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Ghana
20. - 26. März 2013
(km 84.027) Ghana

Ausreise Togo Yikpa Dafo (10 min):

Einreise Ghana Wli Aqoruife (10 min):

Die Grenzstation Wli in Ghana wirkt etwas aufgeräumter, ist aber auch überbesetzt. Mindestens drei Personen kümmern sich gleichzeitig um unsere Einreiseformalität. Trotzdem klappt’s! Während Wolfram die Formulare ausfüllt besorgt Iris beim Zoll den Stempel ins Carnet. Gleichzeitig der obligatorische Sprachkurs, alles in einem Aufwasch.

So sind wir auch hier nach 20 Minuten durch und können nach der Wli-Falls Lodge von Sabine und Bernhard Ausschau halten. Die Namen klingen so deutsch, weil die Beiden aus dem Allgäu stammen. Wir werden herzlich von Joyce und Peace begrüßt, die Sabine vertreten. Sie hat sich den Knöchel gebrochen und liegt mit Gipsbein auf der Couch. Der für den Garten Zuständige antwortet, nachdem sich Wolfram vorgestellt hat: „I am Happy.“ Wie nett, er heißt so.

Außer von Bernhard werden wir noch von Stammgast Watzko begrüßt. Der kann uns etliches über die Wanderpfade rings um die Lodge erzählen.

Beim Abendessen lernen wir noch Hans-Jörg aus Hamburg kennen. Der pensionierte Lehrer interessiert sich für Afrikanischen Film und organisiert in Hamburg entsprechende Filmwochen (www.aifrika-augen-blick.de).

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Am nächsten Morgen führt unser Weg zunächst in den kleinen Ort um Geld zu tauschen. Ghana ist englischsprachig und macht nicht mit in der Westafrikanischen Franc-Union. Am ersten „Restaurant“ fragen wir Koizo nach einer Tauschmöglichkeit, und der aktive Wirt stoppt sofort seinen Bruder, der soeben mit dem Motorrad vorbeifährt.

Der kleine Togolese nimmt unsere 60.000 CFA und schickt den Bruder los, er solle dafür 240 Ghana-Cedi bringen. „Er wird in 5 Minuten zurück sein!“ Wolfram schaut dem Motorradfahrer nochmal tief in die Augen, quetscht ihm die Hand und suggeriert „You will come back, my friend!“ Aus den versprochenen 5 Minuten werden 50 und wir haben Zeit die Restaurant-Bar-Besucher zu beobachten.

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Für kleines Geld ziehen sie sich morgens um halb zehn Uhr eben mal ein halbes Teeglas Hochprozentigen rein, angeblich für den Magen. Das Essen, das im hinteren Bereich des „Restaurants“ zubereitet wird, findet so früh noch keine Nachfrage.

Dann kommt unser Geldwechsler wieder, er hatte keinen Erfolg. Für die 60.000 CFA gibt’s bestenfalls 234 Cedi, er hat alles versucht, ist auch über die Grenze gefahren, hat aber wegen des schlechten Kurses nichts getauscht. Jetzt ziehen die beiden Brüder gemeinsam los, und wir warten noch mal eine halbe Stunde, bis wir endlich finanziell gahnatauglich sind.

Allein vom Rumsitzen läuft uns hier bei 35°C der Schweiß und jetzt ein 3-stündiger beschwerlicher Fußmarsch zu den Wasserfällen, nicht mit Wolfram. Zum unteren Fall, wo man sich im Pool erfrischen kann, ist es nur knapp eine Stunde. Aber die Parkverwaltung will dafür 10 cedi (4 €). Einschließlich der höheren Fälle kostet der Einritt nur 3 cedi mehr. Für drei Stunden 13 cedi und für eine Stunde 10 cedi, da stimmt was nicht argumentiert die Faulheit, das lassen wir besser, vielleicht morgen.

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Heute bleibt es bei einer Wanderung in der Ebene, die schweißtreibend genug ist und als wir nach 3 Stunden wieder in der Lodge sind, ein wohliges Gefühl hinterlässt doch etwas getan zu haben. Ein heftiger Regenguss, der heftigste auf unserer bisherigen Reise, beendet den Tag, der auch vorher nicht zum Wäschetrocknen geeignet war.

Auch wenn die von den Fällen zurückkehrenden Wanderer ausschließlich schwärmen und den Weg als keineswegs schwierig beschreiben, lassen wir uns nicht anstecken und beschließen am nächsten Morgen weiterzuziehen.

Bis zum südlichen Zipfel des Lake Volta sind es nur 135 km auf guter Straße. Dor finden wir im Aylos Bay Camp (N 06° 14.632 | E 00° 05.546) einen netten Stellplatz direkt am Fluss Volta. Auch wenn heute wieder ein Regenguss die Temperaturen senkt, wird das Klima nicht angenehmer, die Luftfeuchtigkeit ist einfach zu hoch.

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Der Samstag begrüßt uns freundlicher und Iris nimmt ein erfrischendes Bad im Volta Fluss. Wolfram beäugt eine nicht fertiggestellte Villa am gegenüberliegenden Ufer. Wirklich keine schlechte Lage, lass uns mal weiterschauen, was es hier sonst noch so gibt.

Wir fahren am Flussufer Richtung Norden bis zum Staudamm, wo eine Schranke den Beginn des Geländes der Volta River Authority kennzeichnet. Die Schranke ist oben, keiner der uns aufhalten könnte zu sehen, also fahren  wir ins "Schutzgebiet". Der Voltasee ist zweimal so groß wie Luxemburg, damit das weltgrößte künstliche Gewässer. Da sollte es doch auch einen schönen Platz für unseren OF-EN geben.

Der Wegweiser "Maritime Club " findet unser Interesse. Es sind zwar bisher nur wenige Liegeplätze neben der viel auffälligeren Fischzucht, aber hier soll etwas Großes entstehen, weiß Carsten aus Bonn. Ihn treffen wir mit Segellehrern Steffen und Steve im Clubhaus. Carsten hat schon mal ein paar Tretboote und Jollen hierhin verkauft und Stefan und Steve sollen jetzt Einheimische im Umgang mit dem Segelgerät unterrichten.

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Kochen können die hier im Club jedenfalls, wie die Anzahl der Retaurangäste zeigt und auch uns schmeckt’s. Zum Übernachten ist uns hier aber zu viel los und wir beschließen in Richtung Süden weiterzufahren. Bestimmt finden wir längs des Voltaflusses noch ein lauschiges Plätzchen.

Dem ist aber nicht so, und wir fahren weiter bis wir im Verkehr vor der Hafenstadt Tema stehen. Naja, dann müssen wir halt das Next Door Resort (N 05° 34.197 | W 00° 07.047), eine Empfehlung von Sabine finden. Es dämmert bereits als wir vor dem Restaurant ca. 2 km östlich von Accra ankommen. Auch wenn heute Abend hier Live Musik angesagt ist, finden wir auf dem riesigen Parkplatz noch eine freie Lücke.

Wir stellen noch schnell den OF-EN ab und suchen einen Tisch am Meer in der Nähe der Band. Schon die ersten Probeklänge der Musiker sind nicht sehr professionell. Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard finden dann irgendwann zusammen und nach einer Aufwärmphase kann man die Kritik auch reduzieren. Die Stücke sind allgemeiner Rock/Pop und wir vermissen afrikanische Klänge, weshalb wir bald ins Bett gehen.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, sind wir alleine auf dem Parkplatz und suchen einen besseren Stellplatz, bevor die ersten Gäste zum Brunch erscheinen. Auch beim Strandspaziergang sind wir noch ganz alleine.

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Sonntags wird der Musikclub zum Ausflugslokal und Familien unterschiedlichster Nationalitäten finden hier ein Plätzchen am Meer. Es macht Spaß das Leben der anderen zu beobachten und die Beobachteten haben Spaß uns zu bestaunen.  Es kommt immer wieder zu interessanten Gesprächen. So verbringen wir den Tag faul mit lesen und schauen.

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Bis zur Botschaft Burkina Fasos sind es nur 12 km. Um 8.30 Uhr am Montag morgen brechen wir dorthin auf. Im recht zivilisierten Rushhour-Verkehr sind wir dank Google Routenplaner ohne uns zu verfahren in 50 Minuten am Ziel.

Die Botschaftsangestellte ist charmant und hilfsbereit. Bei der Frage auf dem Antrag, „Adress in Burkina Faso“, öffnet sie ein Branchenbuch und zeigt auf das Hotelverzeichnis. Burkina Faso Embassy Accra, da werden sie geholfen! Nachdem wir 73 cedi (rd. 30 €) pro Visa bezahlt haben, kommt die Gretchenfrage: „Wann können wir ...?“

Die Antwort: “In ein bis zwei Stunden", lässt Wolfram an Iris Französischkenntnissen zweifeln. „Können wir warten?“ "Ja, bitte nehmen Sie draußen Platz!“ Immer noch unglaublich, aber wir wollen der netten Dame doch glauben, weil’s so schön wäre. Wir beschließen die  Zeit zu nutzen. Manchmal sind ja ein bis zwei Afrikastunden doch etwas länger.

Wir fahren in die Accra Mall (N 05° 34.236 | W 00° 12,153), wo Shoprite, Game und andere aus Südafrika bekannte Ketten ihre Ware feilbieten. Die klimatisierte Mall lässt uns zunächst frösteln, aber auf dem Frisörstuhl schwitzen wir bald wieder. Hoffentlich haben die schon mal solch seidenweiches, weißes Herrenhaar bearbeitet.

Nachdem Iris 10 Minuten zugesehen hat, wie der dunkelhäutige Barbier vorsichtig mit der Maschine durch Wolframs Mähne zieht, springt sie auf. Nicht um davonzulaufen, nein, das gefällt ihr. Der Herr Kollege darf auch an ihren Schopf. Der muss kurz tief durchatmen, dann wagt er sich an das europäische Haar.

20 cedi für den Herren, 25 für die Dame, die sind halt etwas schwieriger. Mit Trinkgeld 10 Euro und nichts stört mehr den Schweiß über Stirn und Hals zu laufen. Im Shoprite die Vorräte auffüllen, das Angebot hier ist vollständig.

Um kurz vor zwölf wieder bei der Botschaft und mit Visa für drei Monate Burkina Faso kann die Reise heute weitergehen. Zunächst erst mal rund 150 km in Richtung Westen, nach Cape Coast. Hier eine orientierende kurze Rundfahrt durch den malerischen Ort und dann ca. 15 km weiter nach Südwesten nach Elmina.

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Auch dieses kleine Fischerdorf liegt richtig idyllisch. Wir suchen das Hotel von Agnes und Peter Boger. Agnes war es, die uns die nötige Einladung ausgestellt hatte, um das Visum für Ghana zu bekommen. Es braucht allerdings einen Anruf bei ihr, um den Weg ins Brenu Beach Resort (N 05° 04.104 | W 01° 25.308) zu finden. Nochmal 15 km weiter nach Westen bis Ayensudo und dort nach der Tankstelle links Richtung Atlantik. Peter begrüßt uns auf dem Gelände und nachdem wir einen Platz 50 m vom Wasser ausgesucht haben, wissen wir, hier gefällt es uns.

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Im Hotel sind noch ca. 25 junge Studenten aus Europa untergebracht, die ein Open-Air-Seminar zu Umweltthemen in Ghana besuchen. So lässt es sich studieren. In der Mittagspause und am Abend ein Bad im Atlantik, das kühlt den Kopf. Soviel Kopfarbeit inspiriert und so bekommt das Tagebuch wieder mal ein Update. Am nächsten Morgen geht Iris wieder Brot kaufen im benachbarten Brenu Village, man kennt sie schon dort :-)

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Ende der Woche werden wir dann Richtung Norden nach Ouagadougou aufbrechen und dann nächste Woche von dort nach Westen nach Bamako in Mali. Von dort bis zu Caspers Camp sind es dann noch ca. 350 km, insgesamt von hier knapp 2200 km.

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27. -29. März 2013 (km 84.707)

Vom Brenu Beach Resort zum idyllischen Fischerdörfchen Elmina sind es etwa 15 km. Um zum St. George Castle zu kommen müssten wir über eine Brücke, die unseren OF-EN nicht trägt. Also geht’s  wieder 5 km zurück, und auf einem Weg längs der Küste durch das Fischerdorf Richtung Castle. Wir werden von Cora begleitet, einer jungen Hamburgerin, die wir in Brenu Beach kennengelernt haben.

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Die Führung durch die von Portugiesen 1482 erbaute Festung dauert eineinhalb Stunden.  Die Geschichte des später von Holländern und Briten genutzten Standorts wird verständlich, wenn man über die Lagune und den dadurch gebildeten Naturhafen blickt.

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Die ehemaligen Lagerräume des Forts wurden später als Sklavenkerker genutzt. Von hier wurden die meisten schwarzen Arbeiter nach Übersee verschifft, eine grausame Geschichte.

Auf dem Rückweg von Elmina machen wir noch kurz Halt im Stumble Inn (N 05° 04.563 | W 01° 22.606) auf der Suche nach Overlandern, mit denen wir uns austauschen könnten. Die wirklich chillige Campsite ist zur Zeit auch ziemlich leer und so ziehen wir weiter nach Cape Coast ins Oasis Beach Guesthouse (N 05° 06.218 | W 01° 14.611), wo Cora ehemalige Studienkolleginnen trifft, die ebenfalls Ghana bereisen.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von der netten Hamburgerin und der Atlantikküste  und unser Weg führt über Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas Richtung Norden. Der Verkehr in Kumasi zehrt wieder 1 ½ Stunden lang an Wolframs Nerven und wir sind froh, als wir die Stadt ohne Schaden überwunden haben.

Bis Techiman in den Park des Dymns Hotel sind es noch 110 km, wo wir in der Dämmerung ankommen. Als gegen 21 Uhr der Generator des Hotels endlich abgestellt wird, können wir uns nur kurz über die eingetretene Ruhe freuen. Am Abend vor Karfreitag proben die Chöre unterstützt von verstärkten Instrumenten für das Osterfest. Schon um 5 Uhr früh am nächsten Morgen werden wir wieder von Gesängen geweckt, die uns aus den Federn treiben.

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Um die Mittagszeit sind wir in Tamale, wo wir den guten Funkkontakt nutzen und die günstigen Ghana Telefoneinheiten nach Deutschland verbrauchen. Bis zur Grenze nach Burkina Faso sind es dann noch etwas mehr als 200 km und hier wollen wir im Border Rest Camp übernachten. Dieses Camp gibt es wohl nicht mehr, und wir entscheiden nach einer halben Stunde Suche die Zeit besser für den Grenzübertritt zu nutzen. Nach weniger als einer Stunde sind wir in Burkina Faso.

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