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Tansania
22. -31. Dezember 2011 (km 43.308) Tansania  

Der Grenzübergang in Rusumo dauert nicht ganz
1½ Stunden.

Ausreise Ruanda (10 Minuten):

Danach über die Brücke (Rusumo Wasserfällel) und den Berg hoch

EinreiseTansania

Wenn nicht so viele LKWs aus Richtung Tansania die Straße versperrt hätten wären wir auch in der halben Zeit durch gewesen. Die Ruandische Polizei kontrolliert hier die Fahrzeuge auf Verkehrstüchtigkeit. Licht, Blinker, Scheibenwischer, Erste Hilfe Set und Fahrzeugpapiere zu checken kostete seine Zeit und der Rückstau nach Tansania behindert unsere Einreise.

Inzwischen nehmen wir solche Situationen entspannt hin. Nur wenn junge Beamte mit Waffen ihre Bedeutung überschätzen, muss Wolfram ihnen mit der Aufforderung gemeinsam den Chef aufzusuchen, die Grenzen aufzeigen.

In Tansania wird uns sofort die Größe dieses Landes bewusst. Die Besiedlung verteilt sich auf kleine Ortschaften in größeren Abständen. Die letzten 30 km zu unserem Tagesziel Biharamulo sind dann auch wieder unbefestigte Piste und auch der Ort selbst bietet nicht viel.

In einer noch von Deutschen errichteten Festung BOMA (S 2° 37.899 | E 31° 18.294) finden wir einen Stellplatz und liegen kurz nach Sonnenuntergang im Bett. Am nächsten Morgen geht’s entsprechend früh wieder weiter. Circa 180 km nach Norden, wo wir in Bukoba, am Lake Viktoria unser Weihnachtslager aufschlagen.

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Gemeinsam mit uns kommen in der Kiroyera Campsite (S 1° 20.465 | E 31° 49.033) Anneke und Jan an. Das holländische Paar war mit seinem Toyota Lancruiser im August von Kapstadt in Richtung Ostafrika aufgebrochen. Heute kommen sie aus tansania und werden nach Weihnachten die Schleife nach Südafrika bis April beenden.

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Wir sind etwa im gleichen Alter und am nächsten Tag ziehen wir gemeinsam los um beim Inder FIDO DIDO (S 1° 19.850 | E 31° 48.749) für die Weihnachtsessen einzukaufen. Der Heilig Abend verläuft auch ohne Weihnachtsbaum friedlich. Zwei Kerzen zum Dinner müssen reichen für etwas Romantik.

In den Schlafhütten neben unserem Lager ist eine Traditional Cultur Dancegroup untergebracht, die am nächsten Nachmittag im Stadion auftritt. Außer uns sind keine Muzungus in der Stadt und Iris, Jan und Anneke ziehen los um inmitten hunderter Einheimischer an der außergewöhnlichen Veranstaltung teilzunehmen.

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Wolfram hält Lagerwache und das ist auch nötig. Langsam füllt sich der Strand. Immer mehr Einheimische kommen hier vorbei und führen ihren feinsten Weihnachtszwirn aus.

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Bald macht es keinen Spaß mehr zu fotografieren, immer mehr Jungendliche springen ins Bild und posen.  Anschließend wollen sie natürlich die Aufnahmen im Display der Kamera bewundern.

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Auch unser Lager, die Autos und Ausstattung finden Interesse. Bald sind unsere Campingstühle belegt und alles wird begrapscht. Endlich kommen die drei von ihrem Folkloreausflug zurück und mit Hilfe dieser Verstärkung gewinnen wir etwas Raum. Der Manager des Platzes wird aufgefordert unseren Bereich soweit zu sichern, dass wir ihn nutzen können, da ihm ansonsten keine Gebühren zustehen.

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Ein finster blickender Schwarzer mit Stock bewaffnet verscheucht seine Brüder und Schwestern soweit, dass wir unser Weihnachts- BBQ starten können. Bald wird es dunkel und die Massen verziehen sich, das Weihnachtsmal mit Lammkoteletts und Rinderlende vom Grill schließt diesen außergewöhnlichen Weihnachtsabend gebührend ab.

Auch die nächsten beiden Tage verbringen wir an diesem Sandstrand im Nordwesten Tansanias. Wir wollen nicht in der Ferienzeit in Richtung Serengeti aufbrechen und unser Ziel zum Jahreswechsel ist Mwanza am Südufer des Viktoriasees. (südliche Fähre |5000 TSh |30 Minuten) Der erste Stopp ist dort der Yachtclub (S 2° 31.745 | E 32° 53.652) wo wir neben einem Berliner Unimog mit Wohnaufbau einparken.

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Gefahren wird dieses Universale Motorgerät von Ellen, einer fast 70jährigen, die Ende August in Port Elizabeth, Südafrika aufgebrochen ist. Alleine! Die ehemalige Taxifahrerin hat wohl seit fast vier Monaten mit niemanden mehr Deutsch gesprochen, mit typisch Berliner Schnauze leiert sie ihre Lebensgeschichte runter und wir können nur erstaunt zuhören.

Etwas später dann fahren Uwe und Gabi auf den Platz. Die beiden stammen aus Schriesheim und Iris freut sich ganz besonders sogar gemeinsame Bekannte zu haben. Sie haben schon mehrfach Afrika bereist und mieten sich dazu meist ein Allradfahrzeug mit Dachzelt um dann in ihrem 4-5 Wochenurlaub unabhängig unterwegs zu sein. Auch eine Variante!!

Am nächsten morgen darf Iris im Landrover mit die Gegend erkunden. Die TUNZA Beach Lodge (S 2° 27.024 | E 32° 54.147) wird ausfindig gemacht, etwa 8 km nördlich der Stadt, und wir verlassen den inzwischen von einem einstündigen Regenschauer überfluteten Yachtclub.

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TUNZA Beach Lodge wird von den Südafrikanern Jan und seiner Schwester Hannelie gemanaged. Sie haben den Platz vor 8 Jahren übernommen und ganz schön was draus gemacht. Der richtige Ort für ein Homepage-Update und Silvester.

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Wir wünschen euch einen guten Start in 2012, bleibt gesund
und uns treu ;-)

Heri ya mwaka mpya!  

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1. - 8. Januar 2012 (km 43.959)

Silvester verläuft sehr ruhig. Am Abend lädt Jan uns und weitere drei Familien, südafrikanische Gäste, zum BBQ ein. Er beweist, Südafrikaner beherrschen das „Braai“, von dem wir schon so oft gehört haben. Rind- und Lammfleisch sowie die südafrikanische Spezialität Boerewors werden mit Salaten und tansanischem Ugali mit besonderer Soße ergänzt. Einfach lecker!

Die Amateurmusiker, die versuchen den Abend mit Rock, Pop und Blues zu untermalen können uns den Appetit nicht verderben. Trotzdem oder deswegen liegen wir schon früh im neuen Jahr im Bett.

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Die ersten beiden Tage in 2012 verbringen wir entspannt am Sandstand der TUNZA Beach Lodge (S 2° 27.024 | E 32° 54.147). Auch hier sind wir umringt von Einheimischen, die das neue Jahr feiern. Diesmal nicht in Anzug und Krawatte sondern in Badehose. Sie halten deutlich mehr Abstand als ihre Kollegen in Bukoba. Dank der abgestellten Massai, die auch schon mal einen Stein werfen, können wir ungestört unseren persönlichen Jahresrückblick und die Grobplanung für den Reiseweg 2012 angehen.

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Am Nachmittag des Ersten besuchen uns Theo und Annette. Theo, der die Wasserwerke von Mwanza berät, hatte fast 30 Jahre in Frankfurt gelebt. Seit 11 Jahren arbeitet er in Afrika, vor Tansania in Sambia, wo er seine Frau Annette kennengelernt und geheiratet hat. Er hat unsern OF-EN in Mwanza gesehen und uns angesprochen. Jetzt lädt er uns ein ihn zu besuchen.

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Am 3. verabschieden wir uns von Hannelie und Ihrer Mutter Susan, die uns das Versprechen abnimmt, sie in Südafrika zu besuchen. Bevor wir TUNZA Lodge verlassen erhöhen wir noch unser Reisehandicap. Bisher war alles zu leicht, insbesondere die Grenzübergänge.

Auf dem Gelände der Lodge leben etwa 5 erwachsen Hunde und mindestens 5 Junge. Die Kleinen sind 3 Monate alt und haben schon am ersten Tag Iris Herz gebrochen. Wolfram ist auch schnell weichgeklopft, die Vernunft verliert und ein kleiner Schwarzer mit weißer Brust und großen Ohren folgt uns in den OF-EN.

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Bei Theo findet der kleine neue Hundegesellschaft. Shiwa und Rocky sind für 2 Tage seine neuen Hundeeltern. Wir dürfen auf dem Parkplatz von Theos Villa Vollpension parken. Theo und Annette sind großartige Gastgeber und an den Abenden helfen sie bei der Planung unserer Weitereise durch Tansania, Malawi und Sambia.

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Eingedenk des Suaheli-Sprichwortes: „Behandelt euren Gast zwei Tage lang als Gast; gebt ihm am dritten Tag eine Hacke“, ziehen wir vorsichtshalber am dritten weiter nach Osten.

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Die 470 km bis Singida sind weniger anstrengend als befürchtet. Die Straßen sind so gut, dass ein Verkehrspolizist Wolfram verwarnen muss. Seine Radarpistole behauptete wir seien statt der erlaubten 50 km/h 65 km/h schnell gewesen. Freundliche Worte und das Versprechen zukünftig die Verkehrsschilder zu befolgen, veranlassen den Beamten von einer Strafe abzusehen. Die nächste Etappe von Singida nach Babati ist zu einem Drittel Baustelle und in diesem Bereich einsprechend rau.

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Als dann die Straße Richtung Arusha wieder glatt wie ein Kinderpopo ist, muss Wolfram ein 50 km/h Schild übersehen haben. Weit und breit ist auch kein Grund für eine solche Begrenzung ersichtlich. Der Verkehrspolizist, der Wolfram die Radarpistole mit gemessenen 75 km/h vorhält will diesmal nicht von einer Strafe absehen. Mit 30.000 TSh (rund 15 €) soll das Vergehen geahndet werden.

In Afrika ist jeder Preis verhandelbar! Ob er es denn nicht etwas günstiger machen könne, für einen einsichtigen Sünder? Die Antwort überrascht! Was wir bereit wären zu zahlen? 10.000 TSh! Die Antwort ist wieder verblüffend. OK! 10.000 TSh wechseln den Besitzer, nach einer Quittung fragen wir nicht.

In Arusha ein kurzer Stop im SHOPRITE (S 3° 22.536 | 36° 40.745) (südafrikanische Kette wie Lidl) um unsere Lager aufzufüllen. Unser Hund, der noch nicht auf Blacky hört, bekommt ein Halsband und weiter geht’s ins HONEY BADGER Cultural Center (S 3° 21.094 | E 37° 23.015), 6 km hinter Moshi. Von hier aus starten die meisten Kilimandscharo Besteigungen und Safaris in den Arusha Nationalpark.

Für uns ist das Camp mit einheimischer Küche, Bar und Swimmingpool ein geeigneter Rastplatz bevor es weiter Richtung Usambara-Berge geht.

Kwa heri! ___________________________________________________________

8. - 17. Januar 2012 (km 44.855)

Neben uns kampieren Marett und Ulf aus Hamburg. Sie haben mit Ihrem MAN einen ähnlichen Weg gewählt wie wir und sind seit August unterwegs. Auch ohne Lagerfeuer allerdings mit reichlich Wein werden Anekdoten ausgetauscht.

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Am nächsten Morgen ziehen wir dann weiter in Richtung Usambara Berge. Bis Lushoto sind es ca. 250 Kilometer. Während der Deutschen Kolonialzeit hieß der Ort noch Wilhelmsthal und in unserem Zielcamp der Irente Farm (S 4° 47.633 | E 38° 15.929) können wir tatsächlich selbstgebackenes Roggenbrot und selbstgemachten Käse einkaufen.

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Die Landschaft ist herrlich, wir sind knapp 1500 m hoch und die Temperatur ist mit 23 °C etwa 10 °C niedriger als im Tal. Hier treffen wir die junge Ärztin Miriam, die in Zentraltansania ein Praktikum absolviert hat und jetzt noch ein paar Tage durchs Land reist. Merret und Ulf sind auf einem Platz ganz in der Nähe, an der Irente View Cliff Lodge (S 4° 48.117 | E 38° 15.471) untergekommen und zu fünft plus Blacky machen wir am nächsten Tag eine geführte Wanderung.

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Im nahen Dorf besuchen wir eine Schulklasse und unterhalten uns mit Lehrern. Der Einblick in das Alltagsleben der Tansanier ist interessant und wie die Bauern die steilen Hänge bewirtschaften echt bewundernswert.

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Als wir nach 4 Stunden Bergwanderung zu unserem OF-EN auf der Irente Farm zurückkommen, haben wir Besuch. Gabi und Uwe aus Schriesheim haben auch den Weg hierher gefunden. Und wir dürfen die Geschichte erzählen, wie uns auf dem Weg, noch auf der Schnellstraße eine Mango von einem entgegenkommenden LKW auf die Windschutzscheibe knallt.

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Da die beiden nicht so sehr begeistert von den von uns anvisierten Plätzen in Pangani erzählen, entscheiden wir uns direkt weiter nach Daressalaam zu fahren und eine neue Windschutzscheibe für Mercedes zu organisieren.

Kurz bevor wir in Dar auf die Fähre nach Kigamboni zu den südlichen Stränden fahren, wieder eine Überraschung. Aus einem TukTuk springen uns die Schweizer Freunde Sämi und Regula mit ihren Kindern entgegen.

Sie sind auf einem Camp neben dem Platz, den wir angepeilt haben und wechseln am nächsten Morgen zu uns ins Sunrise Beach Resort (S 6° 51.033 | E 39° 21.540).

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Den Tag verbringen wir mit einer TukTuk Rundfahrt durch Daressalam.

Als wir am Nachmittag ins Camp zurück kommen finden gerade Vorbereitungen für ein großes Fest statt. Ein Restaurantbesitzer mit indischen Vorfahren, der Weihnachten und Silvester durchgearbeitet hatte, will mit seiner 40-köpfigen Familie und weiteren 30 Leute zeigen wie Tansania feiern kann und lädt uns zu seinem Fest ein.

In einer halben Stunde soll’s hier richtig rund gehen mit Gesang bis in die Nacht hinein. 1 ½ Stunden später sitzen wir im Restaurant des Camps und draußen stehen eine Menge leere Tische und Stühle. Mit den Schweizern sitzen Beatrice, Elias und Emma mit uns zusammen. Sie haben ihre 3-jährige Projektarbeit in Tansania beendet und mit einer Reise über Malawi und Sambia im eigenen Allradfahrzeug mit Dachzelt abgeschlossen.

Wir erhalten neueste Informationen zu Spritsituation und Straßenbeschaffenheit und überlegen ob Malawi wegen Dieselknappheit ausfallen muss. Schauen wir mal!

Gegen 22 Uhr wird’s dann doch etwas belebter am Strand und die Musik schwillt auf Partylautstärke an. Als wir gegen 23 Uhr schlafen wollen, ist das Fest in vollem Gang. Der Sänger muss noch etwas üben, die Sängerin ist gut und gegen 2 Uhr sind wir dann auch in den Schlaf getrommelt.

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Am nächsten Morgen hat sich die indische Kolonie weitgehend aufgelöst. Wir entscheiden trotzdem 70 km nach Norden zu ziehen um die Gegend dort kennenzulernen. Über das Wochenende wollten wir sowieso weiter nach Bagamoyo, einem Örtchen, indem viele frühe europäischen Entdecker ihre Expeditionen begannen oder beendeten.

Zunächst ist allerdings die Silver Sands Beach Campsite (S 6° 39.307 | E 39° 12.708) etwa 20 km nördlich von Daressalam unser Ziel. Das Hotel ist etwas in die Jahre gekommen und wimmelt am heutigen Feiertag nicht nur wieder von Indern. An dem uns zugewiesenen Stellplatz herrscht eine Ameisenplage.

Wir besprechen uns mit Regula und Sämi und beschließen trotzdem für eine Nacht zu bleiben. Nachdem der "Hof“ gefegt wurde können wir uns auch außerhalb der Fahrzeuge aufhalten und unser selbstbereitetes Abendessen genießen.

Am nächsten Morgen nehmen wir Abschied. Die Schweizer ziehen Richtung Südwesten Malawi und wir nach Norden, Bagamoyo. Dort ist es die Travellers Lodge (S 6° 26.036 | E 38° 54.291), eine Anlage mit Restaurant , Bandas und Strandhäusern, wo wir einen Stellplatz finden. Ein Deutscher und seine südafrikanische Frau haben vor 20 Jahren das Grundstück gekauft und entwickelt. Heute muss vieles schon wieder renoviert werden.

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Das Restaurant allerdings bietet ein breite Angebot an Speisen und Getränken zu nicht ganz günstigen Preisen. Es waren nicht die Getränke, die Iris ausrutschen ließen. Bei über 30 °C am Abend sollte eine Dusche Abkühlung bringen. Prinselwasser statt einer schönen Dusche und dann noch der schlüpfrige Boden, der sie zu Fall bringt (lt. Besitzer ist das hier schon desöfteren passiert) bleiben nicht in guter Erinnerung. Die Folge eine stark blutende Platzwunde am Hinterkopf. Mit dem Taxi geht es ins benachbarte lokale Hospital. Hier werden gerade zwei TukTuk Unfallopfer verarztet. Nach zehn Minuten Wartezeit können wir das Stöhnen und Jammern nicht mehr ertragen und entscheiden diese offene Klinik wieder zu verlassen.

Nick, der Geschäftsführer des Hotels versorgt die Wunde mit Alkohol und einem Verband. Wir wollen gleich am nächsten Morgen zurück nach Daressalam in die IST-Klinik (S 6° 45.533 | 39° 16.700), die unter westlicher Leitung steht und bestens ausgestattet ist.

Für die 70 km brauchen wir dann doch etwas mehr als 2 Stunden. Der Verkehr in der Hauptstadt ist dicht wie in jeder Großstadt.

In der Klinik wird die Wunde professionell versorgt. Die etwa sieben cm lange Patzwunde wird zur Hälfte mit vier Stichen genäht. Die Rechnung, 121 USD beinhaltet Schmerztabletten, Salben und das gute Gefühl fachgerecht versorgt worden zu sein. 

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Anschließend gibt es eine Pizza im benachbarten Restaurant und nachdem die schmeckt scheint auch alles wieder in Ordnung zu sein.  

Wir wollen zurück an die nördlichen Strände, das Silver Sand Ameisenhotel soll es jedoch nicht wieder sein. Wir versuchen es im benachbarten Kunduchi Beach Hotel & Resort (S 6° 39.979 | E 39° 13.187).

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Hierbei handelt es sich entgegen der Beschreibung in unserem Reiseführer nicht um ein Mittelklassehotel. Der geforderte Preis für einen Stellplatz, 100 USD deutet auf eine Nobelherberge hin. In der Lobby dieses wunderschönen Hotels an einem Traumsandstrand werden wir freundlich mit eisgekühltem Mangosaft empfangen. Unsere Preisverhandlungen, wir brauchen kein Bett, keine Dusche, haben auch alles andere bei uns, enden bei 30 USD. Da hat allerdings noch niemand Blacky gesehen. Wir entscheiden weiterzuziehen, wir Camper passen hier nicht hin. Im Sunrise Beach Resort fühlen wir uns doch wohler und nach zwei Stunden Fähre-Anstehen sind wir wieder im Bereich der Südstrände zu Hause.

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Das Fest, das heute hier gefeiert wird, diesmal von einer .... genau! ... indischen Firma veranstaltet, ist um 21 Uhr schon voll im Gang und die Live-Musik zu den tansanischen Kultur und Tanzvorführungen ist wirklich zu genießen. Um 23 Uhr ist die Veranstaltung auch schon zu Ende und wir haben eine ruhige Nacht.

Der Sonntag ist strahlend heiß und ein kurzer Ausflug in den Indischen Ozean endet abrupt in der Begegnung mit einem Seeigel. Es sind nur wenige Stacheln in Wolframs Hand, aber auch die sind ihm schon zuviel. Die Brandung ist hier recht stark und schnell versucht man(n) Halt an der falschen Stelle zu finden.

Am Montag erfahren wir wie es mit der Windschutzscheibe weitergeht, Dienstag und Freitag Zahnarzt, dann wollen wir weiter Richtung Malawi.

Bis zum nächsten Mal

Kwa heri!

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17. - 28. Januar 2012 (km 44.855)

Wir sind also noch eine Woche hier festgenagelt. Mercedes Benz hatte uns Hoffnung gemacht die Windschutzscheibe kurzfristig aufzutreiben  und wechseln zu können. Nein, die Scheibe ist noch nicht da, bitte morgen noch mal nachfragen.

Hier im Sunrise Resort hatte eine ROTEL Tour (Das Rollende Hotel) von Windhoek nach Daressalam geendet. Volker aus Bad Hersfeld ist übrig geblieben. Er hat sich entschieden nach der 3 Wochen (Tor-)tour hier noch ein paar Tage Strandurlaub zu machen, und wir haben das Glück wieder mal einen Menschen kennenzulernen, dessen Lebensinhalt auch das Reisen ist.

Das Jahr über verdient der studierte Vermessungsingenieur sein Geld mit einem Buttler-Service in München (volkerteupel@web.de) Ältere oder alleinstehende Menschen brauchen Hilfe, müssen etwas organisiert bekommen, Volker ist zur Stelle.
Aber einmal im Jahr ist eine große Reise angesagt. Den Virus hat er sich auf einer Einjahres- Backpacker Tour durch die ganze Welt eingefangen und entsprechend spannend sind seine Erzählungen.

Dienstag zieht Iris dann wieder mit einem TukTuk Richtung IST-Clinic, wo durch eine Blutuntersuchung festgestellt wird, dass sie sich über ihre offene Platzwunde keine Infektion eingefangen hat. Beim Zahnarzt wird die Krone vorbereitet.

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Wolfram hält mit Blacky die Stellung im Camp. Volker hatte für ihn eine Buchempfehlung – Dietrich Faber, Toter Geht’s Nicht. Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der im hessischen Nidda spielt und beim Lesen immer wieder über alltägliche Vorkommnisse zum lauten Lachen zwingt.

Die Enttäuschung, dass MB auch heute wieder eine Absage hat ist nicht so groß. Wir haben Zeit bis Freitag und wie gesagt, Volker, Internet, und E-book sorgen für Unterhaltung.

Am Donnerstag noch ein Highlight. Iris wird von Regina Beck von SWR3 interviewt. In der Sonntagsreihe "SWR3 Weltweit" soll ein Beitrag über unsere Tour gebracht werden.

Heute kommt allerdings auch die Absage von Mercedes. Wir werden die Windschutzscheibe kurzfristig nicht bekommen. T.i.A.-This is Africa, und Mr. Cummings, der Sales Manager National, ursprünglich ein Brite, hat sich schon recht gut angepasst. Mit seinen Ringen an den Händen, Goldkettchen um den Hals, Herzohrring im linken Ohrläppchen sollte er vielleicht als Zauberer an der Seite eines Stammeshäuptlings Knochen werfen, aber nicht für eine Vertragswerkstatt von Mercedes Benz die Logistik organisieren. Wolfram hatte den Mann schon früh gefressen, trotz Metallbehang.

Na ja, muss die Scheibe bis mindestens Lusaka durchhalten!?

Freitag dann die nächste Enttäuschung, die Krone auf den Zahn passt auf Anhieb, aber die Patzwunde ist noch nicht soweit. Die Fäden können erst am Montag gezogen werden. Nochmal 3 Tage im Sunrise.

Ein strahlender Samstag macht den Abschied von Volker besonders schwer. Wir haben uns angefreundet und lassen uns nur ungern gegen seine wartenden Kunden eintauschen. Aber, Lebbe geht weiter, und unsere Reise auch.

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Zum 11-Uhr-Fädenzieh-Termin am Montag kommen wir 2 ½ Stunden zu spät. Wir sind zwar, wie wir meinen, frühzeitig um 9.30 Uhr losgefahren, es sind 17 km zurückzulegen, haben aber nicht damit gerechnet, dass wir 3 Stunden an der Fähre anstehen müssen. Die Umfahrung der Bucht wäre etwa 30 km länger gewesen, das nächste mal werden wir  ... !?

Gegen 14.45 Uhr geht’s dann 350 km nach Westen nach Mikumi. Unseren ursprünglichen Plan an der Küste entlang Richtung Süden und dann längs der Grenze zu Mozambique nach Malawi zu fahren haben wir aufgegeben. Mit unserer angeknacksten Scheibe haben wir keine Lust auf diese schlechten Pisten

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Nachdem wir uns über eine Stunde aus Daressalam gequält, haben kommen wir auch ganz gut voran und sind gegen 19.30 Uhr, es ist seit einer halben Stunden dunkel, im Tan Swiss Camp (S 7° 23,781' | E 37° 0,111'). Hier gibt’s zum Abendessen "Hörnli mit Ghacktem", ein original Schweizer Gericht, dessen Name aus dem Mund der einheimischen Bedienung fremder klingt als es schmeckt.

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Die Etappe am nächsten Tag durch die Baobab Unzungu Mountains ist kürzer. Über Iringa, wo wir einen Zwischenstop einlegen, geht’s 50 km weiter Richtung Südwesten nach Kisolanza ins Old Farmhouse (S 8° 8.747 | E 35° 24.737) Hier sind wir die einzigen Gäste und für uns alleine wird das Restaurant nicht geöffnet. Wir haben einen ruhigen, sicheren Übernachtungsplatz und am nächsten Morgen eine heiße Dusche, die hier in über 1700m Höhenlage bei knapp 18°C Temperatur gerne angenommen wird.

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Der TanZam Highway ist wirklich ordentlich und schon gegen zwei Uhr nachmittags sind wir am Mittwoch in Tukuyu, knapp 50 km nördlich der Grenze zu Malawi. Morgen wollen wir dann in unser achtes afrikanisches Land einreisen, wäre da nicht die Gruppe polnischer Freizeitfußballer. An der Tankstelle in Tukuyu stehen vier Allradfahrzeuge , die unsere Aufmerksamkeit wecken.

Was sind das für Leute, die müssen wir doch gleich mal anquatschen!? Wie gesagt, Polen, ca. acht und eine Frau. Sie haben sich zum Ziel gesetzt innerhalb drei Monaten von Kapstadt zurück nach Europa zu fahren und überall, wo sie Halt machen ein Fußballspiel zu organisieren.

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Von bisher 11 Spielen haben sie erst eins gewonnen, meistens waren die Gegner jünger und schneller und hatten auch weniger Bier getrunken. Trotzdem macht die Truppe einen entspannten, glücklichen Eindruck. Als sie uns von der auf Tansanischer Seite, knapp 60 km entfernten paradiesischen Crazy Crocodile EcoLodge erzählen, steht schnell fest, unser Grenzübertritt muss warten.

Noch eine Nacht im Landmarkhotel (S 9° 15.485 | 33° 38.793) in Tukuyu. Das Restaurant ist zu empfehlen und der Parkplatz sicher. Für 10.000TSh (5 €/Nacht) bekommen wir auch noch ein Zimmer zugewiesen, wo es am nächsten Morgen wieder eine heiße Dusche gibt. Die haben wir in unserem OF-EN zwar auch, aber hier muss man nicht so auf den Wasserverbrauch achten und ein bisschen mehr Platz hat man auch.

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Am nächsten Morgen geht’s dann nicht nach Malawi, aber an den Malawisee der hier Nyasasee heißt. Zunächst fahren wir 35 km auf guter Straße nach Süden bis Kyela und dann weitere 50 km Piste in Richtung Nordwesten nach Matema.

Von hier sind es dann noch 3 km längs dem Seeufer zum Crazy Crocodile (S 9° 30.342 | E 34° 0.270), wo uns Thomas und seine Frau Layla begrüßen. "Wir sind noch im Aufbau und machen noch keine Werbung", beantworten die beiden unsere Frage warum wir erst in allernächster Nähe und durch Zufall etwas von ihrem Traumplatz erfahren.

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Die Anlage ist wirklich sehr schön, am Sandstrand des drittgrößten Sees Afrikas. Hier kann man ohne Angst vor Bilharziose baden und wenn Blacky auch seinen Kampf mit der 15 köpfigen Katzenfamilie und den 7 älteren Rüden hier am Platz hat, wir fühlen uns sofort wohl. Leider ist der Internetzugang (kein Wifi) unangemessen teuer und langsam, so muss der Upload des Updates warten. Aber das soll uns nicht hindern zu bleiben.

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Denn hier ist Tansania noch mal besonders schön und der Abschied kann bis morgen (?) warten.

Kwa heri!

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28. - 29. Januar 2012 (km 46.798)

Am Abend noch ein kleiner Spaziergang zur nahen Flussmündung, aber auch heute keine Krokodile oder Hippos, nur spielende Kinder, und eine Radfahrer der den einmündenden Fluss überquert.

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Zum Abendessen nochmals fangfrischen Fisch aus dem See. Am nächsten Morgen dann 55 km Piste zurück auf die Hauptstraße. Hier ist Tansania noch sehr ursprünglich und wir genießen die Fahrt.

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Auf der Hauptstraße sind es dann nur noch 15 km bis zur Grenze nach Malawi. Vorher noch voll tanken, wer weiß ob es in Malawi Diesel gibt.

Die Ausreise in Kasumulu läuft wie gehabt.

Dann noch eine Überraschung, Wolfram wechselt das restliche tansanische Geld. Laut offiziellem Wechselkurs soll es für die 206.000 TZS, etwa 100 EUR, 21.000 Malawi Kwachas (MWK) geben. Er bekommt fast 35.000, wohlgemerkt in einem offiziellen Wechselbüro. Wie geht das bloß? 

-->tansania.pdf (1,2 MB) für Omas ausdrucken.

 

Malawi

29.1. – 5. Februar 2012 (km 46.986) Malawi

Auch die Einreise im Grenzort Kasumulu ist in fünzehn Minuten erledigt.

Dann noch etwas Verwirrung, brauchen wir als Transittouristen einen Stempel für Blackys Einreise? Vorsichtshalber warten wir 20 Minuten bis des Tierarzt aus der Mittagspause kommt und lassen uns auch diesen Stempel geben

Von der Grenze geht’s knapp 90 km nach Süden, durch Karonga nach Chitimba ins gleichnamige Camp (S 10° 35.107 | E 34° 10.534). Hier werden wir von Eddie einem Holländer, seit 5 Jahren der Eigner des Camps, herzlich begrüßt.

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Begleitet wird Eddie von König Ludwig (kurz Lud) einer deutschen Dogge und seinen Wachhunden Siggi und Njassi. Die drei Hunde nehmen Blacky überschwänglich auf. Mit dem 7 Monate alten Njassi hat Blacky gleich einen neuen Freund gefunden.

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Wir lernen noch Eddies Frau Carmen kennen und das befreundete Paar Jack und Irjo. Auch diese beiden haben Holland verlassen sind seit einem halben Jahr in Malawi um die "Activities " hier im Camp aufzubauen. Boots-, Kanutrips, Schnorcheln, Birdwatching, Hiking und Biking in die nahen Berge sollen organisiert werden. Die vier Holländer sind ein tolles Team und wir fühlen uns hier wieder mal zu Hause ;-)

Einen Tag chillen im Camp, am nächsten Tag eine Tour nach Livingstonia. Dort besuchen wir die Lukwe-Lodge, die üblicherweise in 900 m über dem See einen Traumblick über die Bucht von Chitimba bietet. Heute werden wir allerdings kurz vor der Lodge von einem dramatischen Regenguss überrascht der uns bis auf die Knochen durchnässt.

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Nach einem Handtuch und einer Tasse Kaffee ist alles wieder im Lot und die Wanderung an die nahen Wasserfälle ist wie wir es gewünscht haben.

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Der Weg ins Tal bietet dann auch noch die ersehnten Blicke auf die Lake Malawi Bucht. Wir legen eine stramme Gangart ein um die verbleibende Strecke auf der Ladefläche unseres "Taxis" zu verkürzen. Bei der rauen Piste ist dieser ungepolsterte Lift eine Herausforderung.

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Am Nachmittag dann noch mal ein kleiner Schwimmlehrgang für Blacky mit Hundekollegen. So ganz überzeugt ist er noch nicht vom nassen Element, da kann der Strand auch noch so herrlich sein.

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Unser nächstes Camp in Nkhata Bay, das Mayoka-Village (S 11°36.728 | E 34° 18.254) hat keinen eigenen Strand. Es ist traumhaft in den Steilhang am See integriert und hat mit seinen jungen Backpacker-Gästen eine ganz besondere Atmosphäre. Wir kommen gerade recht zum frisch gegrillten Fisch, da wir am Nachmittag einen längeren Stop in Mzuzu gemacht haben.

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Dort wollten wir bei PANEL BEATER (S 11°27.922 | E 34° 01.384) unsere Gasflasche auffüllen lassen. Das hat leider nicht funktioniert, sie können nur Flaschen tauschen, haben aber unsere Größe nicht.

Fragen wir halt mal wo wir hier im Ort evt. eine Windschutzscheibe bekommen. No Prob! Das Schwesterunternehmen ALERTGLAS (S 11° 27.470 | E 34° 01.017) schneidet eine neue Scheibe und wir bauen sie ein. Wie lange das dauert? Keine zwei Stunden. Ruckzuck ist unsere kaputte Scheibe ausgebaut, Maß genommen und eine neue geschnitten.

Die erste geht zwar beim Einbau zu Bruch, aber no Prob! Dauert halt noch mal zwei Stunden. Kostet mit einer kleineren Plexiglasscheibe 30.000MWK, ca. 150 EUR.

Die Plexiglasscheibe brauchen wir für den Alkoven. Wir hatten in Ruanda einmal vergessen die Fenster zu schließen und diese dann auf der schlechten Piste verloren. Die in der Werkstatt der Deutsche Welle geschnittenen Plexiglasscheiben haben wir bald wieder verloren und nur eine dann wiedergefunden.Die Scheiben waren mit normalerweise "totsicherem" Ducktape befestigt gewesen. Aber die Hitze ...!

Also zum Abendessen sind wir in Majoka-Village. Es ist schon dunkel und wir freuen uns am nächsten Tag die Gegend  auf einer dreistündigen Wanderung bei Licht zu erkunden.

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In einer Werbung haben wir folgende Aussage gefunden:

If you love the beach, Maldives may be the place for you.
If you love history and culture, Europe may be the place for you.
If you love nature and wildlife, Africa may be the place for you.
If you love them all, Malawi is the place for you.

Da ist was dran! Wir sind jetzt eine Woche in Malawi und haben schon über 500 Bilder gemacht. Wir können uns einfach nicht satt sehen. History haben wir vergleichbar zu Europa noch keine gefunden, Wildlife haben wir nicht gesucht, aber was Strände und Natur angeht spielt Malawi für uns in der allerersten Liga. Da kann man sich schon mal überlegen die begonnene Lusukwe Lodge mit zugehöriger Bucht für vier Mio. Kwatcha zu übernehmen....

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Von Lusukwe-Beach lassen wir uns nach einer kurzen Rast in zwei aneinander gebundenen Einbäumen Richtung Majoka-Village zurück paddeln. Die halbstündige Tour gibt neue Bilder vom See aus gesehen. Ein Fischadler lässt sich von Pfiffen und Schreien unserer Kanuten nicht vom Ast bewegen und verfolgt uns nichtmal mit scharfem Blick.

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Nach dem Abendessen, es gibt Pizza, Erfahrungsaustausch mit Nick. Der junge Australier ist mit seiner zukünftige Frau Zuzu auf dem Weg von Südafrika nach Griechenland, dem Land seines Vaters. Die beiden wollen dort heiraten. Für den Weg dorthin haben sie sich vier Jahre Zeit genommen. Zuzu hat während des letzten Monats hier an der Bar gearbeitet, während der Chiropraktiker Nick seine Dienste im Ort angeboten hat. Von Kapstadt hierher sind die beiden schon eineinhalb Jahre unterwegs und wir bekommen wieder einmal eine Menge Hinweise für die vor uns liegende Tour.

Von Nkhata Bay geht’s nach Nkhotakota ins traumhafte Fisheagle Resort (S 13° 02.326 | E 34° 19.594). Iris geht’s gar nicht gut. Gelenkschmerzen, Kopfweh und am Abend hohes Fieber, das klingt nach Malaria. Unser Schnelltest (Finger stechen, Blut auf's Messtäfelchen) sagt zwar negativ, aber die Symptome sind ziemlich eindeutig. Also vier Malorone Tabletten lieber früh als zu spät, dazu 'ne Paracetamol gegen das Fieber und bei zur Situation passendem Regen geht’s am nächsten Morgen weiter über Salima nach Senga Bay ins Wheelhouse Camp (S 13° 46.668 | E 34° 37.100).

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Die Eigentümerin bringt Iris ins benachbarte amerikanische Militärkrankenhaus, wo der Malaria Schnelltest wiederum negativ ausfällt. Da es keinen Strom gibt, kann das Blut nicht mikroskopisch untersucht werden. Allerdings unterstützt der Militärarzt Iris Diagnose und empfiehlt die Tabletten weiter zu nehmen.

Das Fieber ist auch schon runter und sie kann am heutigen sonnigen Sonntag in diesem alten Marinehafen schon wieder in die Tasten greifen.

Da wir hier in Malawi allerdings immer nur sporadisch und dann sehr langsames Internet haben, werden wir diesen Bericht wohl erst Dienstag in Lilongwe einstellen können.

Sikumo taunana

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5. – 7. Februar 2012 (km 47.518)   


Es gibt noch eine Geschichte zur letzten Woche nachzutragen! Wir hatten zwar von anderen Travellern schon den Hinweis bekommen aber erst als bei einer Polizeikontrolle 30.000 MK gefordert werden, fällt es uns wieder ein.

Aber langsam! Also hinter Chitimba, die erste Polizeikontrolle in Malawi. Wie immer wird zuerst auf der Beifahrerseite das Steuerrad gesucht. Nein, Linkslenker! Also rum ums Auto und Wolfram begrüßt den Beamten erst mal wie gewohnt mit Handschlag. Wie geht’s? Fein! Und selbst, blabla ... ! Führerschein, Bitte schön! Wie lange der gültig ist? Na ja, lebenslang! Ahh, wie in Sambia? Ich weiß nicht wie das in Sambia ist, aber in Deutschland ist das so.

Comessa, oh fein! Jetzt einmal rund um’s Auto und dann kommt’s. In Malawi ist das Auto vorn mit zwei weißen Reflektoren zu kennzeichnen und hinten mit roten! Bitte aussteigen und mitkommen! Hier sehen Sie, dieses Fahrzeug, das ist korrekt ausgestattet. Oh, ja natürlich, die Erinnerung setzt ein. Argumente wie, wir fahren aber immer mit Licht, auch tags und so sind wir schon viiiiel weiter sichtbar als die kleinen Markierungen, zählen nicht. 30.000 MK (15EUR) sollen gezahlt werden! Aber so schnell zücken wir die Börse nicht.

Iris schneid' doch mal schnell zwei weiße Aufkleber für die vordere Stoßstange! In weniger als zwei Minuten haben wir die gewünschten Markierungen, hinten mit rotem Tape, angebracht und ... die Polizei akzeptiert. Einer der drei schlägt sich laut lachend auf die Oberschenkel, statt zu zahlen einfach reparieren, toll! Wir sind stolz auf uns und weiter geht’s durch Malawi, mit Markierungen, die auch bei zwei weiteren Kontrollen anerkannt werden.

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Montag (6.2.) geht’s von Senga Bay über Salima 125 km Richtung Lilongwe. Heute gibt’s in Salima sogar Diesel, also in der Schlange anstehen und warten. Es ist genug da, auch für die Geschäftemacher, die Kanister füllen um später, wenn der offizielle Zapfhahn nichts mehr her gibt, den Inhalt zu überhöhten Preisen zu verkaufen.
Was heißt überhöhte Preise!? Auch offiziell kostet der Liter Diesel schon 360 MK (ca. 1,80 EUR). Da ist es nicht verwunderlich, dass in Lilongwe derzeit Unruhe sind, wegen der allgemein zu hohen Lebenshaltungskosten.

Bei Gesprächen während unserer Wartezeit werden wir gewarnt. Aufpassen, wenn ihr heute nach Lilongwe fahrt, da gibt’s Demonstrationen und Unruhen! Weil das Diesel hier so teuer ist, opfern wir einen unserer drei 20 l Reservekanister und tanken weitere 30 Liter dazu, das sollte für Malawi reichen.

In Lilongwe füllen wir zuerst unsere Gasflasche bei AFROX-Gas (S 13° 53.768 | E 33° 47.602) auf. Afrox gehört zur LINDE Gruppe und Wolfram verspricht bei unserem nächsten Besuch in Deutschland Herrn Reitzle Grüße zu bestellen.

Beim Einkauf im Supermarkt dann der Schock. Ein Pfund Butter soll umgerechnet 6,50 EUR, zehn Rollen Toilettenpapier 8 EUR kosten. Mit kaum etwas im Einkaufskorb sind wir umgerechnet 55 EUR los. Im Mabuja Camp (S 13° 59.58 | E 33° 45.573) klärt uns Lutz aus Augsburg dann auf.

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Die Preise passen nur, wenn ihr schwarz tauscht. Statt 16.600 MK für 100 USD könnt ihr zwischen 26.000 und 28.000 MK bekommen. Jetzt erklärt sich auch der gute Kurs an der Grenze aus Tansania. Noch viele Tipps mehr kann uns Lutz geben, der vor drei Jahren aus Augsburg losgefahren ist. Wir freun uns ihn spätestens in Südafrika oder Namibia wiederzusehen und seine erstklassige Latte Machiato zu genießen.

Auch er warnt nochmals vor Unruhen in der Innenstadt, aber wir verlassen Lilongwe ohne etwas dergleichen zu bemerken und erreichen nach 120 km die Grenze nach Sambia.

Jetzt wird’s noch mal spannend. Als wir nach Malawi eingereist sind, hatte uns ein uniformierter Mitarbeiter, der hier allseits vertretenen G4S- Servicegesellschaft aufgefordert mit ihm in ein Büro zu kommen um eine Straßensteuer zu entrichten. Mit dem Hinweis wir seien nur Touristen und würden keine Güter transportieren, müssten deshalb auch keine Straßengebühren bezahlen, hatte Wolfram den Mann einfach stehen gelassen und war weitergefahren. Werden wir jetzt nach der Quittung für die entrichtete Tax gefragt?

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