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18. - 20. November 2013 (km 106.718) Chile
Grenzübergang Hua Hum

Zur Zeit fährt die Fähre über den Lagos Piriueico nur einmal täglich. Um 16 Uhr legen wir ab, Richtung Puerto Fuy. Die Fahrt dauert etwas mehr als 1 ½ Stunden und kostet knapp 25.000 CLP (35 EUR) für unseren OF-EN inkl. Passagiere. Koelbis camionetto ist etwas kleiner und wird deshalb für knapp 17.000 CLP befördert.

Chile Chile Chile

Nur 10 km vom Hafen gibt es das Hotel Huilo Huilo im gleichnamigen Nationalpark, das auch einen Campingplatz betreibt. Der ist auch auf Nachfragen noch nicht zu benutzen und so suchen wir uns wieder ein Bushcamp.

Am Fuß des schneebedeckten Vesuvio Coshuenco findet Koelbi vor dem Ort Neltume über einen Feldweg ein windstilles  (S39 51.013 W71 55.669 ) Plätzchen für unser Lagerfeuer.

Chile Chile Chile

Von hier kommen wir über Piste nach etwa 10 km an den Lago Panguipulli und fahren an dessen Nordufer weiter auf nagelneuer Straße zum Ort Panguipulli. Hier informieren wir uns im Tourist Office. Vorteilhafterweise spricht Chrigi sehr gut Spanisch und wir wissen bald wo es längs geht.

Der kleine Ort gefällt uns gut, aber wir wollen einen Campingplatz anfahren auf dem wir ein paar Tage abhängen können. Auch das Tagebuch will mal wieder gepflegt werden. Da wir einen solchen Platz hier nicht finden füllen wir die Läger auf und fahren weiter Richtung Los Lagos.

Chile Chile Chile

Hier betreibt ein Schweizer das Camp Tourismo Tell Los Suizos (S39 52.403 W72 43.159). Allerdings muss hier auch noch einiges verbessert werden vor dem Saisonstart. Für 5 EUR pro Person erwarten wir doch etwas mehr. Leicht enttäuscht gehen wir früh zu Bett und schlafen erst mal bevor wir neue Pläne schmieden.

Chile Chile Chile

Nachdem uns Panguipulli so gut gefallen hatte, fahren wir die 60 km auf der sehr guten Straße zurück um zunächst mal wieder ein Wildcamp (S39 38.673 W72 19.541) am See aufzuschlagen. Hier entsteht bei Country Musik und Sicht über den See auf den Vulkan Coshuenco, diesmal von der anderen Seite, dieses Tagebuch-Update.

¡bienvenido! a Chile

21. – 30. November 2013 (km 109.932) von Argentinien
Panguipulli - Pucón - NP Conquillio - Icalma (Grenzort)

Immer noch am "Ort des Puma", so heißt die Übersetzung von Panguipulli, sitzen wir nach dem Frühstück friedlich beisammen mit Blick über den See auf den Vulkan Coshuenco.

Iris arbeitet im OF-EN an der Homepage, da fährt ein gut gepanzerter Pickup der Chilenischen Carabinieres vor. Die beiden Polizisten, die aussteigen sind bewaffnet und tragen Sicherheitswesten, der eine zusätzlich ein Klemmbrett mit Formularen. Irgendwie sieht es aus, als hätte der Friede ein Ende. ¡Lo siento, no hablo Español! packt Wolfram sein komplettes Repertoire aus, und hofft die Herren damit kurz zu halten.

Chrigi grüßt höflich mit vielen spanischen Floskeln und wird damit als Spanisch sprechend enttarnt. Die nächste halbe Stunde sind wir anderen entlastet und mit viel BlaBla und HaHa kehrt die friedliche Stimmung wieder ein. Ein kleiner Hinweis auf die unerlaubte Feuerstelle, ansonsten ist alles in Ordnung. Noch ein freundlicher Gruß seitens der Ofiziellen und wir können weiterchillen.

Kaum sind die Grünen um die Ecke, fährt das nächste chilenische Fahrzeug an den Strand. Heraus schallt es auf Deutsch: “Wo ist denn hier ein Supermarkt?“ Na hier am Strand nicht, im Ort gibt es einen. Günter und Luzia steigen aus und stellen sich vor.

Die Stehparty beginnt und nach 10 Minuten kennen wir die Lebensstory der beiden. Günter holt ein Sixpack eiskaltes Bier aus dem Auto und vernichtet mal schnell vier davon unter brütender Sonne. Die beiden sind vor 26 Jahren nach Chile ausgewandert und haben ihr Glück zunächst mit Milchviehzucht und jetzt mit Ochsenzucht gestaltet.

Günter kann keine Bullenhoden mehr essen, auch wenn Luzia sie paniert exzellent zubereitet. Wir sind herzlich dazu eingeladen. Günter kastriert übrigens seine Bullen eigenhändig. Nach zwei Stunden, Wolframs Ampel zeigt inzwischen rot und auch die Oberschenkel sind verbrannt, ziehen die beiden weiter mit unserem Versprechen, wenn wir in ihrer Nähe sind vorbeizuschauen.

Wir hatten geplant heute noch Richtung Lago Villarrica im Norden weiterzufahren, knapp 60-70 km von hier. Da die Straßen im chilenischen Seengebiet meist gut ausgebaut sind, packen wir und ab geht’s.

Chile Chile Chile

In Villarrica gefällt uns der angesteuerte Campingplatz nicht besonders und wir tuckern weiter 25 km am Südufer des Sees bis Pucón. An der Ostspitze des Lago gelegen, umgeben von Nationalparks hat sich der Ort zur Outdoor - Freizeitmetropole Chiles entwickelt. Zur Zeit liegt er noch ruhig und idyllisch am Fuß des Vulkans Villarrica.

Ja, die Chilenen sind mit der Namensgebung sehr kreativ. Vulkan, Lago, Ort, alle mit dem gleichen Namen. Manchmal gibt es auch noch einen Rio dazu. Der erste Campingplatz La Poza direkt am Ort Pucon spricht uns immer noch nicht an, aber Camping Copacabana (S39 16.547 W 71 57.106) am Ostende Pucóns findet unser Plazet. Die Duschen sind gerade neu erstellt und vor uns noch von niemandem genutzt.

Der Rasen ist eben und frisch geschnitten, der Swimmingpool wird gerade mit Frischwasser aufgefüllt. Der Patron ist umgänglich, er kassiert pro Paar 13.000 CLP (< 13 EUR), wir bleiben. Am nächsten Morgen geht’s noch mal zurück nach Pucón, einkaufen bei Express Lider bevor wir nach Osten ins Tal des Rio Liucura ziehen.

Die Vulkane hier in der Gegend sind nicht nur schön anzuschauen, zwischen ihnen entspringen auch reichlich heiße Quellen. Unser Ziel in nur 35 km sind die Termas Los Pozones (S39 13.567 W71 38.653). In einem der fünf schönen Naturbecken findet man mit Sicherheit die persönlich richtige Badewassertemperatur.

Chile Chile Chile

Für 5.000 CLP dürfen wir drei Stunden suhlen. Zur Abkühlung kann man in den Fluss steigen. Das bedeckte Wetter fällt erst auf, als wir am Abend auf dem Acro Camping Araucaria (S39 16.806 W71 39.842) draußen sitzen wollen. Es ist sehr schattig und auch das Feuer hält uns nicht lange im Freien.

Der nächste Tag bringt wettermäßig keine Verbesserung und wir beschließen eine nur kurze Wanderung zum Tiroler Restaurant (S39 12.977 W71 42.667) von Hans zu unternehmen. Die Autos bleiben von Schafen bewacht zurück. Nachdem Hans unser Mittagsmahl, zweimal Trucha, zweimal Assado Cochino zubereitet hat, setzt er sich zu uns an den Tisch und gibt uns gute Tipps zu Reisezielen in der Umgebung.

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Wir haben Glück, denn der leichte Nieselregen setzt erst am Ende unseres 5 ½ km langen Rückweges ein. Der echte Dauerregen wartet dann bis wir unsere wasserdichten Behälter erreicht haben.

Chrigi und Koelbi haben inzwischen über SMS Kontakt zu einem anderen Schweizer Paar gefunden, mit dem sie in Peru gereist waren. Die beiden, Tina und Marko sind auf dem La Poza Camping (S39 16.861 W71 58.733) in Pucón und dort finden wir auch noch Katja und Florian, zwei junge Deutsche, denen wir vor Tagen schon mal auf der Straße begegnet waren.

Dazu gesellt sich noch der mit Zelt reisende Hamburger Uwe und so gibt es wieder mal reichlich Geschichten und Informationen beim gemeinsamen Abendessen.

Eigentlich wollte Florian am nächsten Morgen den 2840 m hohen Vulkan Villarrica besteigen. Aber die Tour wird wegen zu starken Windes abgesagt. So sitzen wir auch zum Frühstück wieder alle komplett am Tisch.

Chile Chile Chile

Gegen Mittag verabschieden wir die nette Gesellschaft und fahren mit "unseren" Schweizern Chrigi und Koelbi weiter. Zunächst Richtung Osten nach Curarrehue und von dort auf Schottersträßchen Richtung Norden. Hinter Reigolil biegen wir nach Süden ab in den Parc National Huerquehue, wo wir längs des Rio Blanco zu den gleichnamigen EcoTermas (S39 06.500 W 71 36.836) wollen.

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Nach nur 6 km Naturstraße unter Bäumen, sind wir am Ziel und finden mit Hilfe von Constructor Koelbi auch ebene Stellplätze. Die Termas haben drei Becken, das oberste naturbelassen mit viel Algengrün, deswegen und weil viel zu heiß nicht so einladend. Das mittlere ist immer noch sehr heiß, kann aber durch kaltes Quellwasser aus Schläuchen reguliert werden. Das untere, direkt am Rio Blanco bietet herrliches Badewannenwasser.

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Gladys, die Hüterin der Thermen bietet uns das alles für 3.000 Pesos pro Person. Sie würde gerne mehr nehmen, aber der Nachbar San Sebastian auf der anderen Uferseite, der lange nicht so Ansprechendes bietet, macht die Preise kaputt.

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Weil’s so schön ist, beschließen wir noch eine Nacht zu bleiben und Iris, Christa und Koelbi machen eine 3 Stunden-Wanderung durch den Nationalpark. Zu lange für Wolfram, der faul im Wasser liegt oder Reiseberichte liest. Einer muss ja arbeiten und das Fortkommen planen. Den Abend beschließt wieder eine Grillsession. Ein wahrlich hartes Leben in der Natur.

Das nächste Ziel ist der Nationalpark Conquillio mit dem gleichnamigem See und dem 3125 m hohen, immer noch aktiven Vulkan Llaima. Auf dem Weg dorthin machen wir kurz Stopp in Cunco; zwar ein nettes Städtchen, aber nicht weiter begeisternd.

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Die Vulkanlandschaft des Parks bietet da schon etwas mehr. Mit wilden Flüssen, grünen Seen und Abbruchkanten, die unsere geologische Geschichte farbenreich offen legen.

Chile Chile Chile

Wir haben wieder mal Glück. Die Park-Ranger streiken um mehr Lohn und so kassiert niemand die Eintrittsgebühr. Auch am Camping Ñirres, direkt am See werden wir nicht zur Kasse gebeten. Da die Schranke am Eingang des Campingplatzes (S38 38.800 W71 39.072) für unsere Autos zu niedrig ist campieren wir auf dem Parkplatz direkt am Seeufer, neben einem amerikanischen Bigfoot-Camper.

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Besitzer dieses beeindruckenden Fahrzeuges sind Michaela und Felix, zwei junge Deutsche, die in San Francisco arbeiten und sich ein Jahr Auszeit für die Panamerikana gegeben haben. Wir sitzen gerade gemütlich zusammen, als unsere Party um zwei bayerische Radler ergänzt wird. Sabine und Robert waren Chrigi und Koelbi auch schon mal Mitte des Jahres weiter im Norden begegnet. Das Hallo ist entsprechend.

Leider darf im Park nur Holzkohlefeuer gemacht werden. Am Abend blasen hier zur Zeit noch eisige Winde von den schneebedeckten Hängen. Wenn auch frostig ist der Abend doch sehr unterhaltsam.

Am Donnerstag brechen dann sieben Wanderer zu einer 6-Stunden-Tour auf. Einer (?) muss die Fahrzeuge bewachen und Wolfram erklärt sich bereit nut einen kleinen Spaziergang durch den nahen Araukarienwald zu machen um dann die Autos zu hüten.

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Die Auraukarie ist der auffälligste Baum hier in Chile. Die Einheimischen nennen ihn auch Paragua, Regenschirm und ein bisschen sieht er auch so aus. Der Stamm der älteren Bäume sieht allerdings eher so aus, als sei er schon einmal im Feuer gelegen oder hätte sich einen Krokodilmantel übergezogen.

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Als die Sieben von ihrer Tour zum Sattel der Sierra Nevada zurückkommen schwärmen sie von rotköpfigen Magellanspechten, Vogelspinnen und Condoren. Nur Felix tröstet Wolfram, du hast nichts versäumt, stink langweilig! ;-)

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Am Abend wieder eisige Kälte, Koelbi möchte gerne weiterfahren, schließt sich aber der Mehrheit die bleiben will an und geht gleich ins Bett. Auch die Radfahrer ziehen ihres Weges und so sitzt nur eine 5er-Gruppe ums Kohlefeuer, das nur wenig Wärme abstrahlt. Nur die Kohlehäufchen unter den Stühlen verlängern wieder mal den kalten Abend. Ach, noch was, auch der Wein hier muss schneller getrunken werden, eiskalt schmeckt er nicht so gut.

Freitag verabschieden wir uns von Michaela und Felix, man sieht sich! Auch sie werden sich über das Jahresende hinaus in Patagonien rumtreiben.

Chile Chile Chile

Am Westufer des Lago Conquillio entlang fahren wir nach Norden Richtung Curacautin. Kurz vor der Hauptstraße geht’s Richtung Nordost, Malalcohuello, zur Hosteria Suizandina (S38 27.675 W71 36.999). Der chilenische Eigentümer bewirtet uns freundlich, seine schweizer Frau ist auf Heimaturlaub. Alles hier ist sehr ansprechend, das Internet aber ätzend langsam, unbrauchbar. Der Preis zum Campieren ist mit 6.000 CLP pro Person dann auch noch recht hoch und so entscheiden wir die am Weg hierher plakatierten Campingplatze anzufahren.

Der erste wird gerade renoviert, der zweite ist noch geschlossen. Erst der dritte Camp Vorticechile (S38 27.850 W71 45.223) bietet das, was wir suchen. Wir teilen uns einen großen Stellplatz, der mit 12.500 CLP damit günstig wird und machen gleich mal eine chilenische Bierprobe in der Bar. Auch Koelbis Laune fährt wieder auf Spitze und sein Lagerfeuer wird entsprechend übermannshoch! Wir genießen!

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Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen  von unseren liebgewonnenen Reisegefährten. Die beiden fahren Richtung Santiago, wir nach Osten zurück nach Argentinien.

Vorher müssen wir noch ins 12 km entfernte Curacautin, wo es einen Cambio geben soll, indem USD zu gutem Kurs verkauft werden. Der ATM der Banco Estado verweigert die Auszahlung von Pesos, aber im Unimarc Supermarkt gegenüber (S38 26.255 W71 53.471) steht auch ein Automat, der freundlicher reagiert. Leider hat dann die Wechselstube nur 300 USD zum Verkauf und dann auch noch einige kleine Scheine, die die Argentinier gar nicht mögen. Besser als Nix.

Der Plan ist von hier bis hinter Malalcohuello nach Osten und von dort Richtung Nordost am Fuß des Vulcano Lonquimay zum Ort Lonquimay zu fahren.

Der Ort bietet kaum etwas, außer einer Tankstelle (659 CLP / Liter Diesel = ca. 0,95 €) und die Fahrt geht weiter in die grandiose Landschaft des Reserva National Gallatué mit der gleichnamigen Laguna.

Chile Chile Chile

Hier entspringt Chiles mächtigster Strom der .... ! Nein, der hat seinen eigenen Namen Rio Bio Bio. Leider können wir den Weg hier nicht fortsetzen, weil "Brückenbauarbeiten" über das hier noch schmale Bächlein in Gang sind. Also 40 km gleiche Schotterpiste zurück und in großem Bogen den Weg zur Grenzstation Icalma suchen. Das lohnt sich, wenn auch auf diese Weise unser Tageskilometerzähler 220 km misst. Die Landschaft ist atemberaubend und macht gute Laune.

Im Süden der Laguna Icalma durch das gleichnamige Örtchen fahren wir bis zu einer kleinen Laguna, deren Namen wir nicht kennen und sie kreativ Icalmaletta taufen. Hier finden wir einen Platz (S38 49.015 W 71 20.084) mit Blick über das Wasser.

Der strahlende Sonntagmorgen fordert zum Verweilen auf und Wolfram schwingt den Griffel, während Iris ihre Bilder für das Tagebuch sortiert. Nebenbei wird Brot und Kuchen gebacken (Anmerkung: die Gasflasche gibt kurz vor dem Backende ihren Geist auf), wir müssen Frisches verarbeiten, bevor wir über die Grenze gehen.

Nach zwei Wochen Chile werden wir erst morgen nach Argentinien aufbrechen und dort weiter Richtung Süden fahren.

Einen schönen ersten Advent!
ersteradvent

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30. 12.2013 - 2. Januar 2014 (km111.372) von Argentinien
Ushuaia - San Sebastian - Punta Arenas - Puerto Natales

Da Montags die Fähre von Povenir nach Punta Arenas nicht fährt ist unser Ziel die Fähre in Punta Espora, die wir vor vier Tagen schon mal genutzt hatten. Gegen 15 Uhr sind wir dort und inzwischen wieder auf Asphalt erreichen wir um 17.30 Punta Arenas, wo wir unsere Mitfahrer in der Hosteria Independencia abkippen.

Für unseren OF-EN  bietet der kleine Innenhof der Hosteria keinen Platz und wir müssen eine andere Möglichkeit für die Nacht finden. Zunächst organisieren wir chilenisches Internet um Mails abzurufen. „Sind weiter Richtung Puerto Natales, dort soll es 5 °C wärmer sein, in Punta Arenas haben wir keinen passenden Stellplatz gefunden.“ Schreiben Chrigi und Koelbi.

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Wir müssen aber noch etwas für die Nacht finden und wählen eine Free Camping Area (S52 59.261 W70 48.798) in der Nähe des Flughafens direkt am Wasser, 20 km nördlich von Punta Arenas.

Trotz der Flughafennähe ist der Platz ruhig und unser Silvestermorgen beschert uns einen wunderbaren Blick über die Maggelanstraße an deren Ufer Robben im Flachwasser spielen, direkt vor unsrem Wohnzimmerfenster.

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Soviel Schönes macht Mut und nachdem getankt und die „Must-Have-Liste“ im Supermarkt abgehakt ist, starten wir durch, 250 km in Richtung Puerto Natales.

Der Campingplatz Josmar 2 (S51 43.717 W72 30.233) ist in dem kleinen Ort gleich gefunden und hier stehen sie alle. Chrigi + Koelbi, Regine + Walter, außerdem Urs mit Familie, ebenfalls aus der Schweiz. Es wird eng und für Tina + Marco, die kurz nach uns einparken, bleibt nicht viel Platz. Der chilenische Patron schließt diesen wegen Überfüllung. Aber da kommen auch noch Maggi und Ruedi, wir rücken ein wenig zusammen und siehe da, es geht noch was.

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Schon am Nachmittag flackert Koelbis Feuer, nur die Nieselschauer und der Wind stören etwas. Aber dagegen gibt’s Planen und schon hat der erfahrenen Outdoorler ein Dach konstruiert, das allen Platz bietet. Die Silvesterfeier ist gerettet und bald brutzelt unser Fleisch auf dem Grillrost neben dem offenen Feuer.

Risotto und Kartoffelgratin erweitern unser Menü, es gibt ein bisschen Wein, vom Wetter spricht niemand mehr. Koelbi zeigt ein weiteres Talent, die Musik-Playlists auf seinem Computer treffen unser aller Geschmack. Um 0 Uhr, in Europa liegen die meisten schon im Bett, liegen wir uns in den Armen und stoßen auf ein freudvolles 2014 an.

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Einige halten es bis nach 3 Uhr aus. Nur Iris ist schon um halb fünf wieder auf den Beinen, Musik hat sie geweckt. Auf ihrer Suche in der Nachbarschaft findet sie Einlass in die "Stadthalle" Puerto Natales. Unglaublich, die Halle ist immer noch brechend voll mit Salsa tanzenden Chilenen. Die Herren mit den typischen Baskenmützen, die Damen ganz leger in hautengen Jeans mit Stiefeln. Und die Band spielt sich die Seele aus dem Leib, morgens um fünf. Was ein Erlebnis.

Das Frühstück am 1. Januar findet wie wohl überall auf der Welt etwas später statt. Tagsüber sitzen die meisten in ihren Autos, pflegen sich, lesen, oder holen versäumten Schlaf nach. Manche wagen Spaziergänge zum Hafen obwohl Regengüsse sich mit strahlendem Sonnenschein immer wieder abwechseln. Erst am Abend trifft man sich, um gemeinsam im Ort essen zu gehen.

Chile Chile Chile

Wir finden ein gutbürgerliches Restaurant indem wir noch einen 6er-Tisch erwischen bevor es voll wird. Das Essen ist gut und erschwinglich, besonders, da Koelbi und Wolfram dem Alkohol entsagen. Manchmal ist Mann halt noch gesättigt.

Am nächsten Morgen brechen dann alle auf in den Parque Nacional Torres Del Paine. Wir bleiben noch um das relativ schnelle Internet der Campsite für unser Tagebuchupdate zu nutzen.

Ein gutes Neues Jahr 2014

2014

2. – 8. Januar 2014 (km 111.084)
Puerto Natales - Torres del Paine - Cochrane

Am Abend des zweiten gibt es nach der "Tagebuch-Arbeit" zur Belohnung einen Besuch im Brewery Restaurant Baguales (S51 43.542 W72 30.378). Zu Frischgezapftem gibt es Hamburger, das Lokal ist von US-Amerikanern geführt und das empfindet man auch.

In den Nationalpark Torres del Paine ist es nicht mehr weit. Nach dem Einkauf am nächsten Morgen fahren wir zunächst 60 km bis Cerro Castillo und von dort weitere 25 km bis ans Nordostufer des Lago Sarmiento und hier sehen wir sie erstmals, die Torres.

Chile Chile Chile

Leicht wolkenverschleiert, aber ihre Schönheit ist zu erahnen. Die Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob das Paine-Massiv zu den Anden gehört. Jedenfalls bestehen die Berge aus zwei Gesteinen, was bei schönem Wetter deutlich zu sehen ist.

Chile Chile Chile

Durch das dunkle, fast schwarze Sedimentgestein aus der Kreidezeit stößt der 150 Mio. Jahre jüngere hell-beige Granit-Gipfel. Paine heißt in der Sprache der Tehuelche (Aonikenk)-Indianer „himmelblau“, Torres del Paine also „Türme des blauen Himmels“.

Wir fahren weiter nach Westen, erst den Lago Sarmiento auf der linken Seite, dann den Lago Nordernskjöld rechts. Am Straßenrand große Guanakoherden mit Jungtieren und es wird weiter produziert.

Chile Chile Chile Chile Chile Chile

Kurz nach der Laguna Amarga stoppen wir am Parkeingang um die geforderten Gebühren von 18.000 CLP pro Person zu zahlen. Wir können jetzt so lange im Park bleiben , wie wir wollen. Von hier geht es weiter an den Lago Pehoé und an seinem Ufer entlang bis nach Süden zum gleichnamigen Campingplatz (S51 06.439 W72 59.269).

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Hier werden für die Nacht 8.000 CLP pro Person fällig und auf der Suche nach einem schönen Stellplatz stoßen wir auf den Camper von Maggie und Ruedi, in deren Nähe wir uns dann aufstellen.

Chile Chile Chile

Etwas später kommen noch Sven und Sonja dazu. Der leichte Nieselregen stört unser Wohlbefinden kaum, die Büsche um uns schirmen auch etwas die Windböen ab.

Unser erstes Ziel am Samstag morgen ist der Parkplatz des Lago Grey. Hier gibt es einen Wanderweg zur Halbinsel Grey mit Blick auf den Gletscher Grey.

Chile Chile Chile

Nach einer viertel Stunde bricht Wolfram die Tour ab, der Wind ist ihm zu stark. Nach weiteren 20 Minuten kehrt auch Iris um, die Halbinsel und die davor liegenden Eisbrocken des Gletschers sind nur von der Guarderia Lago Grey aus zu erreichen.

Zunächst gehen wir auf einen Kaffe ins Hotel und nutzen dort deren Satelliteninternet. Im Park gibt es sonst keine Telefonverbindungen.

Der Wanderweg, ausgehend von der nur wenige 100 Meter entfernten Guarderia führt über eine kleine Hängebrücke durch ein Wäldchen, das erstmal vor den heftigen Böen schützt. Iris macht sich nochmal auf den Weg und siehe da, der Blick auf die schwimmenden Eisbrocken des Gletschers entschädigt für den Kampf gegen den Wind.

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Wir fahren auf der selben Strecke zurück wie gekommen. Wanderer, die wir auf der Straße auflesen sind dankbar vor der Rettung aus dem demotivierenden Sturm.

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Am Nordostzipfel des Lago Peohé wollen wir die einstündige Tour zum Mirador Cuernos versuchen. Hier ist der Sturm noch heftiger, es soll hier Böen mit Geschwindigkeiten über 120 km/h geben.

Nur die Guanakos hier oben stört das nicht, es ist ihr Lebensraum. Iris kämpft sich durch bis zum Salto Grande, den Blick über den Klippenrand wagt sie dann doch nicht ganz so tief.

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Auf dem Parkplatz am Hotel Las Torres (S50 58.398 W72 52.405) treffen wir auch Maggie, Ruedi, Sven und Sonja wieder. Wir wollen gemeinsam im Hotelrestaurant essen gehen. Heute ist Buffet-Sonntag und es werden pro Person 24.000 CLP oder 50 USD aufgerufen, das ist uns zuviel und wir ziehen um in die Hotelbar, wo Snacks wie Pizza, Salate und Sandwiches angeboten werden, die uns völlig genügen.

Bevor wir unsere Nachtruhe finden, muss Wolfram umparken bis der OF-EN richtig im Sturm steht und das Schaukeln erträglich wird.

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Montag morgen verabschieden wir uns bei sonnigen 20°C von unseren Freunden und fahren zurück zum Parkeingang Laguna Amarga und von dort Richtung Norden zur Laguna Azul. Die Strecke ist bei dem schönen Wetter besonders, nur der See begeistert nicht.

Chile Chile Chile

Er lässt die türkisgrüne Farbe der übrigen Seen hier vermissen, wir sind verwöhnt und somit enttäuscht. Die Entscheidung fällt, wir verlassen die Region. In Cerro Castillo checken wir aus Chile aus und etwa 10 km weiter in Argentinien ein. Die Prozeduren dauern jeweils weniger als 10 Minuten.

Zurück auf der Argentischen RN40 wollen wir solange es hell ist nach Norden fahren. Bei Tapi Aike zweigt die asphaltierte RN40 auf eine Piste ab. Hier soll es auch eine Tankstelle geben, aber die hat weder Diesel noch Benzin. Nach 65 km kommen wir wieder auf die asphaltierte Straße, die wir bereits von unserem Weg nach Süden kennen.

Kurz nach dem Abzweig, der nach El Calafate führt kommen uns Michaela und Felix entgegen, die beiden Deutschen aus San Francisco. Ein kurzer Plausch im Windschatten des OF-EN und weiter geht’s, wir nach Norden, sie nach Süden in die Antarktis.

Es ist schon überraschend, wie man in diesem riesigen Patagonien immer wieder Bekannte trifft. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich alles auf die Panamerikana und die Seitentäler konzentriert.

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In Tres Lagos endet der Ausbauszustand. Hier gibt es dafür aber eine gefüllt Tankstelle. Weil es erst 20 Uhr und hell ist, fahren wir die restlichen 100 Kilometer bis zum Lago Cardiel (S48 51.850 W71 03.461) über teils sehr gute Piste bis zu unserem Bushcamp von vor etwas mehr als zwei Wochen.

Auch hier ist heute Abend der Wind sehr (!) stark. Nach nur 1 ½ Stunden Schlaf sind wir im halb eins wieder wach. Nach einer halben Stunde macht der Sturm soviel Angst, das wir eine Pause zwischen den Böen abwarten und im Stockdunkeln aufbrechen.

Nach 20 Kilometern finden wir einen Abzweig von der Straße und eine vermeintlich ruhige Senke. Gegen drei Uhr schlafen wir wieder ein, sind aber zwei Stunden später wieder Sturm geplagt. Um sechs halten wir es nicht mehr aus, beim Fahren ist man abgelenkt und bis zur gut asphaltierten Straße sind es nur noch knappe 50 km.

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Ab hier geht es Richtung Westen direkt gegen den Wind. Der Dieselverbrauch steigt um drei Liter pro 100 km. Gegen halb zehn machen wir Pause an der Tankstelle von Bajo Caracoles. Erst mal ein Stündchen Halbschlaf und ein Frühstück und die Welt sieht wieder etwas freundlicher aus.

Chile

Hinter dem Ort müssen wir den Abzweig auf die RP41 nach Westen erst suchen. Wir wollen den kleinen Grenzübergang bei Paso Raballos nehmen, diese Strecke soll Natur pur bieten. Das tut sie dann auch, schon bald ist die letzte Nacht vergessen und wir sind wieder entspannt und glücklich mit unserem Leben.

Auch diese Grenzübergange sind schnell erledigt, an der Chilenischen Grenze werden wir nicht einmal nach Lebensmitteln befragt oder durchsucht. Auf der Chilenischen Seite führt die Straße längs des Rio Chacabuco, wieder eine Traumlandschaft.

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18 Kilometer vor Cochrane mündet das Flüsschen in den türkisblauen Rio Baker, den wasserreichsten Fluss Chiles. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet hier ein Staudamm geplant ist, was die vielen Plakate "Patagonia sin Represas" ("Patagonien ohne Staudämme") am Straßenrand belegen.

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Die Straße schwenkt nach Süden. Da wir in Cochrane keinen ansprechenden Campingplatz finden, parken wir vor der Residencial El Fogón (S47 15.117 W72 34.672), die deftige regionale Küche und eine gute Weinauswahl bieten soll. Die Wirtin ist sehr freundlich und wir fühlen uns neben dem geschmückten Weihnachtsbaum und dem Plüschsofa zu Hause.

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Nana und Hans aus Berlin kommen herein und leisten uns an unserem Tisch Gesellschaft. Wir hatten sie auf unserem Weg durch den Ort schon zweimal gesehen und uns zugewunken. Die beiden sind auf Hochzeitsreise und wandern mit Zelt und Rucksack durch die argentinisch/chilenischen Anden. Hin und wieder braucht es eine Pause in einer gemütlichen Hosteria. Im Gespräch stellt sich heraus, Nana Neul ist Regisseurin und Drehbuchautorin (Mein Freund aus Faro (2008). "Ein stiller Sommer" kommt gerade in die Kinos) und Hans-Jochen Wagner Schauspieler (Theater, TV, Tatorte u.a.) Wieder mal ein ganz besonderer Abend.

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Cochrane ist der Einstieg für uns auf die Carretera Austral Richtung Norden. Aber schon in Puerto Bertrand biegen wir nach Nordwesten ab Richtung Puerto Guadal. Wir wollen am Südufer der Lago General Carrera bis Chile Chico fahren und dort mit der Fähre nach Puerto Ingeniero Ibáñez übersetzen.

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Zunächst hält uns aber Puerto Guadal gefangen. Der Stellplatz (S46 50.395 W72 42.099) neben der nicht genutzten Anlegestelle am Fuße des Hügels, auf dem der Leuchtturm steht ist atemberaubend!

Chile Chile Chile

Das Wetter am Mittwoch ist wie vorhergesagt, regnerisch und wir nutzen die Zeit für ...

¡Chao!


9. – 18. Januar 2014
(km 113.368)
ChileChico - LaJunta - NP Pumalin - Hornopirén - P. Montt

Von Puerto Guadal fahren wir auf der schlechten Schotterpiste des Südufers Richtung Osten weiter. Versöhnt werden wir durch wundervolle Ausblicke auf Berge und See Lago General Carrera.

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In Chile Chico hat die Fährstation noch Mittagspause bis 15 Uhr. Wir sehen uns nach einem Stellplatz um. Die Campsites sind zu eng oder die Einfahrt zu niedrig für den OF-EN. Ein einsamer versteckter Parkplatz direkt am See tut’s dann auch (S46 32.241 W71 43.509).

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Noch kurz einkaufen und nachher für Tickets anstehen. Wir wollen von Chile Chico nach Puerto Ingeniero Ibáñez übersetzen und bekommen einen Platz auf der Fähre für morgen Freitag 16 Uhr. Bezahlen müssen wir 6000 CLP pro Meter Fahrzeuglänge und 2000 CLP pro Person.

Nachdem das erledigt ist, installieren wir uns auf unserem Wildcamp. Iris erkundet das chillige Städtchen mit der ins Auge springenden Windrose (Rosa de los vientos). Auch an unserem Stellplatz ist der Wind noch ziemlich heftig, aber wir überstehen die Nacht ohne Störung.

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Freitag Vormittag bleibt noch für Organisation und Routenplanung. Bei der Copec Tankstelle können wir endlich den lange gesuchten Campingführer Chile 2014 erstehen und weil wir so froh sind den endlich gefunden zu haben, kaufen wir gleich den gesamten Satz Sehenswürdigkeiten & Straßen Chiles für ca. 20€.

Schon beim Warten auf die Fähre stellen wir, nachdem die verschweissten Hefte ausgepackt sind fest, das war ein Fehlkauf! Viel spanischer Text, wenige Karten. Nur der Camping- und Nationalpark - Guide ist für uns interessant, den hätten wir auch allein für knapp 5 € haben können.

Die Fähre ist pünktlich um 16 Uhr beladen, die schöne Überfahrt verläuft bei leichtem Seegang ruhig. Zwei Stunden braucht das Schiff für die knapp 35 km.

Chile Chile Chile

In dem kleinen Hafenort Puerto Ingeniero Ibáñez halten wir uns nicht auf und fahren gleich weiter Richtung Norden noch 40 km bis Villa Cerro Castillo.

Chile Chile Chile

Die dort ausgewiesenen Campingplätze sind für uns wieder mal als solche nicht zu erkennen oder für den OF-EN zu eng. Wir halten am Restaurant Villarrica (S46 07.313 W72 09.407) wo wir uns zunächst versichern, dass wir auf deren Parkplatz übernachten können, bevor wir Essen bestellen.

Chile Chile Chile

Gerade rechtzeitig, bevor ein Bus Chilenischer Touristen vor der Tür ausgekippt wird. Dass der Busfahrer den Motor nicht abstellt heißt nicht, dass es sofort weiter geht. Nein, der Diesel brummt solange die Fahrgäste im Restaurant speisen. Zu Umweltbewusstsein ist es hier noch sehr weit hin.

Dann bekommen wir noch mal Gesellschaft von Nana und Hans, die hier im Ort ihr Lager aufgeschlagen haben, um ihre letzen Tage vor dem Heimflug im für viele schönsten Trekkinggebiet Chiles zu verbringen.

Chile Chile Chile

Ohne Frühstück brechen wir am nächsten Morgen auf. Wir wollen einen schönen Platz finden, von dem wir Berge und Täler überschauen können, um so den Frühstücksgenuss zu steigern. Es werden dann doch noch fast 100 km bei Windstille und Sonnenschein, bis wir kurz hinter Coyhaique anhalten. Nach der Pause verlassen wir die Carretera Austral und fahren am Rio Simpson entlang Richtung Westen.

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Hier erinnert die Landschaft sehr an Südalpenregionen mit Pappeln und Zypressen. Zwanzig Kilometer vor Puerto Aysen biegen wir wieder nach Nordost ab, um nach 30 km wieder auf die R7, die Carretera Austral zu stoßen.

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In Puyuhuapi machen wir einen kurzen Tankstop, begutachten einen Campingplatz am Pazifikfjord und fahren weiter bis nach La Junta, wo wir im gemütlichen Hotel Espacio y Tiempo (S43 58.281 W72 24.014) nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf dem Parkplatz fragen.

Das ist leider nicht möglich, aber Allan, der besonders hilfsbereite Hausherr, der auch etwas Deutsch spricht, zeigt uns einen ruhigen Platz in einer Nebenstraße, direkt am Hintereingang des Hotels. Und so haben wir die Gelegenheit die mit Recht gelobte Hotelküche zu testen.

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Eine der Spezialitäten auf der Karte ist die Vorspeise Puye (Mini Aale), mit 8000 CLP (11 €) für hiesige Verhältnisse etwas teuer, aber wenn’s doch schmeckt!? Nach dem Essen erkundet Iris wieder das kleine Örtchen und kommt nach einer Stunde mit einem großen Stück des im Reiseführer gerühmten lokalen Käse zurück.

Am nächsten Morgen geht die Fahrt auf üblem Schottergeläuf und durch Baustellen 100 km weiter Richtung Chaitén. Dann noch 45 km gute Asphaltstraße bis ins Örtchen, das Sonntag Nachmittag ausgestorben wirkt. Vor fast 6 Jahren hatte der Vulkan Chaitén, der bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal als solcher erkannt war, die Erde und das Leben hier erschüttert.

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Kurz hinter dem Ort fahren wir in den National Park Pumalín, wo wir bald die Stelle erreichen, an der der Lavafluss alle Bäume sterben ließ. Den Nationalpark, in dem der Vulkan liegt, hat der Unternehmer und NorthFace Gründer Douglas Tompkins geschaffen. Er hatte ursprünglich 17 ha Land gekauft, um die vom Aussterben bedrohten Alerce-Bäume, eine Lärcheart, zu retten.

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Inzwischen ist der Park durch Zukäufe auf fast 300.000 ha angewachsen und Tompkins hat 85.000 ha dem Chilenischen Staat geschenkt, mit der Auflage einen Nationalpark zu schaffen, was dann 2004 geschehen ist. Auf unserer Fahrt durch den sehr gepflegten Nationalpark machen wir immer wieder Halt für kleine Spaziergängen auf wunderschön angelegten Pfaden nahe den Campsites.

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An der Fährstation Caleta Gonzalo müssen wir erfahren, dass die Tickets hätten in Chaitén gelöst werden müssen. Da wir die fast 70 km nicht mehr zurück fahren wollen, übernachten wir erst mal ungestört am Straßenrand gegenüber der besonders schönen Touristinfo.

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Schon um 10 Uhr am nächsten Morgen stellen sich die ersten Fahrzeuge für die gegen 13.30 Uhr erwartete erste Fähre an. Um 12.30 Uhr soll auch ein Offizieller für die Abfertigung vor Ort sein. Den wollen wir wegen eines Platzes auf einer der heutigen Fähren anfragen.

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Wolfram reiht sich (rückwärts!) in die Warteschlange eine, wird aber bis 16.30 Uhr immer wieder vertröstet bis wir endlich auf der vierten Fähre des Tages mitgenommen werden. Iris nutzt die Zeit ihre Spanischkenntnisse anzuwenden und wird von Vanesa und Sofia und deren Familie sehr geduldig dabei unterstützt. So haben wir ganz besonders die Chilenen immer wieder erlebt, ausgesprochen geduldig und hilfsbereit.

Die Fähre bringt uns zunächst durch den Fjord Reñihue, 17 km bis Leptepu. Von dort fahren wir 10 km über staubige Naturstraße bis Vodudahue, wo eine größere Fähre schon auf die Fahrzeuge wartet. Wir finden Platz auf dem Schiff, müssen aber noch mal eine Stunde warten, bis es gefüllt ist.

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Dann geht’s auf einer kurzweiligen Bootstour etwa 2 ½ Stunden durch den Fjordo Comau o Leptepu nach Norden bis Hornopirén.

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Beim letzten Tageslicht kommen wir um 22 Uhr in Hornopirén an und stellen uns an der Fjordpromenade (S41 57.970 W72 28.079) ab. Auf der Fähre haben wir 7000 CLP pro Fahrzeugmeter und 5000 für eine Person bezahlt, der Fahrer ist frei.

Die Fähre in Puelche fährt alle halbe Stunde und wir haben auf den 60 km dorthin Zeit unsere Frühstückspause einzulegen. Noch mal 9500 CLP Fährkosten und wir sind 60 km südöstlich von Puerto Montt, das wir am frühen Nachmittag erreichen.

Nach einer Stunde kreuz und quer durch die Großstadt ist beim Fahrer genug Stress aufgebaut um im 15 km südlich gelegenen Camping Los Alamos (S41 32.165 W73 02.489) die Rettung zu sehen.

Die uns zugewiesene Parzelle ist zwar recht eng, aber Sonnenschein und Windstille und damit der Aussicht seit Wochen erstmals wieder draußen sitzen zu können, lässt über einige Unzulänglichkeiten des Platzes hinwegsehen.

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Am nächsten Morgen erreichen wir über Handy Günter, der gerade mit Frau Luzia auf dem Weg nach Puerto Montt ist. Die beiden leben seit 26 Jahren hier in Chile und haben sich 40 km westlich von P. Montt eine Rinderzucht aufgebaut. Wir hatten sie Mitte November in Panguipulli kennengelernt und versprochen, wenn wir in ihrer Nähe sind sie zu besuchen.

Günter will am Nachtmittag zu einer Viehversteigerung (S41 20.014 W73 00.028) in Puerto Varas 25 km nördlich von P.M. Das klingt spannend, und wir wollen dabei sein. Deshalb verabreden wir uns für 15 Uhr.

In Llanquihué am gleichnamigen See finden wir auf dem Campingplatz Werner (S41 14.800 W 73 00.326) einen traumhaften Stellplatz. Wir haben den Ort gewählt, weil es dort eine große Mercedes Vertretung (S41 16.333 W73 00.298) gibt und nach über 10.000 km bei oft schwierigen südamerikanische Straßenverhältnissen, hat unser treues Zugtier schon mal wieder etwas Pflege verdient. Wir bekommen einen Termin für Montag und somit bleibt Zeit Günters Farm zu besuchen. Aber zunächst die Versteigerung auf der Feria in Puerto Varas.

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Gegen 16 Uhr sind wir vor Ort, gerade kommen die letzen Schafe unter den Hammer und dann ist das Rindvieh dran. Nach Günters Urteil ist nicht viel im Angebot.

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Die letzen Monate waren trocken, die Tiere sehen nicht gut aus, ihnen fehlt Futter. Trotzdem bietet er mit bei einer Lotte, so heißen die Gruppen von 2-25 Tieren, die hier angeboten werden. Sie müssen dazu in einen Waage-Coral, wo sie begutachtet werden können. Eine Messuhr zeigt das Gesamtgewicht der Lotte an, die Anzahl der Tiere, und das daraus ermittelte Durchschnittsgewicht.

Günter interessiert sich für ein- bis zweijährige Jungbullen, um diese nach 1 ½ bis 2 Jahren gut gefüttert mit 300 – 350 kg Mehrgewicht wieder zu verkaufen. Heute bekommt er keinen Zuschlag, worüber er nicht böse ist. Gegen 18 Uhr treten wir die Fahrt Richtung Westen zu seiner Farm an. Hier begrüßen wir Luzia, die gerade mit dem Bus aus P. Montt angekommen ist.

Dazu Alfons den 28-jährigen Sohn, der sich mit dem Vater die Arbeit auf dem Hof teilt und eines Tages dessen Erbe antreten wird. Er hat heute schon sein eigenes Haus auf der 70 ha Farm, in dem er mit Frau Eva und den beiden Kindern lebt. Den Abend verbringe wir auf der gemütlichen Veranda und erfahren etliches über das harte Leben der letzen 26 Jahre, das die beiden trotzdem glücklich sein lässt.

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Am nächsten Morgen begleiten wir Günter nach einem Frühstück mit im Holzofen frisch gebackenem Roggenbrot auf seiner täglichen Inspektionsrunde. Die ersten Kilometer geht’s  zunächst mit dem Pick-Up über die selbst angelegten Pfade durch Feld und Wald. Die 146 Tiere sind in verschiedenen Gruppen von jeweils etwa 30 Tieren auf unterschiedlichen Weiden untergebracht.

Ein kleiner Fluss bildet die Grenze des Besitzes und versorgt mit weiteren Quellen das gute Land mit Wasser. Günters Tiere sehen alle wohlgenährt aus und auch nach der Heuernte jetzt im Januar hat das Vieh bis zum Verkauf im April noch reichlich Grünfutter. Günter darf stolz sein auf das, was er geschaffen hat.

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Gegen 13 Uhr sitzen wir wieder auf der Veranda, Luzia hat Salate vorbereitet, Alfons den Grill angeheizt. Der Sommer ist zurückgekehrt! Wir vertrödeln den Nachmittag und machen am Abend gerade noch rechtzeitig bevor es dunkel wird einen Spaziergang zu dem Teil der Farm, von wo aus die Berge zu Argentinien und der Vulkan Osorno beleuchtet vom Vollmond zu bewundern sind.

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Gegen 10 Uhr am Freitag morgen verabschieden wir uns, weil wir heute Elke und Wolfgang, die mit einem Kreuzfahrtschiff Patagonien umrundet haben und in Puerto Montt anlegen, überraschen wollen.

Wir hatten schon vor Tagen , als wir absehen konnten, dass wir diesen Termin auch tatsächlich schaffen werden, versucht per SMS und Mail Kontakt aufzunehmen, ohne Rückmeldung. Also sind wir gegen 11 Uhr im Hafen, wo das beeindruckende Schiff der Celebrity Cruises vor Anker liegt. Schon als wir den OF-EN parken, treffen wir die ersten Kreuzfahrer. Es wäre Zufall gewesen, wenn die beiden Wolfgang und Elke gekannt hätten. Mit dem Schiff sind 2000 Fahrgäste unterwegs

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Trotzdem versuchen wir es weiter. Am Hafenzollausgang befragen wir weitere Passagiere, haben aber kein Glück. Nach 2 Stunden Enttäuschung besuchen wir den Fischmarkt Angelmó und erfreuen uns an den Auslagen immer mit wachen Augen, ob die beiden nicht doch noch unter den anderen Touristen sind.

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Am Nachmittag sind wir nochmals zurück am Zoll, den die Passagiere auf dem Rückweg von ihrem Tagesausflug passieren müssen und suchen unter den ankommenden Passagieren. Doch es soll nicht sein.

Die Enttäuschung lässt erst wieder nach, als wir am Strand von Camping Werner (S41 14.800 W 73 00.326) in Llanquihue unseren Platz beziehen und bei einer Flasche Rotwein die grandiose Aussicht genießen. Vier, teils noch schneebedeckte Vulkane säumen das Ostufer des Sees Llanquihue.

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Im Norden der 2.190 m hohe Puntiagudo, gefolgt von dem dominanten 2.652 m hohen Osorno. Der Cero Tronardor, fast 3.500 m hoch an der Argentinischen Grenze ist kaum zu erkennen. Im Süden schließt die Reihe der gar nicht wie eine Vulkan aussehnende 2.003 m hohe Calbuco ab.

Gegen Abend wird der Platz immer voller, wir bleiben trotzdem ungestört und um 21 Uhr sind auch alle Tagesgäste wieder verschwunden. Ein Saxophonspieler, begleitet von Playbackmusikern setzt das Tüpfelchen auf den schönen Abend.

Heute Morgen ist es zunächst recht trübe und die Berge sind Nebel verhangen. Trotzdem belebt sich der Platz mit neuen Gästen. Sollen wir fliehen und eine Tour um den See machen? Aber auch die Tagebuchpflicht ruft.

Wir folgen der Devise, erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

19. – 27. Januar 2014 (km 114.426)
Llanquihué - Chiloé - Valdivia - Salta del Laja

Sonntag ist dann Flucht angesagt. Zu eng sitzen uns die Leute hier auf der Pelle und nur im OF-EN sitzen is nich. Dann können wir auch fahren, im Uhrzeigersinn um den See Llanquihue. Da gibt’s gute Straße, sehenswerte deutsche Einwanderersiedlungen und immer wieder schöne Ausblicke auf die vier Vulkane Osorno, Puntiaguado, Tornador und Calbuco.

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In Ensenada am Südostufer des Sees biegen wir dann ab Richtung Petrohué. Hier gibt es die Saltos de Petrohué, aber der Parkplatz davor ist schon total überfüllt und wir fahren weiter an den von dunklen Wäldern gerahmten Lago de Los Santos, den Allerheiligensee.

Hier wollen wir durch das Westfenster der Kapelle ein Bild vom Vulkan Osorno machen, aber auch das fällt aus; ob jeden Sonntag oder nur in den Ferien es hier so von Leuten wimmelt? Zurück geht’s nach Ensenada und am Südufer bis Puerto Varas, auch hier kilometerlange Autoschlangen.

Also zurück ins beschauliche Llanquihué, vorbei an Camping Werner zum Café del Campo. Das hat geschlossen und der Parkplatz davor ist leer. Zeit für Lunch und Siésta.

Um 16 Uhr wird dann geöffnet und der Parkplatz füllt sich. Wir halten’s noch eine Stunde aus und bevor wir aufbrechen geht Iris noch mal auf die Terrasse des Cafés um die schöne Aussicht als Bild zu speichern.

Das dauert mehr als eine halbe Stunde und als sie zurückkommt erzählt sie. Stell dir vor, Viktor Mödinger und Frau haben mich angesprochen. Günter hatte uns schon empfohlen eine Besichtigung der Wurstfabrik Mödinger zu machen, was sehr interessant sei, weil eine supermoderne Fabrik. Wenn ihr dort dem Viktor begegnet, sagt ihm einen schönen Gruß von mir. Das hat Iris dann schon im Café del Campo getan und so wurde aus der kurzen Begegnung eine Verabredung für den nächsten Tag.

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Zur Übernachtung kehren wir an den leeren Dorfstrand zurück, (S41 15.304 W73 00.065) von hier haben wir es am nächsten Morgen nicht weit zu Mercedes Kaufmann (S41 16.333 W73 00.298). Der Service soll nur 2-3 Stunden dauern und wir setzen für eine angenehme Wartezeit die Kabine vor der Werkstatt ab.

Nach 3 ½ Stunden ist auch tatsächlich alles gecheckt, nur wir brauchen bei Nieselregen ungewöhnlich lange die Kabine wieder aufzusetzen. Wo wir sonst bei ebenem Untergrund in 20 Minuten fertig sind, brauchen wir heute fast 1 ½ Stunden.

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Kurz nach 15 Uhr sind wir dann in der Wurstfabrik, wo Viktor Mödinger schon nicht mehr mit uns gerechnet hat. Wir machen nur einen kurzen Rundgang, begrüßen Viktors jüngeren Bruder und einen Cousin und bekommen in der Kantine ein schönes deutsches Mittagessen.

Es ist bewundernswert, was Viktors Vater hier aufgebaut und Viktor nach seiner Metzgerlehre und Meisterprüfung in Deutschland mit Brüdern, Cousins und Cousinen weiterentwickelt hat. Das Zepter hält aber auch heute noch der 94-jährige Don Ewaldo in der Hand. Viktor lädt uns noch ein etwas vom "Mödinger Land" zu besichtigen.

Wir holen Frau Luise ab, steigen in den über 30 Jahre alten, orangefarbenen T2 Bulli um und fahren knapp 10 km auf "ihre Hobbyfarm". Hier dürfen zwischen Kühen und Schlachtvieh zwei Pferde und der Ochse Bruno alt werden. Dass ihnen nichts passiert, darauf achtet Luise, der Tierarzt und der Farmarbeiter Ernesto. Täglich erhalten die drei mit Futterkonzentrat und Möhren eine Sonderation. So wurde Bruno inzwischen 16 Jahre alt und 1.200 kg (!) schwer, ein riesiger Kerl.

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Noch ein Spaziergang durch Wald und Wiese, dann geht’s zurück nach Llanquihué, zu Viktors zweitem Hobby, der Feuerwehr. Er wohnt gleich neben den Bomberos und wir machen zu Fuß einen kurzen Abstecher dorthin. Neben dem nagelneuern, hochmodernen Löschzug bewundern wir ein Feuerwehrauto Marke Mack, Jahrgang 1951 und ein Spritzenanhänger aus Deutschland noch älteren Baujahres.

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Abendessen gibt’s dann im 10 km entfernten Puerto Varas, wo es im schnuckeligen Geheimtip Donde Cordito (S41 19.053 W72 59.123) nach chilenischem Kult-Aperitif Pisco Sour eine hervorragende Piala (Fischsuppe) gibt.

Wir dürfen auf dem Firmengelände übernachten und treffen uns am nächsten Morgen noch mal in der Kantine zum Frühstück. Danach geht die Führung weiter, KfZ- und Elektrowerkstatt, Kläranlage und besonders die hochmoderne Produktion. Den Abschluss bildet die Versandabteilung und hier packt uns Viktor persönlich eine Wundertüte. Die verschiedensten Wurstsorten gibt er uns zum Abschied als Wegzehrung. Der fällige Einkauf im Supermarkt fällt entsprechend klein aus.

Bis nach Pargua im Südwesten sind es nur etwa 85 km. Von hier aus gehen die Fähren auf die Insel Chiloé. Wartezeiten gibt es nicht, kaum im Hafen angekommen geht’s schon los. Für die Überfahrt sind 12.100 CLP (16 €) fällig. Vom Ankunftshafen Chacao fahren wir direkt nach Ancud dem Hauptort im Norden der Insel.

Chile Iris Lieblingsbild (aus: Stefan Loose - Chile)

Regenwetter vermiest uns den Aufenthalt hier und wir fahren entlang des Nordufers weiter nach Westen Richtung Puñihuil. An der Wegkreuzung am imposanten Fels im Wasser, Piedra Run, machen wir Halt im gleichnamigen urigen Restaurant (S41 55.721 W 74 00.726). Weil wir auf dem Parkplatz übernachten können, gönnen wir uns zum traditionellen Curanto eine Flasche Rotwein.

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Curanto ist eine Chiloésche Spezialität, und wird ursprünglich im Erdloch auf heißen Steinen, abdeckt von Blättern gegart. Bestandteile sind alle mögliche Zutaten, Würste, Stücke von Huhn, Rind und Schwein und vor allem Muscheln. Satt wird hier jeder.

Auch der nächste Morgen begrüßt uns mit Regenschauern. Vom Monumento Natural Islotes de Puñihuil werden Bootstouren auf die vorgelagerten Inselchen angeboten, um die Kolonien von Humboldt- und Magellanpinguinen zu besuchen. Iris kommt auch zu Fuß recht nah an diese und andere Tierchen und so verzichten wir auf eine längere Bootsfahrt.

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Wir sind froh, dass gerade Ebbe ist und wir nicht auf gleicher Straße zurückfahren müssen. Wir können die 300 m im nassen Sand am Strand entlang bis zur Straße nach Punillahué fahren.

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Es geht auch noch weiter bis Duhatao, aber irgendwann ist Schluss und wir müssen doch wieder zurück. Am Abzweig bei Piedra Run gibt es eine andere Schotterpiste wieder Richtung Duhatao; aber die geht weiter nach Chepu. Auf unseren Karten sind diese Wege nicht alle aufgezeigt, so fragen wir Einheimische oder probieren einfach aus, wie weit wir kommen.

Hinter Chepu müssen wir dann doch wieder umkehren und den Rückweg schaffen wir an einer Steigung nur unter Einsatz von Untersetzung und gesperrten Differenzialen. Schon lange suchen wir das Abenteuer nicht mehr, weil wir wissen es findet uns.

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Von Chepu sind es keine 20 km bis zur gut ausgebauten R5, die den Norden mit dem Süden der Insel verbindet. Am Nachmittag sind wir in der Insel-Hauptstadt Castro. Zwischen Regenschauern kann Iris die imposante Iglesia San Francisco besuchen. Die erst 1912 gebaute Kirche ist zwar nicht typisch Chiloisch, aber direkt an der schönen Plaza gelegen, gelb mit lila Türmen besteht sie doch im Innern komplett aus honigfarbenem Holz.

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Vorbei an den bunten Palafitos, den typischen Häusern auf Stelzen fahren wir weiter Richtung Süden und finden etwa 6 km hinter Castro den Campingplatz Llicaldad (S42 30.804 W73 47.548). Außer uns campieren dort in großen Zelten mit Großbildfernsehern zwei Familien, die uns an Sinti erinnern.

Der erste Eindruck der Anlage ist ganz positiv, und wir zahlen ohne Murren die 12.000 CLP (16 €). Die Sanitäranlagen lassen dann doch sehr zu wünschen übrig, defekt und vor allem unsauber. Ab sofort werden wir erst am nächsten Morgen zahlen, und bei solchen Zuständen den Preis verhandeln.

Die Wettervorhersage wird auch nicht besser und so entschließen wir wieder Richtung Norden aufzubrechen. Zunächst nach Nordosten nach Dalcahué dem "Ort der Boote" so die Übersetzung des Huilichen Namens. Dort machen wir einen Spaziergang am Hafen und über den Markt. Hier werden vor allem handgefertigte Waren aus Holz und Schafwolle angeboten.

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Von Dalcahué geht’s weiter über Schotter immer Richtung Nordost bis Quemchi. Leider begleitet uns immer noch trister Regen und wir verweilen nicht lange. Zurück auf der R5 sind wir dann schnell wieder in Ancud, wo es eben mal nicht regnet. Die Campingplätze hier hatten wir schon bei unserer Ankunft für nicht geeignet bewertet, deshalb wollen wir in Chaulin auf dem Weg zur Fähre ein Bushcamp suchen.

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In der Bucht von Chaulin soll es Kolonien von Schwarzhalsschwänen geben und wir zählen dann tatsächlich auch sechs ebendieser. Manchmal glaubt man die Reiseführer seien von der Tourist-  Marketingabteilung herausgegeben.

Um 16.30 Uhr fahren wir mit der Fähre zurück auf’s Festland, wo Sonne angesagt ist. Vom Hafen Pagua führt unser Weg über Schotterstraße nach Westen nach Carelmapu und von dort nach Norden ins hübsche Örtchen Maullin.

Im westlich von Maullin gelegenen eigentlich schönen Park Pagua fühlen wir uns nicht wohl, zuviel Unrat von den Besuchern am Wochenende und wir fahren zurück nach Maullin, wo wir im Hafen der Bootsbauer (S41 36.881 W73 36.046) sicher übernachten.

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Um 10 Uhr am Morgen sind wir die ersten an der Fähre, weil die erst um 11 Uhr fährt. Genug Zeit für Iris’ Stadtbummel mit Sprachübungen auf dem lokalen Markt und Wolfram kann die Strecke der nächsten Tage planen. Heute fahren wir noch mal bei Günter und Luzia vorbei, bevor wir wieder mal Strecke machen.

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Auf der Fähre zahlen wir 5.200 CLP (6,90 €) für die Viertelstunde Überfahrt nach La Pasada. Bevor wir zur Farm der Zimmermanns fahren drehen wir durch Los Muermos einige Runden auf der Suche nach einer Wäscherei. Fragen nach dem Weg werden wie immer in alle Richtungen freundlichst beantwortet.

Wir haben schon aufgegeben und sind auf der Straße nach Osten, als das Schild Lavanderia (S41 23.380 W73 25 913) auf der linken Seite auftaucht. Nachdem geklärt ist, dass wir die 12 kg Wäsche am nächsten Tag gewaschen und getrocknet gegen Zahlung von 12.000 CLP (16 €) abholen können, erwischt Wolfram bei der Ausfahrt mit dem OF-EN ein Stromkabel. Kein Problem, nur das Kabel muss befreit werden und auf dem Hof bleiben. Hier zählt Material noch mehr als die Arbeit, man macht ja eh alles selber.

Luzia, Günter und Alfons haben schon den Grill angeheizt und gleich sitzen wir im Kreis und erzählen von unseren Erlebnissen. Zum gegrillten Ochsen, gibt’s frischen Salat aus dem Garten und selbstgebackenes Brot, zu Trinken Saft von Stachelbeeren, die gestern noch am Strauch hingen. So buchstabiert man autark.

Wenn das Landleben auch noch so schön ist, am nächsten Morgen reißen wir uns los und ziehen weiter. 40 km nach Osten wieder auf die

Chile R5, die Chilenische Panamerikana

und auf der weiter Richtung Norden, wo auf der Wetterkarte die Sonne lacht und 25°C gemeldet werden.

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Im schönen "deutschen" Valdivia wird ein Fest gefeiert, laute Musik und Menschenmassen treiben uns weiter nach Niebla und an der Pazifikküste entlang bis ans Ende der Strasse in Curiñanco. Hier schlagen wir rechtzeitg zum Sonnenuntergang an der Klippe eines Aussichtspunktes unser Lager auf (S39 43.180 W73 24.200).

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Die frische Seeluftbrise macht die Nacht angenehm. Der Morgen ist sonnig und es bleibt die Wahl, Massen von Sonntagausflüglern oder Kilometer. Es werden dann 445 auf der R5, nur unterbrochen von Mautstationen an denen alle 70 km 2.100 CLP (2,80 €) zu zahlen sind.

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Über Temuco, Collipulli vorbei an Los Angeles fahren wir bis Salto del Laja. Dort sind wir froh nicht auf dem ersten überfüllten Campingplatz gleich bei den Wasserfällen geblieben zu sein, als wir nach einer Stunde Suchen den eigentlich unübersehbaren Platz Tourismo Don Ambrosio anfahren, auf dessen Hinweisschild klein "Camping Suizo" (S37 13.370 W72 22.244) vermerkt ist.

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Der sympathische Olivier ist Schweizer, lebt seit 9 Jahren mit seiner chilenischen Frau hier und hat diesen Platz mit Minigolfanlage, Swimmingpool, Cabañas, Tagesgrill- und Zeltplätzen nach europäischen Maßstäben aufgebaut. Alles funktioniert, ist supersauber, und man hat auch am Wochenende Privatsphäre. Ein Platz, an dem man verweilen will.

Nur damit wir uns nicht einbilden, das Paradies nachbauen zu können hat der Liebe Gott noch Schweiß und Fliegen erfunden, oder waren es Kälte und Wind?

¡Hasta luego!

Strecke vom 19.-27.01.2014 chile

28. 01 - 02. Februar 2014 (km 115.942)
Salta del Laja - Talca - Constitucíón - Pichelmú - Valparaiso

Am 28.1. brechen wir auf Richtung Norden. Vorbei an den Fällen von Laja auf die R5 und dort zügig bis Talca. Wir fahren zunächst sieben Kilometer nach Osten Richtung San Clemente. Die Organisation Ruta Del Vino Del Maule soll in der Villa Cultural Huiquilemu residieren und ein integriertes Museum erzählt über den Weinbau in der Region. Zwar finden wir die schöne Casa Patronal, aber weder die Organisation residiert dort noch ist ein Museum zugänglich.

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Wir erfahren, dass das Erdbeben 2010 hier solche Schäden hinterlassen hat, dass die Organisation gezwungen war zu schließen. Also fahren wir zurück nach Talca um dort in der Tourist Info nach der Weinroute zu fragen. Der zuvorkommende Argentiner erläutert Iris auf einer Karte die Weingüter der Region, die Führungen anbieten und in welchen Sprachen.

Ein kleines Weingut in Santa Rosa, südlich von Curico findet unser Interesse. Es bietet sogar deutsch geführte Touren an. In Talca besorgen wir uns zunächst noch USD, weil wir demnächst ja wieder Richtung Osten nach Argentinien fahren wollen.

Etwas irritiert betrachten wir die neuen 100 Dollarnoten, die etwas nach Spielgeld aussehen. Seit Oktober  letzten Jahres sind sie auf dem Markt. Ob auch die "Wechselstuben" in Argentinien die neuen Scheine schon kennen?. Vorsichtshalber fragen wir nach alten und bekommen die auch.

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Von Talca fahren wir 10 km nach Süden bis San Javier und von dort nach Westen bis Constitucion. Bald verlassen wir die Rebenfelder und kommen in eine Waldregion. Hier wird das Leben von der Holzindustrie bestimmt, Sägewerk an Sägewerk.

Dann sind wir an der Pazifikküste, fahren durch Constitucion nach Süden bis zum Santuario Dela Naturaleza.

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Unser Lager schlagen wir oberhalb des Piedra del Elefante auf (S35 20.173 W72 26.039), wir haben genügend Wasser gebunkert, Strom liefert die Sonne. Ein langer Strandspaziergang bringt neben der nötigen Bewegung diese Bilder.

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Am nächsten Morgen kraxlt Iris noch mal auf die gegenüberliegende Düne, danach der Anruf beim Weingut, um unser Kommen anzukündigen. Heute sei es schlecht, Neuseeländische Winzer sind zu Besuch, vielleicht morgen mit einer Führung des Sohnes auf Englisch. Wir überlegen noch mal, schauen auf die Karte und entscheiden an der Küste zu bleiben.

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Das Surferparadies Pichilemu soll unser neues Ziel werden. Bei der Fahrt durch Constitucion auf der Costa Nera halten wir um Gemüse und Obst auf einem lokalen Markt einzukaufen.

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Das nahe gelegene Frisörlädchen lädt zum Haarescheiden ein.
Für 5000 CLP (6,65 €) können wir wieder aus den Augen schauen. Wohlgemerkt, 5000 CLP zusammen, für beide.

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Nördlich von Iloca biegt eine Schotterpiste von der Küste ab. Die 30 km bis Boyeruca quälen die Nerven fast 1 ½ Stunden. Es ist halb drei Uhr und Mittagessenszeit in Chile. Im Restaurant Boyeruca (S34 41.329 W72 03.282) essen wir ein Tagesgericht, frittierten Fisch mit Kartoffeln und Mais. Zu trinken gibt es Mineralwasser und die Rechnung lautet 10.000 CLP (13,30 €).

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Vorbei an großen Salzfeldern geht es bald weiter auf ordentlicher Straße noch 45 km weiter bis Pichilemu. Erfreulicherweise ist der zuerst angefahrene Campingplatz Pequeño Bosque wieder mal zu eng für unseren OF-EN und so landen wir bei Eduardo im Camping La Caletilla (S34 23.253 W72 01.031), das direkt am Strand liegt. Saubere, heiße Duschen, WiFi und die äusserst freundlichen Wirtsleute sprechen für den Platz. Der Spaziergang durch den Ort ist unspektakulär, wir bleiben trotzdem.

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Auf dem Platz feiern die jungen Leute bis in den frühen Morgen, dafür ist der Vormittag des nächsten Tages entsprechend ruhig.  Iris sortiert Bilder, Wolfram macht die Grobplanung für die nächsten sechs Monate, Mitte März Iguazú, Ende April Cusco / Machu Picchu und Anfang Juni Manaus, auf jeden Fall vor der Fußball WM; dieses Spektakel wollen wir uns nicht live antun.

Am 31. machen wir nochmals, diesmal einen ausgedehnteren Spaziergang durch den Ort, der wie eine große Kirmes wirkt. Verkaufstände und Fahrgeschäfte sind auf Sommergäste ausgerichtet. Zurück im Camp genießen wir die Ruhe und unsere Bücher.

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Samstag dann werden die Sommergäste von Wochendausflüglern verstärkt, der Zeltplatz wird voll, und wir treten die Flucht an. Das geht allerdings nur im Schritttempo, denn auch die Straßen sind voll.

Durch San Antonio geht’s  Stoßstange an Stoßstange und wo sich die Straßen verengen oder andere Straßen einmünden ist Kampf angesagt. Nicht nur die Machos auch die weiblichen Autofahrerinnen geben keinen Jota nach. Doch der OF-EN strahlt Stärke aus, sodass wir den Kampf begeleitet von Hupenapplaus immer gewinnen. Spaß macht dieser Wettkampf nicht und Wolfram weicht auf Nebenstraßen aus. in der Hoffnung im kleinen Quintay einen ruhigeren Ort zufinden.

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Aber auch hier ist zu viel los. Leider sind die Straßenränder alle von Zäunen gesäumt und damit Bushcampmöglichkeiten nicht zu finden. Schließlich landen wir in Concón, nördlich von Valparaíso am Eingang des Hotel Centro Turístico Mantagua, wo uns ein Anzugträger den Zugang verweigert.

No Camping, obwohl in unseren Karten ein Campinplatz ausgewiesen ist. Auf Nachfrage dürfen wir auf dem Angestelltenparkplatz vor der Anlage für eine Nacht bleiben (S32 54.122 W 71 30.074). In die Autoschlange der heimwärtsreisenden Samstagsausflüglern werden wir uns jedenfalls nicht mehr einreihen.

Sonntag wollen wir dann garnicht weit fahren. In 1 ½ Stunden sind wir in San Felipe kurz vor Los Andes, wo ein Campingplatz lockt. Es ist erst 10 Uhr als wir auf einem riesigen total überfüllten Platz ankommen und wir sind uns schnell einig, dass wir hier nicht bleiben.

Bis zur Grenze nach Argentinien und dem Túnel del Cristo Redentor sind es nur 90 km. Die letzen 15 Kilometer sind besonders interessant. Weil ein Teil davon einspurige Baustelle ist, warten wir vor den 29 Kurven, die uns in über 3000 m Höhe bringen sollen ca. eine halbe Stunde bis wir dran sind. In den 3150 m hoch liegenden, 3 Kilometer langen Tunnel fahren wir ohne Chilenische Ausreisestempel ein.

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30. April 2014 (km 130.120) von Argentinien
Grenzübergang: Passo de Jama - San Pedro de Atacama

Die Chilenen sitzen im selben Gebäude, mit den Argentiniern in einer Reihe und wir können gleich die Einreise erledigen. Nach Migration und Zoll folgt die SAG mit der üblichen Frage nach Agrarprodukten, die wir einführen. Abschließend die Begehung des OF-ENs, in dem schon 2 Stück Käse, die uns eh nicht schmecken auf den SAG Beamten zur Entsorgung warten.

Iris isst noch eine halbe Avocado in seinem Beisein, im Magen darf man importieren, was man will. Tomaten und Orangen sind gut versteckt und begleiten uns auf unserem weiteren Weg nach Chile.

Die RN52 wird in Chile zur 27CH und führt weiter in Höhen bis knapp über 4.800 m. Die Landschaft weiss nichts von einer Grenze und ist weiterhin grenzenlos schön.

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Vulkan- und Berggipfel von fast 6.000 m Höhe säumen den Weg. Von der Grenze bis San Pedro de Atacama sind es 160 km, auf den letzten 40 Kilometern geht die Fahrt fast geradeaus, 2.250 Höhenmeter bis in die Atacamaebene. Die Steigung zu überwinden haben sich Radfahrer zur Aufgabe gemacht, demütig zollen wir ihnen Respekt mit erhobenem Daumen.

Das Örtchen San Pedro ist recht einladend, natürlich und weitläufig. Der erste Bäcker verkauft hervorragende Riesenempanadas. Die Suche nach einem Campground ist weniger erbaulich. Auf dem Camping Los Perales, der recht zentral gelegen ist, verlangt man 5.000 CLP (6,95 €) p.P.u. Nacht für einen ungepflegten Platz und nicht sehr einladende Sanitäranlagen. Strom kostet noch mal 5.000 CLP. Den nächsten Platz Buenas Peras, sehen wir uns nur von einer höhergelegenen Straße aus an, auch er wirkt verwahrlost und findet nicht unsere Zustimmung

Das Hotel Thaka Thaka bietet auch schöne Plätze zum Zelten an, für uns haben sie nur ein enges Plätzchen auf ihrem Innenhofparkplatz. Die Sanitäranlagen sind gepflegt und es gibt Strom und WiFi. Für uns und den OF-EN  wären dafür 28.000 CLP (36,10 €) pro Nacht fällig. Wir danken und fahren auf einen Parkplatz (S22 54.593 W68 11.920) am Markt, wo wir ohne Wasser, Strom und Wifi, dafür aber kostenfrei stehen.

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Iris freut sich, dass sie fußläufig das zwar sehr touristische aber doch charmante Örtchen entdecken kann. Es gibt viele kleine Lebensmittel- und Souvenirlädchen neben unzähligen Agenturen, die Touren zu den umliegenden Attraktionen anbieten.

Wassertank und Batterien sind noch ziemlich voll, mit dem Internet wird’s auch noch ’ne Lösung geben. Das letzte Tagebuchupdate ist immer noch nicht hochgeladen, trotzdem entscheiden wir hier zu bleiben um auch die letzten 5 Tage schriftlich niederzulegen. Wir sind glücklich und schlafen hier auf 2.445 m Höhe wieder tief und lang.

01. – 06. Mai 2014 (km130.367)
San Pedro de Atacama - Passo Portezuelo del Cajón (Bolivien)

Am Morgen können wir neue Nachbarn begrüßen. Ein Toyota Landcruiser aus ... natürlich der Schweiz. Heidi und Andi sind schon so lange wie wir in Südamerika. Sie kennen unser Auto von der Fähre, mit der auch sie übergesetzt sind. Die beiden Franzosen Odile und Richard mir ihrem Bremach hatte Iris gestern Abend schon begrüßt.

Zum Frühstück gibt es megaleckeres Baguette und Croissants von einem Franzosenbäcker, der sich hier in San Pedro angesiedelt hat. Nur der Bäcker Hench in Miltenberg bietet Vergleichbares. Neben Unterhaltungen mit unseren Nachbarn ist der Tag mit Arbeiten am Tagebuch erfüllt.

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Auf dem Marktplatz nebenan, werden Start- und Zieleinlauf für den Atacama Bike Marathon 2014 aufgebaut, der die nächsten drei Tage hier um San Pedro veranstaltet wird. Am Abend sitzen wir dann bei Lamasalami, Baguette und Wein vor Heidis und Andis Toyo. Die Franzosen haben seit Tagen die Gegend erkundet und können gute Tipps geben.

Schon früh am nächsten Morgen wird das Radrennen gestartet. Auch uns hält es nicht länger in Parkposition. Wir beschließen gemeinsam mit Heidi und Andi die nächsten Tage die Umgebung zu erkunden und danach auch mit ihnen die Lagunenroute zu fahren.

Auf dem Weg zum Valle de La Muerte, nur wenige Kilometer nordwestlich von San Pedro, machen wir erst noch Halt am Campingplatz Los Abuelos (S22 54.356 W68 12.279). Der Platz ist sehr sauber und gepflegt, mit Pool und WiFi. Hier werden wir, wenn wir von unseren Ausflügen in die Atacamawüste zurückkommen noch mal "auftanken" bevor es nach Bolivien geht. Unsere Tagestour geht am Pucará de Quitor vorbei, einer Festung der Inkas aus dem 12. Jhd. auf einem Hügel, den keiner von uns besteigen will.

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Etwas weiter nördlich ist ein Abzweig, der nach Nordwesten zu einem Tunnel führt, unser erstes Tagesziel. Der Weg dorthin ist teils sehr rau, aber breit genug und wo Mountainbiker hochkommen, schaffen wir das auch ;-)

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Der 1930 erbaute Tunnel führt auf eine Hochebene und kann nicht mehr durchfahren werden. Ein großer Felsbrocken liegt mittendrin! Auf der Hochebene machen wir einen Spaziergang und unsere Damen legen in dieser Höhe eine beachtliches Tempo vor. Der Rückweg ist dann ein kleiner Zickzackkurs, aber verlaufen haben wir uns nicht, denn wer suchet, wird auch finden.

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Mit den Autos fahren wir zurück zum Abzweig und von dort nach Norden Richtung Teufelsschlucht. Hier machen wir einen zweite Wanderung zwischen bizarren Felsen durch wunderbare Natur.

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Danach führt die Piste noch ein paar Kilometer weiter nach Norden, vorbei an dem Kirchlein San Isidro, bis wir einen schönen Lagerplatz (S22 49.658 W68 12.095) am San Pedro Fluss finden, den wir bis hierhin einige Male durchfahren haben. Einen wunderbar stille Nacht mit grandiosem Sternenhimmel lässt uns wieder gut schlafen. Iris ist schon wieder früh auf dem Berg um ihre Marken zu setzen und die Sonne zu begrüßen ;-)  

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Samstag ist dann unser Ziel das Valle de la Luna. Dazu müssen wir zurück bis San Pedro. Auf dem Weg geraten wir zwischen die Mountainbiker, die wir auf ihrer heutigen 75 km Etappe lautstark anfeuern.

Von San Pedro geht’s nach Südwesten. Am Eingang zum Tal müssen wir eine Eintrittsgebühr zahlen, bevor wir unseren Weg fortsetzen können. Am Parkplatz zum Rundweg, der Cueva de Sal treffen wir Odile und Richard wieder, die uns empfehlen, neben Wasser auch Taschenlampen mitzunehmen, wenn wir die Höhlen besuchen wollen. Die Höhlen sind dann mehr schmale Schluchten und nur auf weniger als 100 Metern müssen wir das Tageslicht ersetzten.

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Wir bewegen uns zwischen so engen Felswänden und unter Überhängen, dass der massige Wolfram teils auf allen Vieren krabbelt. Doch das geht zum Glück nicht lange und bald sind wir auf einem kleinen Gipfel, von dem wir die grandiose Wüstenlandschaft überblicken können.

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Auf unser zweites Ziel, die Große Düne führt ein markierter 20-minütiger Weg. Von hier oben haben wir wieder einen unglaublichen Blick über Sandmeer und Felsenlandschaft. Für's Foto wagt Andi einen waghalsigen Sprung direkt an einer Steilhangkante, während Iris sich nur traut dort draußen zu stehen.

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Etwas weiter nordwestlich müssen wir mit viel Phantasie am Wegesrand in den Salzformationen Tres Marias kniende Marienstatuen erkennen ...  bevor wir auf gleichem Weg zurückfahren.

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Am Eingang zum Valle de la Luna biegen wir nach Süden ab, Richtung Aldea de Tulor. Hier schlagen wir auf dem Parkplatz zum Eingang zu den 2800 Jahre alten Ausgrabungen unser Nachtlager auf (S22 57.886 W68 14.210). Der Sonnenuntergang, den wir hier erlben ist eine farbliches Schauspiel, wie wir es sicherlich auf dieser Erde nicht mehr oft sehen werden.

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Sonntag installieren wir uns schon am Vormittag auf dem Campingplatz Los Abuelos (S22 54.356 W68 12.279).  Hier sind gerade Claudia und Uwe am packen. Sie kommen aus Richtung Norden und so müssen noch ein paar Minuten für Erfahrungsaustausch bleiben. Wir erhalten speziell gute Tipps für die Überfahrt von Carthagena nach Panama. Den Rest des Tages und den nächsten verbringen wir mit planen, lesen und Vorräte auffüllen.

Montag Abend beschließen wir mit Grillieren. Andi bereitet ein Stück Fleisch in der Gusspfanne auf dem Benzinkocher. Seine Philosophie, keine direkte Flamme ans Fleisch und Bratensaft auffangen, wird vom Ergebnis bestätigt. So etwas Zartes hatten wir schon länger nicht mehr zwischen den Zähnen. Wir sind inzwischen auf der Suche nach einem passenden Gusspfännchen ;-))

Dienstag brechen wir dann auf nach Bolivien zur Lagunenroute. Zunächst aber muss noch Diesel gefasst werden und an der Tanke treffen wir die (natürlich) Schweizer Lisbeth und Leo, denen wir vor dem Jahreswechsel schon auf Feuerland begegnet waren. Auch sie sind unterwegs Richtung Norden. Die Chilenische Ausreise wird noch in San Pedro erledigt (S22 54.639 W68.11.630) dann geht’s weiter zur Bolivianischen Grenze.

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