeschösser sind bald verkauft und weiter geht’s mit den nächsten 12 Zweigeschössern. Auch hiervon sind die meisten schon verkauft, das letzte wird September 2014 bezugsfertig sein.

Hansjörg ist täglich auf der Baustelle und versorgt die Arbeiter mit Material. Außerdem ist er zuständig für die Behördengänge und Erinnerungen an Lieferanten und Handwerker.

Die technische Überwachung ist Architektenaufgabe, den Verkauf organisiert ein Makler. So ist Hansjörg zum Projektentwickler und Bauunternehmer geworden. 11 Maurer sind bei ihm fest angestellt. Er ist zufrieden und wie er sagt nie so gehetzt, wie er es in Deutschland war.

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Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied von den Aussteigern und fahren 130 km bis zur Grenze Kolumbiens. Dort herrscht geschäftiges Treiben, jeder muss persönlich am Ecuadorianischen Ausreiseschalter vorsprechen. Anschließend sind die Zollpapiere des OF-ENs  zurückzugeben. Die Beamtin will unbedingt das Fahrzeug sehen und gestresst muss Wolfram, der schon auf dem Parkplatz der Kolumbianischen Imigration geparkt hat das Auto zurückholen.

Nachdem wieder mal 5 Uniformierte in 10 Richtungen deuten und entsprechend viele Empfehlungen für den Weg zurück durch die Schlagbäume machen, rastet er ganz aus. Aber Iris holt das HB-Männchen wieder zurück auf die Erde. Die Beamtin macht noch ein Foto vom Nummernschild und wir dürfen weiter, um in Kolumbien einzureisen.

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